Erfahrungsbericht von sylvia1983
Wolfram von Eschenbach "Parzival"
Pro:
siehe oben
Kontra:
siehe oben
Empfehlung:
Nein
Hier einige mittelalterliche Begriffe und dazu die Worte, mit denen man sie heutzutage übersetzten und umschreiben würde:
Êre: Ehre im Zweikampf, gesamte ritterliche Verhaltenskodex, Mitleid, Stolz im Sinne von Selbstbewusstsein
Maze: Maß (maßvoll leben, nicht verschwenderisch sein)
Zuht: Zucht, Erziehung, aber auch Selbstzügelung, Selbstbeherrschung
Milte: Milde, Güte, Mitleid, Gnade
Triuwe: Bündnistreue (gegebene Worte werden nicht gebrochen)
Froude: Freude im Sinne von Lebensfreude, Optimismus, positive heitere gelassene Lebenseinstellung
Hoher mout: Selbstachtung, frohen Mutes, gut drauf
„Parzival“ von Wolfram von Eschenbach ist ein höfischer Epos aus dem 15. Jahrhundert. Ein Epos ist übrigens eine ritterliche epische Dichtung des Mittelalters, in der die Ritterideale verherrlicht wurden. Grob gesagt handelt das Reclam-Buch mit einer Auswahl von Parzival-Büchern vom Leben und der Entwicklung Parzivals. In der Originalfassung wurde der Leser nach anspruchsvollen Teilen mit ritterlichen Kämpf beglückt. Diese Passagen fehlen in dem Bändchen.
Anfang des Buches:
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Das Buch beschreibt, wie der junge unerfahrene narrenhafte Parzival, der Sohn Gachmuret und Herzeloydes, über einen schweren Weg zum Ritter und schließlich zu einem ehrenhaften König mit Mitgefühl wird. Er wird von seiner Mutter im Wald aufgezogen, ohne dass von Rittern die Rede ist. Sie hat nämlich Angst ihren Sohn im Kampf zu verlieren, so wie ihren eigenen Mann.
Eines Tages jedoch sieht er König Artus Ritter, deren Rüstungen so glänzen, dass er glaubt, sie seinen Götter. Er will nun fort. Seine Mutter näht ihm aus einem Sacktuch Narrenkleider, die dazu führen sollen, dass er geärgert wird und somit freiwillig zurück kommt (Seite 9-10). Bevor er fort geht, sagt sie ihm noch, wie er sich verhalten soll. So soll er jeden grüßen, .. Frauen Kuss, Spange und Ring nehmen und vor allem dem grauen weißen Mann gehorchen. Er ist so besessen vom Wunsch Ritter zu werden, dass er sich noch nicht einmal umschaut, was das Herz seiner Mutter bricht und diese stirbt (Seite 10).
Die Worte seiner Mutter nimmt Parzival wortwörtlich. Er grüßt jeden höflich und nimmt einer Frau sogar Kuss, Spange und Ring, wo seine Mutter doch meinte, er solle sie beminnen.
Er wird Ritter, indem er den roten Ritter, König Artus Neffe, mit einer unschicklichen Waffe tötet.
Am Hofe Gurnemanz wird er belehrt, wie man sich zu verhalten hat, dass er nicht stets von seiner Mutter reden soll... Er sagt ihm auch, er solle keine dreisten Fragen stellen. (Seite 19-20)
Später heiratet Kondwiramur und zieht jedoch wieder fort, weil er seine Mutter suchen will. Er gelangt durch einen Fischer zur Gralsburg, als er eine Herberge suchte. Die Gralsburg ist nur für Leute zu finden, die sie nicht suchen. Dort sieht er das Wunder des Grals, dem jährliche eine Taube eine Oblate bringt, die für ein Jahr reicht. Die Jungfrau Repanse trägt den Gral. Sie verkörpert Milde, Reinheit, Mildtätigkeit, was nicht erwerbbar war, sondern angeboren von Gott. Des weiteren sieht er noch den unglücklichen König Anfortas, einen blutenden Knappen und erhält ein Schwert vom Wirt. Parzival fragt nicht, was los ist (Seite 32), weil er das wörtlich nahm, was Gurnemanz im auftrug. Am nächten Morgen sind alle fort und er ist allein. Wiedereinmal hat er alles wörtlich genommen. Ihm stand Mitgefühl und die Gehorsamkeit nicht zu fragen gegenüber, wobei ihm die gesellschaftlichen Normen wichtiger waren als das Mitgefühl.
