RTL Wer wird Millionär Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Unterhaltungswert:
- Informationsgehalt:
- Präsentation:
- Action:
- Spaß:
- Spannung:
- Romantik:
Erfahrungsbericht von scenic24
WWM vor und hinter den Kulissen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
I. Was ist Wer wird Millionär? - Spielprinzip
*************************************
1. Allgemein:
Mit weit über 10 Millionen Zuschauer allein in Dtld und mit einer Ausstrahlung in über angeblich 40 Ländern ist WWM eine der beliebtesten Spielshows. Die Sendezeit ist meistens abends und nicht immer auf einen festen Tag festgelegt. Da das Spiel jedem bekannt sein sollte und nichts mit Erfahrung zu tun hat, schildere ich es nur kurz. Generell wurde die Millionenfrage bisher 2 mal richtig gelöst. Im Schnitt kommen 2-3 Kandidaten pro Sendung dran.
2. Qualifikation:
Man hat 3 Möglichkeiten an der Spielshow teilzunehmen:
a) über die Website www.werwirdmillionaer.de 1 Euro zahlen, eine Zufallsfrage richtig beantworten und auf Glück hoffen
b) 0190-523 523 anrufen (0,62 EUR/Min. Max. 1,30 EUR), dann wie oben Frage beantworten
c) Postkarte an: RTL Stichwort: "Wer wird Millionär?", 50570 Köln
Hat man dann eine Auswahlrunde überstanden, kann man mit 10 Mitbewerbern an der Sendung teilnehmen. Innerhalb 20 Sekunden haben diese dann Zeit, 4 vorgegebene Antworten in die richtige Reihenfolge zu bringen. Der Gewinner darf dann an der eigentlichen Gewinnrunde teilnehmen und bringt einen Begleiter mit. Was dessen Funktion ist weiß ich nicht genau. Vielleicht darf dieser, dessen Platz einnehmen, wenn es dem Kandidaten schlecht wird. (Würde mich freuen, wenn mir einer verrät, warum es den gibt).
3. Das eigentliche Spiel:
15 Fragen aus verschiedenen Themengebieten trennen nun den Spieler von der Million. Er bekommt jedes Mal eine Frage gestellt: je höher der Gewinnbetrag wird, desto höher der Schwierigkeitsgrad steigt. Die Beträge liegen zwischen 50 Euro und 1 Million Euro.
Beantwortet ein Spieler eine Frage falsch, fliegt er raus und sein Geld ist verloren. Außer er hat schon die 5te Frage (500€) oder sogar die 10 Frage (16000€) richtig beantwortet, dann hat er diesen Betrag sicher in der Tasche, egal wann er danach rausfliegt. Natürlich kann der Spieler auch bei einem Betrag seiner Wahl von selbst aufhören, dann hat er diesen Betrag sicher (auch wenn er die Frage schon gehört hat).
Jeder Spieler hat 3 verschiedene Joker zur Verfügung, die er jederzeit in beliebiger Reihenfolge einsetzen und kombinieren kann.
a) Den 50:50 Joker: Setzt der Spieler diesen Joker ein, werden 2 von 4 Antworten gelöscht.
b) Den Publikumsjoker: Der Spieler kann das Publikum bitten per Fernbedienung die richtige Antwort zu wählen.
c) Den Anrufjoker: Der Spieler kann eine Wunschperson, die er zuvor aus 3 Personen festgelegt hat anrufen und hat 30 Sekunden Zeit seinen Tipp dazu abzugeben.
Meine Meinung zu den Jokern:
Der stärkste Joker ist der Publikumsjoker, da er eine breite Masse erreicht. Viele verspielen den Joker viel zu früh, weil sie ihn als am schwächsten halten. Der größte Fehler ist, bevor man den Joker nutzt dem Publikum zu sagen, was man selbst für richtig hält. Das Publikum kann dann, falls es unsicher ist befangen sein und ebenfalls für diese Antwort votieren. Der Anrufjoker nützt meist nur was, wenn der Angerufene sich auch wirklich auf dem Gebiet auskennt. Der 50:50 Joker dient meist zum absichern, fall einer der anderen Joker versagt hat oder nicht genau zur Lösung führt.
