Regensburg Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von GretaGarbo
Ein kleines Fleckchen Italien...
Pro:
geschichtsträchtig - mediterran
Kontra:
nichts!
Empfehlung:
Ja
Haidplatz
Regensburg
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Namensgebung
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Irrtümlicherweise wird angenommen, dass der Name \"Haidplatz\" seinen Namen von Ungläubigen, von Heiden, hat. Aber der Ursprung des Namens geht auf die Römer zurück: Der Haidplatz war ursprünglich eine Heide, ein leeres Feld beim Römerkastell \"Castra Regina\".
Historie
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Der Haidplatz ist einer der ältesten und traditionsreichsten Plätze von Regensburgs historischer Altstadt. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden hier prächtige Gebäude, in denen sich Berühmtheiten die Klinke in die Hand gaben. Seit alters her feiern die Regensburger rauschende Feste auf dem Haidplatz. So fanden hier beispielsweise im Mittelalter nicht selten Ritterturniere mit zum Teil über 300 Teilnehmern statt. Das berühmteste Stechen fand im Jahr 930 zwischen dem furchterregenden Hunnenkönig Krako und dem Regensburger Ritter Hans Dollinger statt. Letzterer saß wegen Majestätsbeleidigung im Kerker und wollte auf diese Weise - da sich sonst kein Gegner fand - die Freiheit erlangen, was ihm auch gelang. Das Haus Haidplatz 7 war im 16. Jahrhundert Herberge für Kaiser, Könige, Fürsten und Diplomaten. Kaiser Karl V. (1500-1558), logierte im \"Goldenen Kreuz\" während der Reichsversammlungen 1532, 1541 und 1546. Der Gasthof \"Zum Goldenen Kreuz\" war bis ins 19. Jahrhundert das Regensburger Nobelhotel. Auch heute feiern die Regensburger Bürger noch rauschende Feste auf dem Haidplatz, so dass sich die Nutzung des Platzes über die Jahrhunderte kaum verändert hat.
Barbara Blomberg - Berühmteste Tochter des Haidplatzes
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Barbara Blomberg wurde 1527 als Tochter eines Gürtlermeisters in Regensburg geboren und wuchs in der Tändlergasse, eine Seitengasse des Haidplatz, auf. Von ihrer Mutter Sybill hatte sie nach den Überlieferungen das schöne Aussehen, so wurde ihre Mutter bereits als die \"Schöngürtlerin\" bezeichnet. Von ihrem Vater Wolfgang erzählte man sich, dass er vor allem durch sein Durchsetzungsvermögen bekannt war. Auch dieses soll Barbara geerbt haben. 1546 wurde sie tanzend im heutigen Stadtpark von Kaiser Karl V. entdeckt, als dieser auf dem Reichstag in Regensburg weilte. Der alte Kaiser verliebte sich in die junge Regensburgerin, die ihm nach einer heftigen Liebesnacht im Goldenen Kreuz einen Sohn gebar. Don Juan D\' Austria, das Produkt ihrer gemeinsamen Liebe, dessen bronzenes Denkmal seit 1978 auf dem Zieroldsplatz an der Ostseite des Alten Rathauses steht, sollte später das Abendland von den Türken befreien. Die schöne Barbara sah ihren kaiserlichen Geliebten und Gönner - er hatte ihr eine Mitgift und eine Jahresrente zukommen lassen - nie mehr. Ihren Sohn sah sie erst dann wieder, als er ein gefeierter Mann war (1576). Barbara wurde mit einem kaiserlichen Offizier verehelicht, der in Brüssel stationiert war. Ihm gebar sie zwei Söhne und eine Tochter. Nach dem Tod des Gatten soll sie ein recht liederliches, verschwenderisches Leben geführt haben. In ein Kloster bei Valladolid, Spanien, gesteckt, brach die Lebenslustige 1580 nach Colindes am Golf von Biscaya aus, wo sie etwa siebzigjährig am 18. Dezember 1597, fast zwanzig Jahre nach ihrem Sohn, den im Feldlager von Namur die Pest hinweggerafft hatte, starb.
