Mehr zum Thema Unfallversicherung Allgemein Testbericht
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Erfahrungsbericht von lachjl17
Warum eine Unfallversicherung?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ist es wirklich nötig, eine private Unfallversicherung für den Fall einer Invalidität abzuschließen? Ich sage ganz klar: Ja. Unfälle ereignen sich ständig und keiner ist davor gefeit. Es gibt Unmengen von Risiken, gegen die man sich sich absichern kann. 90 % davon sind völlig überflüssig. Aber einige Versicherungen sollte man als vernünftiger Mensch schon haben, und dazu zählt die private Unfallversicherung, denn eine Invalidit durch Krankheit oder Unfall kann schnell zur finanziellen Katastrophe führen.
Was ist überhaupt eine private UV?
Eine UV ist generell eine Versicherung, die mir im Falle einer Invalidität einen bestimmten Geldbetrag auszahlen soll, um mein Leben an eine eventuelle Behinderung anpassen zu können ( Treppenlift, Autoumbau, Umschulung ... ) Sie soll nicht den Lebensunterhalt auf Dauer decken Alle weiteren Verdienstausfälle werden z.B. durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt.
Der ein oder andere wird jetzt sagen, \" Aber ich bin doch über meinen Arbeitgeber versichert \". Richtig. Aber nur bei der Arbeit oder dem Weg dorthin. Doch wo passieren denn die Unfälle nach Häufigkeit?
- 37% auf der Arbeit und dem Weg dorthin
- 16% im privaten Haushalt
- 15% im Straßenverkehr
- 18% beim Sport
- 14% im Urlaub oder sonstiges.
Also: 63% aller Unfälle passieren nicht auf der Arbeit.
In welcher Lebensphase ist es denn nun sinnvoll, eine UV abzuschließen?
Zunächst mal ganz wichtig: für Kinder, Jugendliche. Grundsätzlich ist es für jeden sinnvoll. Abstriche könnte man bei Ehepaaren nach der Kindererziehung oder alleinstehenden Rentnern machen. Aber hier auch nur, wenn eine Invalidität nicht die Existenz bedrohen würde.
Welche Versicherungssumme soll man wählen?
Hier gibt es zunächst zwei Versicherungssummen:
1. für den Fall der Invalidität
2. für den Fall des Unfalltodes
zu 1.:
Die Versicherungssumme ist gleichzusetzen mit dem Betrag, den die Versicherung in der Regel bei 50% Invalidität zahlt. Also eine Versicherungssumme von 50000 € bedeutet, bei 50% Invalidität bekommt man 50000 €. Hier liegt es natürlich an jedem selbst, wie hoc er die Versicherungssumme wählt, allerdings sollte sie schon 3 Nettojahresgehälter, zumindest aber 50000 € betragen. ( Ich spreche hier natürlich immer vom Otto-Normal-Verbraucher ).
Da bei schweren Invaliditätsgraden in der Regel ein sehr hoher Kapitalbedarf besteht, macht es Sinn den Bereich zwischen 50 und 90% überproportional abzusichern. Hierzu gibt es verschiedene sogenannte Progressionsstaffeln. Die häufigsten anzutreffenden Progressionen sind die 225er, die 300er, die 350er, 500er und die 1000er Progression. Dies bedeudet, dass bei einer Grundsumme von 50000 € und z.B. 225er Progression bei Vollinvalidität 225% der Versicherungssumme fällig wären, also 112500 €. Natürlich gibt es auch Versicherungen ohne Progressionsstaffel, die werden aber in der Regel zu teuer. Tja, welche Staffelung ist denn jetzt die Richtige? Hierzu müsste man sich den Kurvenverlauf der einzelnen Progressionen anschauen. Das würde hier allerdings zu weit führen, deshalb sage ich jetzt hier einfach mal: die 350er Progression. Könnt Ihr glauben oder nicht, aber diese Progressionsstaffel ist, was das Preis-Leistungsverhältnis anbelangt immer die beste Entscheidung, da sie zwischen 50 und 90% Invalidität mehr leistet, als z.B. eine vergleichbare Versicherung mit 500er oder 1000er Progression. Diese steigen in der Leistung nämlich erst bei 80-90% so richtig an und sind im Vergleich viel zu teuer.
Übrigens sollten Kinder immer mindestens mit 75000 € abgesichert sein.
Zu 2.:
Die Versicherungssumme für den Todesfall sollte niedrig gewählt werden und besser über eine Risiko-Lebensversicherung abgedeckt sein ( wenn überhaupt notwendig ). Dennoch kann dieser Schutz in der UV ganz sinnvoll sein, denn im Falle eines Unfalles oder einer Invalidität infolge Krankheit kann es bis zu einem Jahr dauern, bis die Gesellschaft zahlt. Und dann kann man den Todesfallschutz quasi beleihen.