Dies führt ihn ins Unglück. Er hätte durch eine Frage den König vom unendlichen Leben durch den Gral befreien können und wäre selbst zum Gralkönig geworden. Doch so ist er ihm nicht würdig genug.
Als er in den Kreis Artus Tafelrunde aufgenommen wird, macht ihm die Dienerin Kundrie Vorwürfe wegen des Nichtfragens, die er nicht wahr nimmt. Er macht Gott dafür verantwortlich (Seite 45) und fühlt sich als Opfer (Seite 44). Das war das dann wohl mit der ehrenvollen Tafelrunde.
Wie es weiter geht, lest ihr am Besten selbst! Glaubt mir, ich könnte noch viel mehr plaudern, doch habe ich lediglich die Anfänge oberflächlich erzählt und ihr sollt doch auch noch einen Grund haben, das Buch zu lesen.
Zum Namen Parzival:
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Parzival heißt wörtlich „Mitten durch das Tal“, wie auf der Seite 12 zu lesen ist. Den Namen finde ich sehr passend, da Parzival selbst immer den kürzesten, am Einfachsten aussehenden Weg nimmt und so zum Beispiel einfach Gegner tötet. Sein Lebensweg geht nicht über Umwege, die leichter zu begehen wären, nein, er versucht den Weg zu nehmen, der am Kürzesten aussieht, es jedoch nicht ist, weil Probleme/Konflikte entstehen, die gelöst werden müssen.
Des weiteren läuft er wirklich in einem Tal, denn er ist zum größten Teil des Romans ganz unten. Ihm passieren viele Fehler, bei denen er anfangs Glück im Unglück hatte, doch nach einiger Zeit trifft es ihn hart, und zwar als Kundrie ihm die Vorwürfe macht, er deshalb nicht mehr zur Tafelrunde gehören darf, er den Glauben an Gott verliert...
Der Gral:
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Der Gral kommt vom altfranzösischen Wort ,,graal", was ein Gegenstand, der auserwählten Personen weltliche und himmlische Glückseligkeit verheißt.
Im Bezug auf das Buch ist er in Form eines Bechers und derjenige, der in stets sieht, wird ein ewiges Leben geschenkt. So ist es bei König Anfortas, der lieber davon befreit werden möchte. Der Gral wird jährlich zu Karfreitag von einer Taube besucht, die eine Oblate niederlegt, welche dafür sorgt, dass das Essen bis zum nächsten Karfreitag reicht. Karfreitag ist übrigens ein Freudentag, da die Befreiung der menschlichen Sünden durch Jesus Christus gefeiert wird.
Aufbau des Buches:
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Es besteht aus 16 Büchern, die in Versform, meist in Paarreim, verfasst sind. Anfangs fand ich es aufgrund der Versform schwer zu lesen, aber ich habe mich nach einiger Zeit daran gewöhnt.
