Erfahrungsbericht von Anachronistin
Pädophilie - Ein heikles Thema!!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hausarbeit zum Thema:
Pädophilie
(geschrieben im 3. Semester des Studienganges Sozialarbeit/-pädagogik)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung: Pädophilie bzw. Pädosexualität
3. Das Gesetz
3.1. Gesetzestexte aus dem StGB
3.2. Erläuterungen zu den (oben genannten) Gesetzestexten
4. Ursachen pädophiler Neigungen
5. Aussagen zu pädophilen Erlebnissen
5.1. Aussagen von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit pädophile Erfahrungen
sammelten
5.2. Aussagen der Pädophilen selbst
6. Folgen für das Kind
7. Untersuchung einer Gruppe Pädophiler
7.1. Ergebnisse der Untersuchung
8. Personengruppen
9. Schlussfolgerungen
10. Quellenverzeichnis
1. Einleitung
Pädophilie ist ein umstrittenes und zugleich wenig erforschtes Thema, seit Jahren streiten sich Experten, ob es einvernehmliche Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen geben kann oder ob zwangsläufig jeder Sexualkontakt zwischen Kindern und Erwachsenen sexueller Missbrauch ist.
Der Begriff „Pädophilie“ [griech.] bezeichnet die erotische bzw. sexuelle Neigung zu Kindern oder Jugendlichen beiderlei Geschlechts.
Ich persönlich halte es für besonders wichtig, zwischen Pädophilie und Kindesmissbrauch zu unterscheiden. Pädophilie ist schließlich keine Tat, sondern eine Sexualität. Demzufolge ist nicht die Pädophilie das Problem, sondern der sexuelle Kontakt zu Kindern.
Nachfolgend werde ich zuerst den Begriff der Pädophilie bzw. der Pädosexualität zu definieren versuchen, um danach auf die deutsche Gesetzgebung nach dem StGB einzugehen.
Des weiteren beschreibe ich die Ursachen pädophiler Neigungen.
Danach beschreibe ich die Aussagen zu pädophilen Erlebnissen, einerseits durch Erwachsene, die in ihrer Kindheit pädophile Erlebnisse verzeichnen konnten, andererseits durch Pädophile selbst; und komme dann zu den psychologischen Untersuchungen Dr. Frits Bernards.
Schließlich stelle ich noch fünf verschiedene Personengruppen vor, die sich durch pädophile Neigungen kennzeichnen.
2. Begriffsbestimmung: Pädophilie bzw. Pädosexualität
Die Bestimmung eines Begriffes wie „Pädophilie“ gestaltet sich problematisch, da die Definition sehr stark von der Einstellung und der Profession der/des jeweiligen Definierenden geprägt wird.
Ich möchte an dieser Stelle drei Ansätze verschiedener Autoren kurz beschreiben.
In soziologisch orientierten Dunkelfeldstudien (Hoffman 1996, Lautmann 1994) konnte auf empirischer Basis nachgewiesen werden, dass Pädophilie weit mehr als der Drang eines Erwachsenen zu sexuellen Kontakten mit Kindern ist. So schlussfolgern Lautmann und Hoffmann, dass es zwischen Kindern und Erwachsenen sehr wohl differenzierte und langfristige Kontakte gebe, und, dass es zwischen Kindern und Erwachsenen Liebe gäbe, die jener zwischen Erwachsenen ähneln würde.
Andere Autoren (z.B. Berner 1997) verfolgen eher eine klinische Perspektive. Nach dem amerikanischen Diagnosesystem DSM 4 wird Pädophilie als Störung bezeichnet, bei der während eines Zeitraums von mindestens sechs Monaten rezidivierende Drangzustände und sexuelle Phantasien auftreten, die auf vorpubertäre Kinder ausgerichtet sind. In dieser Definition wird Pädophilie auf sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen reduziert und psychopathologisiert.
Kriminologisch orientierte Autoren (z.B. Gallwitz & Paulus 1999) bezeichnen relativ undifferenziert alle sexuellen Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen als pädophil.
Die FH in Lüneburg erklärt Pädophilie folgendermaßen:
„Sexuelle Präferenz für Kinder, die sich zumeist in der Vorpubertät oder im frühen Stadium der Pubertät befinden. Manche Pädophile haben nur an Mädchen, andere nur an Knaben Interesse. Wieder andere sind sowohl an Mädchen als auch an Knaben interessiert.
Pädophilie kommt selten bei Frauen vor. Kontakte zwischen Erwachsenen und bereits geschlechtsreifen Jugendlichen werden gesellschaftlich nicht gebilligt, vor allem, wenn es sich um gleichgeschlechtliche Kontakte handelt; diese sind aber nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit pädophilen Kontakten. Ein einzelner Vorfall erfüllt die für die Diagnosenstellung geforderte anhaltende oder vorherrschende Veranlagung nicht, insbesondere wenn der Handelnde selbst noch ein Jugendlicher ist. Unter den Pädophilen gibt es auch Männer, die eigentlich erwachsene Sexualpartner vorziehen, bei der Aufnahme
geeigneter Kontakte aber dauernd frustriert werden und sich deshalb ersatzweise Kindern
zuwenden. Männer, die ihre eigenen Kinder im Alter der Vorpubertät sexuell belästigen, nähern sich manchmal auch anderen Kindern, in beiden Fällen handelt es sich um Pädophilie.“
(vgl.: www.informatik.fh-luebeck.de/icdger/f65_4.htm)
Zu beachten sind im Übrigen die verschiedenen, von den Gesetzgebern beschriebenen, Schutzgrenzen (Altersgrenzen), bis zu welchen sexuelle Kontakte als pädophil bezeichnet werden. Manche Sachverständige benutzen als Kriterium für die Schutzaltersgrenze den Eintritt in die Pubertät, die erste Menstruation bzw. die erste Ejakulation. Dies halte ich persönlich jedoch für bedenklich, da die geschlechtliche, sexuelle Reife nichts über die individuelle, persönliche Reife aussagt.
„In früheren Jahrhunderten hat man nicht so stark in besonderen Alterskategorien mit ihren typischen Kennzeichen gedacht wie im zwanzigsten Jahrhundert. Früher gab es keine deutliche Grenze, die Erwachsene und Kinder voneinander trennte.“
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S. 9)
Die Grenzziehung hinsichtlich des Alters von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist willkürlich und von politischen, moralischen und religiösen Auffassungen des einzelnen abhängig.