Wie viel Geld bekommt man denn jetzt bei welchem Invaliditätsgrad?
Hierfür gibt es eine spezielle Gliedertaxe, welche ich hier nur ansatzweise mal einfügen möchte:
Verlust oder Funktionsunfähigkeit:
- eines Armes im Schultergelenk 70 %
- eines Daumens 20 %
- eines Auges 50 %
- des Geruchs 15 %
- eines Beines bis unterhalb des Knie 50 %
und so weiter...
Es gibt auch besondere Gliedertaxen für Ärzte, Heilberufe und Musiker.
Was kann und sollte ich mitversichern?
In der UV lässt sich allerhand mitversichern. Ich beschränke mich hier nur auf die gängigsten Sachen. Häufig angeboten werden:
- Unfallrente
- Krankenhaustagegeld / Genesungsgeld
- Bergungskosten
- Kosmetische Operationen
- Tagegeld
- Sonstige Übergangsleistungen
- Berufsunfähigkeitsversicherung
Bergungskosten, kosmetische Operationen und Übergangsleistungen sind heutzutage meist beitragsfrei mitversichert. In der Regel kann man aber sagen, dass alle oben aufgeführten Punkte überflüssiger Luxus sind und nicht mit versichert werden sollten, es sei denn sie Kosten nichts. Warum? Ganz einfach am Beispiel des Krankenhaustagegeldes erklärt. Dieses bekommt man für jeden Tag, den man im Krankenhaus verbringt. Schön und gut, aber nur nach einem Unfall. Liegt man krankheitsbedingt im KH, zahlt nämlich die UV kein KHT. Also deckt man diese Lücke besser durch eine private Krankenhaustagegeldversicherung bei einer Privaten Krankenvers. Die zahlt nämlich, egal warum man im Krankenhaus liegt und kostet oft sogar weniger als der jeweilige Zusatz in der UV.
Zum Abschluss möchte ich noch davor warnen, eine UV mit sogenannter Prämienrückgewähr abzuschließen. Hier wird immer versprochen, dass die eingezahlten Beiträge wieder erstattet werden. Was verschwiegen wird, ist das es einen Sparanteil gibt. Also nicht der gesamte Beitrag wird gespart, sondern nur ca. 70-80% davon. Das wird dann grottenschlecht verzinst und an den Versicherungsnehmer wieder ausgezahlt. Investiert das Geld lieber woanders.
Ich fasse noch mal zusammen:
Unfallversicherung ist absolutes muss, mindestens 50000 € Versicherungssumme bei 350er Progression, kein unnötiges Zeug mitversichern und wie bei allen Sach- Haftpflicht- und Unfallversicherungsverträgen: Laufzeit nur 1 Jahr abschließen!!!!! Alles andere dient nicht dem Verbraucher, sondern nur dem Vermittler!
Gruß
Was ist überhaupt eine private UV?
Eine UV ist generell eine Versicherung, die mir im Falle einer Invalidität einen bestimmten Geldbetrag auszahlen soll, um mein Leben an eine eventuelle Behinderung anpassen zu können ( Treppenlift, Autoumbau, Umschulung ... ) Sie soll nicht den Lebensunterhalt auf Dauer decken Alle weiteren Verdienstausfälle werden z.B. durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt.
Der ein oder andere wird jetzt sagen, \" Aber ich bin doch über meinen Arbeitgeber versichert \". Richtig. Aber nur bei der Arbeit oder dem Weg dorthin. Doch wo passieren denn die Unfälle nach Häufigkeit?
- 37% auf der Arbeit und dem Weg dorthin
- 16% im privaten Haushalt
- 15% im Straßenverkehr
- 18% beim Sport
- 14% im Urlaub oder sonstiges.
Also: 63% aller Unfälle passieren nicht auf der Arbeit.
In welcher Lebensphase ist es denn nun sinnvoll, eine UV abzuschließen?
Zunächst mal ganz wichtig: für Kinder, Jugendliche. Grundsätzlich ist es für jeden sinnvoll. Abstriche könnte man bei Ehepaaren nach der Kindererziehung oder alleinstehenden Rentnern machen. Aber hier auch nur, wenn eine Invalidität nicht die Existenz bedrohen würde.
Welche Versicherungssumme soll man wählen?
Hier gibt es zunächst zwei Versicherungssummen:
1. für den Fall der Invalidität
2. für den Fall des Unfalltodes
zu 1.:
Die Versicherungssumme ist gleichzusetzen mit dem Betrag, den die Versicherung in der Regel bei 50% Invalidität zahlt. Also eine Versicherungssumme von 50000 € bedeutet, bei 50% Invalidität bekommt man 50000 €. Hier liegt es natürlich an jedem selbst, wie hoc er die Versicherungssumme wählt, allerdings sollte sie schon 3 Nettojahresgehälter, zumindest aber 50000 € betragen. ( Ich spreche hier natürlich immer vom Otto-Normal-Verbraucher ).
