Erfahrungsbericht von angelika46
Gerade noch rechtzeitig
Pro:
da gibts kein dafür
Kontra:
schlechte Stimmung
Empfehlung:
Nein
In den letzen Monaten hatte ich an meiner Arbeitsstelle mit Mobbing zu tun. Leider war ich selbst betroffen und der Leidtragende.
Hier versuche ich einmal die Geschichte von Anfang an aufzurollen. Vor ca. 12 Jahren fing ich bei dieser Firma an, zunächst als damals noch 390,-- DM-Kraft für zwei Vormittage. Lange Zeit, genauso genommen sieben Jahre war ich auf dieser Basis dort beschäftigt.
Vor ca. 5 Jahren wurde ich dann in ein festes Anstellungsverhältnis für 4 Vormittage pro Woche übernommen. Meine Kollegin, die schon länger als Ganztageskraft mit mir dort arbeitete, sah sich als rechte Hand des Chefs, der die 390,-- DM-Kräfte nur zuarbeiten.
Auch mit meiner Festanstellung änderte sich zunächst nicht viel. Irgendwie war mir immer klar, in dem Moment, wo ich selbständiger arbeiten will, wird es mit uns beiden nicht mehr gut gehen. Meine Kollegin ist eine sehr dominante Person, die eine andere Meinung nicht so schnell neben sich gelten lässt.
Wie gesagt, solange ich bei diesem Spiel brav mitspielte, war alles o.k. Eines Tages geschah nun, dass sie krank wurde und zwar so, dass sie gleich für einige Monate nicht mehr zur Arbeit kommen konnte.
Zu dem Bereich für den ich immer zuständig war, kamen für mich jetzt einige Aufgaben mehr von ihr hinzu. Ich vertrag sie praktisch voll. Selbstverständlich war dies auch mit Mehrarbeit verbunden.
Als sie dann wiederkam, wurde ich von meinem Chef recht gelobt, dass alles sehr gut geklappt hätte etc. etc. Ich merkte sofort, dass ihr das überhaupt nicht gefiel. Einige Zeit brauchte sie, bis sie sich wieder in die Arbeit eingefunden hatte und solange war auch alles gut.
Ein paar Monate später wurde ihr aus innerbetrieblichen Gründen dann ein wichtiger Bereich ihres Arbeitsgebietes entzogen. Plötzlich fing sie an, sich in meine Belange einzumischen und verschiedene Dinge aus meinem Aufgabenbereich an sich zu reißen.
Zuerst hatte ich es gar nicht so gemerkt, weil z. B. ein Urlaub von mir dazwischen war und aufgrund der Urlaubsvertretung für mich einige Dinge bei ihr gelandet waren. Also sagte ich erst einmal nichts. Als ich jedoch immer öfter Dinge, die in meinen Aufgabenbereich fielen bei ihr auf dem Schreibtisch fand – dort etwas wegzunehmen hatte sie mir verboten – und plötzlich Kopien, die ich mir vorbereitet hatte, spurlos verschwanden, wurde ich doch stutzig und begann, die Dinge genauer zu beobachten.
Immer weniger hatte ich mit meinem eigentlichen Aufgabengebiet zu tun. Hinzu kam, dass ich wusste, dass wir bald weniger Arbeit bekommen würden und evtl. jemand überflüssig werden würde. Sie baute also vor.
Eines Tages, sie war gerade in Urlaub und sonst war auch niemand da, der mir hätte helfen können, musste ich dringend in unsere Werkstatt, um dort ein Teil zu holen. Der Schlüssel, der für solche Zwecke angeschafft worden war, wurde immer in ihrer Schublade aufbewahrt. Leider konnte ich den Schlüssel jedoch nicht finden. Eine andere Kollegin war dabei und konnte das bestätigen. In einem E-Mail bat ich darum, in Zukunft dafür zu sorgen, dass der Schlüssel an seinem Platz sei.
Als sie dann wiederkam, meinte sie, was ich mit dem Schlüssel gehabt hätte, der wäre doch immer an seinem Platz gewesen. Dies ist nur ein Beispiel. Da könnte ich noch viele andere anführen, in denen immer etwas behauptet wurde, wo man sich nicht mehr ganz sicher ist und dann sagt, da habe ich mich vielleicht geirrt. Der Schlüssel wurde aber dann für mich zum Schlüsselerlebnis, denn hier wusste ich ganz sicher, dass ich mich nicht geirrt hatte. Außerdem sagte sie zu einem anderen Kollegen, was die den Schlüssel braucht, die hat in der Werkstatt nichts zu suchen.
