Mera Luna Testbericht

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Erfahrungsbericht von linnie

Sonne macht albern...

Pro:

sehr gutes Line-up, motivierte Auftritte vieler Bands, zweimal gabs eine schöne Feuershow zu bewundern, die Organisation klappte auch recht gut, die Stimmung war einfach einzigartig, das Wetter ebenso

Kontra:

die Getränkepreise auf dem Festivalgelände waren ziemlich überteuert, ebenso die Preise für das Essen, außerdem stanken die Dixiklos im Hangar wirklich erbärmlich

Empfehlung:

Ja

... oder auch einfach nur Sonnenbrand.

Auch dieses Jahr lockte das M'era Luna Festival bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von mehr als 30 Grad fast 25000 Zuschauer nach Hildesheim Drispenstedt, unter anderem auch mich :-) Aufgrund der sengenden Hitze und der kurzen Entfernung zum Festival habe ich mich gegen das Campen auf dem Gelände entschieden und bin lieber an beiden Tagen hin- und hergefahren.

** Allgemeines
Das M'era Luna findet alljährlich auf dem Flugplatz in Hildesheim-Drispenstedt statt, also etwa 35 km südlich von Hannover. Zu erreichen ist das Festival über die A7, abfahren muss man an der Ausfahrt Drispenstedt, von der aus das Festival direkt ausgeschildert ist, sodass man sich im Prinzip nicht mehr verfahren kann. Die Ticketpreise für zwei Tage lagen dieses Jahr bei 59 Euro plus 5 Euro Müllpfand, das man aber zurückbekommen hat bei Abgabe des Pfandchips und einer vollen Mülltüte. Der Eintrittspreis beinhaltet bereits die Kosten für Parken und Campen, geöffnet war der Campingplatz von Freitagabend (16 Uhr) bis Montagmorgen um 10 Uhr. Beim Betreten des Campinggeländes wird die Eintrittskarte entwertet und man wird mit einem Festivalbändchen, Pfandchip und Mülltüte versorgt, das funktionierte am Samstagnachmittag ohne Probleme, wobei ich mir aber gut vorstellen kann,
dass es am Freitagnachmittag zu erheblichen Staus gekommen sein könnte.

Das Line-up dieses Jahr konnte sich wirklich sehen lassen, gespielt haben auf den beiden Bühnen folgende Bands:

Am Samstag, dem 7. August:
Auf der Hauptbühne:
Flowing Tears
Saltatio Mortis
Epica
Umbra et Imago
Fiddler's Green
Tristania
The Mission
L'ame immortelle
In Extremo
Within Temptation
Wolfsheim.

Im Hangar:
Soman
The Eternal Afflict
Rotersand
Decoded Feedback
ASP
Icon of Coil
Welle: Erdball
In Strict Confidence
Fixmer/McCarthy
Blutengel.

Am Sonntag, dem 8. August:
Hauptbühne:
Warren Suicide
Exilia
The Fair Sex
Funker Vogt
Suicide Commando
De/Vision
Therion
Covenant
Oomph!
Lacrimosa.

Hangar:
The Cold
Elis
Chamber
Pink turns Blue
Schandmaul
Gothminister
Samsas Traum
Faith and the Muse
Anne Clark.

