Erfahrungsbericht von leene_w
deutsche bildung
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nachdem ich nun 13 Jahre in eine Einrichtung namens Schule gegangen bin, möchte ich mich heute einmal zum Bildungssystem in Deutschland äußern.
Der Anfang:
Alles beginnt meist mit 6 oder 7 Jahren, mit einer großen Schultüte, gefüllt mit vielen Süßigkeiten, und großen Schulranzen. Man ist gespannt, was einen nun erwartet.
Das tägliche Schulleben:
Diese Freude am Lernen hält meistens aber nur bis zur 5. Oder 6. Klasse. Dann beginnt das Alltägliche, Schule wird langweilig, Lehrer sind ab sofort nicht mehr die Lieben, die sie in der >Grundschule waren, sondern die, die einen quälen mit Hausaufgaben und dem Lernen für Kontrollen und Arbeiten.
Hinzu kommt nun auch noch die Pubertät, in der die Schule bei vielen zur Nebensächlichkeit wird.
Je älter man wird, um so mehr wird einem jedoch bewusst, dass einem diese Plagerei irgendwann mal nützlich sein kann. Vor allem bei den heutigen Arbeitslosenzahlen, da ist meist auch der Bildungsstand entscheidend für einen bestimmten Job.
Die Qual der Wahl:
Meist stehen Schüler und Eltern am Ende der 4. Klasse vor einer wichtigen Entscheidung, nämlich der, der künftigen Schule.
Egal ob mit oder ohne Orientierungsstufe, die Entscheidung müssen meist die Eltern treffen, denn die Kinder können in diesem Alter das Ausmaß der Entscheidung noch gar nicht abschätzen.
Aber egal wie sich die Eltern entscheiden, neuerdings greift auch der Staat in gewissem Maße ein, indem er bei Gymniasasten nach der 6. Klasse (durch die Schule) eine Empfehlung ausstellen lässt.
Das schöne, langersehnte Ende:
Doch egal, welche Schulform man besucht, nach der 9., 10. Oder spätestens nach der 12. oder 13. (je nach Bundesland) Klasse ist es dann vorbei.
Und es ist gleich, welchen Abschluss man hat, das Ende der Schulzeit ist ein befreiendes aber gleichzeitig auch ein wehmütiges Gefühl. Man ist froh, nicht mehr jeden Tag so früh rauszumüssen und sich bis zum frühen Nachmittag mit den Lehrern rumquälen zu müssen. Aber andererseits wird man die ganzen Leute vermissen, mit denen man jahrelang gelitten und sich mit ihnen gefreut hat, die das gleiche Schicksal wie man selbst hatte.
Mir persönlich werden vor allem die letzten 3 Jahre fehlen, denn da sind Freundschaften entstanden, die hoffentlich ein lebenlang halten.
Auch wenn wir uns anfangs darüber aufgeregt haben, dass wir zum ersten Jahrgang in Mecklenburg- Vorpommern gehören, der 13 Jahre bis zum Abitur brauchen sollte, gerade dieses Jahr hat uns nochmal zusammengeschweißt, was seinen Ausdruck in vielen exzessiven Partys fand.
Rückblickend sagt wohl fast jeder, dass die Schulzeit einfach unvergesslich bleiben wird und dann sind schlechte Noten und Quälerei mit Vokabeln, Formeln und ähnlichem schnell vergessen.
Bildung und Politik:
Auch wenn die Schulzeit eine schöne Zeit ist, sollte man in Deutschland vor allem über die langen Ausbildungszeiten nachdenken. Für mich als Frau entsteht da schon ein gewisser Konflikt. Denn einerseits möchte man mit eigenen Beinen im Leben stehen, aber andererseits möchte man auch eine Familie gründen. Wenn man nun aber sieht, dass man 20 ist, wenn man das Abitur in der Tasche hat und dann vielleicht noch 5 Jahre studieren geht, eh man anfängt zu arbeiten und das erste Mal sein eigenes Geld in den Händen hält, dann ist das schon eine grausame Vorstellung, denn Familie kommt in diesem Plan noch nicht vor. Aber andererseits wird einem von den Politikern immer erzählt, dass Deutschland ja so kinderfreundlich ist und dass es schade ist, dass ein Geburtenrückgang zu verzeichnen ist.