3. Das Gesetz
3.1. Gesetzestexte aus dem StGB
§ 174 StGB Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen
§ 176 StGB Sexueller Missbrauch von Kindern
§ 182 StGB Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
Im Dreizehnten Abschnitt des Strafgesetzbuches sind Paragraphen aufgeführt, welche Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung definieren. Die von mir oben angeführten Paragraphen sind also unvollständig und dienen lediglich der Orientierung.
3.2. Erläuterungen zu den (oben genannten) Gesetzestexten
In Deutschland ist jede Sexualität mit einem Kind (=Person unter 14 Jahren) verboten (§176 StGB). Dabei ist es egal, ob das Kind den sexuellen Kontakt wollte oder nicht und ob dieser ihm gefiel oder ob er ihm schadete. Es gibt ungeachtet dessen pädophile Jugendliche und Erwachsene, die von ihrer Veranlagung her auf Unter-14-Jährige „stehen“. Eine solche sexuelle Orientierung oder Identität ist an sich nicht strafbar. Man kann pädophil sein, man darf nur keinen sexuellen Kontakt mit Kindern haben.
Sexuelle Kontakte Erwachsener mit männlichen und weiblichen Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren sind dagegen nur unter bestimmten Umständen verboten: wenn z.B. der Erwachsene eine Zwangslage des 14- bis 16-Jährigen ausnützt oder wenn sich der Erwachsene Sex gegen Geld „erkauft“ oder wenn er eine „mangelnde Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung“ ausnützt. (§182 StGB).
Eltern, Lehrern, Erziehern usw. ist zudem in Abhängigkeitsverhältnissen jede sexuelle Handlung mit Kindern und mit Jugendlichen (= Personen zwischen 14 und 18 Jahren) verboten (§174 StGB).
4. Ursachen pädophiler Neigungen
Nach der genetischen Theorie ist die Neigung zur Pädophilie angeboren, während die Verfechter der psychologischen Theorie die Faktoren der sozialen Umwelt bis zum Alter von drei bis vier Jahren als ursächlich für eine spätere Veranlagung zur Pädophilie beschreiben.
„Dem Codex Medicus (1971) nach ist Pädophilie (oder Päderastie) eine sexuelle Perversion, in der die Libido eines Erwachsenen auf ein Kind gerichtet ist. Als Perversion wird eine sexuelle Entartung bezeichnet, die entweder konstitutionell bedingt ist (psychopathisch) oder erworben wurde (neurotisch). Im ersten Fall ist die Prognose wenig günstig: häufig kommt es zu Schwierigkeiten im sozialen Bereich (S.1156). Diese Definition findet sich in der Rubrik «Psychiatrie». Unter «Sexuologie» finden wir die Definition, als Pädophilie bezeichne man die krankhafte Liebe zu Kindern (S.1091).“
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S.11/12)
Als diskriminierend muss ganz eindeutig die Stigmatisierung Pädophiler durch das Wort „krank“ bezeichnet werden, welches leider in den meisten Definitionen Verwendung findet. Pädophilie ist eine Form der Sexualität, eine sexuelle Ausrichtung, ebenso wie Homosexualität (Homophilie), Heterosexualität (Heterophilie), Gerontophilie und Bisexualität.
Wie lange hat der Kampf gedauert – und dauert noch heute an – bis Homosexuelle als „normal“ und nicht mehr als „krank“ bezeichnet wurden und werden?!
Zwei Zitate des Psychoanalytikers Wilhelm Stekel, aus seinem 1922 erschienenen Standardwerk „Psychosexueller Infantilismus“, erscheinen mir an dieser Stelle mehr als angebracht.
1. „Soweit ich habe nachgehen können, muß es sich hier fast um eine normale Komponente
des Geschlechtstriebes handeln.“
2. „Der sexuelle Reiz, der von Kindern ausgeht, ist umso merkwürdiger, als wir uns viele
Jahrhunderte lang angestrengt haben, das Kind zu entsexualisieren und es als etwas
Heiliges zu betrachten.“
5. Aussagen zu pädophilen Erlebnissen
Die im Folgenden angeführten Aussagen, einerseits von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit pädophile Kontakte hatten, andererseits von Pädophilen selbst, sind dem Buch „Kinderschänder?“ von Dr. Frits Bernard entnommen. (Foerster Verlag GmbH, S.27/28)
5.1. Aussagen von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit pädophile Erfahrungen sammelten
a) Der sexuelle Verkehr wird dem Wesen nach als völlig selbstverständlich angesehen,
b) die sexuellen Kontakte werden als angenehm erfahren,
c) die Kinder möchten auf den Verkehr nicht verzichten,
d) ein deutlicher Altersunterschied wird als positiv betrachtet,
e) viele Kinder finden die Größe der Genitalien (Penis) anziehend,
f) das Gefühl von Sicherheit und Schutz von Seiten des Älteren ist wesentlich,
g) private Zurückgezogenheit spielt eine wichtige Rolle,
h) die Kinder meinen, dass „es“ nicht verboten sein sollte (Gesetz),
i) in etwa der Hälfte der Fälle geht die Initiative vom Kind aus,
j) sexuelle Aufklärung von Seiten der Eltern fehlt oft und ist fast immer negativ ausgerichtet,
k) Inzestwünsche kommen auch vor,
l) die Kontakte können heterosexuell, homosexuell oder bisexuell sein,
m) die jüngeren Partner heiraten später üblicherweise.
5.2. Aussagen der Pädophilen selbst
a) Man lebt mit dem ständigen Gefühl des Damoklesschwertes der Justiz über sich,
b) der pädophile Wunsch wird insgesamt als zur eigenen Persönlichkeit gehörend erfahren,
c) Einsamkeitsgefühle, verursacht durch das Verbot pädophiler Beziehungen, sind deutlich vorhanden,
d) wenn Kontakte da sind, kommen sie wie von selbst zustande,
e) Kontakte üben einen günstigen Einfluss auf beide Partner aus,
f) das Interesse richtet sich auf unterschiedliche Altersstufen,
g) der vorübergehende Charakter der Beziehung wird mitunter als Problem erlebt,
h) in manchen Fällen hält die Beziehung trotzdem Jahre,
i) die Beziehung Kind-Erwachsener kann nach einer sexuell gefärbten Periode in eine langdauernde nicht-sexuelle Freundschafts-Beziehung übergehen,
j) Sexualität im engeren Sinn ist nur ein Teil der totalen Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind,
k) Pädophilie kommt auch neben anderen sexuellen Interessenrichtungen (Heterosexualität, Gerontophilie) vor.
Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich an dieser Stelle betonen, dass es sich bei den hier angeführten Aussagen ausschließlich um Kinder und Erwachsene handelt, die freiwillig pädophile sexuelle Kontakte zueinander aufgenommen haben.
Sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen werden im allgemeinen als unbedingt schädlich für den jüngeren Partner eingestuft. Betrachtet man die oben angeführten Aussagen, färbt sich dieses Bild ganz anders.
6. Folgen für das Kind
Zur Beantwortung dieser Frage ist es nötig zu wissen, wie das Individuum die sexuellen Erfahrungen erlebt und später verarbeitet hat. Hierbei ist wiederum zu beachten, dass nicht allein das Geschehen an sich auf das Individuum einwirkt bzw. eingewirkt hat, sondern in hohem Maße auch die eventuellen Reaktionen aus der sozialen Umwelt. Dazu fällt mir die Aussage einer weiblichen Person aus meinem Bekanntenkreis ein: „Ich wusste ja gar nicht, wie dieser Mann mich missbraucht hat.“ Diese Aussage traf sie nach eigener Beschreibung erst, nachdem Eltern, Verwandte, Bekannte und Mitarbeiter einer Beratungsstelle auf sie eingewirkt hatten. Zuvor bezeichnete sie den pädophilen Kontakt zu dem betreffenden Mann als positiv und in keinster Weise schädlich. Diese Schilderung deckt sich mit den unter Punkt 5. getroffenen Aussagen.
„Von traumatisierenden Einflüssen scheint eigentlich nirgendwo die Rede zu sein, eher trifft augenscheinlich das Gegenteil zu. Es sind nicht die Handlungen selbst, die meistens aus Liebkosungen oder von masturbatorischer Art sind, sondern es ist die Haltung der Gesellschaft, die zu Problemen und Konflikten führt.“
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S.43)
Dr. Frits Bernard kommt bei seinen Untersuchungen zur Problemstellung, ob sexuelle Kotakte zwischen Kindern und Erwachsenen nachteilige Folgen für die Jüngeren haben, zu folgenden Schlussfolgerungen:
a) Jüngere können sexuelle Kontakte und Beziehungen mit Erwachsenen oft als positiv
erleben,
b) Jüngere suchen – neben dem sexuellen Aspekt – auch Gefühl, Zuneigung und Geborgenheit,
c) von einem traumatisierenden Einfluss können wir nicht sprechen, auch nicht von Ängsten gegenüber Erwachsenen; nach den Ergebnissen des ABV-Tests (psychologischer Test, Anm. von mir, J.W.) sind unsere Probanden nicht neurotischer als der durchschnittliche Niederländer,
d) die Initiation hat keinen Einfluss auf die spätere Triebrichtung,
e) in einigen Fällen beginnen die ersten Kontakte schon während des Grundschulalters,
f) die sexuellen Handlungen sind meistens von masturbatorischer Art,
g) manchmal wird die Freundschaftsbeziehung nach der sexuell gefärbten Periode weitergeführt, in einigen Fällen sogar das ganze Leben lang,
h) die Haltung der Gesellschaft wirkt negativ.
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S.51)
7. Untersuchung einer Gruppe Pädophiler
Dr. Frits Bernard führte 1973 eine Untersuchung an einer Gruppe von 50 Pädophilen durch. Die Teilnehmer waren alle männlich und nahmen freiwillig teil.
7.1. Ergebnisse der Untersuchung
Das Klischee von dem älteren Mann, der kleine Kinder gefügig macht, ist laut der Befragung nicht tragfähig. Es handelte sich bei den Probanden um jüngere Männer (der Großteil zwischen 20 und 40 Jahre alt). Die Untersuchten waren häufig in ihrer Herkunftsfamilie das jüngste Kind, und lebten nun als Erwachsene zumeist als Ledige ohne Kinder. Es ließ sich ein relativ hohes Bildungsniveau, im Vergleich zur gesamten niederländischen Bevölkerung, feststellen. Die Befragten gaben an, dass ihnen ihre Neigung zur Pädophilie bereits in der Pubertät bewusst geworden wäre. Der erste pädosexuellen Kontakt fand gehäuft im gleichen Zeitraum statt. Bei etwa 50% der Probanden lag bereits eine gerichtliche Verurteilung vor, weshalb etwa die Hälfte der Angehörigen der Befragten über deren Neigung Bescheid wussten. Die Hälfte der Befragten befand sich schon in psychologischer Behandlung, ein Teil davon wahrscheinlich, weil das Gericht bei der Verurteilung dies als Auflage gestellt hatte.
Das Interesse der Probanden bezog sich vorrangig auf männliche Kinder. Der altersspezifische Interessengipfel ist auf das fünfte und sechste, sowie auf das elfte und zwölfte Lebensjahr zu beschreiben. Die Hälfte der Befragten hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung pädophile Kontakte oder Beziehungen.
Als Ersatz für pädophile Kontakte gaben die Probanden an, Bildmaterial in Form von Fotos, Zeichnungen und Filmen zu verwenden. 96% der Befragten hatten sich durch Literatur mit dem Thema Pädophilie beschäftigt.
Auf die Frage hin, ob sie denn, falls das möglich wäre, von ihrer Pädophilie loskommen wollten, antworteten 90% mit „Nein“.
8. Personengruppen
Nicht alle Menschen, die sexuelle Kontakte zu Kindern unterhalten, sind als pädophil zu bezeichnen. Im folgenden gehe ich auf einen im Internet veröffentlichten Artikel von K. Seikowski ein, welcher fünf verschiedene Personengruppen definiert.
