Mercedes-Benz C-Klasse Testbericht

Mercedes-benz-c-klasse
Abbildung beispielhaft
ab 67,36
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Platzangebot:  großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von hspindler

Ein nobler Kombi, aber kein Lastesel

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Mercedes C- Klasse dürfte jedem hinreichend bekannt sein, sie ist die kleinste Limousinen- Klasse bei Mercedes. Wer etwas noch kleineres und günstigeres von Mercedes haben möchte, kann nur noch die A-Klasse wählen.

Von Größe, Ausstattung und Motorleistung her ist die C-Klasse im gleichen Marktsegment angesiedelt, wie der 3er Touring von BMW, der Vectra Kombi von Opel oder auch der Bora Variant von VW. Selbstverständlich sind BMW und Mercedes in einer anderen Preisklasse angesiedelt als Opel und VW.

Kaufgründe

Die Käufer eines C-Klasse- T- Modells sind überwiegend Leute, die finanziell gut dastehen, oft wird der Wagen aber auch als Firmen- Fahrzeug gekauft.
Er ist kein Lastesel, wie beispielsweise der Passat, eher ein Edelkombi für Leute, die als Gepäck schon einmal ein paar Koffer mehr, einen Kinderwagen oder ähnliches mitnehmen. Für Leute, die oft wirklich sperrige Dinge mitnehmen, bietet er sich weniger an, weil der Laderaum gegenüber Passat Variant oder Opel Omega Kombi wesentlich kleiner ist. Schon die abgeschrägte Heckklappe kostet einiges an Platz und macht es schwerer, hohe Lasten zu transportieren.

Motor

Ein 2,2 Liter Vierzylinder mit 92 KW/125 PS, Turbo- Aufladung und Common Rail- Direkteinspritzung leistet hier seine Arbeit. CDI- typisch ist das Drehmoment schon bei niedrigen Drehzahlen hoch, man kann von unten heraus beschleunigen. Mit dem Leergewicht von etwas unter 1.600 kg tut sich der Motor deutlich leichter, als in einer E-Klasse, in der er ja auch verbaut wird.
Der Verbrauch pendelt sich bei ca. 7 Litern auf 100 km ein, ein akzeptabler Wert für einen gut ausgestatten Kombi.

Innenraum

Typisch für das C- Modell bis Baujahr 2000 ist relativ viel, aber hochwertiges Plastik im Innenraum und wenige Holz- Applikationen. Meist ist alles grau gehalten, mittlerweile hat sich beim neuen Modell das schönere, aber auch empfindlichere Beige durchgesetzt.

Wie bei allen Mercedes ist die Anordnung der Schalter und Hebel typisch Mercedes. Wer noch nie oder schon lange keinen Benz mehr fuhr, sollte sich erst einmal ein wenig vertraut machen. Gerade die Handbremse gibt es bei Mercedes nicht, die Feststellbremse tritt man mit dem Fuss, sie ist ganz links so angebracht, dass man sie nicht aus Versehen treten könnte. Lösen muss man sie dann wieder mit der Hand.

Die Sitze sind mercedes- typisch insgesamt stabil, fühlen sich an, wie eine Federkern- Matratze von früher, ihr wisst schon, die dreigeteilten Dinger, die Oma und Opa früher im Bett hatten :-) Sie federn den Fahrer gut ab, sind aber erst einmal gewöhnungsbedürftig, weil kein anderer Hersteller die Sitze so baut. Auf langen Fahrten sind sie trotzdem bequem.

Das Armaturenbrett ist sehr kurz ausgefallen, ähnlich wie in der E-Klasse. Wo mein Passat.- Armaturenbrett 30-35 cm tief ist, sind es beim Benz nur wenige Zentimeter. Das ganze sucht seinen Sinn darin, dem Fahrer und vor allem dem Beifahrer mehr Raum zu verschaffen. Als Ablage taugen die Armaturenbretter ohnehin nicht mehr, das alles runterrutzscht, ja auch runterrutschen soll, weil im Armaturenbrett der Airbag für den Beifahrer sitzt, der immer frei bleiben soll. "Lustig" wird es übrigens, wenn Leute irgendwelche Dinge auf den Airbag kleben. Ich habe in einem Mercedes einmal gesehen, dass jemand einen Mercedes- Stern aus Blech auf den Beifahrer- Airbag befestigt hatte. Geht der Airbar igendwann einmal auf, hat der Beifahrer eine lebenslang bleibende Erinnerung an Mercedes irgendwo auf der Stirn, wenn er es überhaupt überlebt :-)

Das Lenkrad, ebenfalls mercedes-spezifisch ist sehr Massig, die Lenkung ist überaus leichtgängig. Wer gerne sehr sportlich fährt, wird feststellen, dass die Mercedes- Lenkung auf ganz leichte Lenkbewegungen wenig reagiert, während ein BMW sofort darauf reagiert. Diese Art der Lenkung ist eben die Mercedes- Interpretation von elegantem gemütlichen Fahren, während BMW mit einer sehr direkten Lenkung eher den sportlichen Fahrertypus anspricht.