4. Variation
Eine beliebte Variation von RTL ist das Prominenten Wer wird Millionär bei dem meist RTL bekannte Gesichter auftreten und für einen guten Zweck spielen. Die Regeln sind die gleichen nur werden diese hier nicht so streng verfolgt. Die Kandidaten helfen dem "Auserwählten" Spieler auch weiterhin mit zweideutigen Kommentaren und Gesten. Es geht dann auch etwas lockerer und lustiger zu.
5. Sonstiges:
Am Anfang stehen noch recht einfache Fragen, die meist mit etwas Humor versehen ist. Die Fragen stammen aus allen möglichen verschiedenen Kategorien, wie Sport, Politik, Geschichte, Musik, Literatur, Wissenschaft usw. Ein bestimmtes Prinzip konnte ich bisher noch nicht entdecken bei den Fragestellungen. Es fällt mir auf, dass die Fragenzusammenstellung pro Spielrunde nicht immer den gleichen Schwierigkeitsgrad haben. Generell ist der Fragenkatalog so gestaltet, dass niemand die Antworten immer wissen könnte, weil es sein Spezialgebiet ist. Dem Kandidat steht übrigens ein Glas kaltes Wasser zur Verfügung, falls ihm der Durst vom vielen Reden überkommt. Mittlerweile gibt es eine Studie darüber, man solle lieber die Finger davon lassen. Das kalte Wasser im Magen müsse zusätzlich erwärmt werden auf Körpertemperatur und es stünde dann weniger Energie fürs Überlegen und Denken dem Gehirn zur Verfügung. Leider, so hab ich ein paar Mal schon feststellen müssen, bringt das Spiel für den Kandidaten nicht immer Ruhm mit sich. Wer sehr früh rausfliegt bei leichten Fragen wird leicht zum Gespött für einige Medienblätter.
6. Der Moderator
Günter Jauch moderiert schon seit Jahren die Sendung mit Charme, Witz und Ironie und verleiht der Sendung das gewisse Etwas. Ein kluger Spieler kann Günter Jauch bewusst als 4ten Joker nutzen. Je nach Sympathie und Laune des Moderators hilft er meist bei den unteren Fragen, wenn der Spieler nicht mehr weiter kommt. Entweder schneidet er dann Grimassen bei den Antworten oder betont eine bestimmte Antwort so, dass es nun jedem klar sein müsste. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten. Herr Jauch will manchmal auch genau das Gegenteil erreichen (besonders bei höheren Fragen). Er versteht die Kunst einen Kandidaten, der sich seiner sicher ist, zu verwirren und zum verspielen eines Joker zu verleiten. Ich würde sagen zumindest zu 25% hängt der Spielverlauf vom Moderator ab. Gerne verwirrt er beim Anrufjoker, wenn er Unsicherheit beim Angerufenen erkennt. Günter Jauch steuert zudem den Zeitablauf des Geschehens, durch Fragen an den Kandidaten zur Person.
7. Kleines Zwischenfazit:
Die Sendung macht auf mich einen soliden Eindruck. Alles scheint wie am Schnürchen zu laufen. Die Gedenkpausen für die Kandidaten wirken relativ lange im Fernsehen bis diese manchmal mit der Antwort rausrücken. Das Studio macht auf mich einen großen Eindruck.
II. Studiogast bei WWM
*********************
Natürlich hat man auch die Möglichkeit als Studiogast teilzunehmen. Die Studios für Wer wird Millionär befinden sich in Köln. Als ich dort war konnte ich über den Zaun zum Big Brother Haus schauen. An eine Karte ran zu kommen, ist relativ schwer, da die Sendung sehr lange ausverkauft ist. Die Karten kosten zudem ein paar Euro. Leider kann ich dazu keine Angaben machen, da ich über
Bekannte auf deren Kosten an die Karten ran kam.
