Jenapharm Petibelle Testbericht

Jenapharm-petibelle
ab 7,30
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Summe aller Bewertungen
  • Verträglichkeit:  sehr gut
  • Nebenwirkungen:  eher viele
  • Packungsbeilage:  sehr gut verständlich

Erfahrungsbericht von Moon-Star

Ein Monat, der mir reichte!

3
  • Verträglichkeit:  durchschnittlich
  • Nebenwirkungen:  eher viele
  • Packungsbeilage:  sehr gut verständlich

Pro:

endlich keine Migräne

Kontra:

einiges, siehe Text

Empfehlung:

Ja

In einem meiner andere Berichte habe ich ja schon ausführlich über meine erste Pille geschrieben, weil ich von der nach einigen Jahren Migräne bekam, habe ich mit meiner Frauenärztin darüber geredet und sie sagte mir, das wir für einen Monat eine andere Pille testen werden um erst einmal zu schauen, ob die Migräne wirklich von der Pille kommt. Die Pille die sie mir verschrieben hat ist die Petibelle gewesen.

Allgemeines zur Petibelle:
Sie ist eine sogenannte Einphasenpille und gehört zu den Mikropillen. Es wird natürlich empfohlen die Pille immer zur gleichen Uhrzeit zu nehmen, allerdings hat man, falls man sie doch einmal vergessen hat 12 Stunden Zeit um die Einnahme nachzuholen, dann ist immer noch der Schutz gegeben, überschreitet man diese Zeit oder vergisst man sie komplett einzunehmen, ist der Schutz nicht mehr in dem Maße gegeben, wie bei korrekter Einnahme. Das heißt, das man zusätzlich nicht hormonell (Kondome z.b.) verhüten sollte um einer Schwangerschaft vorzubeugen. Allerdings sollten diese 12 Stunden nicht regelmäßig ausgenutzt werden, denn das kann sich unter Umständen auch negativ auf die Zuverlässigkeit auswirken, es sollten wirklich nur Ausnahmen darstellen, die Pille doch mal später zu nehmen. Das gleiche gilt bei Einnahme von Antibiotika, sowie bei Erbrechen oder Durchfall in den ersten 6 Stunden. In der Packungsbeilage steht genau beschrieben, wie man sich im Fall des Vergessens zu verhalten hat, denn hier wird in drei verschiedene Phasen unterschieden, die 1. Woche, die 2. Woche und die 3. Woche, allerdings weiß ich nicht wirklich was ich von dieser Unterscheidung halten soll, ich persönlich würde auf Nummer sicher gehen und egal in welcher Phase die Pille vergessen wurde, zusätzlich verhüten.

Verpackung/Packungsgröße:
Die Petibelle ist erhältlich als N1 (Einmonatspackung mit 21 Dragees) oder aber auch als N3 (Dreimonatspackung mit 3 x 21 Dragees)
Die Kartonverpackung ist von der Grundfarbe her in silbergrau und die Schrift ist in Schwarz gehalten. Vor dem doch jugendlich anmutendem Schriftzug der Petibelle ist ein gelber Punkt, der mich irgendwie an die Pille selbst erinnert. Darauf finden sich die üblichen Hinweise über den Hersteller Jenapharm (100% Tochter des Scheringkonzerns) Apothekenpflichtigkeit, Verfallsdatum usw.
Auf jedem Streifen sind die einzelnen Wochentage angegeben, das erleichtert natürlich die Übersicht und hilft dabei sich zu vergewissern, ob nicht doch einmal eine Pille vergessen wurde. Bevor man allerdings den Blister in Händen hält, muss man eine Hülle aufreißen, denn jeder einzelne Blister ist noch mal Licht- und Luftdicht eingeschweißt, auch hier ist die Grundfarbe der Verpackung silber-grau. In jeder Packung ist natürlich eine Gebrauchsanweisung, wie bei jedem Medikament. Hier werden alle Bestandteile (Zusammensetzung des Medikaments), Anwendungsgebiete Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Warnhinweise usw. aufgezeigt. Zusätzlich befindet sich in der Packung noch ein Pappetui, in das man die Pillenpackung hineinschieben kann, so ist sie Blicken aber auch ein wenig besser gegen äußere Einflüsse, wie drücken geschützt.

Preis:
Die Petibelle ist als Einmonatspackung N1 für ca. 12 Euro oder als Dreimonatspackung N3 für ca. 32 Euro erhältlich. Soweit ich weiß gibt es von der Petibelle keinen Reimport.