Justitiabrunnen
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Der Justitiabrunnen, Mittelpunkt des heutigen Haidplatzes, entstand 1551 und bestand ursprünglich aus Holz. Der heutige Brunnen geht zurück auf das Jahre 1656. 1659 wurde er mit einer Statue des Bildhauers Leoprand Hilmer bestückt. 1910 erfolgte eine komplette Erneuerung des Brunnens. Ein achteckiges Becken befindet sich auf mehreren Stufen, die Ecken sind mit Lisenen verziert. In den Seitenflächen befinden sich Genienköpfe, Stadt- und Reichswappen. In der Mitte des Beckens ist ein Pfeiler platziert, der in wasserspeienden Delphinen gipfelt, auf denen Putten reiten. Auf diesem Sockel steht die Sandsteinfigur der Justitia mit Waage und Schwert, jedoch fehlt ihr die typische Augenbinde.
Thon-Dittmer-Palais
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Höfische Eleganz prägt die Fassade dieses klassizistischen Palais an der Nordseite des Haidplatzes zwischen Weingasse und Baumhackergasse. Zwei mittelalterliche Gebäude standen einst an seiner Stelle: ein Patrizierhaus mit Turm im Westen an der Ecke zur Weingasse und ein nach Osten anschließendes Gebäude, das bis zur Baumhackergasse reichte. Georg Friedrich, Edler von Dittmer, erwarb 1781 das Anwesen. Wohl schon kurze Zeit später ließ er das mittelalterliche Gebäude seinen repräsentativen Bedürfnissen gemäß umgestalten. 1809 war ein zweiter Umbau, der eine erhebliche Vergrößerung mit sich brachte, abgeschlossen. Dabei entstand die großartige Anlage, wie sie sich heute darbietet. Der heutige Namen geht auf einen Sohn von Dittmers, Freiherr Gottlieb von Thon-Dittmer zurück, der von 1836 bis 1848 Bürgermeister von Regensburg und ab 1848 Staatsminister des Inneren unter König Ludwig I. war. 1856 ging das Thon-Dittmer-Palais in den Besitz der Stadt über. Waren anfänglich der Historische- und der Naturwissenschaftliche Verein sowie die Botanische Gesellschaft in dem Haus untergebracht, wurde von 1864 an das Palais für schulische Zwecke genutzt. 1904 zog die Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr ein. Inzwischen sind ins Thon-Dittmer-Palais das Deutsch-Amerikanische-Institut, die Stadtbücherei, die Volkshochschule und das \"Theater am Haid\" eingezogen. Im Sommer dient der Innenhof des Palais als Bühne für Theater- und Musikaufführungen.
\"Goldenes Kreuz\"
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Eine der vielen bedeutsamen Bauten am Haidplatz war schon immer das \"Goldene Kreuz\". Erst 1862 wurden die ungleichen Gebäude zu einer gemeinsamen Front mit Zinnabschluss umgebaut. Davor bestanden die Front aus einem frühgotischem Turm, der typisch für Regensburg ist. Der Turm erhebt sich mit sieben Geschossen, und schließt mit einem Zinnkranz. An der Turm-Ostseite befinden sich zwei Schießscharten, und im westlichen Wohnbau schließt eine spitzbögige Dreierarkade an. Eine Reihe berühmter Gäste (Reichskanzler Otto von Bismarck, König Wilhelm I. von Preußen, König Max II. von Bayern, König Ludwig I. von Bayern, Fürst Metternich, Kaiser Franz Joseph von Österreich mit Gattin Elisabeth...) machte die Herberge zu dem wohl bekanntesten Gasthof in Deutschland. Neben den Gästen sorgte auch die Köchin des \"Goldenen Kreuzes\" Marie Schandri für den Ruhm des Hauses. Ihr Kochbuch ist den Köchinnen unserer Zeit noch ein Begriff.
Heute ist das \"Goldene Kreuz\" ein sehr beliebtes Café, in dem man sich im Sommer auch draußen in der Sonne räkeln und das Kommen und Gehen auf dem Haidplatz beobachten kann.