1. Vor der Sendung
Wird man endlich reingelassen ist man erst mal verwundert wie klein das Studio doch wirklich ist. Es ist auch einigermaßen warm von dem vielen Scheinwerfern. Ich glaube es sind 4 Blöcke gewesen für die Zuschauer. Davor stehen die 10 Computerterminals für die Auswahlrunde. In der Mitte ist nichts, außer silbernen Blechboden. Neben herumlaufenden Kameramännern gibt es einen bestimmten Kameramann für den Bekannten des ausgewählten Kandidaten und eine fast freibewegliche Kamera an einem Roboterarm. Die Zuschauern werden nach bestimmten Blöcken eingeteilt. Dann wird noch daraufgeachtet, dass alles farblich zusammen passt und nicht ein Haufen von Leute mit lauter weißen Hemden zusammensitzt und Kaugummis werden entfernt. Ebenfalls wird darum gebeten, nochmals auf die Toilette zu gehen, weil das unter der Sendung nur stört.
Dann kommt ein "Aufheizer". Er ulkt etwas rum, macht Witze und erklärt trotzdem sachlich das Spielprinzip. Er verrät einem zum Beispiel wann wir klatschen sollen, wo wir die Fernbedienung für die Zuschauerfragen finden und einiges mehr. Dann übt er mit uns noch etwas klatschen und belehrt uns, dass man Brummeln, Stöhnen und sonstige Gesten unterlassen soll. Man soll auch nicht laut aufstöhnen oder anfangen zu lachen, weil der Kandidat die Frage offensichtlich falsch beantwortet. Zuwiderhandlungen werden mit Studioverweis und Konsequenzen für den Kandidaten geahndet. Außerdem soll man fröhlich und gut gelaunt gucken, immerhin sind wir im TV und präsentieren indirekt die Sendung mit.
Dann kommt auch schon Herr Jauch rein, nachdem er pompös vom Aufheizer angekündigt wurde. Er wirkt in echt sehr groß, sehr schlank (und hat eine enorme Schuhgröße!). Er unterhält sich nochmals mit dem Publikum macht besonders auf das Problem mit Gesten und Geräuschen aufmerksam und dann geht es auch schon richtig zur Sache.
2. Der Sendeablauf
Im Prinzip spielt es sich so ab, wie in der Sendung, nur ohne Musik. Es wird also nachvertont. Nur die Scheinwerfer ändern Runden abhängig ihre Farbe bzw Position. Hr. Jauch liest die Namen von einem Teleprompter ab (dieser steht genau unter der Roboterarmkamera gegenüber vom großen Wer wird Millionär Schild, das man oft in der Sendung hinter Hr. Jauch sieht) nach und nach kommen die 10 Kandidaten rein.
Es geht auch zügig ans Werk, nachdem die Kandidaten vorgestellt werden und die Auswahlfrage wird gestellt. Im Studio ist es richtig still. Nun kommt was, was mir noch gar nicht aufgefallen ist. Hr. Jauch muss umständlich auf einen kleinen Monitor versteckt unter einem Zuschauerblock in der ersten Reihe die Namen ablesen und die benötigte Zeit. Halbwegs verrenkt liest er diese dann vor. Achten sie einmal darauf, dass sie Hr. Jauch nie beim Vorlesen sehen. Dann steht der Glückliche auf und geht auf Hr. Jauch zu. Diese stehen dann vor dem schon erwähnten WWM Schild und meistens legt Hr. Jauch entweder den Arm um den Kandidaten rum oder schüttelt eine Hand. (Es erfolgt ein Schnitt)
Nun gibt es eine Pause, in der einiges geschieht. Der Kandidat wird geschminkt und verkabelt. Währenddessen nimmt die Begleitperson des Kandidaten auf dem vorgesehen Stuhl Platz im Publikum. Achten sie mal auf die Umgebung. Es ist immer der gleiche Platz. Die Begleitung wird immer mit dem nächsten Kandidaten ausgetauscht. Die größte Veränderung geschieht im Studio selbst. In der Mitte wird die silberne Abdeckung abgemacht und einige Leute tragen das Computerterminal für die Spielrunde rein, schließen es an, bringen ein Glas Wasser für den Kandidaten und die beiden Stühle. Mir ist das nie aufgefallen, dass das Terminal bei der Auswahlrunde weg ist, da alles so schnell zusammengeschnitten wird. Dann kommt auch der Kandidat schon wieder rein. Dieser nimmt mit Herrn Jauch wieder die gleiche Position ein (Hände, usw) und läuft zusammen mit ihm zum Terminal.