Offizielle Homepage: www.meraluna.de

** Organisation
Die Organisation eines solchen Festivals ist sicherlich ein Riesenakt und so finde ich es umso erfreulicher, wenn einem schon die Anfahrt erleichtert wird, indem direkt hinter der Ausfahrt die ersten Schilder hängen, die einen in Richtung Festival verweisen und wenn dann in Drispenstedt selbst an den Auffahrten zu den Parkplätzen die Anweiser stehen und einen zu freien Parkplätzen leiten, die am Samstagnachmittag natürlich am äußersten Ende des hintersten Parkplatzes zu finden sind. Die Parkplätze selbst befinden sich auf einem freien Acker, sodass man nicht mit einem tiefergelegten Auto auf das Festival fahren sollte, da einige Schlaglöcher zu meistern und Wackersteine zu umfahren sind. Geparkt wird dann wild durcheinander und man sollte sich gut den Standort des eigenen Autos merken, damit man es später wiederfindet. Im letzten Jahr habe ich den dummen Fehler gemacht, mich an anderen Autos zu orientieren, die allerdings bereits abgefahren waren, als wir auf Autosuche gegangen sind.... Sehr positiv überrascht war ich am Sonntagabend von der Abfahrt vom Gelände, denn wir haben Lacrimosa bis zum Ende angehört und sind danach schnellen Schrittes zum Auto gegangen, um möglichst schnell das Gelände verlassen zu können und merkwürdigerweise konnten wir ohne Stau vom Parkplatz herunter fahren. Im letzten Jahr mussten wir eine knappe Stunde anstehen, um überhaupt vom Parkplatz runterzukommen, das Problem hatten wir dieses Jahr glücklicherweise nicht. Allerdings kann ich mir das auch nicht erklären, denn wie im letzten Jahr auch ging die Abfahrt vom Parkplatz in Eigenorganisation vonstatten, es gab niemanden, der Autos herausgewunken hat, was manchmal sinnvoll erscheint, weil das berühmte Reißverschlussverfahren doch nie funktioniert.

Zwischen Parkplatz und Campinggelände befindet sich eine Absperrung, auf der die Eintrittskarten entwertet werden und man das Armbändchen umgebunden bekommt, das für die nächsten zwei Tage den Eintritt auf das Festivalgelände darstellen wird. Schon auf dem Weg über das Parkplatz- und Campinggelände kommt man an den ersten Dixiklo-Kolonnen vorbei, hier scheint man ja nicht gespart zu haben, auch wenn den Toiletten in der sommerlichen Hitze bereits ein unangenehmer Geruch entströmt. Am Rande des Hauptweges erblicke ich dann auch eine Reihe von Toiletten mit Wasserspülung und Duschen, vor denen sich lange Schlangen gebildet haben. Ich gehe also davon aus, dass die Wasserspülung tatsächlich funktioniert hat, was auf dem Hurricane 2002 leider nicht der Fall war....

Nach einem Weg von sicherlich 500m kommt man endlich zum Festivalgelände, an dessen Eingang man mehr oder weniger gründlich abgetastet wird, auch Taschen werden hier kontrolliert und Plastikflaschen rigoros aussortiert. Lediglich ein 1,5l-Tetrapak pro Person ist erlaubt, den wir natürlich auch eingepackt haben, um einiges Geld zu sparen. Das kann ich aufgrund der horrenden Getränkepreise auf dem Festivalgelände auch nur empfehlen, denn 0.3l Bier oder Apfelsaftschorle haben 2,50 Euro gekostet! Bei uns wurden übrigens keine Schraubverschlüsse eingesammelt, wir durften unsere Tetrapaks verschlossen auf das Festivalgelände mitnehmen. Das Abtasten habe ich nicht recht verstanden, denn es gab kurze und lange Warteschlangen am Eingang zum Festivalgelände und meist stellte sich heraus, dass an den kurzen Schlangen nur die Frauen abgetastet werden durften (von einer Frau natürlich), während an den längeren Warteschlangen nur Männer abgetastet wurden, dort allerdings auch teilweise von Frauen?!

Zu den Dixiklos, die wirklich reichlich über das gesamte Gelände (auch auf dem Festivalgelände) verteilt waren, möchte ich noch etwas sagen, denn unangenehmerweise musste ich feststellen, dass direkt am Eingang zum Hangar Dixiklos aufgebaut waren, die einen so furchtbaren Gestank verbreiteten, dass wir nicht einmal bis in den Hangar hineingekommen sind. Die Toiletten standen im hinteren Teil der Halle und machten den Aufenthalt dort unerträglich. Ich persönlich finde es wirklich mehr als ungeschickt, diese Klos in der Halle aufzubauen, in der man sich Musik anhören möchte, denn im hinteren Teil war es nicht auszuhalten wegen des Gestanks!