1. Zuerst sind jene Pädophile zu nennen, die unauffällig wie andere Menschen leben, sich
jedoch in besonderem Maße zu Kindern hingezogen fühlen. Sie können sehr gut mit Kindern umgehen und haben sich eine kindliche Natürlichkeit bewahrt. Sie müssen sich nicht unbedingt durch Kinder sexuell erregt fühlen.
2. Dann gibt es die Pädophilen, die selbst Kind geblieben sind, auf die Kinder jedoch auch
erotisierend wirken. Sie sind oft mit Kindern zusammen, fühlen wie diese, können sich in Kinder auch sehr gut hineinversetzen. Aufgrund eigener Erfahrungen aus der Kindheit empfinden sie den Schmerz jener Kinder, die unter mangelhafter Zuwendung durch ihre Eltern leiden. Sie sind bestrebt, diesen Kindern die Zuwendung zu geben. Allerdings geht dies nicht ohne Schwierigkeiten, weil der Pädophile ja seit seiner Pubertät die Sexualität eines Erwachsenen hat. So bemerkt er, wie körperliche Zuwendungen, etwa Umarmungen, zu sexueller Erregung bei ihm führen können. Er ist daraufhin irritiert, weiß, dass sein Verhalten unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen haben kann.
3. Außerdem gibt es Menschen, die in „normalen“ zwischenmenschlichen Beziehungen
wenig kontaktfähig, aber sehr geltungsbedürftig sind. Ihren sexuellen Trieb leben sie aufgrund dessen an Kindern aus, welche sie als wehrloser als Erwachsene kennen gelernt haben. Die sexuellen Handlungen mit Kindern sind für diese Personen eine Art Ersatz für normale kommunikative und sexuelle Beziehungen zu gleichwertigen erwachsenen Personen. Diese Menschen missbrauchen meistens fremde Kinder, und schrecken auch nicht vor einem Mord zurück, wenn sie Angst vor dem Entdecktwerden haben. Diese Personen sind psychopathologisch auffällig, man spricht auch von „aggressiv-sadistischen Tätern“.
4. Es gibt Männer wie Frauen, die in einer festen Beziehung leben, sich aber durch den
Partner sexuell unbefriedigt fühlen. Über die vorhandenen sexuellen Probleme und
Defizite wird in der Partnerschaft nicht gesprochen. Sexueller Triebstau (die eigene biologische Sexualität zu wenig kennend bzw. kontrollierend) führt dazu, dass alles Gegengeschlechtliche (manchmal auch Gleichgeschlechtliche) plötzlich sexuell erregend wirkt. Und die Versuchung ist groß und verhindert, sich in die andere Person hineinzuversetzen. Es kommt zum intrafamiliären Missbrauch. Diese Personen werden häufig auch als „Ersatzobjekt-Täter“ bezeichnet. Leider wurde immer wieder beobachtet, dass z.B. Ehefrauen über den Missbrauch der eigenen Tochter bzw. des Sohnes Bescheid wissen. Dieser wird bagatellisiert oder verleugnet. Sie selbst haben dann Ruhe vor dem sexuellen Drängen des Partners.
5. Nicht unerwähnt bleiben sollen kommerzielle Vermarktungen: Es gibt Personen, die
sich mit den Neigungen Pädophiler und sexueller Missbraucher von Kindern eine goldene Nase verdienen (z.B. Kinderpornographie und Kinderprostitution). Sie selbst können der Pädophilenszene entstammen, müssen es aber nicht.
(vgl.: http://www.arcados.ch/sonderfall/leipzig/vortrag.leipzig1999se.html)
9. Schlussfolgerungen
An dieser Stelle sei nochmals mit Nachdruck gesagt, dass eine deutliche Grenze zwischen Menschen, die als pädophil bezeichnet werden, und Menschen, die Kinder missbrauchen, gezogen werden muss. Der Pädophile liebt das Kind so, wie ein Heterosexueller oder Homosexueller seine Liebe einem Gleichaltrigen gegenüber leben würde. Wenngleich der Pädophile eventuell nicht zu einer „reifen“ Liebe imstande sein sollte, so liebt er doch nicht in der Absicht, dem Kind Schaden zufügen zu wollen. In diesem Zusammenhang stellt sich mir die dringliche Frage, in welchen Beziehungen, die aufgrund von Liebe stattfinden, diese Liebe als „reif“ zu bezeichnen wäre?!
Den Forderungen verschiedener Wissenschaftler oder Interessierter, die sich mit der Thematik der Pädophilie auseinandersetzen, und Änderungen in den Gesetzestexten fordern, stehe ich gespalten gegenüber. Nach allen Informationen, die ich zur Pädophilie finden konnte, bin ich zwar der Meinung, dass es möglich ist, dass Erwachsene und Kinder auch miteinander Sexualität erleben können, ohne dass das Kind dabei einen Schaden davonträgt. Diese Gedanken äußere ich jedoch unter dem Vorbehalt, dass diese Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem freiwillig zustande gekommen ist und ebenso freiwillig geführt wird. Eine gesetzliche Änderung hinsichtlich der Einordnung und Unterscheidung freiwilliger bzw. unfreiwilliger sexueller Kontakte halte ich jedoch grundsätzlich für problematisch, da die Thematik an sich in unserem Kulturkreis zur Zeit noch sehr tabuisiert ist und wird.
Aus diesem Grunde begrüße ich auch die wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Tabu-Thema, da sie, so hoffe ich, dem Abbau der Vorurteile dienen, und Missverständnisse beheben helfen.
10. Quellenverzeichnis
1. Bernard, Dr. Frits (1982): Kinderschänder?
Pädophilie
Foerster Verlag GmbH
Berlin
2. Gallwitz, Adolf u. Paulus, Manfred (1999): Die Kinder-Sex-Mafia in Deutschland.
Täterprofile, Pädophilenszene, Rechtslage.
