Rauchen Testbericht

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Erfahrungsbericht von waterloo

Smoke gets in your eyes

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

ÜBER DIE GEFAHREN des Rauchens ist ja schon überall hinlänglich und oft geschrieben worden: von erhöhtem Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt bis hin zu Blasen,-Speiseröhren,-Magen,-und natürlich Lungenkrebs. Nicht zu vergessen die Gefahren bei Rauchen in der Schwangerschaft, den Fötus zu schädigen. Auch beim Sport schnauft es sich nicht mehr gar so gut und die Hustenanfälle mehren sich im Laufe der Jahre.

INHALTSSTOFFE: interessant ist es dennoch, was in einer Zigarette eigentlich so alles drinsteckt. Da wäre z.B. die Ameisensäure (reizt die Schleimhäute), Anilin (führt zu Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden und Depressionen), Arsen (DAS Zellgift schlechthin) und Formaldehyd (führt zu Asthma, Bronchitis und Durchfall).

Nicht außer Acht zu lassen das Kohlenmonoxid (beeinträchtigt den Sauerstofftransport) und natürlich Nikotin himself, der Hauptverantwortliche für die Sucht. Dazu noch hunderte andere, die ich nicht alle aufzählen möchte. Daher stellt sich natürlich die „brennende“ Frage (Vorsicht: Wortspiel :)

WARUM RAUCHEN WIR? Eine schwierige Frage. Aus meiner persönlichen Sicht (war leider auch diesem Laster verfallen) spielt es sich häufig folgendermaßen ab: Am Anfang steht wohl immer die Neugierde im Vordergrund, man probiert etwas Neues, etwas Verbotenes aus. Darin besteht natürlich ein großer Reiz. Daß einem nach der ersten Zigarette meist fürchterlich schlecht ist, ist wohl auch den meisten noch gut in Erinnerung. Aber dennoch: die erste Mutprobe wurde bestanden.

Doch nach einigen Zigaretten hat man sich daran gewöhnt: man findet es cool, man fühlt sich erwachsen, die anderen tun es auch, man gehört irgenwie dazu. Eine Art Interessensgemeinschaft bildet sich: man trifft sich in der Pause am Schulhof, schnorrt sich gegenseitig Zigaretten, tauscht sie aus und redet sich gegenseitig ein, man könne ja jederzeit aufhören. Über die Gefahren weiß man zwar, aber man hält sich selbst (noch) für immun.

Irgendwann kommt jedoch der Zeitpunkt, wo die schlechte Gewohnheit schlicht und einfach zur Sucht wird. Man raucht immer mehr und meist fast schon automatisch: die erste Zigarette in der Früh, in den Pausen, nach dem Essen, beim Telefonieren etc. Schön langsam begreift man, es ist nicht mehr so leicht mit dem Aufhören. Dennoch ist man noch nicht so ganz überzeugt davon, dass Rauchen wirklich tödlich sein kann: denn sicherlich kennt jeder irgendeinen Großonkel, Opa etc., der immer geraucht hat und trotzdem 90 Jahre alt geworden ist.

Sicherlich, solche gibt es immer: manche Leute haben eben einen guten genetischen „background“, genauso gut gibt es aber diejenigen, denen es bereits schadet, ein paar Jahre lang zu rauchen. Wer kann das wissen?

Insgesamt also ein Teufelskreis: mir ist es gelungen, zumindest einmal für 2 Monate (das ist noch nicht besonders lang, ich weiß!) aus diesem auszubrechen und ich möchte Euch heute mit den wichtigsten Rauchentwöhnungsmitteln vertraut machen, die derzeit auf dem Markt sind.


NIKOTINERSATZSTOFFE: das sind: Pflaster, Kaugummis, Inhalator, Tabletten und Nasensprays.

Oft scheitert man bei Entwöhnungsversuchen daran, dass man die Entzugserscheinungen unterschätzt. Diese Mittel sorgen dafür, dass der Nikotinspiegel erhöht bleibt und die Entzugssymptome gelindert werden. Bis auf den Nasenspray ist alles rezeptfrei erhältlich.

-Pflaster: das Pflaster setzt über einen längeren Zeitraum Nikotin frei, welches über die Haut aufgenommen wird. Vor allem für „Spiegelraucher“ geeignet, also Raucher, die immer einen gewissen Nikotinspiegel im Blut haben müssen.
-Kaugummis kaut man am besten, wenn das große Rauchverlangen einsetzt, ist also v.a.für Leute, die in bestimmten Situationen rauchen.
-Inhalator: Nikotin wird durch Inhalation aufgenommen, Entzugserscheinungen gemildert
-Tabletten: ebenso wie der Kaugummi in bestimmten Situationen einzunehmen
-Nasenspray: das Nikotin wird durch die Nasenschleimhaut ins Blut aufgenommen, ebenso optimal bei unregelmäßigem Rauchverhalten.

Die Preise liegen zwischen ca.7 (Kaugummis) und bis zu ca.30 Euro (Pflaster). In der Anfangsphase empfehle ich v.a. den Kaugummi, er schmeckt zwar ekelhaft, aber, richtig dosiert, wirkt er durchaus nicht schlecht.

ZYBAN: die Raucherentwöhnungspille, die 2000 mit großem Getöse auf den Markt gekommen ist. Seitdem ist es eher ruhig um Zyban geworden (vielleicht wegen der über 50 Todesfälle in Großbrittanien-das ist allerdings noch nicht 100%ig erwiesen).

Wie wirkt Zyban? Wie Zyban eigentlich genau wirkt, ist (noch) nicht ganz erwiesen. Auf jeden Fall wirkt Zyban mit dem Wirkstoff Buproprion, der chemisch dem Nikotin ähnelt, den Suchterscheinungen im Gehirn entgegen, allerdings mit starken Nebenwirkungen:

Bluthochdruck, Schwindel, Schlafstörungen, epileptische Anfälle und Depressionen, um nur einige zu nennen. Ich würde von diesem Medikament abraten bzw. mich ganz genau bei verschiedenen Ärzten darüber informieren.


BÜCHER: Hier würde ich Euch besonders das Buch „endlich Nichtraucher“ des englischen Autors „Allen Carr“ ans Herz legen. Carr, selbst früher ein starker Raucher beleuchtet in diesem Buch, das humorvoll und treffend geschrieben ist, v.a. die psychologische Seite des Rauchens und macht systematisch alle (Schein)argumente für das Rauchen zunichte. Wirklich sehr empfehlenswert.

Bücher über das Rauchen gibt es aber insgesamt wie Sand am Meer, schaut sie Euch am besten einfach mal an.

ANDERE METHODEN: Es gibt natürlich darüber hinaus zigtausende von Heilkräuterchen, die angeblich die Sucht lindern sollen. Da ich mich auf diesem Sektor allerdings nicht allzu gut auskenne, möchte ich dazu nichts sagen.

Manche versuchen auch ihr Glück mit Hypnose oder Autosuggestion, man sollte sich dahingehend aber auch keine übertriebenen Hoffnungen machen.

Ein persönlicher Tip zum Abschluß: Wenn man nicht 100%ig aufhören will, hat es gar keinen Sinn, es zu versuchen. Aber auch dann ist es ein steiniger Weg: erst, wenn man wirklich in JEDER Situation der Versuchung widerstehen kann, ist man auf dem richtigen Weg. Viel Erfolg!

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • mloidl

    27.02.2002, 16:04 Uhr von mloidl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein wirklich sehr ausführlicher, aber auch sehr gut geschriebener Bericht von dir.