Der Frage- Antwort Ablauf wirkt auf mich diesmal viel schneller. Im Studio verläuft die Nachdenkzeit irgendwie schneller. Es fehlt ja die Musik und teilweise geht das Ganze wirklich zügig vor sich. Lustig ist dann die Zuschauerfrage, wenn man auf der Fernbedienung drücken darf. Man merkt im Studio erst richtig die Spannung. Besonders wenn der Kandidat zu einem hohen Betrag kommt, wurde ich (und ebenfalls meine Begleiter) sichtlich nervös. Es ging da um 125.000 DM und der Kandidat kam ins Grübeln, ob er es riskieren soll oder nicht.
Ist eine Werbung vorgesehen, wird so getan als kommt die jetzt. Man klatscht halt dann zweimal hintereinander und es geht weiter. Wenn jemand doch Laute von sich gibt, wird noch mal ermahnt. (Es erfolgt ein Schnitt)
Ist die Spielrunde vorbei wird das Terminal in der Mitte wieder abgeräumt. Und es geht von vorne los als wenn nichts gewesen wäre. Am Schluss der Sendung wird mit jedem Kandidaten der es zu Hr. Jauch schaffte noch ein Foto geschossen.
Besonders lobenswert empfand ich das Verhalten von Herrn Jauch. Während der Pausen zog er sich nicht zurück sondern unterhielt sich sowohl mit den übrigen Kandidaten, was für Kategorien sie sich gerne wünschen würden oder keinesfalls kommen dürfte und ermutigte sie. Ebenfalls spricht er ein paar Worte mit dem Publikum, bringt mal einen Witz. Nach der Sendung verschwindet Hr. Jauch ziemlich schnell. Er bedankt sich noch beim Publikum für die Mitarbeit, wünscht eine gute Heimfahrt und zieht sich zurück.
Generell darf man während des Sendung recht lange und viel klatschen. Besonders, wenn mal was technisch nicht klappt. So wurde eine Stellung 4 mal gedreht, weil jedes Mal der Teleprompter hing. Hr. Jauch machte am Schluss darauf aufmerksam, dass bald eine Doppelsendung kommt (also mit dem gleichen Publikum doppelt so lange Sendezeit) und man noch Publikum suche. Man solle sich aber bewusst sein, dass dies sehr die Hände anstrengt. Man darf wirklich viel klatschen.
III. Endfazit:
**********
Wer wird Millionär lohnst sich meiner Meinung nach sowohl als Zuschauer vor dem TV als auch mal als Studiogast. Es ist interessant, wie doch alles so kompliziert abläuft und wie viele Handgriffe von Nöten sind, was man als Zuschauern gar nicht mitbekommt. Herr Jauch repräsentiert meiner Meinung nach die Sendung passend. Lobenswert, dass er auch im Studio nicht publikumsfremd wirkte, mit den Kandidaten ulkt und auch mal die Regeln nicht so ernst nimmt und manchen weiter hilft - aber immer im Rahmen. Mir fällt auf, dass Wer wird Millionär all die Jahre am gleichen Prinzip festgehalten hat und nicht in Versuchung geriet irgendwelche Veränderungen einzuführen (wie zb Glücksrad, dass nur fast keiner mehr schaut).