** Das wichtigste: Die Bands!
* Tag 1
Als wir am Samstag beim M'era Luna eintrafen, spielten gerade "The Mission" auf der Hauptbühne, die wirklich recht nett nebenbei anzuhören waren, im Hangar dröhnte einem dagegen "Love Parade-Gewummer" von "Icon of Coil" entgegen, mit dem ich mich gar nicht anfreunden konnte. L'ame Immortelle haben mir sehr gut gefallen, die sehr melodische Musik war mehr als nett anzuhören. Ich kannte die Band vorher nicht, war daher umso positiver überrascht, dass mir die Musik gleich beim ersten Hören so gut gefallen hat. L'ame immortelle werde ich mir sicher ein weiteres Mal live anhören.

Doch der absolute Höhepunkt folgte direkt im Anschluss, nämlich beim Auftritt von "In Extremo", die eine sehr motivierte Bühnenshow ablieferten und fast alle ihre großen Hits spielten. Das Einhorn (der Sänger) war recht sexistisch aufgelegt (und ausnahmsweise mal ziemlich freundlich zum Publikum) und variierte gerne seine Liedtexte, so hieß "Küss mich", mit dem die In Extremo-Show begann, zwischendurch auch mal "F*** mich" und aus "ich bin so geil nach deinem Erdbeermund" wurde "ich bin so geil IN deinem Erdbeermund". Nun ja, wem's gefällt. In Extremo wartete mit Hits wie Hiemali Tempore, Herr Mannelig, Wind, Omnia sol temperat, Nymphenzeit, Ave Maria und Ai vis lo lop auf, wobei ai vis lo lop zunächst ein Fan auf der Bühne anstimmen dürfte, was für den Fan aber eher peinlich als amüsant war, da er doch recht volltrunken war und die Töne nicht wirklich traf, aber das Einhorn machte es danach dann wesentlich besser vor. Trotz der sengenden Hitze auf dem Gelände gab es eine gewohnt schöne Feuershow mit Flammensäulen, die noch mehr Hitze verbreiteten als die Band schon mit ihrer Show. Die Musiker schienen sehr gut gelaunt zu sein, da sie auf der Bühne wirklich alles gaben und ihre Fans mitzureißen wussten. Beendet wurde die fast perfekte Bühnenshow von Vollmond, das einen würdigen Abschluss des Auftritts von In Exremo darstellte. Gefehlt hat mir persönlich von den alten Hits nur die Gier, die es sonst immer live zu hören gibt, aber bei einer knappen Stunde Show kann man eben nicht alles haben.

Im Anschluss an In Extremo begannen die Umbauarbeiten zu Within Temptation, die hinter einer schwarzen Wand vonstatten gingen, um die beiden übergroßen Engelfiguren zu verdecken, die die beiden Seiten der Bühne zierten. So wartete Within Temptation sicherlich mit der schönsten Bühnendekoration, aber auch mit der hübschesten Sängerin auf, die im schicken dunkelroten Outfit über die Bühne tanzte. Die Show
überzeugte mich vollkommen, denn die Band gab musikalisch wirklich alles und dem Publikum wurden eine Feuershow und sogar Feuerwerk geboten, das sieht man auf Festivals ja nicht alle Tage. Mit der Musik konnte ich mich dagegen nicht so recht anfreunden, da mir der Gesang zu eintönig war und von weiter vorne kaum erträglich schien. Erstaunlicherweise erkannte ich zwischen all dem "Einheitsbrei" einen Hit (Ice Queen von der neuen CD „Mother Earth“) von Within Temptation wieder, was mich sehr überraschte. Nach der genialen Musik von In Extremo fielen Within Temptation mir persönlich eher negativ auf, die Fans der Band waren jedoch begeistert!