Ullstein TB-Verlag
3. http://www.arcados.ch/sonderfall/leipzi/vortrag.leipzig1999se.html
Pädophilie
(geschrieben im 3. Semester des Studienganges Sozialarbeit/-pädagogik)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung: Pädophilie bzw. Pädosexualität
3. Das Gesetz
3.1. Gesetzestexte aus dem StGB
3.2. Erläuterungen zu den (oben genannten) Gesetzestexten
4. Ursachen pädophiler Neigungen
5. Aussagen zu pädophilen Erlebnissen
5.1. Aussagen von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit pädophile Erfahrungen
sammelten
5.2. Aussagen der Pädophilen selbst
6. Folgen für das Kind
7. Untersuchung einer Gruppe Pädophiler
7.1. Ergebnisse der Untersuchung
8. Personengruppen
9. Schlussfolgerungen
10. Quellenverzeichnis
1. Einleitung
Pädophilie ist ein umstrittenes und zugleich wenig erforschtes Thema, seit Jahren streiten sich Experten, ob es einvernehmliche Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen geben kann oder ob zwangsläufig jeder Sexualkontakt zwischen Kindern und Erwachsenen sexueller Missbrauch ist.
Der Begriff „Pädophilie“ [griech.] bezeichnet die erotische bzw. sexuelle Neigung zu Kindern oder Jugendlichen beiderlei Geschlechts.
Ich persönlich halte es für besonders wichtig, zwischen Pädophilie und Kindesmissbrauch zu unterscheiden. Pädophilie ist schließlich keine Tat, sondern eine Sexualität. Demzufolge ist nicht die Pädophilie das Problem, sondern der sexuelle Kontakt zu Kindern.
Nachfolgend werde ich zuerst den Begriff der Pädophilie bzw. der Pädosexualität zu definieren versuchen, um danach auf die deutsche Gesetzgebung nach dem StGB einzugehen.
Des weiteren beschreibe ich die Ursachen pädophiler Neigungen.
Danach beschreibe ich die Aussagen zu pädophilen Erlebnissen, einerseits durch Erwachsene, die in ihrer Kindheit pädophile Erlebnisse verzeichnen konnten, andererseits durch Pädophile selbst; und komme dann zu den psychologischen Untersuchungen Dr. Frits Bernards.
Schließlich stelle ich noch fünf verschiedene Personengruppen vor, die sich durch pädophile Neigungen kennzeichnen.
2. Begriffsbestimmung: Pädophilie bzw. Pädosexualität
Die Bestimmung eines Begriffes wie „Pädophilie“ gestaltet sich problematisch, da die Definition sehr stark von der Einstellung und der Profession der/des jeweiligen Definierenden geprägt wird.
Ich möchte an dieser Stelle drei Ansätze verschiedener Autoren kurz beschreiben.
In soziologisch orientierten Dunkelfeldstudien (Hoffman 1996, Lautmann 1994) konnte auf empirischer Basis nachgewiesen werden, dass Pädophilie weit mehr als der Drang eines Erwachsenen zu sexuellen Kontakten mit Kindern ist. So schlussfolgern Lautmann und Hoffmann, dass es zwischen Kindern und Erwachsenen sehr wohl differenzierte und langfristige Kontakte gebe, und, dass es zwischen Kindern und Erwachsenen Liebe gäbe, die jener zwischen Erwachsenen ähneln würde.
Andere Autoren (z.B. Berner 1997) verfolgen eher eine klinische Perspektive. Nach dem amerikanischen Diagnosesystem DSM 4 wird Pädophilie als Störung bezeichnet, bei der während eines Zeitraums von mindestens sechs Monaten rezidivierende Drangzustände und sexuelle Phantasien auftreten, die auf vorpubertäre Kinder ausgerichtet sind. In dieser Definition wird Pädophilie auf sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen reduziert und psychopathologisiert.
Kriminologisch orientierte Autoren (z.B. Gallwitz & Paulus 1999) bezeichnen relativ undifferenziert alle sexuellen Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen als pädophil.
Die FH in Lüneburg erklärt Pädophilie folgendermaßen:
„Sexuelle Präferenz für Kinder, die sich zumeist in der Vorpubertät oder im frühen Stadium der Pubertät befinden. Manche Pädophile haben nur an Mädchen, andere nur an Knaben Interesse. Wieder andere sind sowohl an Mädchen als auch an Knaben interessiert.
Pädophilie kommt selten bei Frauen vor. Kontakte zwischen Erwachsenen und bereits geschlechtsreifen Jugendlichen werden gesellschaftlich nicht gebilligt, vor allem, wenn es sich um gleichgeschlechtliche Kontakte handelt; diese sind aber nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit pädophilen Kontakten. Ein einzelner Vorfall erfüllt die für die Diagnosenstellung geforderte anhaltende oder vorherrschende Veranlagung nicht, insbesondere wenn der Handelnde selbst noch ein Jugendlicher ist. Unter den Pädophilen gibt es auch Männer, die eigentlich erwachsene Sexualpartner vorziehen, bei der Aufnahme
geeigneter Kontakte aber dauernd frustriert werden und sich deshalb ersatzweise Kindern
zuwenden. Männer, die ihre eigenen Kinder im Alter der Vorpubertät sexuell belästigen, nähern sich manchmal auch anderen Kindern, in beiden Fällen handelt es sich um Pädophilie.“
(vgl.: www.informatik.fh-luebeck.de/icdger/f65_4.htm)
Zu beachten sind im Übrigen die verschiedenen, von den Gesetzgebern beschriebenen, Schutzgrenzen (Altersgrenzen), bis zu welchen sexuelle Kontakte als pädophil bezeichnet werden. Manche Sachverständige benutzen als Kriterium für die Schutzaltersgrenze den Eintritt in die Pubertät, die erste Menstruation bzw. die erste Ejakulation. Dies halte ich persönlich jedoch für bedenklich, da die geschlechtliche, sexuelle Reife nichts über die individuelle, persönliche Reife aussagt.
„In früheren Jahrhunderten hat man nicht so stark in besonderen Alterskategorien mit ihren typischen Kennzeichen gedacht wie im zwanzigsten Jahrhundert. Früher gab es keine deutliche Grenze, die Erwachsene und Kinder voneinander trennte.“
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S. 9)
Die Grenzziehung hinsichtlich des Alters von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist willkürlich und von politischen, moralischen und religiösen Auffassungen des einzelnen abhängig.
3. Das Gesetz
3.1. Gesetzestexte aus dem StGB
§ 174 StGB Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen
§ 176 StGB Sexueller Missbrauch von Kindern
§ 182 StGB Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
Im Dreizehnten Abschnitt des Strafgesetzbuches sind Paragraphen aufgeführt, welche Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung definieren. Die von mir oben angeführten Paragraphen sind also unvollständig und dienen lediglich der Orientierung.
