Re-Volt (PC Rennspiel) Testbericht

Re-volt-pc-rennspiel
ab 9,66
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Erfahrungsbericht von Magistix

Jeder kann ein SCHUMI sein!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Auch ein Michael (oder Ralf) Schumacher hat einmal klein angefangen. Schon als Halbwüchsige turnten sie in ihren Carts über die selbst gesteckten Pisten im Hinterhof und später auf der eigenen Gokart -Strecke. Und noch heute behaupten sie trotz aller Formel-1-Boliden, dass es im Cart doch am Meisten Spaß mache... Wieso also immer brandaktuelle Formel1-Spiele kaufen, wenn selbst die Helden der Szene davon abraten und zum Ableger der PS-Boliden raten. Minimalistisch, ohne Verkleidung, Sicherheitsschutz oder Monocoque...
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.:| Re-Volt – keineswegs eine Revolte, oder? |:.


“Back to the roots“ heißt es denn dann auch in dem mittlerweile leicht angegrauten PC-Spiel „Re-Volt“. Denn wo andere Spiele mit möglichst detailgetreuer Umsetzung der wohl populärsten Rennserie der Welt protzen, bietet sich dem geneigten Rennfahrer und Hobby-Piloten bei Re-Volt „nur“ eins der vielen verschiedenen leicht abstrakten Rennboliden. Die Einen ähneln den Carts, andere wiederum Tourenwagen und manches Modell erinnert gar an die alten, länglichen Tourenwagen-Flitzer.

Wir schreiben das Jahr 1999, als Re-Volt im Hause von A’Klaim geboren wurde. Schnell, wie damals kein anderer Konkurrent, wild, bunt und (wiederhole ich mich schon?) schnell. Der Spieler hat ein Rennfahrzeug und spielt wie in allen Autorennen in einer Meisterschaft um Siege und Podestpositionen, um schlussendlich ganz oben als gefeierter Sieger zu triumphieren. Doch ein kleiner, winziger Unterschied macht dann Re-Volt zu einem einzigartigen Vergnügen. Die Boliden sind nämlich nicht aus der Fahrerperspektive zu lenken, sondern erinnern in der Sichtweise und Steuerung stark an ein ferngesteuertes Spielzeugauto.

Man „fliegt“ sozusagen mit einer Kamera hinter den Boliden hinterher und hat in der Regel dadurch alles besser im Blick, als in der aus anderen Rennspielen gewohnten Perspektiven. SO erfährt man die ungeheure Beschleunigung und sieht die kunterbunte und wunderschön animierte Grafik nur so an einem vorbeisausen. Die ferngesteuerte Autos werden so Runde um Runde gelenkt und durch sehr schön animierte "Welten" getrieben. Auffällig: Trotz nun 3 Jahren auf dem Buckel kann sich die Grafik und insbesondere können sich die wunderschönen Effekte sehen lassen. Die Grafik hinkt hinter den heutigen Simulationen nicht hinterher so kommt ein kaum bekannter Spielspaß auf.

Denn als wirklich animierenden Zusatz bietet sich dem Spieler in Re-Volt neben dem monotonen Fahren, Steuern, Überholen, Bremsen, Gas geben noch eine weitere Möglichkeit die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Denn der Hersteller hat sich mit der Einführung von unlauteren Mitteln eine weitere Tür zum Spaßolymp offen gehalten. Und so fährt man sein Rennen nicht nur auf der Ideallinie, bis man sie auswendig kennt, sondern bekommt kleine Zusätze auf die Fahrbahn gesetzt, die (wenn eingesammelt) doch sehr nützlich werden können. „Waffen“ finden sich und ermöglichen etwaige Sabotage-Akte. Je nach aufgelesenem Item, kann man andere Wagen aus dem Weg schießen, ihnen Stromschläge verpassen, Kugeln in den Weg rollen und ganz hinterhältig einfach Öl auf die Fahrstrecke kippen.