Neue Waag
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Den Haidplatz schließt im Osten eine umfangreiche Stadtburg ab, die \"Neue Waag\", auch \"Herrentrinkstube\" genannt. Die Namen verraten ein Stück Geschichte des Hauses. \"Neue Waag\" heißt es, weil es der Rat 1441 von der Familie Altmann erwarb, und die bis dahin in der St.-Albans-Gasse befindliche Stadtwaage hier einrichtete. Der andere Name des Gebäudes \"Herrentrinkstube\" erinnert an die Gewohnheit der Ratsherren, dort nach den Sitzungen einen Trunk einzunehmen. Die Gebäudegruppe erhielt nach dem Kauf durch die Stadt Regensburg kommunale Aufgaben.
Arch
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An der Südseite des Haidplatzes liegt ein stattliches Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert, die \"Arch\" genannt., welches sich am Haidplatz 4 befindet. Früher umgaben der Vitusbach, der von der Roten-Hahnen-Gasse herfloss, und ein Teich die \"Arch\". Dies ist eine der zwei Deutungen, die den Namen \"Arch\" erklären, denn man bezeichnete früher eine Befestigung des Ufers als \"Arch\". Die zweite Deutung, die den Namen \"Arch\" erklärt, beruht darauf, dass der ein spitzes Trapez bildende Grundriss an den Bug eines Schiffes erinnert. Dies lässt auf den Vergleich mit der Arche Noahs schließen. Im Hof existieren Reste von Renaissancelauben, die jedoch vermauert sind. An der Ostseite findet sich ein Fragment eines muschelförmigen Wandbrunnens wieder. Die \"Arch\" beinhaltet eine hauseigene Kapelle mit dem Namen Sankt Laurentius. Heute dient die \"Arch\" als Hotel, italienisches Restaurant und Bücherhandlung.
Marktplatz
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Seit dem Hohen Mittelalter wird der Haidplatzes als Marktplatz benutzt, und seit der Verkehrsberuhigung in den frühen 80er Jahren hat ist er auch wieder geworden, was er einst war. So finden samstags kleine Marktstände eine Schar kaufbegieriger Kunden. Jeden ersten Sonntag im Monat erfreut sich der Regensburger Handwerkermarkt größter Beliebtheit. In den Adventswochen wird diese turnusmäßige Marktveranstaltung auf die ganze Vorweihnachtszeit ausgedehnt. Mit Glühwein- und Bratwurstständen erweitert, ergänzt er den Regensburger Christkindlmarkt und bietet somit ein herrlich weihnachtliches Ambiente.
Christopher-Street-Day
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Der Christopher-Street-Day, der seit Juni 1996 auf dem Haidplatz in Regensburg gefeiert wird, lockt regelmäßig Homo- wie Heterosexuelle gleichsam an. Der eigentliche Grund dieses Festes ist das Gedenken an die Homosexuellen, die sich am 28. Juni 1969 in der New Yorker Christopher-Street gegen die permanenten, gewalttätigen Übergriffe der Polizei wehrten. Das Schwulen- und Lesbenfest nützt die Regensburger AIDS-Hilfe auch als eine Möglichkeit zur Aufklärung und Information genutzt.
Gastronomie
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Ringsherum am Haidplatz sind Läden und Gastronomiebetriebe angesiedelt. Wer also nach einer Stadtbesichtung oder Shopping-Tour bei mediterraner Atmosphäre entspannen will, dem stehen mehrere Pizzerien (Pam Pam, Al Camino, Da Tino), ein Mexikaner (Peppers) und das Café \"Zum Goldenen Kreuz\" mit ihren Freisitzen - oder im Winter auch im Lokal - zur Auswahl.
