Menschen Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Kaess

Gewalt - Nein Danke

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

1. Einleitung zum Thema Gewalt und Aggressionen
2. Wird Gewalttätigkeit durch Medien hervorgerufen?
3. Der Ursprung der Gewalt
4. Die Gewalt im schulischen Alltag
5. Metten - Ein geplantes Blutbad löst Entsetzen aus
6. Der Ruf nach den Eltern
7. Die Alternativen gegen die Gewalt


1. Einleitung zum Thema Gewalt


J. Galtung hat gezeigt, dass es neben der direkten, personalen Form der Gewalt, die für jedermann offensichtlich ist, viele geheime, verborgene Formen der Gewalt gibt.
Diese strukturelle Gewalt hindert Menschen daran, physischen und psychischen Anlagen zu entwickeln. Sie unterdrückt, quält und tötet Menschen ebenso wie die direkte Gewalt der Waffen.
Da gibt es die Gewalt in unseren Köpfen - Aggressionen, Vorurteile und Feindbilder. Eine andere Form der Gewalt ist die gesellschaftliche Gewalt, die ganze Gruppen von Menschen, gar ganze Völker entrechtet, unterdrückt, ausbeutet und sogar regelrecht ausrottet und somit in ihren Lebenschancen beschneidet.
Die hierarchischen Strukturen im internationalen System bewirken, dass es reiche und arme Völker gibt, dass auf der anderen Seite der Welt jährlich Millionen von Menschen verhungern. Aber auf unserer, der \"guten und schönen\" Seite ist es ein nahezu unlösbares Problem, die landwirtschaftlichen Überschüsse zu vermeiden und überflüssige Lebensmittel zu vernichten. Und das alles nur, um die Preise für Nahrungsmittel künstlich stabil und vor allem hoch zu halten.
Alle diese Formen der Gewalt wirken mit bei Prozessen, die schliesslich ihre höchste Eskalationsstufe in der kriegerischen Auseinandersetzung finden. Deshalb muss jeglicher Form der Gewalt entschieden entgegengewirkt werden, wenn wir dem Ziel - Frieden - näher kommen wollen. Ein zentrales Thema der Erziehung zur Friedensfähigkeit muss daher auch die Gewalt, ihre Entstehung und ihre Formen sein. Vor allem sollte den Menschen gezeigt werden, wie man der Gewalt entgegenstehen und diese bekämpfen kann.



2. Wird Gewalttätigkeit durch Medien hervorgerufen?


Unsere Boulevardblätter zeigen es uns täglich, die Fernsehnachrichten berichten darüber, Fernseh- und Kinofilme sind voll davon - die Gewalt im alltäglichen Leben. Selbst Comics beinhalten oft brutale Bilder und Gedanken.
Die Gewalt in allen Erscheinungsformen ist offenbar für breite Bevölkerungsschichten interessant. Was hat schon der kleine Junge gelernt, der wie der Cowboy im Western mit dem Colt auf seine Spielkameraden zielt und erwartet, dass sie \"tot\" umfallen. Sozialwissenschaftler sind überzeugt, dass durch die tägliche Begegnung mit der Gewalt eine Gewöhnung an diese stattfindet. So wird eine \"erfolgreiche\" Schlägerfigur zum Vorbild. Dadurch senkt sich die Hemmschwelle zur Gewalt immer weiter ab. Bei vielen wird Gewalt ein erfolgsversprechendes Mittel zur Lösung von Konflikten.
Dass Gewalt in Medien uns hilft Aggressionen abzubauen, ist nicht bewiesen. Zerstörungen öffentlichen und privaten Eigentums und Schlägereien im Anschluss an den Besuch von Filmen mit Gewaltszenen machen das deutlich. Für einige Personen - die Hooligans - stellt die Gewalt sogar einen Sport dar.
Jugendliche billigen und bewundern sogar Gewalt in ihren Gruppen. Die Jugendlichen werden in ihre Neigung zur Gewalt nur bestärkt, wenn im Elternhaus die Gewalt ein probates Mittel der Erziehung ist.



3. Der Ursprung der Gewalt


Meiner Meinung nach gibt es soviel Gewalt, weil sich die Eltern immer weniger um ihre Kinder und deren Umfeld kümmern.

1. Gewalt kommt durch die Medien:

- weil z.B. Kinder und Jugendliche nicht zwischen Horrorfilmen und Realität unterscheiden können,
- weil es z.B. zu viele und vor allem brutale Videospiele auf dem Markt gibt, die auch an Jugendliche ausgeliehen und verkauft werden.

