Mehr zum Thema Stephen King Testbericht

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Erfahrungsbericht von chaosleo

Das Leben und das Schreiben - jetzt wird es persönlich!

Pro:

spannend, fesselnd, gut und verständlich geschrieben, perfekte Umrandung des Themas

Kontra:

teilweise konfus und manchmal kompliziert

Empfehlung:

Nein

Hallo zusammen!

Hier möchte ich über ein Buch berichten, dass eigentlich jeder eingefleischte King-Fan haben möchte (evt. sogar schon hat) und selbst neutrale Leser interessieren könnte. Es geht um das Buch \"Das Leben und das Schreiben\" von Stephen King, unter der Rubrik \"Biographien\" zu finden, was meiner Ansicht nach nicht ganz korrekt ist.
Allerdings war das für mich der ausschlaggebende Punkt das Buch zum Preis von 8,95 Euro zu erwerben, da ich einfach mal mehr über meinen Lieblingsautor wissen wollte.

Das Buch fällt von der Aufmachung her auch Nicht-King-Fans sofort auf, es ist ein 330 Seiten Werk in silbernem Paperback - auf der Vorderseite erscheint die Andeutung von King´s Gesichtszügen. Durchaus ansprechend und ein kurzes Buch (im Gegensatz zu den meisten anderen seiner Werke).

Der Titel erweckt schon den Eindruck einer Biographie (endlich mal eine, die mich wirklich interessiert) und auch einer näheren Beschreibung seiner ersten Werke, seiner Art zu schreiben und warum er sich von anderen so eigentümlich unterscheiden kann. Auch die Fragen nach seinen Ideen und Anreizen für seine Geschichten erwartet man hier beantwortet zu bekommen.

Tatsächlich ist es wohl auch so, allerdings ist es noch wesentlich mehr. Das Buch unterteilt sich in verschiedene Teile, zunächst \"Das Leben\", dann \"Das Schreiben\" und zuletzt noch ein Nachtrag \"zum Leben\" (um nur die groben Abschnitte zu nennen). Diese auf den ersten Blick unstrukturierte Unterteilung hat einen bestimmten Grund. King hat das Buch im Frühjahr 1997 angefangen und konnte es erst nach seinem Unfall beenden. Als er es begann, konnte er nicht ahnen, dass sein Leben im Laufe des Buches eine einschneidende Wendung nehmen sollte.

Zum Inhalt:
Der erste Teil des Buches \"Das Leben\" beschäftigt sich sinngemäß damit, wie er aufgewachsen ist. Er schreibt von seinen Erfahrungen als Kind, als Jugendlicher und von seiner Familie. Schon hier erkennt der erfahrene King Leser, woher manche Einzelheiten seiner Geschichten stammen. Er hat (wie wohl die meisten Autoren) Teile seiner Vergangenheit und seiner Gegenwart in die Bücher übernommen und um dieser herum eine Geschichte gestrickt. Man erfährt auch, wie er seine geliebte Frau Tabitha kennenlernte und was sie ihm bedeutet, auch wie sie seine Bemühungen als Schriftsteller unterstützte und es noch heute tut.
King ist hierbei so ehrlich, dass er in diesem Buch auch über seine Alkohol- und Tablettensucht berichtet, schonungslos und nachvollziehbar. Auch hier wird man einige Parallelen seiner Bücher finden können. So ist zum Beispiel die Geschichte \"Shining\" für ihn der Auslöser zu einer Entziehungskur gewesen, denn King merkte im Nachhinein, dass seine Hauptfigur in fast allen Teilen ihn selber beschrieb. Das waren im Wesentlichen die Informationen über sein Leben, was jetzt folgt ist ein langwieriges und nicht unbedingt geglücktes Kapitel über das Schreiben.

Ich hatte mir hier wirklich mehr Informationen darüber gewünscht, wie er seine Bücher schreibt, warum er sie so schreibt und was sich bei ihm geändert hat. Ich wollte keine Anleitung zum Schreiben und auch kein Schriftsteller werden, aber genau das liefert King hier in allen Einzelheiten. Es ist eine Anleitung zum Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen, eine Anleitung die sicherlich für angehende Schriftsteller von großer Bedeutung sein kann, für den Leser einer Biographie aber unnötig und langweilig ist. Ich habe dieses Kapitel natürlich auch gelesen, aber ich hatte meine Schwierigkeiten damit, weil es mich schlicht und ergreifend nicht interessierte. King redet seinen Leser auch nur so an, als ob völlig klar wäre, dass dieser das Buch nur gekauft hat um Schriftsteller zu werden. Ich befürchte die wenigsten haben das aber deshalb getan. Er beschreibt in schöner Ausführlichkeit die Grundregeln der Grammatik, die Do´s and Dont´s einer guten Geschichte und verweist auf gute oder schlechte Beispiele. Zur Krönung fordert er seinen Leser auf, nach seinen Vorgaben eine Geschichte zu schreiben und ihm per email einzusenden.