Da bei schweren Invaliditätsgraden in der Regel ein sehr hoher Kapitalbedarf besteht, macht es Sinn den Bereich zwischen 50 und 90% überproportional abzusichern. Hierzu gibt es verschiedene sogenannte Progressionsstaffeln. Die häufigsten anzutreffenden Progressionen sind die 225er, die 300er, die 350er, 500er und die 1000er Progression. Dies bedeudet, dass bei einer Grundsumme von 50000 € und z.B. 225er Progression bei Vollinvalidität 225% der Versicherungssumme fällig wären, also 112500 €. Natürlich gibt es auch Versicherungen ohne Progressionsstaffel, die werden aber in der Regel zu teuer. Tja, welche Staffelung ist denn jetzt die Richtige? Hierzu müsste man sich den Kurvenverlauf der einzelnen Progressionen anschauen. Das würde hier allerdings zu weit führen, deshalb sage ich jetzt hier einfach mal: die 350er Progression. Könnt Ihr glauben oder nicht, aber diese Progressionsstaffel ist, was das Preis-Leistungsverhältnis anbelangt immer die beste Entscheidung, da sie zwischen 50 und 90% Invalidität mehr leistet, als z.B. eine vergleichbare Versicherung mit 500er oder 1000er Progression. Diese steigen in der Leistung nämlich erst bei 80-90% so richtig an und sind im Vergleich viel zu teuer.
Übrigens sollten Kinder immer mindestens mit 75000 € abgesichert sein.
Zu 2.:
Die Versicherungssumme für den Todesfall sollte niedrig gewählt werden und besser über eine Risiko-Lebensversicherung abgedeckt sein ( wenn überhaupt notwendig ). Dennoch kann dieser Schutz in der UV ganz sinnvoll sein, denn im Falle eines Unfalles oder einer Invalidität infolge Krankheit kann es bis zu einem Jahr dauern, bis die Gesellschaft zahlt. Und dann kann man den Todesfallschutz quasi beleihen.
Wie viel Geld bekommt man denn jetzt bei welchem Invaliditätsgrad?
Hierfür gibt es eine spezielle Gliedertaxe, welche ich hier nur ansatzweise mal einfügen möchte:
Verlust oder Funktionsunfähigkeit:
- eines Armes im Schultergelenk 70 %
- eines Daumens 20 %
- eines Auges 50 %
- des Geruchs 15 %
- eines Beines bis unterhalb des Knie 50 %
und so weiter...
Es gibt auch besondere Gliedertaxen für Ärzte, Heilberufe und Musiker.
Was kann und sollte ich mitversichern?
In der UV lässt sich allerhand mitversichern. Ich beschränke mich hier nur auf die gängigsten Sachen. Häufig angeboten werden:
- Unfallrente
- Krankenhaustagegeld / Genesungsgeld
- Bergungskosten
- Kosmetische Operationen
- Tagegeld
- Sonstige Übergangsleistungen
- Berufsunfähigkeitsversicherung
Bergungskosten, kosmetische Operationen und Übergangsleistungen sind heutzutage meist beitragsfrei mitversichert. In der Regel kann man aber sagen, dass alle oben aufgeführten Punkte überflüssiger Luxus sind und nicht mit versichert werden sollten, es sei denn sie Kosten nichts. Warum? Ganz einfach am Beispiel des Krankenhaustagegeldes erklärt. Dieses bekommt man für jeden Tag, den man im Krankenhaus verbringt. Schön und gut, aber nur nach einem Unfall. Liegt man krankheitsbedingt im KH, zahlt nämlich die UV kein KHT. Also deckt man diese Lücke besser durch eine private Krankenhaustagegeldversicherung bei einer Privaten Krankenvers. Die zahlt nämlich, egal warum man im Krankenhaus liegt und kostet oft sogar weniger als der jeweilige Zusatz in der UV.
Zum Abschluss möchte ich noch davor warnen, eine UV mit sogenannter Prämienrückgewähr abzuschließen. Hier wird immer versprochen, dass die eingezahlten Beiträge wieder erstattet werden. Was verschwiegen wird, ist das es einen Sparanteil gibt. Also nicht der gesamte Beitrag wird gespart, sondern nur ca. 70-80% davon. Das wird dann grottenschlecht verzinst und an den Versicherungsnehmer wieder ausgezahlt. Investiert das Geld lieber woanders.
Ich fasse noch mal zusammen:
Unfallversicherung ist absolutes muss, mindestens 50000 € Versicherungssumme bei 350er Progression, kein unnötiges Zeug mitversichern und wie bei allen Sach- Haftpflicht- und Unfallversicherungsverträgen: Laufzeit nur 1 Jahr abschließen!!!!! Alles andere dient nicht dem Verbraucher, sondern nur dem Vermittler!
Gruß
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