Menschen Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Feuerläufer

Das Verhängnis der Zwillinge!

Pro:

muß jeder selber wissen

Kontra:

muß jeder selber wissen

Empfehlung:

Nein

Hallo liebe Leserinnen und Leser zu meinem 22ten Bericht für Yopi.
Wer hat noch nicht von den zwei Gesichtern der Zwillinge gehört? Wer weiß nicht, dass Zwillinge zutiefst gespalten sind, zwischen gut und böse, schwarz und weiß, für oder wider? Den Zwillingen werden auch gerne Gemeinsamkeit mit Schlangen vorgeworfen, wobei da mehr die biblischen Eigenschaften, nämlich die Falschheit gemeint sind. Wohlgemerkt: ich spreche nicht von Geschwistern, sondern von Menschen, die im Sternzeichen des Zwillings geboren wurden. Aber wer fragt eigentlich danach, wie sich wohl ein Zwilling fühlt, der- vielleicht auch noch als mittleres von drei Kindern geboren- sich in dieser gottverdammten Welt zurechtfinden soll? Was ich hier niederschreibe, sind Eindrücke und Erfahrungen aus der Sicht eines Zwillings, hart und schmerzhaft, ehrlich und fair. Außerdem räume ich mit alten Vorurteilen auf...

Ein Zwilling zu sein bedeutet in erster Linie Verantwortung zu tragen, denn der Zwilling hat die Eigenschaft, sich in andere hinein versetzen zu können. Das macht ihn aber naturgemäß anfällig für den Missbrauch dieser „Macht“, denn wenn er diese Eigenschaft besitzt, warum nicht auch für eigene Zwecke missbrauchen, im Sinne von Manipulationen? Und genau hier kommt das zu tragen, was ich oben erwähnt habe: der Zwilling ist zutiefst gespalten zwischen zwei verschiedenen Seiten, zwei verschiedenen Möglichkeiten, denn der Zwilling ist in der Lage, sich etwas objektiv von beiden Seiten anzusehen, und sowohl die Vorteile als auch die Nachteile zu erkennen. Das liegt wohl in der Natur des Zwillings, und macht ihn zu einem perfekten Kandidaten für psychische Erkrankungen wie etwa die Schizophrenie oder eine Reihe von Psychosen. Auf der anderen Seite erlaubt ihm das aber auch, ein äußerst anpassungsfähiges Verhalten an den Tag zu legen, und sich schnell überall zu integrieren.

Besonders im sozialen (Arbeits) Bereich hat das durchaus Vorteile, wenn er- durch sein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen- einen guten, motivierenden Umgang mit Patienten/Kranken ausüben kann. Diese Eigenschaft ist also sehr gelobt, beneidet, und auch beliebt. Sie kann aber auch zum Verhängnis werden, wenn der Zwilling nicht in der Lage ist, genügend (geistigen) Abstand zu wahren, und sich allzu sehr in den menschlichen Schicksalen verliert. Außerdem kann diese Eigenart den Zwilling auch durchaus launisch werden lassen. Wenn er sich nicht entscheiden kann, dann ist er unzufrieden, ist er unzufrieden, wird er negativ, ist er negativ, vergräbt er sich, vergräbt er sich, dann grübelt er, und wenn er grübelt, dann ist sowieso alles zu spät. Denn Dank der gottgegebenen Eigenschaft der „zwei Augen“ (s.o.) wird das in der Regel ein aussichtsloser Kampf mit sich selbst, den der Zwilling in der Regel auch verliert (gegen wen auch immer.)