Als Topact des Abends traten schließlich noch Wolfsheim auf. Für deren Show wurden eigens sogar zwei Leinwände installiert, auf denen allerdings nicht die Band zu sehen war. Eine Show war im Prinzip während der ganzen 90 Minuten Auftritt nicht bemerkbar, da sich keiner der Musiker bewegte, auch Feuershow oder ähnliche Extras waren Fehlanzeige. Einzig und allein mit einigen Lichteffekten wartete die Band auf. Musikalisch ist Wolfsheim sicherlich umstritten, der eine mag die Musik, der andere nicht. Ich kannte im Vorfeld von Heppner nur drei Songs, von denen es sich bei zweien allerdings um "Fremdauftritte" handelte. Das eine war die Flut, die Heppner mit Witt im Duett aufgenommen hat und bei dem anderen Song handelte es sich um "Glasgarten", einen Song von Goethes Erben. Der dritte Hit schließlich war die erste Singleauskopplung der neuen CD, nämlich "Kein zurück", auf das ich sehnsüchtig über eine Stunde wartete und fast befürchtete, ich hätte es zwischen der eintönigen Musik verpasst. Vorher gefielen mir alle Songs, die ich von Heppner kannte (also alle drei), doch dieses Bild wandelte sich stark während des Konzertes.... Wolfsheim waren mit ihrer komplett fehlenden Bühnenshow sicherlich die Enttäuschung des Abends, da auch im Publikum keine Stimmung aufkam und eher die Flucht in Richtung Zeitplatz einsetzte.


* Tag 2
Am Sonntag wollte ich eigentlich bereits zu Schandmaul auf dem Festivalgelände sein, doch angesichts der stinkenden Dixiklos im Hangar verzichtete ich dann auf deren Auftritt und war dann erst bei Therion auf dem Gelände. Therion kannte ich vorher gar nicht, war aber positiv überrascht, da mir die Musik sofort gefallen hat. Aufgefallen ist mir jedenfalls, dass hohe Frauenstimmen im Gothicbereich sehr angesagt zu sein scheinen, da kaum eine Band noch ohne weiblichen Gesang auskommt! Nach dem Auftritt von Therion wollte ich eigentlich nur nach einem Lacrimosa-Shirt für mich schauen, bevorzugte dann allerdings doch eher einen schattigen Sitzplatz auf der Wiese möglichst weit entfernt von der Bühne, als ich den EBM-Sound von Covenant vernahm, die als äußerst beliebte Band in diesem Bereich angekündigt wurden. Meine Welt ist diese Musik einfach nicht, von daher kann ich auch nicht beurteilen, ob der Auftritt nun gelungen war.

Am Abend standen schließlich noch die Shows von Oomph und Lacrimosa auf dem Programm, denen ich sehnsüchtig entgegen fieberte. Oomph betraten schließlich ganz in weiß gekleidet die Bühne, der Sänger wie gewohnt in Zwangsjacke (allerdings geöffnet), irrem Blick und aufgestellten Haaren und begannen auch sofort mit ihrer Show, die wirklich das gesamte Publikum mitriss. Die Musiker sprangen über die Bühne und zeigten deutlich, dass sie gerne Musik machen und Spaß daran haben. Auch Hits wie "Fieber", "Weißes Licht", "Augen auf" und die neue Singleauskopplung "Brennende Liebe" durften nicht fehlen und sorgten für Begeisterungsstürme unter den Fans. Beendet haben Oompf ihren Auftritt fulminanterweise mit „Augen auf“, was sich als würdiger Abschluss ihres Auftritts herausstellte. Musikalischer Schwerpunkt bei Oomph waren Songs ihres neuen Albums „Wahrheit oder Pflicht“, von denen sie neben den beiden Singleauskopplungen u.a. noch „wenn du weinst“ und „Sex hat keine Macht“ spielten.

Eher ruhig ging es beim Auftritt von Lacrimosa zu, der von technischen Pannen begleitet war, denn Tilo Wolffs sonore Stimme konnte sich meist nur schwer gegen die E-Gitarrenklänge seiner Band durchsetzen, was ich sonst nicht gewohnt bin von Lacrimosa. Der Auftritt von Lacrimosa war meiner Meinung nach sehr stilvoll, so leuchteten die vielen Lichter, die an der Rückwand der Bühne angebracht waren, in den unterschiedlichsten Farben und tauchten die Bühne immer in ein schönes Licht, besonders romantisch fand ich die weißen Lichter auf schwarzem Hintergrund, die an einen Sternenhimmel erinnerten. Höhepunkte des Auftritts von Lacrimosa waren ganz klar „Der Morgen danach“, "ich bin der brennende Komet" und am Ende "Stolzes Herz", mit dem ein sehr schönes Festival zu Ende ging....