Hier die Themen/Überschriften mit stichpunktartiger Zusammenfassung der einzelnen Bücher, außer der späteren, um nicht zu viel zu verraten:
1 – Vorgeschichte:
Vers, indem der Held noch nicht geboren ist
2 – Geburt:
Gachmuret (Sohn des Königs Anjou) zieht auf Ritterfahrt, befreit schwarze Königin Belakane, heiratet sie. à gemeinsamer Sohn Feirefiß
Gachmuret zieht weiter, gewinnt Hand und Reich von Königin Herzeloyde, fällt im Morgenlande à gemeinsamer Sohn Parzival
3 – Parzivals Ausfahrt:
Erziehung Parzivals – Aufbruch Parzivals – Tod seiner Mutter – Tötung des roten Ritters – Belehrung durch Gurnemanz
4 – Kondwiramur:
Heirat Kondwiramurs
5 – Gralsburg:
Parzival fragt den trauernden König Anfortas nicht, warum er so leidet
6 – Tafelrunde:
Aufnahme in die Tafelrunde – Verbannung durch Kundrie
7, 8 – Im Reclam-Bändchen in einigen Sätzen beschrieben: Irrfahrt, Neffe Artus...
9 – Trevrizent
10, 11, 12, 13, 14 – Ebenfalls im Reclam-Bändchen kurz beschrieben: Rittergeschichte von Gawan
15 – Feirefis
16 – Gralskönig
Die Personen:
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Interessant ist, dass die Personen alle miteinander verwandt sind. Es folgt eine kurze Beschreibung der Verhältnisse der einzelnen Personen:
* Gachmuret: Sohn des Königs Anjou, Ritter, verheiratet mit Belakane und Herzeloyde, Vater von Feirefiz und Parzival (S. 3)
* Belakane: schwarze Königin von Zazamanc, erste Frau Gachmurets, Mutter von Feirefis (S. 3-4)
* Herzeloyde: zweite Frau Gachmurets, Mutter von Parzival; Königin von Kanvoleis und Norgals (Nord- und Südwales) (S. 4); Schwester Anfortas, Trevrizent, Repanse
* Feirefis: (vair vis: bunter Sohn; S. 4) Sohn von Gachmuret und Belakane, Halbbruder Parzivals, Heide
* Parzival: Hauptperson des Buches, Sohn Gachmuret und Herzeloydes
* König Artus: der berühmte König Artus mit seiner Tafelrunde, an der nur ein auserwählter Kreis von Rittern sitzen darf; Vater von Gawan und Kundrie
* Gawan: ehrenhafter Ritter
* Juschute: Gemahlin des Herzogs Orilus (S. 11); ihr wurde von Parzival Ring, Kuss und Spange genommen
* Sigune: trifft Parzival einige Male
* Schianatulander: Vetter von Parzivals Vater (S. 12)
* Ither: Artus Neffe; will Artus Platz; roter Ritter; war Familienmitglied (S. 59)
* Iwanet: Knappe von Artus
* Gurnemanz: belehrt Parzival;
* Kondwiramur: Frau Parzivals; Nichte Gurnemanz
* König Anfortas: Bruder von Herzeloyde, Gralskönig; Bruder von Trevrizent, Herzeloyde, Repanse
* Kundrie: Dienerin des Gralskönig
* Repanse de Schoye: Gralsträgerin; Jungfrau; heiratet am Ende Feirefis; Schwester Anfortas, Trevrizent, Herzeloyde
* Trevrizent: Einsiedler, Bruder von Anfortas und Herzeloyde; Parzivals Neffe (S. 59); Bruder Anfortas, Herzeloyde, Repanse
* Loherangrin: Sohn Parzivals und Konwiramur; wird Ritter und Gemahl von Brabrant
* Kardeis: Sohn Parzivals und Konwiramur
Meine Meinung:
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Anfangs stand ich dem Buch misstrauisch gegenüber, weil ich den Anfangsvers einige Male durchlas und versuchte mir die Namen im ersten Kapitel genau zu behalten, doch waren diese überhaupt nicht für den Gesamtzusammenhang von Nöten. Teilweise war es gar nicht so einfach alles zu verstehen und ich musste sehr viel Geduld dabei haben. Doch insgesamt gesehen, hat sich das ganze gelohnt. Es ist schon interessant, wie die Menschen damals gelebt haben, welche Wertvorstellungen sie hatten, wie sie alle miteinander verwandt und gleichzeitig verheiratet waren, untereinander selten kannten...