Doch das steht ja nicht nur Ihnen zu und so gestaltet sich die an sich schon sehr aufregende Fahrt (was an der sehr schnellen Grafik und dem treibenden Sound liegt) noch um Einiges interessanter. Zischende Bomben, Raketen, schlitternde Autos und quietschbunte Effekte bei Explosionen, Remplern und, und, und machen die Sache weitaus attraktiver als das öde Formel1- Hintereinanderfahren. So fliegen die getroffenen Autos nicht nur einfach zur Seite, sondern erfahren einen richtigen Funkenregen, dann eine sehenswerte Detonation und anschließend einen wunderschönen Flug abseits der meist durch die Lüfte führenden Strecken. Selbstverständlich ist das Rennen danach nicht aus – man wird mit seinem Fahrzeug schon mehrere Male „wiederhergestellt“ und kann weiterfahren (nach einer gewissen zeitlichen Pause), ehe man mit einem Totalschaden ausscheidet.
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.:| Re-Volt – eine grafische Sensation? |:.


Ich weiß nicht, ob es heutzutage noch Jedermann vom Hocker haut, aber Re-Volt zählt wirklich zu den Besseren der Spiellandschaft. Die Effekte sind wirklich phantastisch und die einmalige Umsetzung der Dynamik und Geschwindigkeit, habe ich so nicht ein weiteres Mal gesehen. Die Fahrt durch die schwebenden Strecken (im Hintergrund meist Stadtansichten oder Weltall) macht so einfach Spaß. Unzählige Details und zig Items verbessern das Bild weiterhin.

Denn man kann ja nicht nur Waffen auflesen, auch Reparaturschlüssel, Unsichtbarkeitsbonus oder „Raketenantrieb“ können eingesammelt werden und verhelfen zu dem ein oder anderen Spiel entscheidenden Vorteil. Wer sich auskennt, weiß wann und wie man seine Waffen effizient einsetzt und an welcher Stelle sich auch einmal drängeln lohnt, dem ist der Sieg gewiss und der Aufstieg in neue, anspruchsvollere Level.

Denn wer nach einer Saison am Besten abschneidet und von immer 8 Fahrern die meisten Punkte absahnt, der kommt in die nächsthöhere Liga. Es gibt je nach Schwierigkeitsgrad (Junior/sehr leicht; Konsole/leicht; Arcade/mittel; Simulation/schwer) und der gefahrenen Meisterschaften (Bronze Pokal; Silber Pokal; Gold Pokal und Platin Pokal) die unterschiedlichsten Gegner und auch Strecken. Insgesamt kommt es so zu einem großen Spielumfang und doch sehr individuellen Einstellungs- und Schwierigkeitsvarianten.

Hat man einen Erfolg erzielt, so kommt es (ganz nach dem üblichen Motivationsprinzip) zu neuen Strecken und auch neuen Autos. Diese muss man sich aber eben erst verdienen, um sie fahren zu können. Hat man am Anfang erst vier Strecken und acht Gegner, so kommt es nach der Unterbietung eines Steckenrekords, dem Gewinn der Meisterschaft oder anderen Erfolgen zu weiteren heißen Rennen auf neuen Strecken, mit verbesserten Fahrzeugen und mit vielzahligeren Items.

Und als wäre das nicht noch genug, so kommt es im Laufe des Spiels auch zu einer gehörigen Steigerung der Gegnerstärke. Wird man anfangs noch nicht abgeschossen und nur selten richtig attackiert, so werden die am Ende 20 Gegner richtig biestig. Sie senden eine Rakete nach der anderen, haben sehr schnelle Autos und machen so gut wie keine Fahrfehler mehr. Und gerade in solch einer Situation muss man sich dann auch noch auf vollkommen neuen Kursen behaupten, fährt man am Ende sogar bekannte Kurse rückwärts oder gespiegelt ab.

So sitze ich Stunde um Stunde vor meinem gemarterten PC und hämmere wie wild in die Taten in der Hoffnung, dadurch mein Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit noch schnittig um die Kurve zu kriegen oder zumindest einen Gegner mit ins Aus zu rammen. Als Bande benutzt, kann man sich so vielleicht gar auf der Strecke halten und sich absetzen. Das macht Spaß, ist doch jedes Rennen durch die zufällige Verteilung der Gimmicks und den Rennerlauf immer anders und dadurch motivierend.

