Mehr zum Thema StudentInnen Küche Testbericht

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Erfahrungsbericht von leser@tte

Frau Holles Herbstgeschenk

Pro:

kostet nix, lecker, gesund, wächst fast überall, färbt

Kontra:

etwas mühselig zu pflücken, färbt

Empfehlung:

Ja

Kochen für fast umsonst, soll ich das nun lieber bei Überleben in der Wildnis einstellen? Nun, ich denke zur studentischen Küche paßt der Bericht ebenso. Hier meine Tipps zum Holunder:

Wenn auch der Sommer sich zum Ende neigt, einige Vorteile hat doch auch der Herbst zu bieten. Für mich gehören die voll behangenen Holunderbüsche, die oft am Wegesrand stehen, auf jeden Fall dazu. Nach alter germanischer Überlieferung ist der Holunderstrauch der Wohnsitz von Frau Holle, die vielen aus dem Märchen mit Goldmarie und Pechmarie bekannt sein dürfte, einer den Menschen freundlich gesonnenen Göttin. Dennoch mußte ich mir, als ich mich vor zwei Wochen zum ersten Mal in diesem Jahr auf die Beeren stürzte, anhören, was ich den mit dem Unkraut vorhabe. Seit dem habe ich einiges probiert und kaum ein Tag vergeht ohne Holunder.

Zugegeben, die kleinen Beeren von den Dolden zu pflücken ist etwas mühselig, aber mit einer Gabel und etwas Geduld bekomme in einer Stunde schon eine gute Schüssel voll. Da die rohen Beeren Verdauungsstörungen und Brechreiz erzeugen können müssen sie dann aber noch abgekocht werden. Durch ein Sieb gegossen ist das Ergebnis ist ein tiefroter, bitterer Saft, der reich an Vitaminen (vor allem C und A) ist. Ideal für die Erkältungszeit.

Ganz einfach läßt sich auch eine Suppe herstellen. Beeren in einen Topf geben. Mit Wasser auffüllen, bis die Beeren bedeckt sind und dann einfach einkochen. Am besten noch etwas Honig oder Zucker dazu, damit es nicht so bitter schmeckt und fertig ist die Holundersuppe. Wobei ich mir i.d.R. noch ein paar Zwieback hineinbrösel.

Der Holundersaft läßt sich auch gut als Grenadineersatz für Cocktails verwenden. Die werden dann zwar nicht so süß, dafür aber genau so rot und bestimmt gesünder. Ein Schuß Holundersaft vorsichtig in einen Orangensaft gegossen ergibt einen Fruchtsaft, der wie ein Tequila-Sunrise ausschaut.

Mit etwas Gelierzucker läßt sich auch wunderbar Konfitüre aus Holunder herstellen. Einfach den Saft mit dem Zucker ein paar Minuten aufkochen und in Gläser abfüllen. (Ich gebe etwa 250g 2:1 Gelierzucker auf 400ml Saft.)

Bevor ich es vergesse: HOLUNDER FÄRBT! Nicht nur die Zunge, wer nicht aufpaßt kann auch wunderbar hartnäckige Flecken auf den meisten Materialien erzeugen.

Wenn der Saft nicht schmeckt, kann er also immer noch zum Färben verwendet werden! ;)

Soviel zu meinen Erfahrungen mit Holunder, mögen sie euch helfen, die anrollenden Grippewellen zu meistern!

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