Die Negative Seite dieser Eigenschaft (aus Sicht des Probanden) ist natürlich die Beeinflussbarkeit, die der Zwilling dank dieser gottgegebenen Eigenschaft (Danke Gott, du Arschloch) innehat. Wer sich nicht Entscheiden kann, ist offen für andere Meinungen, und je nachdem, von wie vielen Seiten wie viele verschiedene Meinungen auf ihn einwirken, kann es ihn in die eine oder auch in die andere Richtung treiben. Das ist aber nicht die Regel, oftmals oder meistens entscheidet der Zwilling für sich selbst, wobei das in der Regel nicht aus dem Bauch raus sondern aufgrund wissenschaftlich anerkannter Berechnungen geschieht. (sofern er ein Mann ist) Dank seiner Fähigkeit konsumiert er sämtliche Fakten, und berechnet auf dieser Grundlage den Grad der Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs bzw. einer Anerkennung der gewählten Entscheidung. Dabei geht er rein logisch vor, und versucht, möglichst sämtliche Gefühle soweit als möglich von sich zu weisen, die ihn in seiner Entscheidung in irgendeiner Art beeinflussen könnten.

Gefühle sind generell so eine Sache, der Zwilling empfindet sie eher als lästig und störend, ja sogar hemmend, da sie solche eigenartigen Dinge wie „das Gewissen“ hervorrufen können. Eigentlich lässt sich ein Zwilling nicht gerne bevormunden oder beeinflussen, ja er hasst es sogar, wenn ihm jemand reinreden will. Und er hasst sich oft selbst dafür, wenn er sich Dank seiner Unentschlossenheit nicht entscheiden kann. Auf der anderen Seite ist er oft froh, nicht entscheiden zu müssen, wenn er eine konfektionierte Meinung vorgesetzt bekommt. Diese Widersprüchlichkeit ist ebenfalls ein wesentlicher Charakterzug eines jeden Zwillings. Weitere nachgesagte Eigenschaften sind: charmant, dickköpfig, liebenswert, treu, hilfsbereit. Ein Zwilling ist naturgemäß eine äußerst sensible Persönlichkeit, die ein enormes Bestätigungsbedürfnis besitzt. Die Bestätigung holt er sich vornehmlich durch seine Betätigung als Hobbypsychologe, aber auch oft durch den Einsatz als Fachkraft im Kranken-/Pflegebereich.

Kann der Zwilling anderen helfen, fühlt er sich wohl und anerkannt, ein Dankeschön will er meistens gar nicht. Bekommt er doch eines, dann winkt er ab mit Sätzen wie „Ach gehzu“ oder „das war doch selbstverständlich“. Diese Art der Anerkennung hält jedoch nicht lange vor, und muss möglichst täglich aufgefrischt werden. Eigentlich könnte der Zwilling durch seine Fähigkeit, andere zu manipulieren, dafür sorgen, dass er täglich erneut „gebraucht“ wird, aber das liegt ihm nicht, denn das währe tagtäglich ein erneuter, harter Kampf mit sich selbst und seinem schlechten Gewissen, und diese Art der Konfrontation weicht er nur allzu gerne aus, wohlwissentlich, wie das Ergebnis aussehen wird. Aber leider liegt in dieser Form der „Hilfsbereitschaft“ wiederum eine große Gefahr für den Zwilling: es besteht die nicht unerhebliche Gefahr, dass er sich dabei selbst aus den Augen verliert, und seine Ziele, und zulässt, dass sein eigenes Leben derweil in die Bedeutungslosigkeit abdriftet. Wer zulässt, dass andere Menschen und/oder Dinge wichtiger als das eigene Leben werden, der spielt mit dem Feuer. Aber das, gerade das liegt auch wiederum in der Natur des Zwillings. Die Kombination aus den „zwei Augen“ und Interesse für Psychologie ebnen einen einfach zu beschreitenden Weg in die Selbstzerstörung.


Natürlich gibt es solche und solche Menschen, und auch sind nicht alle Zwillinge prozentual gleich, aber eines steht unumwerflich fest: Als Zwilling hat man einen der steinigsten Wege des Lebens in die Wiege gelegt bekommen.

© 2003 M-Team bei Ciao/Feuerläufer bei Yopi

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