Vielen Dank fürs Lesen - Scenic24:o)
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1. Allgemein:
Mit weit über 10 Millionen Zuschauer allein in Dtld und mit einer Ausstrahlung in über angeblich 40 Ländern ist WWM eine der beliebtesten Spielshows. Die Sendezeit ist meistens abends und nicht immer auf einen festen Tag festgelegt. Da das Spiel jedem bekannt sein sollte und nichts mit Erfahrung zu tun hat, schildere ich es nur kurz. Generell wurde die Millionenfrage bisher 2 mal richtig gelöst. Im Schnitt kommen 2-3 Kandidaten pro Sendung dran.
2. Qualifikation:
Man hat 3 Möglichkeiten an der Spielshow teilzunehmen:
a) über die Website www.werwirdmillionaer.de 1 Euro zahlen, eine Zufallsfrage richtig beantworten und auf Glück hoffen
b) 0190-523 523 anrufen (0,62 EUR/Min. Max. 1,30 EUR), dann wie oben Frage beantworten
c) Postkarte an: RTL Stichwort: "Wer wird Millionär?", 50570 Köln
Hat man dann eine Auswahlrunde überstanden, kann man mit 10 Mitbewerbern an der Sendung teilnehmen. Innerhalb 20 Sekunden haben diese dann Zeit, 4 vorgegebene Antworten in die richtige Reihenfolge zu bringen. Der Gewinner darf dann an der eigentlichen Gewinnrunde teilnehmen und bringt einen Begleiter mit. Was dessen Funktion ist weiß ich nicht genau. Vielleicht darf dieser, dessen Platz einnehmen, wenn es dem Kandidaten schlecht wird. (Würde mich freuen, wenn mir einer verrät, warum es den gibt).
3. Das eigentliche Spiel:
15 Fragen aus verschiedenen Themengebieten trennen nun den Spieler von der Million. Er bekommt jedes Mal eine Frage gestellt: je höher der Gewinnbetrag wird, desto höher der Schwierigkeitsgrad steigt. Die Beträge liegen zwischen 50 Euro und 1 Million Euro.
Beantwortet ein Spieler eine Frage falsch, fliegt er raus und sein Geld ist verloren. Außer er hat schon die 5te Frage (500€) oder sogar die 10 Frage (16000€) richtig beantwortet, dann hat er diesen Betrag sicher in der Tasche, egal wann er danach rausfliegt. Natürlich kann der Spieler auch bei einem Betrag seiner Wahl von selbst aufhören, dann hat er diesen Betrag sicher (auch wenn er die Frage schon gehört hat).
Jeder Spieler hat 3 verschiedene Joker zur Verfügung, die er jederzeit in beliebiger Reihenfolge einsetzen und kombinieren kann.
a) Den 50:50 Joker: Setzt der Spieler diesen Joker ein, werden 2 von 4 Antworten gelöscht.
b) Den Publikumsjoker: Der Spieler kann das Publikum bitten per Fernbedienung die richtige Antwort zu wählen.
c) Den Anrufjoker: Der Spieler kann eine Wunschperson, die er zuvor aus 3 Personen festgelegt hat anrufen und hat 30 Sekunden Zeit seinen Tipp dazu abzugeben.
Meine Meinung zu den Jokern:
Der stärkste Joker ist der Publikumsjoker, da er eine breite Masse erreicht. Viele verspielen den Joker viel zu früh, weil sie ihn als am schwächsten halten. Der größte Fehler ist, bevor man den Joker nutzt dem Publikum zu sagen, was man selbst für richtig hält. Das Publikum kann dann, falls es unsicher ist befangen sein und ebenfalls für diese Antwort votieren. Der Anrufjoker nützt meist nur was, wenn der Angerufene sich auch wirklich auf dem Gebiet auskennt. Der 50:50 Joker dient meist zum absichern, fall einer der anderen Joker versagt hat oder nicht genau zur Lösung führt.