Die Font- Passagiere haben leider wie im 3er wenig Beinfreiheit. Ist der Fahrer relativ groß, bliebt nur extrem wenig Platz für die Beine.

Die C-Klasse ist damit eher etwas für eine Familie mit kleineren Kindern, wer eher und häufig mit 4 Erwachsenen unterwegs ist, sollte sich mal in den Fond der E-Klasse setzen. Leider ist dei E-Klasse auch eine ganze Ecke teurer.

Laderaum

Selbstverständlich übertrifft der Laderaum jede Limousine. Er ist aber eher für das normale Urlaubs- Gepäck geeignet, als für den Transport größerer eckiger Lasten (Waschmaschine usw.), die abgeschrägte Heckklappe ist eben beim Ladevolumen ein Nachteil.

Die Verarbeitung im Laderaum ist aber einwandfrei, alles vernünftig verkleidet, kein nacktes Blech, Ösen zum Verzurren der Lasten. Bei der neuen C-Klasse kann man jetzt auch auf das Reserve- Rad verzichten, stattdessen wird ein platzsparendes Reparaturkit geliefert. Ist der Reifen platt, sprüht man über das Ventil eine schaumbildende Substanz ein, die mit dem defekten Reifen ein langsames Weiterfahren ermöglicht.
Ist er allerdings von der Felge schon runter, hilft das nichts mehr, aber man sollte dann auch mit Reserverad nicht weiterfahren, da in solchen Fällen fast immer die Aufhängung beschädigt ist.

Aussen

Die C-Klasse bis Baujahr 2000 hat noch viel vom ursprünglichen 190er. Die eckigen Scheinwerfer, die Haube, das alles ändert sich erst ab dem aktuellen Modell.

Von hinten sieht er bei weitem nicht so wuchtig aus, wie die E-Klasse als T-Modell. Die Heckklappe ist wie schon gesagt sehr stark abgeflacht, was zwar Raum verschenkt, aber einen sportlicheren und gefälligeren Eindruck macht.

Alles in allem wirkt er schon sportlich, aber auch elegant. Vom Aussehen her wird er aber meiner Meinung nach vom 3er übertroffen.

Fahrwerk/Bremsen

Mercedes versucht, die Autos etwas komfortabler abzustimmen, als es andere Marken oft machen. Zum 3er BMW ist es kein Vergleich, der Mercedes wirkt wesentlich weicher. Wirklich störend wirkt sich das aber höchstens auf Kurven- Artisten aus, der typische Mercedes- Fahrer läßt es normalerweise etwas sachter angehen oder er kauft sich ein Sportfahrwerk.

Zum Reisen ist die Abstimmung ideal.

Die Bremsen tun ihren Dienst. Das ABS und die Spur- Stabilisierung (bei VW ESP, bei Benz ?) tut ihren Dienst, wenn es denn sein muss.

Die Bremsanlage ist nach moderen Kriterien ausgestattet, vorne innenbelüftete Scheibenbremsen, hinten ebenfalls Scheibenbremsen, das ist für diese Klasse heute absolut Standard.

Mit einem vollbeladenen Kombi sollte man dann ohnehin etwas vorausschauender fahren, denn der Bremsweg wird ganz klar länger.

Sicherheit

So schön, wie bei der E-Klasse konnte ich noch nicht sehen, wie sicher die Fahrzeuge sind (siehe Bericht E 290 Turbodiesel). Aber Fahrer- und Beifahrer- Airbag sowie jeweils ein Seitenairbag schützen schon einmal die Front- Passagiere.

Kosten

In der Serienausstattung hat er knapp unter 30.000 Euro gekostet, aber die Liste der Extras ist lang und gepfeffert.