Prosa
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Der Abend war voller Frieden herabgesunken, die Straßen sind still und leer geworden. Aus den Fenstern leuchtet der gelbe Schein der Lampen. Nur manchmal schallt ein Schritt übers Pflaster, und klingt eine Tür und hallt eine menschli-che Stimme. Dann fällt ein Tor ins Schloß und ein Schlüssel knarrt und kreischt - dann ist es still. Nur der Brunnen rauscht. Die Zinnen und Zacken des »Goldenen Kreuzes« stechen in den Nachthimmel und der massige Bau des Thon-Dittmer-Hauses liegt wie ein schlafendes Ungetüm, das aus hundert dunklen Augen droht! Frau Justitia auf dem Brunnen hebt in starrer Ruhe das Schwert, während ihre andere Hand die Waage der Gerechtigkeit trägt. Und unbeweglich sieht sie in die Nacht. In die Zeit des Mittelalters ist der Platz Frau Justitia und die alten Patrizierhäuser scheinen sich enger aneinander zu drängen, wie eine Herde geängstigter Tiere. Und der Brunnen rauscht ein Lied, zart und werbend, schmelzend und schwermütig, irgendetwas von pochenden Herzen und bebenden Lippen, von Hoffen und Sehnen und Schluchzen und Tränen. Eine leise Melodie springt auf Sie klingt, als ob Musik durch dicke Vorhänge dränge dahinter ein heimliches Brautpaar tanzt, einen langsamen Walzer voll geheimen Glückes und schwermütiger Süße. Ober die starren Züge der Justitia scheint ein leises Lächeln zu gleiten, über den Brunnen, der so törichtes Zeug plaudert, das doch so traut und lockend klingt! Dann blickt sie wieder ernst und unbeweglich wie zuvor. Und der Brunnen rauscht sein Lied - die ganze Nacht.
(Georg Britting im Jahre 1991 aus \"Regensburger Impressionen\")
Fazit
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Wer behauptet in Regensburg gewesen zu sein und hat den Haidplatz nicht gesehen, der kann nicht in Regensburg gewesen sein! Bei den ersten, warmen Sonnenstrahlen Ende Februar beginnt der Haidplatz zu leben: Auch wenn\'s die Außentemperaturen noch nicht zulassen, doch die Regensburger kriechen schön langsam heraus auf die Freisitze am Haidplatz und genießen das mediterrane Flair der Donaumetropole, das Touristen nach an eine Stadt in der Toscana erinnert. Im Winter ist\'s natürlich genauso schön am Haidplatz; allein schon der etwas familiärere Christkindlmarkt lädt zum Verweilen ein. Mal ganz abgesehen vom urgemütlichen \"Goldenen Kreuz\", an dem man ohne ein Glas Sekt oder eine Tasse Kaffee getrunken zu haben, nicht vorbeikommt!
Also - wir sehen uns am Haidplatz!
© GretaGarbo 05.08.2003
Regensburg
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Namensgebung
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Irrtümlicherweise wird angenommen, dass der Name \"Haidplatz\" seinen Namen von Ungläubigen, von Heiden, hat. Aber der Ursprung des Namens geht auf die Römer zurück: Der Haidplatz war ursprünglich eine Heide, ein leeres Feld beim Römerkastell \"Castra Regina\".
Historie
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Der Haidplatz ist einer der ältesten und traditionsreichsten Plätze von Regensburgs historischer Altstadt. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden hier prächtige Gebäude, in denen sich Berühmtheiten die Klinke in die Hand gaben. Seit alters her feiern die Regensburger rauschende Feste auf dem Haidplatz. So fanden hier beispielsweise im Mittelalter nicht selten Ritterturniere mit zum Teil über 300 Teilnehmern statt. Das berühmteste Stechen fand im Jahr 930 zwischen dem furchterregenden Hunnenkönig Krako und dem Regensburger Ritter Hans Dollinger statt. Letzterer saß wegen Majestätsbeleidigung im Kerker und wollte auf diese Weise - da sich sonst kein Gegner fand - die Freiheit erlangen, was ihm auch gelang. Das Haus Haidplatz 7 war im 16. Jahrhundert Herberge für Kaiser, Könige, Fürsten und Diplomaten. Kaiser Karl V. (1500-1558), logierte im \"Goldenen Kreuz\" während der Reichsversammlungen 1532, 1541 und 1546. Der Gasthof \"Zum Goldenen Kreuz\" war bis ins 19. Jahrhundert das Regensburger Nobelhotel. Auch heute feiern die Regensburger Bürger noch rauschende Feste auf dem Haidplatz, so dass sich die Nutzung des Platzes über die Jahrhunderte kaum verändert hat.