4. Variation
Eine beliebte Variation von RTL ist das Prominenten Wer wird Millionär bei dem meist RTL bekannte Gesichter auftreten und für einen guten Zweck spielen. Die Regeln sind die gleichen nur werden diese hier nicht so streng verfolgt. Die Kandidaten helfen dem "Auserwählten" Spieler auch weiterhin mit zweideutigen Kommentaren und Gesten. Es geht dann auch etwas lockerer und lustiger zu.
5. Sonstiges:
Am Anfang stehen noch recht einfache Fragen, die meist mit etwas Humor versehen ist. Die Fragen stammen aus allen möglichen verschiedenen Kategorien, wie Sport, Politik, Geschichte, Musik, Literatur, Wissenschaft usw. Ein bestimmtes Prinzip konnte ich bisher noch nicht entdecken bei den Fragestellungen. Es fällt mir auf, dass die Fragenzusammenstellung pro Spielrunde nicht immer den gleichen Schwierigkeitsgrad haben. Generell ist der Fragenkatalog so gestaltet, dass niemand die Antworten immer wissen könnte, weil es sein Spezialgebiet ist. Dem Kandidat steht übrigens ein Glas kaltes Wasser zur Verfügung, falls ihm der Durst vom vielen Reden überkommt. Mittlerweile gibt es eine Studie darüber, man solle lieber die Finger davon lassen. Das kalte Wasser im Magen müsse zusätzlich erwärmt werden auf Körpertemperatur und es stünde dann weniger Energie fürs Überlegen und Denken dem Gehirn zur Verfügung. Leider, so hab ich ein paar Mal schon feststellen müssen, bringt das Spiel für den Kandidaten nicht immer Ruhm mit sich. Wer sehr früh rausfliegt bei leichten Fragen wird leicht zum Gespött für einige Medienblätter.
6. Der Moderator
Günter Jauch moderiert schon seit Jahren die Sendung mit Charme, Witz und Ironie und verleiht der Sendung das gewisse Etwas. Ein kluger Spieler kann Günter Jauch bewusst als 4ten Joker nutzen. Je nach Sympathie und Laune des Moderators hilft er meist bei den unteren Fragen, wenn der Spieler nicht mehr weiter kommt. Entweder schneidet er dann Grimassen bei den Antworten oder betont eine bestimmte Antwort so, dass es nun jedem klar sein müsste. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten. Herr Jauch will manchmal auch genau das Gegenteil erreichen (besonders bei höheren Fragen). Er versteht die Kunst einen Kandidaten, der sich seiner sicher ist, zu verwirren und zum verspielen eines Joker zu verleiten. Ich würde sagen zumindest zu 25% hängt der Spielverlauf vom Moderator ab. Gerne verwirrt er beim Anrufjoker, wenn er Unsicherheit beim Angerufenen erkennt. Günter Jauch steuert zudem den Zeitablauf des Geschehens, durch Fragen an den Kandidaten zur Person.
7. Kleines Zwischenfazit:
Die Sendung macht auf mich einen soliden Eindruck. Alles scheint wie am Schnürchen zu laufen. Die Gedenkpausen für die Kandidaten wirken relativ lange im Fernsehen bis diese manchmal mit der Antwort rausrücken. Das Studio macht auf mich einen großen Eindruck.
II. Studiogast bei WWM
*********************
Natürlich hat man auch die Möglichkeit als Studiogast teilzunehmen. Die Studios für Wer wird Millionär befinden sich in Köln. Als ich dort war konnte ich über den Zaun zum Big Brother Haus schauen. An eine Karte ran zu kommen, ist relativ schwer, da die Sendung sehr lange ausverkauft ist. Die Karten kosten zudem ein paar Euro. Leider kann ich dazu keine Angaben machen, da ich über
Bekannte auf deren Kosten an die Karten ran kam.