"Parzival" wurde im Übrigen aus musikdramatisch ausgestaltet im "Parsifal" von Richard Wagner. Leider habe ich das Stück noch nicht gesehen, aber mich würde es sehr interessieren zu sehen, wie man das Buch rüberbringt.
Denjenigen, die sich für die mittelalterliche Literatur interessieren und auch die Geduld haben sich etwas in das Buch hinein zu vertiefen, empfehle ich es. Ansonsten landet das Buch glaube ich, eher in der Ecke.
Sylvia
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-12 13:56:17 mit dem Titel Unerfüllte Liebe (\
Das Werk "Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang von Goethe wurde zur Zeit des Sturm und Drang (etwa 1767-1785) verfasst. Dieses Frühjahr "durfte" ich mich mit diesem Buch auseinandersetzen. Unser Lehrer machte zuvor Andeutungen, dass sich dieses Buch nicht leicht lesen lässt. Leicht, wie sich herausstellte, bezog sich nicht auf die Wortwahl oder den Schreibstil, sondern darauf, dass Werther stets und langatmig von seinen Leiden und Gefühlen berichtet.
Es ist in der Ich-Form, in Form von mehreren Briefe, an Werthers besten Freund verfasst, wie sich bereits beim ersten Brief vom 04.05.1771 herausstellt. Werther ist auf einer Reise, um die Erbschaftsprobleme zu lösen. Er schreibt: "will das Gegenwärtige genießen und das Vergangene soll mir vergangen sein", was zeigt, dass er zuversichtlich und gleichgültig ist. Ihn ist die Vergangenheit egal, er lässt sich einfach leiten. Diese Leitung geschieht durch seine Gefühle, wie sich sehr bald herausstellt.
Sein Herz beschreibt er wie ein krankes Kind. "Jeder Wille wird ihm gestattet" (13.5.1771). Am 16.6.71 berichtet Werther davon, dass er auf einem Ball Charlotte kennen gelernt hat und aus diesem Grund seinem Freund nichts geschrieben hat. Er hat die Bekanntschaft mit "eins der liebenswürdigsten Geschöpfe" (Seite 16, Zeile 19) gemacht und fühlt sich aus diesem Grunde "vergnügt und glücklich" (Seite 16, Zeilen 20-21). Vor dem Ball war seine erste Begegnung mit Charlotte S, als er sie mit seiner Tänzerin abholte. Charlotte (auch häufig nur Lotte und Lottchen genannt) kümmert sich um Kinder. Er tanzte mit ihr und hat sich in sie verliebt ("Bekanntschaft, die mein Herz näher angeht.") , doch sie ist mit Albert so gut, wie verlobt. Von nun an dreht sich alles darum, dass Werther seine Liebe nicht ausleben kann. Er besucht häufig Lotte und unterhält sich auch mit Albert.
Eines Tages kommt es zwischen Albert und Werther zu einer Selbstmorddiskussion, und zwar als Werther sich Alberts ungeladene "Pistole übers rechte Aug" hielt. Näheres zu diesem Gespräch ist weiter unten zu entdecken.
Am 3. September entschließt sich Werther Lotte zu verlassen, was er eine Woche später auch umsetzt. Er hielt es nicht mehr aus und nimmt sich vor sie nie wiederzusehen.
Werther sucht sich eine neue Aufgabe neue Aufgabe, doch fühlt er sich nicht wohl, kommt u.a. nicht mit dem Gesandten klar.
Am 20. Januar 1772 schreibt er einen Brief an Lotte, indem er von seiner Lebenslust schreibt, die fort ist und vom Fräulein von B. berichtet, die ihr gleichen würde. Jedoch herrschen Standesunterschiede zwischen ihr und Werther. Einen Monat später stellt sich heraus, dass Lotte mit Albert verheiratet ist. Werther wird von der Gesellschaft verwiesen und entschließt sich zu seinem Geburtsort zu pilgern, was so weit führt, dass er sich nach der Nähe Lottes sehnt (16.6.). Ferner malt er es sich aus, wie es gewesen wäre, wenn er Lottens Mann geworden wäre. Seiner Meinung nach wäre sie glücklicher geworden (29.07.).