Aber jetzt komme ich zur Gegenwehr. Zunächst stellte ich sie zur Rede und fragte, warum sie denn plötzlich die meisten meiner Aufgaben auf ihrem Schreibtisch hätte. Ich hätte früher doch auch alles alleine erledigt.
Darauf hin meinte sie, das wäre halt jetzt so. Sie sei die Person die hier alles einteilt und sie wolle es eben so.
Bis zu diesem Tag habe ich alle Probleme, die ich hier nicht alles aufzählen kann, mit ihr alleine erledigt, aber auf das hin, zog ich den Chef hinzu.
Dieser wollte sich natürlich wieder nicht sofort einmischen und meinte, wir sollten doch mal unsere Aufgaben zusammenstellen und dann würden wir wieder miteinander reden. Sie behauptete doch dreist, sie hätte diese Aufgaben, meine nämlich, schon immer gemacht. Gottseidank lässt sich so was anhand von Unterlagen aber nachweisen.
Wir setzten uns also erneut zusammen und nach langem hin und her wurden wir uns, was die Aufgabenaufteilung anbelangt, einig.
Allerdings ein schönes Arbeiten, wurde es für mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr. Wenn sie kam, verlief der gesamte Vormittag in eisigem Schweigen. Aus diesem Grunde bekam ich ein leer stehendes Zimmer zur Verfügung gestellt, in das ich jedoch noch nicht einziehen konnte.
Mittlerweile schweigen wir zwar immer noch, reden auch nur wenn’s sein muss über Geschäftliches, aber wenn genug zu tun ist, kommt man schon um die Runden.
Mittlerweile habe ich in dem neuen Raum schon einen PC stehen, so dass meinem Umzug auch nicht mehr viel im Wege steht.
Das ganze war meiner Meinung nach inszeniert, damit gleich klar ist, dass sie diejenige sein wird, sie auf jeden Fall ihren Arbeitsplatz behält. Mich wollte sie von vornherein überflüssig machen.
Wenn jemand gemobbt wird, ist das wichtigste zunächst, dass man dies überhaupt erkennt. Ist man sich eindeutig sicher, kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur empfehlen, sofortige Gegenmaßnahmen zu ergreifen, d. h. sich möglichst Zeugen zu schaffen und sich ggf. mit Hilfe des Chefs zur Wehr zu setzen.
In meinem Fall hat es auf jeden Fall geklappt. Allerdings muss ich sagen, wenn ich von Mobbing was gehört habe, habe ich das meistens alles gar nicht glauben können. Heute bin ich eines besseren belehrt.
Hier versuche ich einmal die Geschichte von Anfang an aufzurollen. Vor ca. 12 Jahren fing ich bei dieser Firma an, zunächst als damals noch 390,-- DM-Kraft für zwei Vormittage. Lange Zeit, genauso genommen sieben Jahre war ich auf dieser Basis dort beschäftigt.
Vor ca. 5 Jahren wurde ich dann in ein festes Anstellungsverhältnis für 4 Vormittage pro Woche übernommen. Meine Kollegin, die schon länger als Ganztageskraft mit mir dort arbeitete, sah sich als rechte Hand des Chefs, der die 390,-- DM-Kräfte nur zuarbeiten.
Auch mit meiner Festanstellung änderte sich zunächst nicht viel. Irgendwie war mir immer klar, in dem Moment, wo ich selbständiger arbeiten will, wird es mit uns beiden nicht mehr gut gehen. Meine Kollegin ist eine sehr dominante Person, die eine andere Meinung nicht so schnell neben sich gelten lässt.
Wie gesagt, solange ich bei diesem Spiel brav mitspielte, war alles o.k. Eines Tages geschah nun, dass sie krank wurde und zwar so, dass sie gleich für einige Monate nicht mehr zur Arbeit kommen konnte.
Zu dem Bereich für den ich immer zuständig war, kamen für mich jetzt einige Aufgaben mehr von ihr hinzu. Ich vertrag sie praktisch voll. Selbstverständlich war dies auch mit Mehrarbeit verbunden.
Als sie dann wiederkam, wurde ich von meinem Chef recht gelobt, dass alles sehr gut geklappt hätte etc. etc. Ich merkte sofort, dass ihr das überhaupt nicht gefiel. Einige Zeit brauchte sie, bis sie sich wieder in die Arbeit eingefunden hatte und solange war auch alles gut.
Ein paar Monate später wurde ihr aus innerbetrieblichen Gründen dann ein wichtiger Bereich ihres Arbeitsgebietes entzogen. Plötzlich fing sie an, sich in meine Belange einzumischen und verschiedene Dinge aus meinem Aufgabenbereich an sich zu reißen.