1. Vor der Sendung
Wird man endlich reingelassen ist man erst mal verwundert wie klein das Studio doch wirklich ist. Es ist auch einigermaßen warm von dem vielen Scheinwerfern. Ich glaube es sind 4 Blöcke gewesen für die Zuschauer. Davor stehen die 10 Computerterminals für die Auswahlrunde. In der Mitte ist nichts, außer silbernen Blechboden. Neben herumlaufenden Kameramännern gibt es einen bestimmten Kameramann für den Bekannten des ausgewählten Kandidaten und eine fast freibewegliche Kamera an einem Roboterarm. Die Zuschauern werden nach bestimmten Blöcken eingeteilt. Dann wird noch daraufgeachtet, dass alles farblich zusammen passt und nicht ein Haufen von Leute mit lauter weißen Hemden zusammensitzt und Kaugummis werden entfernt. Ebenfalls wird darum gebeten, nochmals auf die Toilette zu gehen, weil das unter der Sendung nur stört.
Dann kommt ein "Aufheizer". Er ulkt etwas rum, macht Witze und erklärt trotzdem sachlich das Spielprinzip. Er verrät einem zum Beispiel wann wir klatschen sollen, wo wir die Fernbedienung für die Zuschauerfragen finden und einiges mehr. Dann übt er mit uns noch etwas klatschen und belehrt uns, dass man Brummeln, Stöhnen und sonstige Gesten unterlassen soll. Man soll auch nicht laut aufstöhnen oder anfangen zu lachen, weil der Kandidat die Frage offensichtlich falsch beantwortet. Zuwiderhandlungen werden mit Studioverweis und Konsequenzen für den Kandidaten geahndet. Außerdem soll man fröhlich und gut gelaunt gucken, immerhin sind wir im TV und präsentieren indirekt die Sendung mit.
Dann kommt auch schon Herr Jauch rein, nachdem er pompös vom Aufheizer angekündigt wurde. Er wirkt in echt sehr groß, sehr schlank (und hat eine enorme Schuhgröße!). Er unterhält sich nochmals mit dem Publikum macht besonders auf das Problem mit Gesten und Geräuschen aufmerksam und dann geht es auch schon richtig zur Sache.
2. Der Sendeablauf
Im Prinzip spielt es sich so ab, wie in der Sendung, nur ohne Musik. Es wird also nachvertont. Nur die Scheinwerfer ändern Runden abhängig ihre Farbe bzw Position. Hr. Jauch liest die Namen von einem Teleprompter ab (dieser steht genau unter der Roboterarmkamera gegenüber vom großen Wer wird Millionär Schild, das man oft in der Sendung hinter Hr. Jauch sieht) nach und nach kommen die 10 Kandidaten rein.
Es geht auch zügig ans Werk, nachdem die Kandidaten vorgestellt werden und die Auswahlfrage wird gestellt. Im Studio ist es richtig still. Nun kommt was, was mir noch gar nicht aufgefallen ist. Hr. Jauch muss umständlich auf einen kleinen Monitor versteckt unter einem Zuschauerblock in der ersten Reihe die Namen ablesen und die benötigte Zeit. Halbwegs verrenkt liest er diese dann vor. Achten sie einmal darauf, dass sie Hr. Jauch nie beim Vorlesen sehen. Dann steht der Glückliche auf und geht auf Hr. Jauch zu. Diese stehen dann vor dem schon erwähnten WWM Schild und meistens legt Hr. Jauch entweder den Arm um den Kandidaten rum oder schüttelt eine Hand. (Es erfolgt ein Schnitt)
Nun gibt es eine Pause, in der einiges geschieht. Der Kandidat wird geschminkt und verkabelt. Währenddessen nimmt die Begleitperson des Kandidaten auf dem vorgesehen Stuhl Platz im Publikum. Achten sie mal auf die Umgebung. Es ist immer der gleiche Platz. Die Begleitung wird immer mit dem nächsten Kandidaten ausgetauscht. Die größte Veränderung geschieht im Studio selbst. In der Mitte wird die silberne Abdeckung abgemacht und einige Leute tragen das Computerterminal für die Spielrunde rein, schließen es an, bringen ein Glas Wasser für den Kandidaten und die beiden Stühle. Mir ist das nie aufgefallen, dass das Terminal bei der Auswahlrunde weg ist, da alles so schnell zusammengeschnitten wird. Dann kommt auch der Kandidat schon wieder rein. Dieser nimmt mit Herrn Jauch wieder die gleiche Position ein (Hände, usw) und läuft zusammen mit ihm zum Terminal.