3.2. Erläuterungen zu den (oben genannten) Gesetzestexten
In Deutschland ist jede Sexualität mit einem Kind (=Person unter 14 Jahren) verboten (§176 StGB). Dabei ist es egal, ob das Kind den sexuellen Kontakt wollte oder nicht und ob dieser ihm gefiel oder ob er ihm schadete. Es gibt ungeachtet dessen pädophile Jugendliche und Erwachsene, die von ihrer Veranlagung her auf Unter-14-Jährige „stehen“. Eine solche sexuelle Orientierung oder Identität ist an sich nicht strafbar. Man kann pädophil sein, man darf nur keinen sexuellen Kontakt mit Kindern haben.
Sexuelle Kontakte Erwachsener mit männlichen und weiblichen Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren sind dagegen nur unter bestimmten Umständen verboten: wenn z.B. der Erwachsene eine Zwangslage des 14- bis 16-Jährigen ausnützt oder wenn sich der Erwachsene Sex gegen Geld „erkauft“ oder wenn er eine „mangelnde Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung“ ausnützt. (§182 StGB).
Eltern, Lehrern, Erziehern usw. ist zudem in Abhängigkeitsverhältnissen jede sexuelle Handlung mit Kindern und mit Jugendlichen (= Personen zwischen 14 und 18 Jahren) verboten (§174 StGB).
4. Ursachen pädophiler Neigungen
Nach der genetischen Theorie ist die Neigung zur Pädophilie angeboren, während die Verfechter der psychologischen Theorie die Faktoren der sozialen Umwelt bis zum Alter von drei bis vier Jahren als ursächlich für eine spätere Veranlagung zur Pädophilie beschreiben.
„Dem Codex Medicus (1971) nach ist Pädophilie (oder Päderastie) eine sexuelle Perversion, in der die Libido eines Erwachsenen auf ein Kind gerichtet ist. Als Perversion wird eine sexuelle Entartung bezeichnet, die entweder konstitutionell bedingt ist (psychopathisch) oder erworben wurde (neurotisch). Im ersten Fall ist die Prognose wenig günstig: häufig kommt es zu Schwierigkeiten im sozialen Bereich (S.1156). Diese Definition findet sich in der Rubrik «Psychiatrie». Unter «Sexuologie» finden wir die Definition, als Pädophilie bezeichne man die krankhafte Liebe zu Kindern (S.1091).“
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S.11/12)
Als diskriminierend muss ganz eindeutig die Stigmatisierung Pädophiler durch das Wort „krank“ bezeichnet werden, welches leider in den meisten Definitionen Verwendung findet. Pädophilie ist eine Form der Sexualität, eine sexuelle Ausrichtung, ebenso wie Homosexualität (Homophilie), Heterosexualität (Heterophilie), Gerontophilie und Bisexualität.
Wie lange hat der Kampf gedauert – und dauert noch heute an – bis Homosexuelle als „normal“ und nicht mehr als „krank“ bezeichnet wurden und werden?!
Zwei Zitate des Psychoanalytikers Wilhelm Stekel, aus seinem 1922 erschienenen Standardwerk „Psychosexueller Infantilismus“, erscheinen mir an dieser Stelle mehr als angebracht.
1. „Soweit ich habe nachgehen können, muß es sich hier fast um eine normale Komponente
des Geschlechtstriebes handeln.“
2. „Der sexuelle Reiz, der von Kindern ausgeht, ist umso merkwürdiger, als wir uns viele
Jahrhunderte lang angestrengt haben, das Kind zu entsexualisieren und es als etwas
Heiliges zu betrachten.“
5. Aussagen zu pädophilen Erlebnissen
Die im Folgenden angeführten Aussagen, einerseits von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit pädophile Kontakte hatten, andererseits von Pädophilen selbst, sind dem Buch „Kinderschänder?“ von Dr. Frits Bernard entnommen. (Foerster Verlag GmbH, S.27/28)
5.1. Aussagen von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit pädophile Erfahrungen sammelten
a) Der sexuelle Verkehr wird dem Wesen nach als völlig selbstverständlich angesehen,
b) die sexuellen Kontakte werden als angenehm erfahren,
c) die Kinder möchten auf den Verkehr nicht verzichten,
d) ein deutlicher Altersunterschied wird als positiv betrachtet,
e) viele Kinder finden die Größe der Genitalien (Penis) anziehend,
f) das Gefühl von Sicherheit und Schutz von Seiten des Älteren ist wesentlich,
g) private Zurückgezogenheit spielt eine wichtige Rolle,
h) die Kinder meinen, dass „es“ nicht verboten sein sollte (Gesetz),
i) in etwa der Hälfte der Fälle geht die Initiative vom Kind aus,
j) sexuelle Aufklärung von Seiten der Eltern fehlt oft und ist fast immer negativ ausgerichtet,
k) Inzestwünsche kommen auch vor,
l) die Kontakte können heterosexuell, homosexuell oder bisexuell sein,
m) die jüngeren Partner heiraten später üblicherweise.
5.2. Aussagen der Pädophilen selbst
a) Man lebt mit dem ständigen Gefühl des Damoklesschwertes der Justiz über sich,
b) der pädophile Wunsch wird insgesamt als zur eigenen Persönlichkeit gehörend erfahren,
c) Einsamkeitsgefühle, verursacht durch das Verbot pädophiler Beziehungen, sind deutlich vorhanden,
d) wenn Kontakte da sind, kommen sie wie von selbst zustande,
e) Kontakte üben einen günstigen Einfluss auf beide Partner aus,
f) das Interesse richtet sich auf unterschiedliche Altersstufen,
g) der vorübergehende Charakter der Beziehung wird mitunter als Problem erlebt,
h) in manchen Fällen hält die Beziehung trotzdem Jahre,
i) die Beziehung Kind-Erwachsener kann nach einer sexuell gefärbten Periode in eine langdauernde nicht-sexuelle Freundschafts-Beziehung übergehen,
j) Sexualität im engeren Sinn ist nur ein Teil der totalen Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind,
k) Pädophilie kommt auch neben anderen sexuellen Interessenrichtungen (Heterosexualität, Gerontophilie) vor.
Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich an dieser Stelle betonen, dass es sich bei den hier angeführten Aussagen ausschließlich um Kinder und Erwachsene handelt, die freiwillig pädophile sexuelle Kontakte zueinander aufgenommen haben.
Sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen werden im allgemeinen als unbedingt schädlich für den jüngeren Partner eingestuft. Betrachtet man die oben angeführten Aussagen, färbt sich dieses Bild ganz anders.
6. Folgen für das Kind
Zur Beantwortung dieser Frage ist es nötig zu wissen, wie das Individuum die sexuellen Erfahrungen erlebt und später verarbeitet hat. Hierbei ist wiederum zu beachten, dass nicht allein das Geschehen an sich auf das Individuum einwirkt bzw. eingewirkt hat, sondern in hohem Maße auch die eventuellen Reaktionen aus der sozialen Umwelt. Dazu fällt mir die Aussage einer weiblichen Person aus meinem Bekanntenkreis ein: „Ich wusste ja gar nicht, wie dieser Mann mich missbraucht hat.“ Diese Aussage traf sie nach eigener Beschreibung erst, nachdem Eltern, Verwandte, Bekannte und Mitarbeiter einer Beratungsstelle auf sie eingewirkt hatten. Zuvor bezeichnete sie den pädophilen Kontakt zu dem betreffenden Mann als positiv und in keinster Weise schädlich. Diese Schilderung deckt sich mit den unter Punkt 5. getroffenen Aussagen.
„Von traumatisierenden Einflüssen scheint eigentlich nirgendwo die Rede zu sein, eher trifft augenscheinlich das Gegenteil zu. Es sind nicht die Handlungen selbst, die meistens aus Liebkosungen oder von masturbatorischer Art sind, sondern es ist die Haltung der Gesellschaft, die zu Problemen und Konflikten führt.“
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S.43)
Dr. Frits Bernard kommt bei seinen Untersuchungen zur Problemstellung, ob sexuelle Kotakte zwischen Kindern und Erwachsenen nachteilige Folgen für die Jüngeren haben, zu folgenden Schlussfolgerungen:
a) Jüngere können sexuelle Kontakte und Beziehungen mit Erwachsenen oft als positiv
erleben,
b) Jüngere suchen – neben dem sexuellen Aspekt – auch Gefühl, Zuneigung und Geborgenheit,
c) von einem traumatisierenden Einfluss können wir nicht sprechen, auch nicht von Ängsten gegenüber Erwachsenen; nach den Ergebnissen des ABV-Tests (psychologischer Test, Anm. von mir, J.W.) sind unsere Probanden nicht neurotischer als der durchschnittliche Niederländer,
d) die Initiation hat keinen Einfluss auf die spätere Triebrichtung,
e) in einigen Fällen beginnen die ersten Kontakte schon während des Grundschulalters,
f) die sexuellen Handlungen sind meistens von masturbatorischer Art,
g) manchmal wird die Freundschaftsbeziehung nach der sexuell gefärbten Periode weitergeführt, in einigen Fällen sogar das ganze Leben lang,
h) die Haltung der Gesellschaft wirkt negativ.
(Bernard, Dr. Frits, 1982, Foerster Verlag GmbH, S.51)
7. Untersuchung einer Gruppe Pädophiler
Dr. Frits Bernard führte 1973 eine Untersuchung an einer Gruppe von 50 Pädophilen durch. Die Teilnehmer waren alle männlich und nahmen freiwillig teil.
7.1. Ergebnisse der Untersuchung
Das Klischee von dem älteren Mann, der kleine Kinder gefügig macht, ist laut der Befragung nicht tragfähig. Es handelte sich bei den Probanden um jüngere Männer (der Großteil zwischen 20 und 40 Jahre alt). Die Untersuchten waren häufig in ihrer Herkunftsfamilie das jüngste Kind, und lebten nun als Erwachsene zumeist als Ledige ohne Kinder. Es ließ sich ein relativ hohes Bildungsniveau, im Vergleich zur gesamten niederländischen Bevölkerung, feststellen. Die Befragten gaben an, dass ihnen ihre Neigung zur Pädophilie bereits in der Pubertät bewusst geworden wäre. Der erste pädosexuellen Kontakt fand gehäuft im gleichen Zeitraum statt. Bei etwa 50% der Probanden lag bereits eine gerichtliche Verurteilung vor, weshalb etwa die Hälfte der Angehörigen der Befragten über deren Neigung Bescheid wussten. Die Hälfte der Befragten befand sich schon in psychologischer Behandlung, ein Teil davon wahrscheinlich, weil das Gericht bei der Verurteilung dies als Auflage gestellt hatte.
Das Interesse der Probanden bezog sich vorrangig auf männliche Kinder. Der altersspezifische Interessengipfel ist auf das fünfte und sechste, sowie auf das elfte und zwölfte Lebensjahr zu beschreiben. Die Hälfte der Befragten hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung pädophile Kontakte oder Beziehungen.
Als Ersatz für pädophile Kontakte gaben die Probanden an, Bildmaterial in Form von Fotos, Zeichnungen und Filmen zu verwenden. 96% der Befragten hatten sich durch Literatur mit dem Thema Pädophilie beschäftigt.
Auf die Frage hin, ob sie denn, falls das möglich wäre, von ihrer Pädophilie loskommen wollten, antworteten 90% mit „Nein“.
8. Personengruppen
Nicht alle Menschen, die sexuelle Kontakte zu Kindern unterhalten, sind als pädophil zu bezeichnen. Im folgenden gehe ich auf einen im Internet veröffentlichten Artikel von K. Seikowski ein, welcher fünf verschiedene Personengruppen definiert.
1. Zuerst sind jene Pädophile zu nennen, die unauffällig wie andere Menschen leben, sich
jedoch in besonderem Maße zu Kindern hingezogen fühlen. Sie können sehr gut mit Kindern umgehen und haben sich eine kindliche Natürlichkeit bewahrt. Sie müssen sich nicht unbedingt durch Kinder sexuell erregt fühlen.
