New York Testbericht

New-york
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Erfahrungsbericht von sugips

Auch nach 23 Jahren wunderbar!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich glaube, jetzt wird es lang.
Das erste Mal war ich 1978 in New York. Als Student, drei Monate, um meine Dissertation über modernen Tanz fertig zu schreiben. 83 West und Broadway war die Adresse meines Untermietzimmers. Die Zimmerfrau, eine 66jährige Jüdin: Freundin von Chagall, Jackson Pollock und Andy Warhol: Originale an den Wänden und jede Menge Tipps für einen Neuankömmling. Ein paar Dollars zur Sicherheit in den Taschen verteilt, zum Freikaufen (falls man mal von Sandlern umzingelt wird, ist mir einmal passiert, kostete 3 Dollar) und sonst keine Angst vor irgendetwas: außer, nicht in der Nacht durch den Central Park, nicht untertags über den Times Square.

Es folgten unvergleichliche Wochen. Über 50 Tanzvorstellungen, eine wunderbare Tanzbibliothek im Lincoln Center (gleich neben der Metropolitan Opera), Gespräche mit den wesentlichsten Kritikern und Choreographen: Merce Cunningham, Barishnikov nach einem Training etc. und die wesentlichen Touristen High-Lights, die ich nach wie vor empfehlen kann: Metropolitan Museum, Guggenheim Museum, Musueum of Modern Art, Museum of Natural History; Wall Street, Broadway, ein Musical, in die MET, zu den New York Philharmonic, nach Greenwich Village spazieren und zu den Antiquariaten, der beste Kaffe in Litlle Italy, die beste Avantgarde in Soho. Ein Sprung zu The Cloisters - Rockefellers Sammlung europäischer Kreuzgänge, einmal mit der Circle Line um Manhattan, einmal in Bronx Zoo; ein paar Ausflüge in die Umgebung - so schnell vergehen drei Monate.

Seither war ich fast jedes Jahr dort, nachdem ich eigentlich nie mehr weg wollte: jedesmal andere Schwerpunkte: einmal die wunderbaren Atrien der Wolkenkratzer: Bambushaine, Dschungel, Palmen, Wasserfälle, das beste Frühstück in den Kantinen der New York Police; einmal pures Design: in den Starck Hotels, in den überwältigensten Knopfhandlungen der Welt, Avantgarde in Brooklyn. Eine Nacht durchtanzen im neuen Marriott am Times Square, drehend im letzten Stock mit berauschenden Blick über die Stadt. Ausflüge nach Harlem etc.

Ich glaube, man merkt, ich liebe diese Stadt; Sonnenbaden im Central Park, dabei eine Oper genießen; einmal noch unter den 100.000den beim Abschiedskonzert von Simon and Garfunkel; es gibt einfach alles - der Nachteil, für jede Rückreise mußte ich mir zusätzliche Koffer kaufen - die Bücher, Platten, CD etc. ein Glück, daß die Kreditkarten-firmen so reich sind.

Und die Freundlichkeit und diese Unkompliziertheit: 1978 war ich 21 - wer hätte in Europa so mit mir gesprochen, oder trauen sie sich noch heute etwa Peymann einfach so anzurufen, dort stehen die VIPs im Telefonbuch und ein Date für einen Studenten ist auch kein Problem. Und diese Freundlichkeit trifft fast auf alle New Yorker zu - von manchen Bus- oder Taxichauffeuren einmal abgesehen.

In den letzten jahren ist es auch sauberer und sicher geworden, manchmal unter Verlust von etwas Flair. Doch einfach gleich bleiben war noch nie die Stärke dieser Stadt.

Zum Schluß noch ein paar Tipps, da New York wohl gleichzeitig einer der teuersten und billigsten(günstigsten) Städte dieser Welt ist: Frühstück wie gesagt bei der Police oder bei Broadway Diner (Kette) im 50er Jahre Stil zu günstigen Preisen. Für Hamburger-Fans: probieren Sie einmal Brew Burger: Bedienung, Kerzenlicht, Stoffservietten und fast europäisch auch Bier und Wein. Burger auf höchstem Niveau mit einem Wort, zu annehmbaren Preisen. Und wer mehr Geld hat zum Abendessen Tavern on the Green im Central Park, Tea im Plaza, tollste originale Küche im Teachers am Broadway und ein Erlebnis bei Robert de Niro in der Houston Street. Jetzt höre ich aber auf, sonst fliege ich heute nacht wieder hin.
Doch noch eines: die beste Jahreszeit ist Indian Summer. Nachdem es nach der Sommerhitze im September einmal geschneit hat, folgt sechs Wochen Indian Summer (unser Altweibersommer): Maximal 25 Grad Celsius, trocken, leichter Wind, herrlich.

In neuerster Zeit wird Brooklyn immer beliebter. Viele Galerien entstehen in allten Industriebauten. Kaffeehäuser, Shops, eine junge Szene. Die Intellektuellen ziehen schon nach. Also nichts wie hin, solange es noch fast ein Geheimtipp ist.

15 Bewertungen, 2 Kommentare

  • kleineswoelkchen

    13.05.2002, 11:27 Uhr von kleineswoelkchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du hast wirklich ein Faible für die Stadt...sehr lesenswert der Beitrag...gruss andy

  • traxdata

    13.05.2002, 11:24 Uhr von traxdata
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller bericht ...