Alles ganz nett und für manche sicherlich mehr als eine kleine Hilfe, aber für den normalen Leser völlig fehl am Platze.

Hat man dieses Kapitel durchgekaut (wie auch immer mit Interesse oder ohne) wird es allerdings wieder interessant. King schreibt den zweiten Teil über sein Leben, offensichtlich erstellt nach seinem Unfall, der ihn fast das Leben kostete und genau diesen beschreibt er hier ausführlich. Durch King´s Schreibstil (der natürlich auch in diesem Buch vorhanden ist), schildert er diesen Unfall und dessen Folgen für ihn so eindeutig und genau, dass sich der Leser in diesen Bericht hineinfühlen kann. Hat man ihn gelesen, fühlt man einwenig wie er gefühlt haben muss. Diese Schilderung ist für mich einzigartig und macht das Lesen des Buches am Ende doch wieder wertvoll. Und der begeisterte King-Leser (der wirklich fast alle Bücher besitzt) wird die Schilderung dieses Unfalls kennen, nämlich aus dem Buch \"Duddits\", in welchem King diesen in die Erlebnisse einer seiner Hauptcharaktere eingebaut hat.

Fazit:
Das Buch ist durchaus lesenwert. Es ist für King-Fans wie den interessierten Leser gleichermassen bedeutsam und ansprechend. Für einen angehenden Schriftsteller wäre das Buch einzigartig, leider würde dann vielleicht der Teil mit der Biographie stören. Ich denke, King hätte dieses Buch in zwei Bücher aufteilen sollen und einmal über das \"Schreiben\" und über das \"Leben\" schreiben sollen, um so die Bedürfnisse der Zielgruppe zu erreichen. So hat er leider eine Mischung erreicht, die weder den einen Teil der Leser noch den anderen Teil zufriedenstellen wird. Es ist sehr schade, denn beiden Zielgruppen wird hier ein großer Dienst erwiesen, aber leider passt es nicht zusammen. Dennoch denke ich, dass man zu dem Preis das Buch ruhig kaufen könnte. Notfalls überspringt man die Stellen, die einen nicht interessieren.

Ich hoffe, dieser Bericht war nicht zu lang und ausführlich, aber es musste meiner Ansicht nach alles mit hinein. Wer das Buch jetzt kaufen möchte, hat immerhin eine Anleitung zum Lesen erhalten, je nachdem wie seine Schwerpunkte gesetzt sind.

Viele Grüße
Leo

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-25 22:17:23 mit dem Titel Duddits/ Dreamcatcher - im Original sogar noch besser!

Es ist ca. ein Jahr her, dass ich kurz vor unserem bevorstehenden Sommerurlaub in der Buchhandlung nach den neuesten Ergüssen meines Lieblingsautors Stephen King gekramt habe - und Erfolg hatte. Frisch herausgegeben strahlte mich sein neuestes Werk Duddits in sattem grünen Umschlag als gebundenes Buch an!
Für ca. 25 Euro hab ich das Prachtstück dann erstanden und im Urlaub hat sich zuerst mein Freund drüber hergemacht.
Damals war der Inhalt des Buches für mich lediglich der freudige Ausspruch von ihm \"In dem Buch geht es nur ums Furzen\". Mein Bedarf war gedeckt....Das wollte ich mir dann doch nicht antun.
Dieses Jahr hab ich (wieder für den Urlaub) den gleichen Ausflug in eine Buchhandlung unternommen und konnte ein englisches Buch erstehen (wohlwissend dass mein Freund es dann nicht zuerst lesen würde), mit bunten leuchtenden Deckblatt - nicht gebunden...Ein schneebedecktes Haus ist drauf zu sehen und der englische Originaltitel \"Dreamcatcher\". Also das Buch Duddits in der englischen Originalversion. Gesehen und gekauft und im Urlaub gelesen.

Genug vom Vorgeplänkel, hier folgt jetzt der interessante Teil - der Inhalt (für beide Versionen gültig)....
Das Buch handelt zunächst von vier Freunden (eigentlich fünf), dem Beaver (er kaut immer Zahnstocher, deshalb der Spitzname Biber), Jonesy (Gary Jones), Pete (der berühmte Alkoholiker, der bei King nicht fehlen darf) und Henry (Psychater und der vernünftigste im Bunde). Als fünfter Freund ist der geistig behinderte Duddits (eigentlich Douglas) zu nennen, der durch seine besondere und liebenswerte Art die ehemaligen Schulfreunde auch in ihren dreizigern noch zusammenhalten lässt. Die vier Freunde lernen Duddits kennen (als sie 13 Jahre alt sind), als er von \"größeren Jungs\" bedroht wird und sie retten ihn mutig vor seinen Peinigern. Seitdem kümmern die vier sich um den behinderten Jungen und werden dicke Freunde. Als sie schliesslich erwachsen werden, schicken sie ihm noch Weihnachtsgeschenke, leben aber größtenteils ihr eigenes Leben. Doch Duddits bleibt immer noch vom Geiste her ein kleiner Junge. Alle fünf haben aber seit dem Zusammentreffen (Duddits auch schon vorher) besondere Fähigkeiten. Sie können \"ohne Worte\" kommunizieren, verlorene Gegenstände finden und haben Vorahnungen, was die anderen Freunde angeht. Und Duddits scheint dafür verantwortlich zu sein. Wie jedes Jahr treffen sich die Freunde in \"Hole of the Wall\" zum Jagen im November, doch dieses Mal passiert etwas unglaubliches, dass selbst die Army auf Trab bringt und sie letzten Endes auch wieder zum Anfang bringt - nämlich zu Duddits.