2. ... durch Frust:

- wenn Kinder und Jugendliche aus einem etwas mittellosen Elternhaus kommen und Geld oder Sachen besitzen möchten, die andere Mitschüler haben können,
- wenn Kinder und Jugendliche nicht mit den Eltern reden können,
- wenn Kinder und Jugendliche allein gelassen werden,
- wenn sie zu viel Energieüberschuss haben,
- wenn sie z.B. sexuell missbraucht wurden und meinen, sie müssten sich gegen jeden und alles wehren und schützen zu müssen,
- wenn z.B. ein enger Verwandter oder Bekannter gestorben ist und sie nicht darüber reden können,
- wenn sie sich z.B. nicht mit ihren Eltern verstehen,
- wenn sich die Eltern scheiden lassen und die Kinder meinen, sich an ihnen \"rächen\" zu müssen,
- wenn sie z.B. in das falsche Umfeld, wie den Rechtsradikalismus oder gar den Rechtsextremismus gelangen.

Ich finde die Eltern sollten sich in den vorangenannten Fällen mehr Zeit für ihre Kinder nehmen, ihnen mehr zuhören und mit ihnen reden. Dabei sollten sie auch auf nichtverbale Signale achten. Entscheidend ist aber, dass Eltern und Kinder gemeinsam versuchen, eine Lösung der Probleme herbeizuführen.



4. Die Gewalt im schulischen Alltag


Die Vorbilder haben sie täglich vor Augen, rund um die Uhr liefern die elektronischen Medien die Bilder der Gewalt in das Wohnzimmer. Längst zeigt die Wohlstandsgesell-schaft ihr \"hässliches Gesicht\" nicht mehr auf dem Bildschirm.
Drohungen und Angst vor Gewalt gehören bereits zu den häufigsten Erfahrungen in der Schule. Schon in den ersten Klassen schlagen Kinder - oft hemmungslos. In \"Profimanier\" erpressen Jugendliche Hunderte von Mark von ihren Mitschülern oder rauben ihnen teure Jacken vom Leib.
Das Staatliche Schulamt hatte alle 158 Frankfurter Schulen nach Erfahrungen befragt - nahezu alle hatten etwas zu berichten. Jetzt wollen Stadt und Staatliche Schulamt eine Beratungsstelle zur Gewalt an Schulen für Lehrer, Eltern und Schüler einrichten.

Auf dem Hof einer Grundschule in Frankfurt legten drei Jungen einem Mädchen einen Strick um den Hals und zogen dann zu bis das Kind blau anlief. Als ein Lehrer eingriff, wussten die Schüler überhaupt nicht, warum sie dies überhaupt taten.
Immer jünger werden die gewaltbereiten Kinder und Jugendlichen. Häufig wissen sie gar nicht, was oder warum sie es tun. Vor allem fehlt ihnen aber ein ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein. Dies hob Werner Rothenberger - zuständig für Drogen- und Suchtprävention beim Staatlichen Schulamt - als ein besonders erschreckendes Ergebnis der Umfrage hervor.
Eine \"besorgniserregende Zunahme der Gewalt an den Frankfurter Schulen\" bilanzierte der Leiter des Staatlichen Schulamtes, Fritz Bleienstein, nach der Auswertung der mehr als 150 Antworten aus den Schulen. Gleichwohl hat die Umfrage keine exakte Statistik der Gewalt ergeben. Viele Lehrer schilderten die Probleme anhand von Beispielen. Weil viele Eltern und Schüler solche Taten aus Angst vor Racheakten erst gar nicht melden, ist die Dunkel-ziffer gross.
Dennoch kamen bei der Umfrage des Staatlichen Schulamtes 130 eingehende Gewaltdar-stellungen zusammen, die ein erschreckendes Bild von der Situation an vielen Schulen geben. Das reicht von Fällen \"verbaler Gewalt\" gegenüber Mitschülern und Lehren bis zu massiven körperlichen Verletzungen, die das \"Mass der kindlichen Auseinandersetzungen bei weitem überschreiten\", sagt Rothenberger.
\"Diese Gewalt hat eine neue Qualität.\" - Schüler werden auf dem Heimweg überfallen, verprügelt oder fast \"profihaft\" erpresst. Rothenberger schilderte einen Fall einer allein-stehenden Mutter, die nachts immer wieder Drohungen am Telefon erhalten hatte. \"Wenn sie nicht ein paar Hundert Mark bezahle, werde es ihrem Sohn ergehen, wie einem Jungen aus der Nachbarschaft.\" Der war ein paar Tage vorher brutal zusammengeschlagen worden.
Dass das Aussmass solcher Fälle den Behörden gar nicht bekannt ist, schliesst Rothenberger aus einem anderen Beispiel. Als ein ähnlicher Fall bei einem Elternabend einer neunten Klasse zur Sprache kam, wussten auf einmal mehr als ein Dutzend Eltern von massiven Bedrohungen ihrer Kinder zu berichten. Die Schule hatte davon nie etwas erfahren.
Viele Gründe für die dramatische Zunahme der Gewalt an den Schulen liegen für die Experten auf der Hand. \"Angesichts der Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher, der sozialen Probleme in den Stadtteilen und einer Gesellschaft, die von Schlägereien in den Fussballstadien, Misshandlungen in den Familien bis zur Hatz auf den Autobahnen jeden Tag Gewaltbereitschaft demonstriert, sei die Situation an den Schulen nur ein \"Spiegel der Gesellschaft\", sagte Schuldezernentin Ebeling. \"Die Jugendlichen erfinden nicht die Gewalt, sondern machen nach, was sie täglich sehen und erleben. Gewalt ist ein Ausdruck innerer Not.\"
Bei der Umfrage stellte das Staatlich Schulamt aber auch einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Grösse der Schule und häufigen Gewalttaten her. Je grösser und anonymer der Komplex, desto mehr passierte. \"An der Grundschule, an der die Rektorin jeden Schüler beim Vornamen kennt, geht es noch friedlich zu.\", sagte Bleienstein. Natürlich bleiben die Schulen nicht unbelastet von den Problemen in ihrem Stadtteil.
Der alarmierende \"Mangel an Rechtsbewusstsein\" zeigt auch, dass die \"Normalbildung\" im Kindesalter nicht mehr so zu gelingen scheint, wie das in früheren Jahren der Fall war, äusserte Werner Rothenberger.
Die Lehrer stehen dem oft machtlos gegenüber, wenn Kinder und Jugendliche bis tief in die Nacht Gewaltfilme und Horrorvideos anschauen und am nächsten Tag nicht zwischen Realität und Film unterscheiden können.