** Das ganze Drumherum
Neben der Musik darf die Verköstigung all der Fans natürlich nicht fehlen, so finden sich an den Seiten des Geländes und im hinteren Teil zahlreiche Trink- und Fressbuden, die für das Wohl der Festivalbesucher sorgen sollen. Alles ist wie gewohnt teuer, so zahlt man für eine Portion Pommes 3 Euro, für eine kleine Portion Nudeln 5 Euro, einen Crepes um die 3 Euro und ein kleines chinesisches Gericht auch 4,50 Euro. Auf solche Festivalpreise sollte man vorbereitet sein, laut Internetangaben auf der Mera Luna-Seite war aber auch die Mitnahme eines Lunchpaketes auf das Festivalgelände erlaubt, wobei allerdings nicht erläutert war, wie dieses aussehen durfte. Empfehlenswert ist es jedenfalls, sich außerhalb des Festivalgeländes zu verpflegen. Bei den Getränken sieht es ähnlich aus, wobei auch nicht immer alle Getränke an allen Getränkeständen vorrätig sind, wenn man also ein Bestimmtes (außer Bier) haben wollte, musste man manchmal längere Zeit suchen gehen.

Direkt am Haupteingang läuft man auf ein großes Zelt zu, in dem die offiziellen Fanartikel erworben werden können. Hier kann man nicht nur die Mera Luna-Shirts kaufen, sondern auch die Shirts der auftretenden Bands, wobei die Fanartikel auf die Bands ausgerichtet sind, die am jeweiligen Tag spielen, so konnte ich mein Lacrimosa-Girlie erst am Sonntag kaufen, weil die Band auch erst am Sonntag aufgetreten ist. Die Preise variierten hier ein wenig, das Lacrimosa-Girlie kostete 18 Euro, das Mera Luna Girlie war zwei Euro teurer und die anderen T-Shirts kosteten auch meist um die zwanzig Euro.

Neben dem Zelt, das von Deutschrock aufgestellt wurde, um Band-Shirts zu verkaufen, gab es darüber hinaus unzählige kleine Verkaufsstände, wo Klamotten, Schmuck und ähnliches feilgeboten wurden. Hier fand man alles, was das "Gruftieherz" begehrt. Auch Vampirszähne konnte man sich ankleben lassen, man konnte sich Airbrush-Tattoos machen lassen und Nase und/oder Ohrloch piercen lassen. Mit dem Stöbern bei den kleinen Verkaufsständen konnte man jedenfalls gut die Zeit zwischen zwei Bands überbrücken.

Das gesamte Drumherum beim M'era Luna hat mir wieder sehr gut gefallen, auf dem Festival kann man immer wieder die unterschiedlichsten Menschen beobachten, wobei die meisten auf ihr Outfit unglaublich viel Wert gelegt haben, da viele Fans trotz der prallen Sonne in schwarzen langen Kleidern rumgelaufen sind. Meine Hochachtung haben auch die Fans, die auf Stöckel- oder Plateauschuhen auf Ackerboden laufen können, ich hätte mir sicherlich meine Knöchel gebrochen. Das M'era Luna ist wirklich optisch das interessanteste Festival, da ich kein anderes (nicht-Gothic)-Festival kenne, wo das Publikum so viel Wert auf sein
Outfit legt.


