Menschen Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von chaosleo

Gleichberechtigung - von Emanzen, echten Kerlen und Mannsweibern.........

Pro:

es wurde Zeit und der Wandel ist mittendrin

Kontra:

man kann es auch arg übertreiben...

Empfehlung:

Nein

Hallo ihr Lieben!

In unserem großen Betrieb ist es jetzt auch so weit. Es hat ja auch lange gedauert, aber endlich gibt es sie: die Frauenförderung, oder Förderung von Frauen in Führungspositionen, wie es bei uns heißt.

Ich war begeistert. Endlich mal etwas nur für uns. Aber als ich mir so die Mission dieses betrieblichen Kommittees mal genauer ansah, hatte ich da so meine Zweifel.
Da haben sich also 10 Männer und 6 Frauen zusammengetan, um die Frauen weiter voranzubringen. Um mir zu sagen, dass bei uns gerade mal 5% aller Führungspositionen von Frauen besetzt seien und das dies schon ein gewaltiger Schritt sei. Da ich im Vertrieb arbeite, weiss ich was es damit auf sich hat. Ich bin die einzige Frau im Vertrieb. Und bisher hatte ich nie Probleme. Das mag an meiner Art liegen, denn ich erschrecke mich nicht, wenn die Kollegen zynisch über Frauen und Autofahren reden, wenn sie \"frauenfeindliche\" Witze reissen oder bei Kunden vor Angst in die Knie gehen, weil \"der Entscheider\" eine Frau ist. Ich hab immer gelacht, selber Witze gemacht und mein \"Frausein\" nicht ganz so ernst genommen.
Aber ich habe auch schon viele Führungskräfte kennengelernt, die schlicht und einfach von der Vorstellung eine Frau als gleichberechtigte (weil eben auch Führungskraft) oder noch schlimmer als Vorgesetze Kollegin zu akzeptieren, völlig überfordert waren.
Soll ich ihnen das übelnehmen? Ist es nicht vielmehr so, dass sie eben so aufgewachsen sind und in dem Schema, \"der Mann bringt das Geld nach Hause\" festgewachsen sind?
Und ist es nicht auch so, dass diese Männer im Zuge der Emanzipierung der Frauen, regelrecht zu Opfern wurden? Vielleicht einwenig übertrieben, aber mir hat diese Emanzipierungswelle nicht gefallen, sie war sogar eher hindernd.
Da sind irgendwelche aufgeschreckten Mannsweiber lautschreiend durch die Gegend gerannt und haben jedem männlichen Wesen (weil eben männlich) den Krieg angesagt. Mal ehrlich, wer nimmt das denn ernst?

Aber diese Welle ist abgeschwappt und wir fangen an, uns zu besinnen. Und ist nicht auch schon viel passiert? Ist es denn heute noch so völlig anormal, eine Frau in einer Führungsposition zu sehen? Oder überhaupt die Tatsache, dass Frauen arbeiten gehen?
Es ist auch nichts seltenes mehr, dass Ehefrauen mehr Einfluss und Macht als ihre Ehemänner haben...

Wodurch haben wir das geschafft? Durch die Emanzen? Nein, eher nicht? Durch unsere Politiker? Ja, zum Teil, wobei sich da heute bei unseren weiblichen Politikern auch wieder die Art Emanze ausbreiten mag, die mir nicht zusagt...Durch Frauennetzwerke? Ja, ganz bestimmt. Da haben sich Frauen zusammengerauft, und es den Männern nachgemacht. So wie die Studenten damals, durch universitäre elitäre Verbindung sichere Positionen in der Wirtschaft erlangen konnten, können Frauen das heute in gewissem Masse auch. Durch uns selbst??? Ja, und das sogar ganz bestimmt. Frauen haben einfach immer das Problem (gehabt) viel zu bescheiden zu sein. Tu gutes, und rede darüber! Das liegt einer Frau aber gar nicht. Man agiert lieber im Hintergrund, heimst still die Erfolge ein (mit denen sich meist andere brüsten), leidet still und kommt nicht weiter.
Da helfen auch Frauenquoten, Frauenförderungen, und was nicht alles, nicht weiter. Wenn Frau nicht auf sich aufmerksam macht, dann passiert eben nichts.

Aber das ändert sich eben zunehmend. Frauen entdecken, dass sie Qualitäten haben, die Männer eben nicht haben. Sie müssen nicht im Anzug umherlaufen und laut schmutzige Witze erzählen können, um die gleiche Anerkennung wie ein Mann zu erlangen. Sie haben Intuition, Gefühl und wissen doch eigentlich was zu tun ist. Frauen und Männer haben das erkannt.

Frauen haben Führungsqualitäten, die Männer nicht haben. Allerdings haben Männer dafür wieder ganz andere Qualitäten. Die Mischung macht es.

Und das ist der Grund warum Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Weil sie beide sich perfekt ergänzen. Wenn ich jetzt von manchen nicht verstanden werde, weil viele sagen, Männer und Frauen passen nicht zusammen, dann habt ihr teilweise sogar recht. Das Problem ist nämlich, dass weder die Männer noch die Frauen, wissen und akzeptieren, dass sie sich ergänzen.

Vielleicht sollten wir uns alle darauf konzentrieren, dann brauchen wir den Quatsch wie Frauenförderung nicht. Frauennetzwerke hingegen sind völlig okay, machen es die Männer es doch genauso. Warum also nicht?

In diesem Sinne, liebe Frauen - erwartet nicht von den Männern, dass sie Euch verstehen und denken, wie eine Frau, sie sind eben Männer. Liebe Männer - erwartet nicht von den Frauen, dass sie sich durchbeissen, mit Euch Fussball schauen oder Weltmeister im Business-small-talk werden, sie sind eben Frauen.

Gleichberechtigung ist immer eine Frage der Ansicht.

Viele Grüße an alle die es lesen,
und nehmt Rücksicht auf Eure Mitmenschen

Eure Leonie

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