Rind Testbericht

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Erfahrungsbericht von ingchief

Vanillerostbraten ohne Vanille

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Beim, aus der österreichischen Küche nicht wegzudenkenden Vanillerostbraten, ein schon aufgrund der schnellen Zubereitungszeit beliebten Speise, sucht man bei den Zutaten vergeblich nach Vanilleschoten oder womöglich gar nach Vanillezucker.

Bevor ich jedoch zu "meinem" Rezept für den klassischen Vanillerostbraten komme, möchte ich doch versuchen, die Umstände, die zu der, vor allem für unsere ausländischen Gäste verwirrenden Namensgebung geführt haben, ein wenig aufzuklären.

In der Zeit, wo man in den „feinen Häusern“ die Distanz zum „gemeinen Volk“ unter anderem auch durch die Verwendung von exklusiven, meist aus Übersee stammenden und daher teuren Gewürze (zu denen beispielsweise Safran und eben auch Vanille zählten) dokumentieren wollte, ersetzte man in Arbeiterhaushalten Vanille (ohne auch nur im geringsten über die geschmackliche Vergleichbarkeit nachzudenken) durch Knoblauch.

Dass der „allium sativum“ – also der, übrigens schon seit über 3.500 Jahren als Arznei bekannte Knoblauch auf diese Weise zum schmückenden Beinamen „Vanille des kleinen Mannes“ kam, daran denkt heute kaum ein Koch und noch weniger der Gast, der sich auf das typisch österreichische Rindfleischgericht freut.

Aber nun endlich zum Rezept des Knoblauchrostbratens ........ pardon des (ziemlich orginalen) VANILLEROSTBRATENs.

Zutaten (für 2 Personen):

300 – 400 g (2 od. 4 Scheiben) Rindsfilet (Lungenbraten) oder Beiried
30 – 40 g Fett (mein Tipp. Rama mit Buttergeschmack)
10 – 15 g Butter
2 – 3 Knoblauchzehen
1/8 l Rindsuppe
etwas Mehl zum Binden
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Vor der Zubereitung noch die Erklärung der ziemlich variablen Mengenangaben:

Abhängig davon, wie viel dünn geschnittene (max. 1,5 cm) Fleischscheiben man beim Fleischhauer (bei uns in Österreich gibt es kaum Metzger J) bekommt, abhängig davon, ob man nicht nur das Fleisch sondern auch den Saft goutiert und abhängig davon, ob man eher dezente oder intensivere Würzung bevorzugt, kann und soll man die Zutatenmenge variieren.

Zubereitung:

Die Fleischscheiben vorsichtig plattieren (ich mach es zwischen Cellophan, um die Fasern nicht allzu sehr zu zerstören), die Hälfte des Knoblauchs über dem Fleisch auspressen, mit Salz und Pfeffer würzen und mit Mehl bestauben.

Jetzt legt man das Fleisch in die Pfanne mit dem erhitzen Fett und bratet es – unter einmaligem Wenden – gut braun. Nach 3 bis 4 Minuten hebt man den Braten heraus, löscht den Bratrückstand mit der Rindsuppe auf, gibt den restlichen (gepressten) Knoblauch zu und „montiert“ mit eiskalten Butterstückchen.

Nun legt man das Fleisch wieder in den „Saft“ und lässt es vor dem Anrichten noch einige Minuten ziehen.


Die „klassische“ Beilage zum „klassischen“ Vanillerostbraten (da schlägt halt der „klassische“ Nestroy durch J) sind Braterdäpfel – Verzeihung – Bratkartoffel.

Wenn man mancherorts als Beilage „Pommes“ bekommt (und womöglich noch als „Garnitur“ „roten Paprika aus dem Glas“ vorfindet), ist das nicht soooo schlimm, wie es den Gourmetkritikern erscheint.
Allerdings, auf den formidablen Genuss, den mit der Gabel zerdrückten Saft aufzutunken muss man verzichten!

14 Bewertungen, 3 Kommentare

  • anonym

    22.02.2002, 02:46 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    klingt super lecker

  • Sellina

    15.02.2002, 17:33 Uhr von Sellina
    Bewertung: sehr hilfreich

    habe ich ja noch nie gehört, geschweige denn gegessen, hört sich aber lecker an. Schönes Wochenende wünscht Sellina

  • NB112

    15.02.2002, 17:33 Uhr von NB112
    Bewertung: sehr hilfreich

    klingt richtig lecker...