** Ciao goes M'era Luna
Insgesamt war das M'era Luna fast ein kleiner Ciao-Stammtisch, so hatte ich mich am Samstagnachmittag mit NimueLuna und Vampiria am Eingang verabredet, die in Begleitung von hopo.2ndtry und egal78 auftauchten. Sogleich wurde uns der Ciao-Treffpunkt an der Nudelbude gezeigt, damit man sich wiederfindet, falls man sich in der Menge verloren hat. Das Zusammenhalten aller Ciaois stellte sich als nahezu unmöglich heraus, so schafften wir es am Samstag nur durch Austausch unzähliger sms, bei der Gruppe um NimueLuna und Vampiria zu bleiben, Sonntag dann fast gar nicht mehr. Sonntag wurde das Wiederfinden allerdings auch dadurch erschwert, dass egal78 nicht mehr im feuerroten Türkei-T-Shirt auftauchte, sondern langweiligerweise mit einem schwarzen T-Shirt und man versuche einmal, eine nahezu komplett schwarz gekleidete Gruppe von vier Leuten auf dem M'era Luna wiederzufinden..... Schon am Samstag waren die vier deutlich vorgerötet, während mein Freund und ich frisch eingecremt mit Lichtschutzfaktor 16 auf dem Festivalgelände auftauchten und es tatsächlich schafften, dem Festival ohne Sonnenbrand zu entkommen. Zunächst lauschten wir noch aus weiterer Bühnenentfernung L'ame immortelle, doch pünktlich zu In Extremo kämpften wir uns in Richtung Bühne vor, damit wir den Yellow Piper aus kleinerer Distanz begucken konnten. Leider stand ich dann während des Auftritts von In Extremo so nah hinter Vampiria, dass sie das Pech hatte, In Extremo vermischt mit meinem Gesinge als neuen Klingelton aufzunehmen. Das ist mir ja immer noch ziemlich peinlich.... Schon bei Within Temptation zeigten NimueLuna und Vampiria allerdings erste Schwächen und zogen sich nach hinten zurück, als dann aber noch Wolfsheim mit ihrer einschläfernden Musik einsetzte, hielten es die beiden nur noch ein kurzes Weilchen auf dem Festivalgelände aus und zogen dann recht bald ihren Zeltplatz vor...

Sonntag genossen wir zunächst noch gemeinsam den sehr guten Auftritt von Therion, als es dann aber NimueLuna und Vampiria in den Hangar zog und mein Freund und ich nach Fanartikeln schauen wollten, war es mit dem Zusammenhalt dann auch vorbei. Später standen wir dann nämlich bei Oomph recht weit vorne und konnten uns kurz vor dem Auftritt nicht mehr nach hinten zur Nudelbude vorkämpfen. Zu einer Verabschiedung hat es dann leider nicht mehr gereicht, aber das wird dann beim nächsten Mal nachgeholt :-) Mein erster Festival-Ciao-Stammtisch war jedenfalls sehr nett!


** Fazit
Das M'era Luna überzeugte in diesem Jahr durch ein sehr interessantes und gutes Line-up und auch das Wetter spielte hervorragend mit, auch wenn es ruhig ein paar Grad kühler hätte sein dürfen. Dafür war die Stimmung auf dem Festivalgelände wieder einmal hervorragend und auch die meisten Bands überraschten durch motivierte und engagierte Auftritte, bei denen große Hits gespielt wurden und es sogar bei zwei Bands eine schicke Feuershow zu bewundern gab. Die Preise auf dem Gelände waren wie gewohnt überteuert, sodass es ratsam war, sich seine Getränke selbst mitzubringen. Einziger Kritikpunkt waren für mich die Dixiklos im Hangar, die den Aufenthalt dort unerträglich machten, aber insgesamt war das M'era Luna mehr als gelungen, sodass ich nichts anderes geben kann als 5 Sterne!

71 Bewertungen, 3 Kommentare

  • kruemel02

    11.05.2005, 14:40 Uhr von kruemel02
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner umfassender Bericht. Ist aber wohl eher nix für mich.*gg* LG Oli Danke für deine Bewertung.

  • mima007

    26.08.2004, 19:12 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner, anschaulicher Bericht, Maike! VG, mima

  • lilly

    26.08.2004, 16:25 Uhr von lilly
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ausführlich und sehr schön geschrieben! LG, Steffi