Schließlich am 4.8. besucht er Lotte wieder, die ihm berichtet, dass ihr jüngster Sohn gestorben sei und ihr Mann krank wär. Werther kann darauf keine Antwort finden und geht wieder. Stets sehnt sich Werther nach ihr uns besucht sie. Er sehnt sich so sehr nach Lotte, dass es ihm schmerzt und er sich am Liebsten seine Brust zerreißen würde. Der Konflikt besteht darin, wie leicht erkennbar, dass Lotte eine bürgerliche Frau ist, die verheiratet ist und somit an Albert gebunden ist.
Ende des Romans
Diejenigen, die es nicht wissen möchten, können diesen Abschnitt ja weglassen.
Ich werde das Ende schreiben, da es größtenteils sowieso bereits bekannt ist und da das Ende auch Auswirkungen hatte:
Am 4.12 ist er bei Lotte und er erinnert sich wieder an die schönen Erinnerungen. Lotte bemerkt, dass er nicht ganz mit den Gedanken da ist. Eines Tages umarmen sich beide. Werther hatte zuvor beschlossen sich zu "opfern". Der Trennungsschmerz fällt beiden schwer. Werther kann und will so nicht mehr weiterleben, seine Schmerzen der unerfüllten Liebe sind so stark, dass er sich von Albert 2 Pistolen für "eine Reise leiht" und sich dann erschießt.
Nun ist es soweit, dass wir bald eine Klausur schreiben und aus diesem Grunde habe ich mich nochmals mit dem Buch auseinander gesetzt und grobe Übersicht erstellt. Wichtige Briefe habe ich hier mit Hilfe von Stichwörterndargestellt. Dies soll für Leute, die das Buch bereits gelesen haben und/oder sich aufgrund einer Klausur z.B. eine Übersicht verschaffen wollen, so wie ich gerade, eine Hilfestellung bieten.
Zur damaligen Zeit haben viele Leute Werthers Weg nachgespielt und ebenfalls Selbstmord begangen. Der Sturm und Drang war eine Zeit, in der der Mensch sich mit seinen Gefühlen auseinander setzte, mit und nach ihnen lebte.
- 04.05.1771 erster Brief
- 13.05.71 erther will sich nicht vom Verstand leiten lassen; sein Herz ist wie ein krankes Kind ("jeder Wille wird ihm gestattet" Seite 16 Zeilen 38-39)
- 17.05.71 Amtmann
- 30.05.71 Bauernbursche, Witwe
- 16.06.71 lernt beim Ball Charlotte kennen und verliebt sich in sie
- 01.07.71 Besuch beim Pfarrer
- 30.07.71 Albert erscheint
- 12.08.71 Selbstmordgespräch
Werther: Selbstmord ist denkbar bzw. möglich (sachlich, provokativ)
Albert: Selbstmord ist undenkbar, gibt es nicht (Floskel, Vorurteil)
Werther: Pistole ist nicht geladen (abwiegeln)
à Bruch
Albert: Selbstmord ist töricht, dumm (rationale Ebene)
Werther verlässt diese Ebene und sagt: Selbstmord hat emotionale Ursachen
(emotionale Ebene)
Albert: nimmt emotionale Ebene nicht an: "Selbstmord ist lasterhaft"
(moralische Ebene)
Werther: stimmt auf moralischer Ebene zu à Ankupplung an emotionale
Ursachen (Zorn, Liebe, Leidenschaft..)