Viel mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, sonst besteht die Gefahr, mich im Inhalt zu verirren. Eine Kurzzusammenfassung wäre vielleicht noch: Es geht um Ausserirdische, um Gedankenlesen, um Wiesel (die im Buch allerdings mit einem etwas anrüchigen Ausdruck genannt werden) und um Duddits. Und es geht darum, die Welt zu retten.

Hört sich alles einwenig verwirrend an, aber das Buch geht da noch weiter.

Der Stil:
Ein typischer King, in englisch wie in deutsch. Ich persönlich fand die englische Version besser, da die Schimpfworte original waren und im deutschen teilweise etwas unwirklich (weil nicht existent) übersetzt wurden. An Schimpfworten und harten Ausdrücken fehlt es natürlich wie immer nicht. Genauso wenig an Brutalität, aber gerade die realistische Darstellung solcher Umstände sind es die einen King-Fan treu sein lassen. Geschrieben ist das Buch mit einer unglaublichen Spannung - ich wollte nicht aufhören zu lesen. Man hat durch den Aufbau eigentlich immer brennende Fragen, die man beantwortet haben muss - daher liest man \"neugierig\" weiter. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Es wird nicht zuviel, aber auch keineswegs zuwenig dargestellt, so dass der Leser seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Umständlich ist allerdings das Ende dargestellt, vielleicht ist es einwenig zu abgehoben geschrieben oder zu ausführlich, jedenfalls hatte ich enorme Schwierigkeiten mitzukommen.

Originalität:
Das Thema ist eigentlich weniger originell (Ausserirdische sind sehr beliebt), die Verpackung im King-Format gibt dem ganzen aber einen interessanten Anstrich. Dadurch wirkt das Thema keineswegs abgegriffen, auch die Darstellung von der Army und dem verhassten Oberbefehlshaber im Buch sind aussergewöhnlich. Ich war geschockt und wütend zugleich, und das als Folge auf die Darstellung. So hart hat es noch keiner beschrieben.

Kultfaktor:
Der Kultfaktor ist enorm. Dieses Buch hat eigentlich alles, was es braucht und ist ein \"typischer King\" (bezieht sich auf seinen Stil und die Geschichte). Für mich fast sein bestes Buch (meine Favoriten sind dennoch \"Attentat\" und \"Stark\"), eine Geschichte, die einen nicht mehr losläst.

Schwierigkeitsgrad:
Wie gesagt, die Geschichte wirkt am Ende etwas konfus auf mich und wird zum Teil schwierig. Dennoch betrifft das bei diesem ca. 820 Seiten Wälzer lediglich ca. 150 Seiten, also ist das zu verkraften. Da ich aber auch die englische Originalversion gelesen habe und die als besser einstufe, auch ein Wort dazu. Wer des englischen mächtig ist und gutes Englisch vorweisen kann, wird seine Freude daran haben. Wer allerdings nur Grundkenntnisse oder Schulenglisch mitbringt, wird eine schwierige Aufgabe vor sich haben. Dennoch finde ich englische King-Bücher vergleichsweise gut zu lesen.

Fazit:
King als mein Favorit ist nicht jedermanns Sache. Gerade diese Fantasiebücher (Ausserirdische) sind eine Geschmackssache. In meinen Augen aber ein wirklich fesselndes und packendes Buch, die Story scheint auf den ersten Blick abgegriffen, aber das gibt sich nach den ersten Seiten sehr schnell. Besonders gut ist die Identifizierung mit den Hauptcharakteren, die (wie bei King eigentlich fast immer), sehr leicht möglich ist. Man liest dieses Buch nicht einfach, man verschlingt es. Empfehlenswert für jeden, der ein Faible für diese Art von Genre (und für Stephen King) hat, interessant für andere. Als Filmversion nicht geeignet (in meinen Augen), da es bei diesem Buch viel um übersinnliche Fähigkeiten geht, die schwer darstellbar sein dürfen. Leider ein Stern Abzug aufgrund der etwas irritierenden Darstellung am Ende.

Englische Version: 660 Seiten, Paperback, ca. 11Euro
Deutsche Version: 824 Seiten, gebunden ca. 25 Euro

Genre: Phantasy, Horror



Ich hoffe, dieser Bericht hilft Euch bei der Kaufentscheidung, auch wenn der inhaltliche Teil kurz ist (aber ihr sollt es ja lesen und keine Zusammenfassung erhalten)!

Viele Grüße
Leo

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