Zuerst hatte ich es gar nicht so gemerkt, weil z. B. ein Urlaub von mir dazwischen war und aufgrund der Urlaubsvertretung für mich einige Dinge bei ihr gelandet waren. Also sagte ich erst einmal nichts. Als ich jedoch immer öfter Dinge, die in meinen Aufgabenbereich fielen bei ihr auf dem Schreibtisch fand – dort etwas wegzunehmen hatte sie mir verboten – und plötzlich Kopien, die ich mir vorbereitet hatte, spurlos verschwanden, wurde ich doch stutzig und begann, die Dinge genauer zu beobachten.
Immer weniger hatte ich mit meinem eigentlichen Aufgabengebiet zu tun. Hinzu kam, dass ich wusste, dass wir bald weniger Arbeit bekommen würden und evtl. jemand überflüssig werden würde. Sie baute also vor.
Eines Tages, sie war gerade in Urlaub und sonst war auch niemand da, der mir hätte helfen können, musste ich dringend in unsere Werkstatt, um dort ein Teil zu holen. Der Schlüssel, der für solche Zwecke angeschafft worden war, wurde immer in ihrer Schublade aufbewahrt. Leider konnte ich den Schlüssel jedoch nicht finden. Eine andere Kollegin war dabei und konnte das bestätigen. In einem E-Mail bat ich darum, in Zukunft dafür zu sorgen, dass der Schlüssel an seinem Platz sei.
Als sie dann wiederkam, meinte sie, was ich mit dem Schlüssel gehabt hätte, der wäre doch immer an seinem Platz gewesen. Dies ist nur ein Beispiel. Da könnte ich noch viele andere anführen, in denen immer etwas behauptet wurde, wo man sich nicht mehr ganz sicher ist und dann sagt, da habe ich mich vielleicht geirrt. Der Schlüssel wurde aber dann für mich zum Schlüsselerlebnis, denn hier wusste ich ganz sicher, dass ich mich nicht geirrt hatte. Außerdem sagte sie zu einem anderen Kollegen, was die den Schlüssel braucht, die hat in der Werkstatt nichts zu suchen.
Aber jetzt komme ich zur Gegenwehr. Zunächst stellte ich sie zur Rede und fragte, warum sie denn plötzlich die meisten meiner Aufgaben auf ihrem Schreibtisch hätte. Ich hätte früher doch auch alles alleine erledigt.
Darauf hin meinte sie, das wäre halt jetzt so. Sie sei die Person die hier alles einteilt und sie wolle es eben so.
Bis zu diesem Tag habe ich alle Probleme, die ich hier nicht alles aufzählen kann, mit ihr alleine erledigt, aber auf das hin, zog ich den Chef hinzu.
Dieser wollte sich natürlich wieder nicht sofort einmischen und meinte, wir sollten doch mal unsere Aufgaben zusammenstellen und dann würden wir wieder miteinander reden. Sie behauptete doch dreist, sie hätte diese Aufgaben, meine nämlich, schon immer gemacht. Gottseidank lässt sich so was anhand von Unterlagen aber nachweisen.
Wir setzten uns also erneut zusammen und nach langem hin und her wurden wir uns, was die Aufgabenaufteilung anbelangt, einig.
Allerdings ein schönes Arbeiten, wurde es für mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr. Wenn sie kam, verlief der gesamte Vormittag in eisigem Schweigen. Aus diesem Grunde bekam ich ein leer stehendes Zimmer zur Verfügung gestellt, in das ich jedoch noch nicht einziehen konnte.
Mittlerweile schweigen wir zwar immer noch, reden auch nur wenn’s sein muss über Geschäftliches, aber wenn genug zu tun ist, kommt man schon um die Runden.
Mittlerweile habe ich in dem neuen Raum schon einen PC stehen, so dass meinem Umzug auch nicht mehr viel im Wege steht.
Das ganze war meiner Meinung nach inszeniert, damit gleich klar ist, dass sie diejenige sein wird, sie auf jeden Fall ihren Arbeitsplatz behält. Mich wollte sie von vornherein überflüssig machen.
Wenn jemand gemobbt wird, ist das wichtigste zunächst, dass man dies überhaupt erkennt. Ist man sich eindeutig sicher, kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur empfehlen, sofortige Gegenmaßnahmen zu ergreifen, d. h. sich möglichst Zeugen zu schaffen und sich ggf. mit Hilfe des Chefs zur Wehr zu setzen.
In meinem Fall hat es auf jeden Fall geklappt. Allerdings muss ich sagen, wenn ich von Mobbing was gehört habe, habe ich das meistens alles gar nicht glauben können. Heute bin ich eines besseren belehrt.
13 Bewertungen, 1 Kommentar
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26.06.2002, 19:18 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichDas ist ein gutes Beispiel für Mobbing.
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