Mera Luna Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von sfutterleib
Grufties on Tour...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hy,
heute möchte ich euch etwas über ein Festival berichten, dass eigentlich jedes Jahr zu meinem Festival/Konzert-Pflichtplan gehört. Das Mera Luna Festival auf dem Flughafengelände in Hildesheim-Drispenstedt fand im Jahr 2000 zum ersten Mal statt, doch der Zulauf der Besucher war trotzdem sehr gross. Das kommt wohl daher, dass die Location vorher jahrelang der Schauplatz des in der schwarzen Szene allseits geliebten Zillo-Festivals war und viele Leute eine Menge guter Erinnerungen an die vergangenen Festivals hatten. Warum das Zillo nun auf eine andere Location verlegt wurde und der ehemalige Veranstalter sein eigenes \"Gruftie-Festival\" ins Leben gerufen hat möchte ich an dieser Stelle nicht darstellen - die Angelegenheit war mehr als kompliziert, mittlerweile ist aber alles geregelt und die Szene freut sich über ein weiteres gut organisiertes Festival. Trotzdem waren wir \"alten\" Zillo-Besucher doch ein wenig gespannt. Hatte sich etwas verändert ? Gibt es auch einen Zillo Verkaufsstand auf dem Gelände ? Und wie ist wohl die Stimmung unter den Besuchern ?
Nun gut, wir machten uns also Freitag mittags auf den Weg von Bielefeld nach Detmold, unserer ersten Station, wo wir uns noch mit ein paar anderen Leuten treffen wollten. Mein Freund hatte die erste Nervenkrise bereits hinter sich und saß relativ relaxt als Beifahrer in meinem kleinen, vollgepacktem Clio. Man hätte denken können, dass wir drei Wochen in den Urlaub fahren und nicht nur drei Tage aufs Festival...aber ich konnte halt nicht anders, als eine riesige Reisetasche mitzunehmen, in der der Inhalt meines halben Kleiderschrankes steckte einschliesslich diversen Paaren an Schuhen ( Frauen halt ...! ). Lebenswichtige Dinge wie Zelt, Isomatten, ein grosses Kissen, ein Kasten Bier, etwas Mineralwasser, ne Kühltasche mit Lebensmitteln etc. füllten den Rest des Kofferraumes und der Rücksitzbank aus. Unser erster Stop in Detmold verlängerte sich etwas, da ein paar Leute im Stau standen und auch den Treffpunkt nicht fanden. Als alle vollzählig waren ging es in einer Autokolonne mit 10 Autos weiter nach Hildesheim. Das sonnige Wetter versetzte alle in Festivallaune und je näher wir dem Zielort kamen, umso mehr steigerte sich unsere Vorfreude. In Hildesheim wurde noch der obligatorische Stop bei einer Filiale einer sehr bekannten Fast-Food-Kette gemacht, die schon fest in schwarzer Hand war und erstaunlicherweise waren wir danach recht schnell auf dem Festivalgelände. Der grosse Ansturm sollte noch kommen und wir mussten nicht lange warten um auf den Parkplatz zu kommen.
