Erfahrungsbericht von mystery_delusion
Müssen sich "No-Name"-Produkt-Verwender schämen?
Pro:
Das gesparte Geld für notwendige Sachen geb' ich lieber für Sachen aus, die vielleicht nicht notwendig sind, mir aber Freude machen
Kontra:
Manche gucken einen schief an
Empfehlung:
Nein
Meine Cousine erzählte mir gestern, daß sie ein einen neuen Job bei einer Firma hat, die Werbefilme usw. herstellt. Sie erzählte mir sehr interessante Stories, aber was mich dazu veranlasst, hier zu schreiben ist, daß sie sagte, Ihre Chefin hätte ihr einen kleinen Seitenhieb versetzt, indem sie sagte, daß meine Cousine rauchen würde, sei kein Problem (sie raucht selbst), aber daß sie Marwin (vom Norma) raucht, sei für’s Büro ok, aber wenn sie zu Meetings mitkäme, solle sie entweder eine „gängige normale“ Marke rauchen oder die Zigaretten in eine „nettes kleines Silberetui oder so“ umfüllen.
Ich fragte meine Cousine, wie sie denn darauf reagiert hätte und muß sie bewundern, daß sie so ruhig geblieben ist. Sie sagte, daß sie in Meetings mit Kunden sowieso nicht rauchen würde und nahm der Chefin damit wohl den Wind aus den Segeln.
Die Kategorie-Bezeichnung „No-Name“ war diejenige, die mir für meinen Bericht passend erschien, aber nun schon beim Schreiben fällt mir auf, daß das ja eigentlich schon mal totaler Quatsch ist, da sie ja einen Namen haben.
„Billigmarken“ wäre schon treffender, aber da finde ich, muß man auch zwischen „billig“ und „günstig“ unterscheiden. Ich denke, viele Leute kaufen sog. „Markenartikel“ einfach nur, weil es ihnen peinlich ist, mit „billigen“ ertappt zu werden oder als Sparbrötchen oder Geizhals dazustehen, oder weil sie Angst haben, andere könnten denken, sie sind halt einfach arm.
In meinem Fall ist es so, daß mein Freund - der Engländer ;-) - und ich momentan ganz gut über die Runden kommen, nachdem er endlich einen Fulltimejob gefunden hat, aber trotzdem sehe ich nicht ein, für bestimmte Sachen mehr Geld als nötig auszugeben. Denn das Gesparte beim Kauf von Sachen, die man einfach im täglichen Leben braucht, kann man dann für Sachen, die man nicht unbedingt braucht, aber gerne mag, besser anlegen.
Wo es mir z.B. total egal ist und ich einfach nur auf den Preis achte, sind Sachen wie Salz, Mehl, Zucker, Backpulver und was man so zum Backen braucht. Es kommt zwar nicht so oft vor, daß ich backe, aber manchmal überfällt’s mich doch und da ist es mir noch nie passiert, daß meine Mutter (die eine eingefleischte Kuchenesserin ist) oder sonstwer beim Essen gefragt hätte, ob ich etwa „Billigzutaten“ verwendet hätte.
Ein teures Reinigungsmittel wirkt nur, wenn man auch putzt und die günstigen tun’s auch. Teure selbstreinigende Wundermittel gibt es nicht. Ok, es muß nicht unbedingt das billigste Altpapierrauhfaserklopapier sein, wo man sich nach der Nutzung wie ein wundgelegenes Baby fühlt, aber auch nicht das teure aus der Werbung. Jede Menge Produkte, die man im Alltag braucht, lassen sich in sog. Billigmärkten mit der gleichen Qualität erwerben wie Markenartikel.
Es hat wohl jeder so gewisse Vorlieben für bestimmte Sachen, wo man dann auch keine Kompromisse macht, wie ich z.B. bei Jeans ausschließlich Levi’s 501 mag (Herrenversion übrigens, die Damenversion hat einen zu langen „Schritt“ :-) und ich mag’s nicht, wenn mir der oberste Knopf über dem Nabel drückt. Allerdings habe ich sie mir in USA gekauft, als der Dollar noch günstiger stand und sie gehen ja nicht kaputt. Ich würde mir hier nie eine für 80 oder mehr Euro kaufen.
Das hat übrigens nicht nur mit „Geld haben oder nicht haben“ zu tun. Ich habe z.B. in meinem Leben, das bis jetzt ja nun auch schon 36 Jahre dauert, noch niemals Schuhe gehabt, die über 150,- DM gekostet haben (uhm jetzt wären das wohl so 75 Euro). Ich würde mir aber auch niemals Schuhe zu horrenden Preisen kaufen, selbst wenn ich „reich“ wäre. Das sind die mir einfach nicht wert. Die ganz billigen mag ich auch nicht, die drücken und man kriegt Stinkefüße, aber nach einiger Zeit mag man sowieso mal einfach wieder neue oder mag die Farbe nicht mehr, da reichen auch „No-Name“ bzw. „Den-Namen-kennt-keiner“-Schuhe.
Ich hatte in der Zeit mit meinem (für Tom wiederhole ich nochmal den Ausdruck) Soon-to-be-Exmann fast die ganze Kohle, die ich verdiene, für mich alleine und hätte mir so einiges für teures Geld kaufen können, aber ich hab’ mir lieber so einiges MEHR für günstigeres Geld gekauft : -)
Ich hab’ auch keine Probleme, wenn Leute „sehen“, daß ich „BILLIGKÄUFER“ bin, z.B. bei meinen Zigaretten oder zuhause. Ich fülle meine „Billigartikel“ nicht in „Markenbehälter“ um, wie das scheinbar so einige tun.
Um jetzt auf die Chefin meiner Cousine zurückzukommen: Zeigt sich die Qualität eines Mitarbeiters in der Zigarettenmarke die er raucht? Hmmmm, muß mich doch schon sehr wundern.
Bis dann
Mysty
14 Bewertungen, 3 Kommentare
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11.06.2002, 14:00 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichGrundsätzlich bin ich deiner Meinung, aber in einer Werbefirma, wo damit gehandelt wird, etwas ganz toll zu verpacken, wo der Schein nun mal zählt, kann ich es durchaus verstehen, wenn die chefin auf "markenzigaretten" besteht. Es ist
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04.05.2002, 02:13 Uhr von DERWUNDERBARE
Bewertung: sehr hilfreichIch war 6 Jahre lang Chefkoch in einem Golfclub, und ich hab fast ausschliesslich mit No-Name-Produkten von Aldi gekocht!
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17.04.2002, 15:16 Uhr von suppengirl
Bewertung: sehr hilfreichAlso, ich schäme mich... NICHT!!!
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