Was bleibt? Nun, das Netzwerkspiel, dass ich mit Freunden hin und wieder zelebriere. Vom Prinzip her genau dasselbe wie gegen Computer, nur dass man auch menschliche Gegenspieler einbauen kann und dann seinen Kumpel von der Strecke jagt. Hierzu ist es aber (leider) nicht möglich per geteiltem Bildschirm an einer Rechenmaschine zu spielen, sondern muss mit mehreren PCs ein Netzwerk bilden und so gegeneinander antreten. Das macht dann aber noch einmal ein wenig mehr Spaß und klappt auch in der Praxis problemlos. Die Wartezeiten halten sich im normalen Bereich und es gibt während des Rennens kein Ruckler.

Einzig der sonst sehr positiv hervorstechende Sound nervt dann ein wenig. Was aus einer Box noch motivierend die Fahrzeuggeräusche wiedergibt und mit einer anpeitschenden Hintergrundmusik erfreut, klingt aus mehreren Lautsprechern einfach nur noch durcheinander, laut und konfus – das nervt dann doch schon gewaltig. Schade, dass nicht auch noch PCs beim Mehrspieler-Game mit von der Partie sind. Spielt man mit mehr als einem menschlichen Spieler, so entfallen die PC-Gegner. ______________________________________________________

.:| Fazit: Ein erstklassiges Spiel zum angestaubten Sparpreis |:.


Das Spiel wird es wohl nur noch selten zu erwerben geben. Der Preis sollte einzeln nicht über 10€ liegen und wenn man an dem Spiel Interesse haben, so sollte man sich einmal bei alten Spielpaketen umschauen. Re-Volt wurde gerne als Teil einer Spielsammlung verkauft und ist auch dort im Bundle günstig zu haben. Zum Spiel wird ein verhältnismäßig alter Rechner benötigt (P-II 266; 64 MB Ram; 3D-Grafikkarte), was sich bei mir und meiner alten Krücke auch bestätigt hat. Das Spiel lässt sich einfach installieren und läuft unter Win 95/98 ebenso stabil wie unter Windows 2000.

Im Spiel gefallen die vielen Einstellungsmöglichkeiten und auch die verschiedenen Spiel-Varianten. Wer nicht gleich in der Meisterschaft loslegen möchte, dem steht noch der Trainingsmodus zur Verfügung. Waghalsige können im „Stunt-Parcours“ ihre Runde mit den schnellen Flitzern drehen. Natürlich sind Spielsteuerung, Grafik, Sound und Vieles anderes frei konfigurierbar und gut integriert worden.

So gesehen ist es einfach rundum gelungen, was uns A’Klaim da serviert hat. Wunderbare Grafik (atemberaubende Spiegelungen) mit absolut sehenswerten (Licht-) Effekten, schnelle Rennen, schlaue Gegner, viele Variationen und Möglichkeiten sind die Gründe für einen wirklich guten und lang andauernden Spielspaß. Die Rennstrecken sind dabei ebenso variabel wie unterschiedlich. Die Gegner passen sich der eigenen Stärke (oder Schwäche) an und machen den Sieg zwar nicht einfach aber im Bereich des Möglichen.

Die kleinen Flitzer machen einfach Spaß und gleich wird ich mich wieder hinsetzen und zum eingängigen Sound meine Gegner mit Raketen aus dem Weg schießen und im Panzerschutz an Ihnen vorbeiziehen. Ob’s zur Meisterschaft reicht? Mal sehen...

15 Bewertungen, 2 Kommentare

  • D.Newton

    13.10.2003, 16:36 Uhr von D.Newton
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein klasse Bericht, aber "Die Boliden sind nämlich nicht aus der Fahrerperspektive zu lenken, sondern erinnern in der Sichtweise und Steuerung stark an ein ferngesteuertes Spielzeugauto." passt so gar nicht zu dir. Dir muessten doch eigentli

  • Eiswolf

    23.03.2002, 17:48 Uhr von Eiswolf
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht, aber das Spiel fand dich nich grad spannend