Endlich angekommen ging die Jagd auf den besten Zeltplatz los. Wir brauchten ja nun ein gosses Areal, um alle Zelte aufstellen zu können ( einschliesslich zweier Pavillons )... Ein nettes Plätzchen war schnell gefunden und mit Feuereifer begann ich das Zelt aufzubauen während mein Freund die restlichen Sachen aus dem Auto holte. Da ich ja wusste wie schwer das alles war, hatte ich mir vorsorglich die leichtere Aufgabe, den Zeltaufbau ausgesucht. Schon bald konnten wir uns häuslich einrichten und als Belohnung wurde das erste Bier geköpft...ahhh...das tat gut- es war nämlich ziemlich heiss. Wir machten uns auf den Weg um uns die obligatorische Festivalarmbändchen zu holen - und auch hier fanden wir noch keine grosse Schlange vor - und einen kleinen Rundgang über das Gelände zu machen. Der Abend verlief recht feucht-fröhlich und die Nacht war anschliessend recht kurz. Gegen halb sieben wurde ich wieder wach, tapste in Richtung Dusche und war überrascht, dass die Dusche recht sauber war und sogar warmes ( !!! ) Wasser aus dem Duschkopf rieselte. Frisch geduscht und hergerichtet stapfte ich wieder in Richtung unserer Zelthochburg, wo auch schon die ersten Mitcamper aufgewacht waren. Der Tagesplan wurde durchgesprochen ( Wann spielt welche Band ? etc. ) und als endlich das Festivalgelände öffnete mischten wir uns unter die Menge. Eigentlich wusste ich gar nicht wo ich hinschauen sollte. Es laufen ja immer so viele verrückte Leute auf so nem Festival rum, dass man vor lauter Beobachtung der Menschen fast die vielen Stände vermisst. Hier hatte sich im Vergleich zum Zillo wenig geändert. Eine grosse Auswahl an Klamotten, Cds und Fanartikel lud zum Geldausgeben ein. Wir schlenderten übers Gelände, hörten der ein oder anderen Band zu, testeten die reichhaltigen kulinarischen Genüsse ( auch eine grosse vegetarische Vielfalt war vorhanden )oder lagen auch nur faul im Gras um die Sonne zu geniessen. Abends feierten wir auf der Festivalparty oder gemütlich in netter Runde unterm Pavillion weiter bis wir völlig erschöpft und mit nem kräftigen Sonnenbrand in unsere Schlafsäcke krabbelten. Der Sonntag lief ähnlich ab, doch mussten wir im Laufe des Tages wieder alles einpacken und im Auto verstauen. Mein Freund und ich fuhren während des letzten Acts los, um einen Parkplatzstau zu vermeiden, kehrten noch einmal bei Mc Donalds ein und irgendwann gegen Mitternacht trafen wir wieder in Bielefeld ein.
Die Bandlist des Mera Luna hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sisters of Mercy als Hauptact am Samstag habe ich leider verschlafen ( ich bin wohl mal kurz vor Erschöpfung eingenickt... ) und das hat mich total geärgert, da das die einzige Band war, die ich noch nie live gesehen hab. Auf zwei Bühnen lief an den zwei Tagen ein gutes Programm ab, wenn auch die Akkustik leider etwas zu wünschen übrig liess. Auf der kleinen Bühne im Hangar ging richtig die Post ab und jeden, der dort ohne Gehörschutz hineinging halte ich für verrückt. Es war dort einfach viel zu laut !!!
Den genauen Preis der Festivalkarte kann ich euch nicht mehr nennen - es war ein Geburtstagsgeschenk - aber so eine Festivalkarte liegt etwa bei knapp 50 Euro ( einschl. Zelten,Parken ). Man kann auch Tageskarten bekommen, die etwa bei 30 Euro liegen.
Über den Preis kann man sich nicht beschweren, denn die Organisation des Festivals ist echt top. Genügend ( saubere ! ) Toilettenwagen, tolle Bands, kein Trouble...
Die Stimmung unter den Leuten war sehr friedlich und entspannt - so ein paar Chaoten, denen bei der Sonne der Alkohol etwas zu Kopf gestiegen ist gibt es immer und auch die Bands haben ne gute Party abgeliefert. Marc Almond, Sisters of Mercy, HIM, Spock, VNV Nation, Tanzwut, Project Pitchfork und Umbra et Imago gaben sich die Ehre - natürlich auch viele andere Künstler.
Das Publikum bestand ( und so wird es wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder sein ) grösstenteils aus Leuten, die sich der schwarzen ( \"Gruftie-\" ) Szene angehörig fühlen, Metaller, ein paar Alternativen und wenigen \"Normalos\" - doch niemand bekommt dort aufgrund seines Aussehens einen blöden Spruch zu hören, denn eines verbindet doch alle: die Liebe zur Musik !
Das Klientel mag sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein, doch ich fühle mich in diesem Kreis sehr wohl und kann nur jedem, der eine Vorliebe für Dark Wave, Industrial, Synthie Pop, EBM oder Gothic besitzt empfehlen einmal in Hildesheim vorbeizuschauen.