Anzumerken wäre an dieser Stelle aber auch, dass Politiker das Bildungssystem als Spielball für ihre Politik benutzen. Das mag hart klingen, aber es ist schon auffällig, dass in den Wahlprogrammen mindestens ein Punkt enthalten ist, der die Bildung betrifft. Und da es so schön einfach ist, versucht man diese Punkte auch direkt durchzusetzen. Dabei scheint man aber außer Acht zu lassen, dass tausende von Schülern von diesen Veränderungsversuchen betroffen sind und womöglich darunter leiden müssen. Da muss es erst Aktionen wie die Pisa-Studie geben, damit man in der Politik auch mal begreift, dass sich etwas ändern muss und das grundlegend.
Ein anderer Aspekt, der nicht direkt mit der Politik in Verbindung steht, sind die Lehrer. Man hat so manches Mal das Gefühl, dass die letzte Bildungsreform, die zu den Preußischen Reformen gehörende war. Und die war schließlich bereits 1810 bis 1814. Außerdem habe ich bis vor drei Jahren nicht an einen weisen Ausspruch geglaubt, der aussagt: „Noten sind nur ein Ausdruck der Anpassung an den Lehrer“. Seitdem ich aber genauer auf die Bewertungsmethoden geachtet habe, kann ich diese Aussage nur bestätigen. Lehrer denken größtenteils in Schubladen und sobald man in einer dieser ist, kommt man da auch nicht mehr heraus.
Bildung in anderen Ländern (am Beispiel Frankreichs):
Natürlich gibt es in jedem Land Schwachstellen in Bezug auf die Bildung. Aber in Frankreich beginnen die Kleinen schon mit 4 in einer Art Vorschule. Auch die Unterrichtszeiten sind etwas anders geregelt.
Aber das auffälligste ist, dass die Schüler in Prüfungen vor allem nicht der Willkür irgendwelcher Lehrer ausgesetzt sind, denn hier werden die Arbeiten von unbeteiligten Pädagogen durchgesehen und benotet, so kann das typische Schubladendenken nicht entstehen. Und auch wenn man als Schüler dann mal eine schlechte Note fängt, kann man sich immer noch sicher sein, dass diese nur für die abgegebene Leistung steht und nicht etwa für die Sympathie zum Lehrer.
Der Anfang:
Alles beginnt meist mit 6 oder 7 Jahren, mit einer großen Schultüte, gefüllt mit vielen Süßigkeiten, und großen Schulranzen. Man ist gespannt, was einen nun erwartet.
Das tägliche Schulleben:
Diese Freude am Lernen hält meistens aber nur bis zur 5. Oder 6. Klasse. Dann beginnt das Alltägliche, Schule wird langweilig, Lehrer sind ab sofort nicht mehr die Lieben, die sie in der >Grundschule waren, sondern die, die einen quälen mit Hausaufgaben und dem Lernen für Kontrollen und Arbeiten.
Hinzu kommt nun auch noch die Pubertät, in der die Schule bei vielen zur Nebensächlichkeit wird.
Je älter man wird, um so mehr wird einem jedoch bewusst, dass einem diese Plagerei irgendwann mal nützlich sein kann. Vor allem bei den heutigen Arbeitslosenzahlen, da ist meist auch der Bildungsstand entscheidend für einen bestimmten Job.
Die Qual der Wahl:
Meist stehen Schüler und Eltern am Ende der 4. Klasse vor einer wichtigen Entscheidung, nämlich der, der künftigen Schule.
Egal ob mit oder ohne Orientierungsstufe, die Entscheidung müssen meist die Eltern treffen, denn die Kinder können in diesem Alter das Ausmaß der Entscheidung noch gar nicht abschätzen.
Aber egal wie sich die Eltern entscheiden, neuerdings greift auch der Staat in gewissem Maße ein, indem er bei Gymniasasten nach der 6. Klasse (durch die Schule) eine Empfehlung ausstellen lässt.
Das schöne, langersehnte Ende:
Doch egal, welche Schulform man besucht, nach der 9., 10. Oder spätestens nach der 12. oder 13. (je nach Bundesland) Klasse ist es dann vorbei.