Inhaltsstoffe:
1 Tabl. enthält: 3,0 mg Drospirenon, 0,03 mg Ethinylestradiol
weitere Bestandteile: Macrogol 6000; Maisstärke; Eisenoxidhydrat; Titandioxid; Talkum; Magnesium (stearat, palmitat, oleat); Maisstärke, vorverkleistert; Lactose-1-Wasser; Hypromellose; Povidon K25

Anwendungsgebiete:
Diese Pille wird in erster Linie als Empfängnisverhütung eingesetzt. Petibelle ist keine direkte Hautpille wie z. B die Diane 35, über die ich ja bereits geschrieben habe, allerdings wird auch der Petibelle eine antiandrogene Wirkung zugesprochen, so das sie auch zur Verbesserung des Hautbildes in Betracht gezogen werden kann. Die Monatsblutung verläuft etwas abgeschwächt und sehr gleichmäßig. Aus diesem Grund wird sie auch bei schmerzhaften Regelbeschwerden oder unregelmäßigen Monatszyklen eingesetzt.

Vorteile dieser Pille gegenüber anderen:
Jede Frau produziert neben weiblichen Hormonen auch eine geringe Menge männlicher Sexualhormone. Der Wirkstoff Drospirenon schwächt den Einfluss der männlichen Sexualhormone im Körper ab (antiandrogene Wirkung) und wirkt sich somit positiv auf Akne oder fettige, schuppige Haut aus. Wie die natürlichen Gestagene fördert Drospirenon die Natrium- und Wasserausscheidung - es kann damit einer östrogenbedingten Wassereinlagerung im Gewebe entgegenwirken. Starke Gewichtszunahme oder ausgeprägte prämenstruelle Beschwerden treten seltener auf als bei anderen Pillen. Zumindest verspricht dies der Hersteller.

Nebenwirkungen/Risiken:
Nebenwirkung gibt es natürlich einige, sie müssen zwar nicht auftreten, aber können nun mal auftreten und deswegen müssen sie in der Packungsbeilage genannt werden. Es können Magen-Darm-Probleme, Übelkeit, Bauchschmerzen, Zyklusstörungen, Brustspannen, Beeinflussung der Libido (meist negativ), depressive Verstimmungen bzw. Stimmungsschwankungen auftreten. Selten ist das Risiko das ein plötzlicher Verschluss von Gefäßen wie z.B. Thrombosen, Lungenembolie, Schlaganfall oder Herzinfarkt auftritt. Das Risiko wird durch erhebliches Übergewicht, Rauchen, Venenschwäche (Neigung zu Krampfadern), Bluthochdruck und Störungen des Fettstoffwechsels oder der Blutgerinnung erhöht. Migräneartige oder häufig ungewohnt starke Kopfschmerzen, sowie Schwerhörigkeit gehören ebenso zu den Nebenwirkungen. (Quelle: Pckungsbeilage)

Gegenanzeigen:
Bestehender Schwangerschaftswunsch, Schwangerschaft und Stillzeit. Allergie gegen einen Bestandteil. Blutgerinnsel in einem Blutgefäß (Thrombose), Gefäßerkrankung, Krebs an den Geschlechtsorganen, Leberkrebs, Schwere Leber- und Nierenerkrankungen, Unklare Gebärmutterblutung, Zuckerkrankheit mit Gefäßschaden (Diabetes mellutis) , - erhöhter Blutdruck, erhöhte fettwerte, Blutgerinnungsschäden, Migräne mit neurologischen Beschwerden. Vorsicht bei Raucherinnen über 30 Jahren. (Quelle: Packungsbeilage)

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:
- Antibiotika können die Darmflora schädigen und vermindern dadurch die Aufnahme von Arzneistoffen in den Körper. Das kann zur Folge haben das die empfängnisverhütende Wirkung nachläßt.
- Medikamente zur Behandlung der Epilepsie mit den Wirkstoffen Carbamazepin oder Phenytoin können möglicherweise die empfängnisverhütende Wirkung abschwächen.
- Die Petibelle kann weitere Medikamente verstärken oder abschwächen oder selbst verstärkt bzw. abgeschwächt werden.
Deswegen sollte man auch nur bei den geringsten Zweifeln entweder seinen Arzt/Frauenarzt oder Apotheker zu Rate ziehen, oder eben einfach vorsorglich gerade bei Antibiotika zusätzlich nicht hormonell verhüten. Das gilt aber nicht nur für die Petibelle, sondern für jede Pille.