Barbara Blomberg - Berühmteste Tochter des Haidplatzes
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Barbara Blomberg wurde 1527 als Tochter eines Gürtlermeisters in Regensburg geboren und wuchs in der Tändlergasse, eine Seitengasse des Haidplatz, auf. Von ihrer Mutter Sybill hatte sie nach den Überlieferungen das schöne Aussehen, so wurde ihre Mutter bereits als die \"Schöngürtlerin\" bezeichnet. Von ihrem Vater Wolfgang erzählte man sich, dass er vor allem durch sein Durchsetzungsvermögen bekannt war. Auch dieses soll Barbara geerbt haben. 1546 wurde sie tanzend im heutigen Stadtpark von Kaiser Karl V. entdeckt, als dieser auf dem Reichstag in Regensburg weilte. Der alte Kaiser verliebte sich in die junge Regensburgerin, die ihm nach einer heftigen Liebesnacht im Goldenen Kreuz einen Sohn gebar. Don Juan D\' Austria, das Produkt ihrer gemeinsamen Liebe, dessen bronzenes Denkmal seit 1978 auf dem Zieroldsplatz an der Ostseite des Alten Rathauses steht, sollte später das Abendland von den Türken befreien. Die schöne Barbara sah ihren kaiserlichen Geliebten und Gönner - er hatte ihr eine Mitgift und eine Jahresrente zukommen lassen - nie mehr. Ihren Sohn sah sie erst dann wieder, als er ein gefeierter Mann war (1576). Barbara wurde mit einem kaiserlichen Offizier verehelicht, der in Brüssel stationiert war. Ihm gebar sie zwei Söhne und eine Tochter. Nach dem Tod des Gatten soll sie ein recht liederliches, verschwenderisches Leben geführt haben. In ein Kloster bei Valladolid, Spanien, gesteckt, brach die Lebenslustige 1580 nach Colindes am Golf von Biscaya aus, wo sie etwa siebzigjährig am 18. Dezember 1597, fast zwanzig Jahre nach ihrem Sohn, den im Feldlager von Namur die Pest hinweggerafft hatte, starb.
Justitiabrunnen
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Der Justitiabrunnen, Mittelpunkt des heutigen Haidplatzes, entstand 1551 und bestand ursprünglich aus Holz. Der heutige Brunnen geht zurück auf das Jahre 1656. 1659 wurde er mit einer Statue des Bildhauers Leoprand Hilmer bestückt. 1910 erfolgte eine komplette Erneuerung des Brunnens. Ein achteckiges Becken befindet sich auf mehreren Stufen, die Ecken sind mit Lisenen verziert. In den Seitenflächen befinden sich Genienköpfe, Stadt- und Reichswappen. In der Mitte des Beckens ist ein Pfeiler platziert, der in wasserspeienden Delphinen gipfelt, auf denen Putten reiten. Auf diesem Sockel steht die Sandsteinfigur der Justitia mit Waage und Schwert, jedoch fehlt ihr die typische Augenbinde.
Thon-Dittmer-Palais
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Höfische Eleganz prägt die Fassade dieses klassizistischen Palais an der Nordseite des Haidplatzes zwischen Weingasse und Baumhackergasse. Zwei mittelalterliche Gebäude standen einst an seiner Stelle: ein Patrizierhaus mit Turm im Westen an der Ecke zur Weingasse und ein nach Osten anschließendes Gebäude, das bis zur Baumhackergasse reichte. Georg Friedrich, Edler von Dittmer, erwarb 1781 das Anwesen. Wohl schon kurze Zeit später ließ er das mittelalterliche Gebäude seinen repräsentativen Bedürfnissen gemäß umgestalten. 1809 war ein zweiter Umbau, der eine erhebliche Vergrößerung mit sich brachte, abgeschlossen. Dabei entstand die großartige Anlage, wie sie sich heute darbietet. Der heutige Namen geht auf einen Sohn von Dittmers, Freiherr Gottlieb von Thon-Dittmer zurück, der von 1836 bis 1848 Bürgermeister von Regensburg und ab 1848 Staatsminister des Inneren unter König Ludwig I. war. 1856 ging das Thon-Dittmer-Palais in den Besitz der Stadt über. Waren anfänglich der Historische- und der Naturwissenschaftliche Verein sowie die Botanische Gesellschaft in dem Haus untergebracht, wurde von 1864 an das Palais für schulische Zwecke genutzt. 1904 zog die Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr ein. Inzwischen sind ins Thon-Dittmer-Palais das Deutsch-Amerikanische-Institut, die Stadtbücherei, die Volkshochschule und das \"Theater am Haid\" eingezogen. Im Sommer dient der Innenhof des Palais als Bühne für Theater- und Musikaufführungen.