2. Dann gibt es die Pädophilen, die selbst Kind geblieben sind, auf die Kinder jedoch auch
erotisierend wirken. Sie sind oft mit Kindern zusammen, fühlen wie diese, können sich in Kinder auch sehr gut hineinversetzen. Aufgrund eigener Erfahrungen aus der Kindheit empfinden sie den Schmerz jener Kinder, die unter mangelhafter Zuwendung durch ihre Eltern leiden. Sie sind bestrebt, diesen Kindern die Zuwendung zu geben. Allerdings geht dies nicht ohne Schwierigkeiten, weil der Pädophile ja seit seiner Pubertät die Sexualität eines Erwachsenen hat. So bemerkt er, wie körperliche Zuwendungen, etwa Umarmungen, zu sexueller Erregung bei ihm führen können. Er ist daraufhin irritiert, weiß, dass sein Verhalten unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen haben kann.
3. Außerdem gibt es Menschen, die in „normalen“ zwischenmenschlichen Beziehungen
wenig kontaktfähig, aber sehr geltungsbedürftig sind. Ihren sexuellen Trieb leben sie aufgrund dessen an Kindern aus, welche sie als wehrloser als Erwachsene kennen gelernt haben. Die sexuellen Handlungen mit Kindern sind für diese Personen eine Art Ersatz für normale kommunikative und sexuelle Beziehungen zu gleichwertigen erwachsenen Personen. Diese Menschen missbrauchen meistens fremde Kinder, und schrecken auch nicht vor einem Mord zurück, wenn sie Angst vor dem Entdecktwerden haben. Diese Personen sind psychopathologisch auffällig, man spricht auch von „aggressiv-sadistischen Tätern“.
4. Es gibt Männer wie Frauen, die in einer festen Beziehung leben, sich aber durch den
Partner sexuell unbefriedigt fühlen. Über die vorhandenen sexuellen Probleme und
Defizite wird in der Partnerschaft nicht gesprochen. Sexueller Triebstau (die eigene biologische Sexualität zu wenig kennend bzw. kontrollierend) führt dazu, dass alles Gegengeschlechtliche (manchmal auch Gleichgeschlechtliche) plötzlich sexuell erregend wirkt. Und die Versuchung ist groß und verhindert, sich in die andere Person hineinzuversetzen. Es kommt zum intrafamiliären Missbrauch. Diese Personen werden häufig auch als „Ersatzobjekt-Täter“ bezeichnet. Leider wurde immer wieder beobachtet, dass z.B. Ehefrauen über den Missbrauch der eigenen Tochter bzw. des Sohnes Bescheid wissen. Dieser wird bagatellisiert oder verleugnet. Sie selbst haben dann Ruhe vor dem sexuellen Drängen des Partners.
5. Nicht unerwähnt bleiben sollen kommerzielle Vermarktungen: Es gibt Personen, die
sich mit den Neigungen Pädophiler und sexueller Missbraucher von Kindern eine goldene Nase verdienen (z.B. Kinderpornographie und Kinderprostitution). Sie selbst können der Pädophilenszene entstammen, müssen es aber nicht.
(vgl.: http://www.arcados.ch/sonderfall/leipzig/vortrag.leipzig1999se.html)
9. Schlussfolgerungen
An dieser Stelle sei nochmals mit Nachdruck gesagt, dass eine deutliche Grenze zwischen Menschen, die als pädophil bezeichnet werden, und Menschen, die Kinder missbrauchen, gezogen werden muss. Der Pädophile liebt das Kind so, wie ein Heterosexueller oder Homosexueller seine Liebe einem Gleichaltrigen gegenüber leben würde. Wenngleich der Pädophile eventuell nicht zu einer „reifen“ Liebe imstande sein sollte, so liebt er doch nicht in der Absicht, dem Kind Schaden zufügen zu wollen. In diesem Zusammenhang stellt sich mir die dringliche Frage, in welchen Beziehungen, die aufgrund von Liebe stattfinden, diese Liebe als „reif“ zu bezeichnen wäre?!
Den Forderungen verschiedener Wissenschaftler oder Interessierter, die sich mit der Thematik der Pädophilie auseinandersetzen, und Änderungen in den Gesetzestexten fordern, stehe ich gespalten gegenüber. Nach allen Informationen, die ich zur Pädophilie finden konnte, bin ich zwar der Meinung, dass es möglich ist, dass Erwachsene und Kinder auch miteinander Sexualität erleben können, ohne dass das Kind dabei einen Schaden davonträgt. Diese Gedanken äußere ich jedoch unter dem Vorbehalt, dass diese Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem freiwillig zustande gekommen ist und ebenso freiwillig geführt wird. Eine gesetzliche Änderung hinsichtlich der Einordnung und Unterscheidung freiwilliger bzw. unfreiwilliger sexueller Kontakte halte ich jedoch grundsätzlich für problematisch, da die Thematik an sich in unserem Kulturkreis zur Zeit noch sehr tabuisiert ist und wird.
Aus diesem Grunde begrüße ich auch die wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Tabu-Thema, da sie, so hoffe ich, dem Abbau der Vorurteile dienen, und Missverständnisse beheben helfen.
10. Quellenverzeichnis
1. Bernard, Dr. Frits (1982): Kinderschänder?
Pädophilie
Foerster Verlag GmbH
Berlin
2. Gallwitz, Adolf u. Paulus, Manfred (1999): Die Kinder-Sex-Mafia in Deutschland.
Täterprofile, Pädophilenszene, Rechtslage.
Ullstein TB-Verlag
3. http://www.arcados.ch/sonderfall/leipzi/vortrag.leipzig1999se.html
16 Bewertungen, 3 Kommentare
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05.06.2002, 15:54 Uhr von Archmage
Bewertung: sehr hilfreichIneressant Gruß Archmage
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05.06.2002, 05:47 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichEs ist enorm mutig, hier eine derartig klarstellende, vorurteilsfreie Ausarbeitung zu veröffentlichen. Möge sie der Versachlichung der emotionalisierten Diskussion dienlich sein! Ein paar einleitende Sätze wären hilfreich gewesen. Bemer
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04.06.2002, 19:00 Uhr von XxLolaxX
Bewertung: sehr hilfreichhui... *staun* wahnsinnsarbeit...
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