Meine Erfahrungen mit dieser Pille:
Ich habe die Petibelle zwar nur einen Monat genommen, aber das was ich an Nebenwirkungen hatte, hat mir schon völlig gereicht. Um das mal etwas mit der in der Packungsbeilage angegebenen Nebenwirkungen zu vergleichen, habe ich oben einige der Nebenwirkungen aufgelistet. Ich hatte direkt nach ein paar Tagen Magen-Darm-Probleme mit sehr starken Bauchschmerzen, es war zwar nicht permanent vorhanden, aber auch wenn ich wirklich auf meine Ernährung geachtet habe, zog sich das durch die gesamte Einnahmephase. Beeinflussung der Libido, extremst negativ, mein Freund durfte nicht mal mehr seine Hand auf meinen Bauch legen, ich hatte absolut null Bock, jede noch so kleine Annäherung habe ich sofort abgeblockt. (Wofür brauch ich denn da dann noch eine Pille? *g*) Mein Freund hat mir erzählt, das ich in der gesamten Zeit die absolute Oberzicke gewesen bin und das es teils nicht sehr einfach mit mir war und er mich so auch überhaupt nicht kennt. Leicht Reizbar war ich in der Zeit, das ist sogar mir aufgefallen und ich hätte eigentlich immer wegen alles und jedem und noch so einer kleinen Mücke anfangen können zu heulen. Ich habe mich bald selber nicht wiedererkannt. Meine Haut ist extremst trocken geworden und im Gegenzug waren meine Haare viel fettiger als sonst. Gut das sind alles Sachen, die seitdem ich die Petibelle jetzt nicht mehr nehme, also ca. 2 Wochen sich recht gut wieder eingependelt haben. Die Petibelle wird ja als Pille angepriesen mit der man (Frau) die Wassereinlagerungen entgegenwirkt und somit eine Gewichtszunahme vorbeugen soll, komischerweise ist das bei mir aber überhaupt nicht der Fall, ich hab allein in der ersten Woche schon 5 kg zugenommen und Wassereinlagerungen an den Beinen habe ich auch bekommen. Die Kilos habe ich mir zwar schon wieder fast komplett runtergehungert, aber mein Hintern ist immer noch dick, naja dicker als vorher. Ansonsten hatte ich keine Probleme mit der Pille, obwohl das reicht ja eigentlich auch schon. Gut ich weiß, das sich einige Probleme wahrscheinlich mit der Zeit noch eingependelt hätten, hat mir meine Frauenärztin auch gesagt, aber nicht alle. Laut ihren Aussagen wären auch meine extremen Stimmungsschwankungen und meine absolute Unlust wohl nicht weggegangen. Mir und auch ihr waren das insgesamt zu viele negative Punkte um die Petibelle weiter zu nehmen. Also habe ich sie jetzt wieder abgesetzt. Nun gut, alles war nun auch wieder nicht negativ, das sollte ich auf jeden Fall erwähnen. Ich hatte keine Schmierblutungen, obwohl das ja recht häufig vorkommt, wenn man eine neue Pille bekommt, keine Regelschmerzen und die Periode war auch schön schwach. Das was mir allerdings am Besten gefallen hat, ist das ich während meiner Periode und auch kurz vorher mal keine Migräne hatte, das war ja schließlich der Grund warum ich überhaupt gewechselt habe. Aber auch wenn das für mich ein super plus Punkt für die Pille ist, überwogen doch die negativen Punkte.

Verschieben:
Jeder Frau ist bekannt, das man mit der Pille auch mal seine Tage verschieben kann, das geht soweit ich weiß nicht mit jeder Pille und sollte auf jeden Fall vorher mit dem Frauenarzt geklärt werden und auch nicht öfter als 1-2 mal im Jahr vorkommen, denn verschieben bedeutet immer ein durcheinander des Hormonhaushaltes, was den Körper sehr belasten kann und dadurch auch Nebenwirkungen haben kann. Da ich die Petibelle ja nur eine Monat genommen habe, kann ich euch leider keine Erfahrungen dazu mitteilen. Aber meine Frauenärztin sagte, das die Petibelle auf jeden Fall dafür geeignet ist und auch unter Umständen, unter Rücksprache mit dem Frauenarzt als Langzeitpille eingesetzt werden kann. Mehr kann ich euch leider nicht dazu sagen.

Fazit:
Da ich die Petibelle nur einen Monat genommen habe, aber in der kurzen Zeit so viele Nebenwirkungen aufgetreten sind, habe ich sie wie oben schon erwähnt, wieder abgesetzt. Für mich ist diese Pille absolut nicht geeignet, außer zur Verhütung, aber da es so viele verschiede Pillen auf dem deutschen Markt gibt, werde ich weiter suchen, bis ich eine neue passende Pille für mich gefunden habe. Eine neue habe ich mittlerweile auch schon wieder zu Hause liegen, ich denke darüber wird es irgendwann in der Zukunft auch wieder einen Bericht geben.
Mit der Bewertung hab ich es jetzt leider nicht leicht, da erstens jeder Körper anders auf Hormon-Präparate reagiert und ich ja nun wirklich negative Erfahrungen gemacht habe, aber wie heißt es doch so schön, im Zweifel für den Angeklagten. *g*

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