Und es ist gleich, welchen Abschluss man hat, das Ende der Schulzeit ist ein befreiendes aber gleichzeitig auch ein wehmütiges Gefühl. Man ist froh, nicht mehr jeden Tag so früh rauszumüssen und sich bis zum frühen Nachmittag mit den Lehrern rumquälen zu müssen. Aber andererseits wird man die ganzen Leute vermissen, mit denen man jahrelang gelitten und sich mit ihnen gefreut hat, die das gleiche Schicksal wie man selbst hatte.
Mir persönlich werden vor allem die letzten 3 Jahre fehlen, denn da sind Freundschaften entstanden, die hoffentlich ein lebenlang halten.
Auch wenn wir uns anfangs darüber aufgeregt haben, dass wir zum ersten Jahrgang in Mecklenburg- Vorpommern gehören, der 13 Jahre bis zum Abitur brauchen sollte, gerade dieses Jahr hat uns nochmal zusammengeschweißt, was seinen Ausdruck in vielen exzessiven Partys fand.
Rückblickend sagt wohl fast jeder, dass die Schulzeit einfach unvergesslich bleiben wird und dann sind schlechte Noten und Quälerei mit Vokabeln, Formeln und ähnlichem schnell vergessen.
Bildung und Politik:
Auch wenn die Schulzeit eine schöne Zeit ist, sollte man in Deutschland vor allem über die langen Ausbildungszeiten nachdenken. Für mich als Frau entsteht da schon ein gewisser Konflikt. Denn einerseits möchte man mit eigenen Beinen im Leben stehen, aber andererseits möchte man auch eine Familie gründen. Wenn man nun aber sieht, dass man 20 ist, wenn man das Abitur in der Tasche hat und dann vielleicht noch 5 Jahre studieren geht, eh man anfängt zu arbeiten und das erste Mal sein eigenes Geld in den Händen hält, dann ist das schon eine grausame Vorstellung, denn Familie kommt in diesem Plan noch nicht vor. Aber andererseits wird einem von den Politikern immer erzählt, dass Deutschland ja so kinderfreundlich ist und dass es schade ist, dass ein Geburtenrückgang zu verzeichnen ist.
Anzumerken wäre an dieser Stelle aber auch, dass Politiker das Bildungssystem als Spielball für ihre Politik benutzen. Das mag hart klingen, aber es ist schon auffällig, dass in den Wahlprogrammen mindestens ein Punkt enthalten ist, der die Bildung betrifft. Und da es so schön einfach ist, versucht man diese Punkte auch direkt durchzusetzen. Dabei scheint man aber außer Acht zu lassen, dass tausende von Schülern von diesen Veränderungsversuchen betroffen sind und womöglich darunter leiden müssen. Da muss es erst Aktionen wie die Pisa-Studie geben, damit man in der Politik auch mal begreift, dass sich etwas ändern muss und das grundlegend.
Ein anderer Aspekt, der nicht direkt mit der Politik in Verbindung steht, sind die Lehrer. Man hat so manches Mal das Gefühl, dass die letzte Bildungsreform, die zu den Preußischen Reformen gehörende war. Und die war schließlich bereits 1810 bis 1814. Außerdem habe ich bis vor drei Jahren nicht an einen weisen Ausspruch geglaubt, der aussagt: „Noten sind nur ein Ausdruck der Anpassung an den Lehrer“. Seitdem ich aber genauer auf die Bewertungsmethoden geachtet habe, kann ich diese Aussage nur bestätigen. Lehrer denken größtenteils in Schubladen und sobald man in einer dieser ist, kommt man da auch nicht mehr heraus.
Bildung in anderen Ländern (am Beispiel Frankreichs):
Natürlich gibt es in jedem Land Schwachstellen in Bezug auf die Bildung. Aber in Frankreich beginnen die Kleinen schon mit 4 in einer Art Vorschule. Auch die Unterrichtszeiten sind etwas anders geregelt.
Aber das auffälligste ist, dass die Schüler in Prüfungen vor allem nicht der Willkür irgendwelcher Lehrer ausgesetzt sind, denn hier werden die Arbeiten von unbeteiligten Pädagogen durchgesehen und benotet, so kann das typische Schubladendenken nicht entstehen. Und auch wenn man als Schüler dann mal eine schlechte Note fängt, kann man sich immer noch sicher sein, dass diese nur für die abgegebene Leistung steht und nicht etwa für die Sympathie zum Lehrer.




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