Eure \"gruftige\" Svenja
P.S. Alle meine peinlichen Aktionen ( die dem übermässigen Alkoholgenuss anzulasten sind )hab ich wohlweislich verschwiegen...
heute möchte ich euch etwas über ein Festival berichten, dass eigentlich jedes Jahr zu meinem Festival/Konzert-Pflichtplan gehört. Das Mera Luna Festival auf dem Flughafengelände in Hildesheim-Drispenstedt fand im Jahr 2000 zum ersten Mal statt, doch der Zulauf der Besucher war trotzdem sehr gross. Das kommt wohl daher, dass die Location vorher jahrelang der Schauplatz des in der schwarzen Szene allseits geliebten Zillo-Festivals war und viele Leute eine Menge guter Erinnerungen an die vergangenen Festivals hatten. Warum das Zillo nun auf eine andere Location verlegt wurde und der ehemalige Veranstalter sein eigenes \"Gruftie-Festival\" ins Leben gerufen hat möchte ich an dieser Stelle nicht darstellen - die Angelegenheit war mehr als kompliziert, mittlerweile ist aber alles geregelt und die Szene freut sich über ein weiteres gut organisiertes Festival. Trotzdem waren wir \"alten\" Zillo-Besucher doch ein wenig gespannt. Hatte sich etwas verändert ? Gibt es auch einen Zillo Verkaufsstand auf dem Gelände ? Und wie ist wohl die Stimmung unter den Besuchern ?
Nun gut, wir machten uns also Freitag mittags auf den Weg von Bielefeld nach Detmold, unserer ersten Station, wo wir uns noch mit ein paar anderen Leuten treffen wollten. Mein Freund hatte die erste Nervenkrise bereits hinter sich und saß relativ relaxt als Beifahrer in meinem kleinen, vollgepacktem Clio. Man hätte denken können, dass wir drei Wochen in den Urlaub fahren und nicht nur drei Tage aufs Festival...aber ich konnte halt nicht anders, als eine riesige Reisetasche mitzunehmen, in der der Inhalt meines halben Kleiderschrankes steckte einschliesslich diversen Paaren an Schuhen ( Frauen halt ...! ). Lebenswichtige Dinge wie Zelt, Isomatten, ein grosses Kissen, ein Kasten Bier, etwas Mineralwasser, ne Kühltasche mit Lebensmitteln etc. füllten den Rest des Kofferraumes und der Rücksitzbank aus. Unser erster Stop in Detmold verlängerte sich etwas, da ein paar Leute im Stau standen und auch den Treffpunkt nicht fanden. Als alle vollzählig waren ging es in einer Autokolonne mit 10 Autos weiter nach Hildesheim. Das sonnige Wetter versetzte alle in Festivallaune und je näher wir dem Zielort kamen, umso mehr steigerte sich unsere Vorfreude. In Hildesheim wurde noch der obligatorische Stop bei einer Filiale einer sehr bekannten Fast-Food-Kette gemacht, die schon fest in schwarzer Hand war und erstaunlicherweise waren wir danach recht schnell auf dem Festivalgelände. Der grosse Ansturm sollte noch kommen und wir mussten nicht lange warten um auf den Parkplatz zu kommen.