In einer akzeptablen Ausstattung zumindest schon mal mit Klima- Automatik, ordentlichem CD- Radio und vielleicht Alu- Felgen, die ihn gleich gewaltig besser aussehen lassen, liegt man schon bei 35.000 Euro, ein C 220 T in Top- Ausstattung mit Lefer- Ausstattung, CD-Wechsler, MF- Lenkrad, den ganzen elektrischen Extras usw. kann gut an 50.000 Euro gehen, ein echter Hammer für einen Wagen der Mittelklasse.

Neu gibt es ihn ja nicht mehr, als Gebraucht- Fahrzeug mit einer km- Leistung unter 50.000 und Baujahr 2000, also 2 Jahre alt, muss man je nach Ausstattung ab ca. 20.000 € rechnen, mit einer sehr hochwertigen Komplett- Ausstattung gehen die Preise an die 30.000 - 35.000 €.

Das ist zwar in der Anschaffung ein Nachteil, aber beim Verkauf erzielt man für gut gepflegte Benz, die die Inspektionen eingehalten haben ebenfalls Top- Preise.

Der Einstieg zum Benz- Fahren ist also kostspielig, danach ist es schon günstiger, vor allem, wenn Ihr auf jeden Fall regelmäßig das Fahrzeug wechseln möchtet und nicht bis das der TÜV euch scheidet, unterwegs sein wollt.

Unterhalt

Diesel mit 2,2 Liter sind in der Steuer schon wieder etwas kostspielig. Erst ab ca. 20.000 km im Jahr an Fahrleistung fängt der Diesel an, sich aufgrund des günstigeren Dieselpreises und des niedrigeren Verbrauchs zu amortisieren.

Anfälligkeit

Leider ist auch Mercedes nicht in der Lage, perfekte Zuverlässigkeit zu liefern.

Bekannt bei den CDI- Modellen sind Probleme mit der Tank- Anzeige. Diese geht oft falsch, zeigt viel zu viel an, so dass man schnell mal mit leerem Tank liegenbleibt. Es ist dann auch nicht so einfach, ihn wieder zum Laufen zu bekommen. Teilweise orgelt man tatsächlich die Betterie leer, bevor wieder Treibstoff in der Leitung ist.
Traurig ist es, dass die Tankanzeige mehrfach getauscht wurde, aber keine Abhilfe möglich war.

Wie alle modernen Diesel gab es auch mit den ersten CDI- Motoren Probleme in der Zuverlässigkeit. Es kommen leider schon einmal Defekte vor, die es notwenig machen, eine Austausch- Maschine einzubauen. Dass das gewaltig ins Geld geht, ist Euch hoffentlich klar, vor allem, wenn der Wagen ausserhalb der Garantie ist.

Empfundene Qualität

Eine ganz wichtige Sache, denn es trägt sehr zum Wohlbefinden und zum Sicherheitsgefühl bei. Wenn man einmal die Tür eines Trabbis zugeschlagen hat, weis man, wie es sich nicht anhören sollte. Wer fühlt sich auch im Trabbi schon sicher ?

Aber zur Beruhigung der Gemüter, im Benz klingt alles sehr satt. Kofferraum und Türen schließen ohne zu klappern mit einem satten Geräusch. Beim Fahren stören wenige Nebengeräusche, es klappert eigentlich nichts. Mich macht es beispielsweise wahnsinnig, wenn irgendwo ein \\\"Jibbeln\\\" oder Knistern zu hören ist, bei meinem Passat wurde deswegen schon die Türverkleidung ausgebaut.

Die empfundene Qualität ist hoch, lediglich die Schalter und Knöpfe im Innenraum könnten sich besser anfühlen und stabiler und gefälliger sein.

Service

Ich wiederhole nicht das ganze, was ich bei der E-Klasse schon schrieb. Der Service ist bei Mercedes jedenfalls hervorragend, wer näheres wíssen will, schaue doch bitte unter E 290 Turbodiesel nach.

Fazit

Ein Kombi, der als Familienkutsche bei 2 kleineren Kindern oder Firmenwagen für den Handelsvertreter
gut geeignet ist. Wie auch der A4 von Audi ist der Laderaum eher begrenzt, daher ist er kein Transporter.

Wer ihn gebraucht kauft, sollte auf die scheckheft- Pflege achten. Leider muss man auch bei einem 2-3 Jahre alten C- Modell gutes Geld mitbringen.

Wer gerne etwas mehr Platz hätte und den Geldbeutel schonen möchte, sollte sich vielleicht einmal den Mondeo ansehen. Da ist lediglich das Image schlechter, als beim Benz und man muss in der gefühlten Qualität ein paar Abstriche machen.

9 Bewertungen