\"Goldenes Kreuz\"
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Eine der vielen bedeutsamen Bauten am Haidplatz war schon immer das \"Goldene Kreuz\". Erst 1862 wurden die ungleichen Gebäude zu einer gemeinsamen Front mit Zinnabschluss umgebaut. Davor bestanden die Front aus einem frühgotischem Turm, der typisch für Regensburg ist. Der Turm erhebt sich mit sieben Geschossen, und schließt mit einem Zinnkranz. An der Turm-Ostseite befinden sich zwei Schießscharten, und im westlichen Wohnbau schließt eine spitzbögige Dreierarkade an. Eine Reihe berühmter Gäste (Reichskanzler Otto von Bismarck, König Wilhelm I. von Preußen, König Max II. von Bayern, König Ludwig I. von Bayern, Fürst Metternich, Kaiser Franz Joseph von Österreich mit Gattin Elisabeth...) machte die Herberge zu dem wohl bekanntesten Gasthof in Deutschland. Neben den Gästen sorgte auch die Köchin des \"Goldenen Kreuzes\" Marie Schandri für den Ruhm des Hauses. Ihr Kochbuch ist den Köchinnen unserer Zeit noch ein Begriff.
Heute ist das \"Goldene Kreuz\" ein sehr beliebtes Café, in dem man sich im Sommer auch draußen in der Sonne räkeln und das Kommen und Gehen auf dem Haidplatz beobachten kann.
Neue Waag
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Den Haidplatz schließt im Osten eine umfangreiche Stadtburg ab, die \"Neue Waag\", auch \"Herrentrinkstube\" genannt. Die Namen verraten ein Stück Geschichte des Hauses. \"Neue Waag\" heißt es, weil es der Rat 1441 von der Familie Altmann erwarb, und die bis dahin in der St.-Albans-Gasse befindliche Stadtwaage hier einrichtete. Der andere Name des Gebäudes \"Herrentrinkstube\" erinnert an die Gewohnheit der Ratsherren, dort nach den Sitzungen einen Trunk einzunehmen. Die Gebäudegruppe erhielt nach dem Kauf durch die Stadt Regensburg kommunale Aufgaben.
Arch
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An der Südseite des Haidplatzes liegt ein stattliches Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert, die \"Arch\" genannt., welches sich am Haidplatz 4 befindet. Früher umgaben der Vitusbach, der von der Roten-Hahnen-Gasse herfloss, und ein Teich die \"Arch\". Dies ist eine der zwei Deutungen, die den Namen \"Arch\" erklären, denn man bezeichnete früher eine Befestigung des Ufers als \"Arch\". Die zweite Deutung, die den Namen \"Arch\" erklärt, beruht darauf, dass der ein spitzes Trapez bildende Grundriss an den Bug eines Schiffes erinnert. Dies lässt auf den Vergleich mit der Arche Noahs schließen. Im Hof existieren Reste von Renaissancelauben, die jedoch vermauert sind. An der Ostseite findet sich ein Fragment eines muschelförmigen Wandbrunnens wieder. Die \"Arch\" beinhaltet eine hauseigene Kapelle mit dem Namen Sankt Laurentius. Heute dient die \"Arch\" als Hotel, italienisches Restaurant und Bücherhandlung.
Marktplatz
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Seit dem Hohen Mittelalter wird der Haidplatzes als Marktplatz benutzt, und seit der Verkehrsberuhigung in den frühen 80er Jahren hat ist er auch wieder geworden, was er einst war. So finden samstags kleine Marktstände eine Schar kaufbegieriger Kunden. Jeden ersten Sonntag im Monat erfreut sich der Regensburger Handwerkermarkt größter Beliebtheit. In den Adventswochen wird diese turnusmäßige Marktveranstaltung auf die ganze Vorweihnachtszeit ausgedehnt. Mit Glühwein- und Bratwurstständen erweitert, ergänzt er den Regensburger Christkindlmarkt und bietet somit ein herrlich weihnachtliches Ambiente.