5. Metten - Ein geplantes Blutbad löst Entsetzen aus


Metten - Fassungslosigkeit in der niederbayrischen Provinz:
\"Man wähnt sich noch in einer heilen Welt. Dass dem nicht so ist, haben wir jetzt lernen müssen.\" - Nicht nur Peter Eberhard Lorenz, seit 17 Jahren Religionslehrer an der Hauptschule der Gemeinde Metten ist bestürzt.
Unter den 4.000 des kleinen Ortes gibt es an diesem grauen, verregneten Mittwoch nur ein Thema - das Blutbad, das drei erst 14 Jahre alte Schüler geplant hatten.
Was die Ermittler nach der Festnahme der drei Jungen im Klassenzimmer am Montagmorgen nun nach und nach ans Tageslicht fördern, lässt alle Beteiligten erschaudern. Ihrer Klassenlehrerin wollten die Achtklässler in die Beine schiessen, \"um sie langsam verbluten zu lassen\", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Günter Albert. Auch die Rektorin stand auf der \"Todesliste\". Handgranaten und Minen wollten sich die drei Jungen in München auf dem Schwarzmarkt besorgen. Ein Revolver und Sturmhauben lagen schon bereit.
\"Die Kinder haben sich im Detail unser Sterben ausgemalt.\" - stellte die Schulleiterin Irmgard Jabornitzky mit entsetzter Stimme fest - \"Ich kann es einfach nicht fassen.\". Die 45jährige ist erst vor drei Monaten als Rektorin der einzigen Hauptschule am Ort angetreten. Ausgerechnet sie ist es, die am vergangenen Freitag die Behörden alarmiert. Schon bald wird deutlich, dass es sich bei den zunächst wirr erscheinenden Plänen der Achtklässler offenbar um konkrete Absichten handelte. \"Das war ernst gemeint - sehr, sehr ernst.\", sagte die Pädagogin.
Dass es sich bei den Plänen der 14jährigen nicht um düstere Hirngespinste handele, ist auch der leitende Oberstaatsanwalt Günter Albert überzeugt: \"Es hätte nur ein Funke gefehlt. Die drei hätten ernst gemacht.\"
Als einem der drei kürzlich angedroht wird, von der Schule zu fliegen, konkretisieren sich die Pläne - ursprünglich hatte das Trio erst im Frühjahr zuschlagen wollen. Bei ihrer Festnahme im Klassenzimmer trugen die - inzwischen wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft sitzenden - Jugendlichen zwar keine Waffen bei sich. Doch das Trio hat die Pläne gestanden. Nur einer der 14jährigen räumte ein, einen \"Riesenblödsinn\" begangen zu haben.