Der Frage- Antwort Ablauf wirkt auf mich diesmal viel schneller. Im Studio verläuft die Nachdenkzeit irgendwie schneller. Es fehlt ja die Musik und teilweise geht das Ganze wirklich zügig vor sich. Lustig ist dann die Zuschauerfrage, wenn man auf der Fernbedienung drücken darf. Man merkt im Studio erst richtig die Spannung. Besonders wenn der Kandidat zu einem hohen Betrag kommt, wurde ich (und ebenfalls meine Begleiter) sichtlich nervös. Es ging da um 125.000 DM und der Kandidat kam ins Grübeln, ob er es riskieren soll oder nicht.
Ist eine Werbung vorgesehen, wird so getan als kommt die jetzt. Man klatscht halt dann zweimal hintereinander und es geht weiter. Wenn jemand doch Laute von sich gibt, wird noch mal ermahnt. (Es erfolgt ein Schnitt)
Ist die Spielrunde vorbei wird das Terminal in der Mitte wieder abgeräumt. Und es geht von vorne los als wenn nichts gewesen wäre. Am Schluss der Sendung wird mit jedem Kandidaten der es zu Hr. Jauch schaffte noch ein Foto geschossen.
Besonders lobenswert empfand ich das Verhalten von Herrn Jauch. Während der Pausen zog er sich nicht zurück sondern unterhielt sich sowohl mit den übrigen Kandidaten, was für Kategorien sie sich gerne wünschen würden oder keinesfalls kommen dürfte und ermutigte sie. Ebenfalls spricht er ein paar Worte mit dem Publikum, bringt mal einen Witz. Nach der Sendung verschwindet Hr. Jauch ziemlich schnell. Er bedankt sich noch beim Publikum für die Mitarbeit, wünscht eine gute Heimfahrt und zieht sich zurück.
Generell darf man während des Sendung recht lange und viel klatschen. Besonders, wenn mal was technisch nicht klappt. So wurde eine Stellung 4 mal gedreht, weil jedes Mal der Teleprompter hing. Hr. Jauch machte am Schluss darauf aufmerksam, dass bald eine Doppelsendung kommt (also mit dem gleichen Publikum doppelt so lange Sendezeit) und man noch Publikum suche. Man solle sich aber bewusst sein, dass dies sehr die Hände anstrengt. Man darf wirklich viel klatschen.
III. Endfazit:
**********
Wer wird Millionär lohnst sich meiner Meinung nach sowohl als Zuschauer vor dem TV als auch mal als Studiogast. Es ist interessant, wie doch alles so kompliziert abläuft und wie viele Handgriffe von Nöten sind, was man als Zuschauern gar nicht mitbekommt. Herr Jauch repräsentiert meiner Meinung nach die Sendung passend. Lobenswert, dass er auch im Studio nicht publikumsfremd wirkte, mit den Kandidaten ulkt und auch mal die Regeln nicht so ernst nimmt und manchen weiter hilft - aber immer im Rahmen. Mir fällt auf, dass Wer wird Millionär all die Jahre am gleichen Prinzip festgehalten hat und nicht in Versuchung geriet irgendwelche Veränderungen einzuführen (wie zb Glücksrad, dass nur fast keiner mehr schaut).
Vielen Dank fürs Lesen - Scenic24:o)
31 Bewertungen, 3 Kommentare
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26.02.2002, 23:29 Uhr von krawallo
Bewertung: sehr hilfreichich will Millionär werden...!
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25.02.2002, 21:29 Uhr von Achmed
Bewertung: sehr hilfreichHey ein TV Junkie!!! Super Beitrag
-
25.02.2002, 21:26 Uhr von Indurus
Bewertung: sehr hilfreichGenial!! Wirklich äußerst informativ und gut geschrieben!!
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