Christopher-Street-Day
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Der Christopher-Street-Day, der seit Juni 1996 auf dem Haidplatz in Regensburg gefeiert wird, lockt regelmäßig Homo- wie Heterosexuelle gleichsam an. Der eigentliche Grund dieses Festes ist das Gedenken an die Homosexuellen, die sich am 28. Juni 1969 in der New Yorker Christopher-Street gegen die permanenten, gewalttätigen Übergriffe der Polizei wehrten. Das Schwulen- und Lesbenfest nützt die Regensburger AIDS-Hilfe auch als eine Möglichkeit zur Aufklärung und Information genutzt.
Gastronomie
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Ringsherum am Haidplatz sind Läden und Gastronomiebetriebe angesiedelt. Wer also nach einer Stadtbesichtung oder Shopping-Tour bei mediterraner Atmosphäre entspannen will, dem stehen mehrere Pizzerien (Pam Pam, Al Camino, Da Tino), ein Mexikaner (Peppers) und das Café \"Zum Goldenen Kreuz\" mit ihren Freisitzen - oder im Winter auch im Lokal - zur Auswahl.
Prosa
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Der Abend war voller Frieden herabgesunken, die Straßen sind still und leer geworden. Aus den Fenstern leuchtet der gelbe Schein der Lampen. Nur manchmal schallt ein Schritt übers Pflaster, und klingt eine Tür und hallt eine menschli-che Stimme. Dann fällt ein Tor ins Schloß und ein Schlüssel knarrt und kreischt - dann ist es still. Nur der Brunnen rauscht. Die Zinnen und Zacken des »Goldenen Kreuzes« stechen in den Nachthimmel und der massige Bau des Thon-Dittmer-Hauses liegt wie ein schlafendes Ungetüm, das aus hundert dunklen Augen droht! Frau Justitia auf dem Brunnen hebt in starrer Ruhe das Schwert, während ihre andere Hand die Waage der Gerechtigkeit trägt. Und unbeweglich sieht sie in die Nacht. In die Zeit des Mittelalters ist der Platz Frau Justitia und die alten Patrizierhäuser scheinen sich enger aneinander zu drängen, wie eine Herde geängstigter Tiere. Und der Brunnen rauscht ein Lied, zart und werbend, schmelzend und schwermütig, irgendetwas von pochenden Herzen und bebenden Lippen, von Hoffen und Sehnen und Schluchzen und Tränen. Eine leise Melodie springt auf Sie klingt, als ob Musik durch dicke Vorhänge dränge dahinter ein heimliches Brautpaar tanzt, einen langsamen Walzer voll geheimen Glückes und schwermütiger Süße. Ober die starren Züge der Justitia scheint ein leises Lächeln zu gleiten, über den Brunnen, der so törichtes Zeug plaudert, das doch so traut und lockend klingt! Dann blickt sie wieder ernst und unbeweglich wie zuvor. Und der Brunnen rauscht sein Lied - die ganze Nacht.
(Georg Britting im Jahre 1991 aus \"Regensburger Impressionen\")
Fazit
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Wer behauptet in Regensburg gewesen zu sein und hat den Haidplatz nicht gesehen, der kann nicht in Regensburg gewesen sein! Bei den ersten, warmen Sonnenstrahlen Ende Februar beginnt der Haidplatz zu leben: Auch wenn\'s die Außentemperaturen noch nicht zulassen, doch die Regensburger kriechen schön langsam heraus auf die Freisitze am Haidplatz und genießen das mediterrane Flair der Donaumetropole, das Touristen nach an eine Stadt in der Toscana erinnert. Im Winter ist\'s natürlich genauso schön am Haidplatz; allein schon der etwas familiärere Christkindlmarkt lädt zum Verweilen ein. Mal ganz abgesehen vom urgemütlichen \"Goldenen Kreuz\", an dem man ohne ein Glas Sekt oder eine Tasse Kaffee getrunken zu haben, nicht vorbeikommt!
Also - wir sehen uns am Haidplatz!
© GretaGarbo 05.08.2003
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