6. Der Ruf nach den Eltern


Ist die Gesellschaft ausser Kontrolle? Da legen sich Halbwüchsige eine Waffe zurecht und planen ein Blutbad, um als Massenmörder berühmt zu werden. Auswüchse wie in Bad Reichenhall, Meißen, Metten sowie die alltägliche Gewalt an den Schulen und in Familien - die Auswüchse sind beängstigend. Von wegen \"typisch amerikanisch\" - wenn die Bun-desregierung einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Gewalt in Familien vorlegt, ist das ohne Frage richtig.
Doch wann werden endlich Horrorvideos und gewaltverherrlichende Spiele, welche die Polizei bei den 14jährigen \"Möchte-Gern-Killern\" gefunden hat, verboten?
\"Wenn Jugendliche zu Brandstiftern und Mördern werden, dann liegt die Schuld nicht allein bei ihnen, sondern bei allen, die Einfluss auf ihre Erziehung haben.\", hat Richard von Weizsäcker 1993 gesagt.
Richtig - da sind zunächst viele Eltern, die offenbar unfähig sind, ihre Kinder zu erziehen. Gespräche in den Familien fallen dumpfer Berieselung durch den Fernseher oder Walkman zum Opfer. Die Wertvermittlung spielt kaum noch eine Rolle.
Erziehung braucht Zeit, und die ist in der Freizeitgesellschaft angeblich knapp. Gemeinsames Essen, Spiele oder Unternehmungen am Wochenende sind Ausnahmen. Und nun wird auch noch über den verkaufsoffenen Sonntag diskutiert - noch weniger Raum für ein geordnetes Familienleben?
Schulen können Fehler, die im Elternhaus gemacht werden, nicht völlig ausbügeln. Doch die Lehrer verstehen sich zunehmend nur noch als reine \"Wissensvermittler\".
Insgesamt wird die Schuld für Fehlentwicklungen am liebsten bei anderen gesucht. Oft wird das mangelnde Freizeitangebot für Jugendliche als Grund genannt. Doch einen Sportverein, eine Musikschule oder eine Theatergruppe gibt es in fast jedem Ort. Es liegt an den Eltern, ihren Sprösslingen eine sinnvolle Beschäftigung schmackhaft zu machen. Das verspricht mehr Erfolg als der Ruf nach dem Staat. Der kann und darf sich nun einmal nicht alles leisten, was in den Augen mancher Zeitgenossen vielleicht wünschenswert wäre.



7. Die Alternativen gegen die Gewalt


Ich finde, es sollte mehr Stellen geben, wo die Jugendlichen hingehen können, Wenn sie z.B. Stress im Elternhaus, in der Schule oder mit Freunden haben. Meiner Meinung nach brauchen die Jugendlichen jemanden zum reden, den Frust frisst einen innerlich auf und äussert sich sehr oft in Form von Gewalt.

1. Es sollte mehr Anlaufstellen für Jugendliche geben, aufgrund von:

- Stress mit den Eltern - kommt meist in der pubertären Phase vor, wenn Jugendliche ihren Willen durchsetzen wollen,
- Schule - wenn man mit den Lehrern oder Mitschülern nicht auskommt,
- Freunde - wenn man die falschen \"Freunde\" hat, gerät man in die falschen Kreise, z.B. Rechtsextremismus.

2. Welche stellen sollte es geben?

- \"Kinder-Eltern-Beratung\" - die Beratung sollte möglichst zu Hause stattfinden,
- eine Einrichtung vom Landkreis, wohin die Jugendlichen ausweichen können, wenn sie \"keine Lust\" auf ihre Eltern haben,
- Jugendamt - sollte versuchen die Probleme in den Griff zu bekommen, und nicht so oft mit dem Heim drohen.

3. Was könnte man dort unternehmen?

- reden - um eine Vertrauensbasis aufzubauen,
- Spiele - zum gegenseitigen Kennenlernen,
- z.B. Musik hören - um gemeinsame Interessen herauszufinden.

16 Bewertungen, 5 Kommentare

  • schnecke1811

    16.02.2002, 22:45 Uhr von schnecke1811
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super geschrieben. Hoffe man liest sich.

  • Evil_Duke

    16.02.2002, 14:13 Uhr von Evil_Duke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Terroristen lassen nicht mit sich verhandeln!

  • monkey

    16.02.2002, 14:13 Uhr von monkey
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bewertest du auch einen von mir? Viele Grüße, Dein Monkey :o)

  • Linnemer

    16.02.2002, 14:12 Uhr von Linnemer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Aber was will man gegen die Gewalt tun. Klasse Bericht.

  • domi80

    16.02.2002, 14:12 Uhr von domi80
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse beitrag zu einem ernsten thema