Endlich angekommen ging die Jagd auf den besten Zeltplatz los. Wir brauchten ja nun ein gosses Areal, um alle Zelte aufstellen zu können ( einschliesslich zweier Pavillons )... Ein nettes Plätzchen war schnell gefunden und mit Feuereifer begann ich das Zelt aufzubauen während mein Freund die restlichen Sachen aus dem Auto holte. Da ich ja wusste wie schwer das alles war, hatte ich mir vorsorglich die leichtere Aufgabe, den Zeltaufbau ausgesucht. Schon bald konnten wir uns häuslich einrichten und als Belohnung wurde das erste Bier geköpft...ahhh...das tat gut- es war nämlich ziemlich heiss. Wir machten uns auf den Weg um uns die obligatorische Festivalarmbändchen zu holen - und auch hier fanden wir noch keine grosse Schlange vor - und einen kleinen Rundgang über das Gelände zu machen. Der Abend verlief recht feucht-fröhlich und die Nacht war anschliessend recht kurz. Gegen halb sieben wurde ich wieder wach, tapste in Richtung Dusche und war überrascht, dass die Dusche recht sauber war und sogar warmes ( !!! ) Wasser aus dem Duschkopf rieselte. Frisch geduscht und hergerichtet stapfte ich wieder in Richtung unserer Zelthochburg, wo auch schon die ersten Mitcamper aufgewacht waren. Der Tagesplan wurde durchgesprochen ( Wann spielt welche Band ? etc. ) und als endlich das Festivalgelände öffnete mischten wir uns unter die Menge. Eigentlich wusste ich gar nicht wo ich hinschauen sollte. Es laufen ja immer so viele verrückte Leute auf so nem Festival rum, dass man vor lauter Beobachtung der Menschen fast die vielen Stände vermisst. Hier hatte sich im Vergleich zum Zillo wenig geändert. Eine grosse Auswahl an Klamotten, Cds und Fanartikel lud zum Geldausgeben ein. Wir schlenderten übers Gelände, hörten der ein oder anderen Band zu, testeten die reichhaltigen kulinarischen Genüsse ( auch eine grosse vegetarische Vielfalt war vorhanden )oder lagen auch nur faul im Gras um die Sonne zu geniessen. Abends feierten wir auf der Festivalparty oder gemütlich in netter Runde unterm Pavillion weiter bis wir völlig erschöpft und mit nem kräftigen Sonnenbrand in unsere Schlafsäcke krabbelten. Der Sonntag lief ähnlich ab, doch mussten wir im Laufe des Tages wieder alles einpacken und im Auto verstauen. Mein Freund und ich fuhren während des letzten Acts los, um einen Parkplatzstau zu vermeiden, kehrten noch einmal bei Mc Donalds ein und irgendwann gegen Mitternacht trafen wir wieder in Bielefeld ein.
Die Bandlist des Mera Luna hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sisters of Mercy als Hauptact am Samstag habe ich leider verschlafen ( ich bin wohl mal kurz vor Erschöpfung eingenickt... ) und das hat mich total geärgert, da das die einzige Band war, die ich noch nie live gesehen hab. Auf zwei Bühnen lief an den zwei Tagen ein gutes Programm ab, wenn auch die Akkustik leider etwas zu wünschen übrig liess. Auf der kleinen Bühne im Hangar ging richtig die Post ab und jeden, der dort ohne Gehörschutz hineinging halte ich für verrückt. Es war dort einfach viel zu laut !!!
Den genauen Preis der Festivalkarte kann ich euch nicht mehr nennen - es war ein Geburtstagsgeschenk - aber so eine Festivalkarte liegt etwa bei knapp 50 Euro ( einschl. Zelten,Parken ). Man kann auch Tageskarten bekommen, die etwa bei 30 Euro liegen.
Über den Preis kann man sich nicht beschweren, denn die Organisation des Festivals ist echt top. Genügend ( saubere ! ) Toilettenwagen, tolle Bands, kein Trouble...
Die Stimmung unter den Leuten war sehr friedlich und entspannt - so ein paar Chaoten, denen bei der Sonne der Alkohol etwas zu Kopf gestiegen ist gibt es immer und auch die Bands haben ne gute Party abgeliefert. Marc Almond, Sisters of Mercy, HIM, Spock, VNV Nation, Tanzwut, Project Pitchfork und Umbra et Imago gaben sich die Ehre - natürlich auch viele andere Künstler.
Das Publikum bestand ( und so wird es wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder sein ) grösstenteils aus Leuten, die sich der schwarzen ( \"Gruftie-\" ) Szene angehörig fühlen, Metaller, ein paar Alternativen und wenigen \"Normalos\" - doch niemand bekommt dort aufgrund seines Aussehens einen blöden Spruch zu hören, denn eines verbindet doch alle: die Liebe zur Musik !
Das Klientel mag sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein, doch ich fühle mich in diesem Kreis sehr wohl und kann nur jedem, der eine Vorliebe für Dark Wave, Industrial, Synthie Pop, EBM oder Gothic besitzt empfehlen einmal in Hildesheim vorbeizuschauen.
Eure \"gruftige\" Svenja
P.S. Alle meine peinlichen Aktionen ( die dem übermässigen Alkoholgenuss anzulasten sind )hab ich wohlweislich verschwiegen...
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