Albert: Selbstmord ist Wahnsinn, Trunkenheit (bewertet diese Ursachen;
rationale Ebene)
Werther: positiv, was Großes (emotional)
Albert: Schwäche (emotional), negativ à man sollte die Ursachen ausgleichen,
dagegen vorgehen
Werther: Schwäche kann Stärke bewirken - 28.08.71 Geburtstag
- 03.09.71 Lotte verlassen
- 10.09.71 verlässt Lotte
- 20.10.71 neue Aufgabe
- 20.01.1772 Brief an Lotte über Fräulein von B
- 20.02.72 Hochzeit Lotte/Albert
- 15.03.72 Ausschluss aus der höheren Gesellschaft; Graf von C
- 24.03.72 Abschied von Frl. von B und vom Hof
- 09.05.72 Rückkehr in die Heimat
- 16.06.72 Aufbruch
- 18.06.72 Anfang vom End (will zu Lotte zurück)
- 04.08.72 bei Lotte
- 04.09.72 Bauernbursche, Witwe
- 15.09.72 Nussbäume fällen
- 03.11.72 verstärkte Selbstmordgedanken
- 20.11.72 Mann mit ähnlichen Schicksal
- 20.12.72 letzter Brief
Charakteristische Begriffe für Werthers
- emotional, lebt nach seinem Herzen
- selbstmitleidig
- eingebildet
- naturverbunden
- gefühlsschwankend
- fühlt sich unverstanden --> Einsamkeit
Meine Meinung
Ich habe die Gefühle, Emotionen und Leiden Werthers weggelassen, da dergleichen in der nacherzählenden Form nicht so gut rüber kommen würde, wie in Goethes angewandter Briefform (Ich-Form). Also ähnelt meine Zusammenfassung eher einem sachlichen Resümee. Des Weiteren wollte ich mich nicht noch einmal so tief in seine Empfindungen versinken lassen. Dieses Buch ist Geschmackssache. Während des Lesens stellte ich mir z.B. die Frage, wer mehr leidet, Werther oder ich beim Lesen. Dies kann daran liegen, dass ich es in der Schule neben vielen anderen Dingen lesen "durfte", denn eine Freundin las auch mal das Buch, aber außerhalb der Schule und war/ist davon begeistert.
Die Natur steht übrigens meistens im Einklang mit seinen Empfindungen. Ist Werther glücklich, so sieht die Natur für ihn auch heiter aus (10.Mai). Er schwärmt für von der Natur, die ihn euphorisch macht. Sobald er sich nicht wohlfühlt, sieht der die Natur als zerstört an (18.8.).
Das Buch sollte ruhig mal gelesen werden, zumindest in Auszügen, um sich einen Überblick über die Zeit des "Strum und Drang" zu machen.
Ich hoffe, der Bericht hat Euch gefallen!
Sylvia
28 Bewertungen, 6 Kommentare
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30.05.2002, 23:57 Uhr von Pituf
Bewertung: sehr hilfreichund wie ich dieses Buch gehasst habe... dieses ständige nichtssagende Geplapper die ganze Zeit... *g* naja, sachliche Bücher sind mir halt lieber... ;-) Gruß Pituf
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30.05.2002, 23:57 Uhr von eponnin
Bewertung: sehr hilfreichOh Gott, das erinnert mich an die Leiden einer armen Schülerin - mein Kopf war für solche Literatur nicht geschaffen. Aber noch schlimmer war für mich Kafka ... aber das ist ja jetzt vorbei
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28.05.2002, 00:45 Uhr von Anachronistin
Bewertung: sehr hilfreichLies es noch mal, wenn "Schule" fern von Dir ist. Vielleicht wirst Du dann Rotz und Wasser heulen, aber erst dann hast Du es richtig verstanden, nachempfunden... Alles Gute dafür...
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17.05.2002, 21:47 Uhr von eulenfan
Bewertung: sehr hilfreichTja, bei dieser Auseinandersetzung mit dem Thema kann/konnte die Klausur ja nicht daneben gehen...
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12.05.2002, 16:23 Uhr von Fascio
Bewertung: sehr hilfreicherinnert mich an die Schule ;-)
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12.05.2002, 16:02 Uhr von FloVi
Bewertung: sehr hilfreichMit Klassikern habe ich eh' meine Schwierigkeiten; der Sprachstil liegt mir meist nicht. Gruß aus Berlin.
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