Robbie Williams Testbericht

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Erfahrungsbericht von DolphinSunshine

It was a very good year...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Robbie Williams konnte mich schon länger davon überzeugen, daß er ein toller Sänger und Songwriter ist. Mit seiner neuen CD kann er nun auch endlich jeden Neider davon überzeugen, was er auf dem Kasten hat und das er ein begnadeter Entertainer ist. Warum? Weil er aller Welt zeigt, daß man nicht gehobeneren Alters sein muß, um gute Musik würdig neu aufzunehmen.

Seine Homage an den Rat Pack (die alte Schauspielerriege von Frank Sinatra über Sammy Davis Jr. hinzu Dean Martin) ist ihm sehr gut gelungen. Er hat es geschafft die alten Songs aus der Swing-Ära (deshalb auch der Titel der CD „Swing when you’re winning“) neu aufzunehmen, ohne sie zu verschandeln. Ich hoffe er schafft es damit, auch einem jüngeren Publikum zu zeigen, daß alte Lieder sehr gut sind und Cover-Versionen in der heutigen Zeit nicht nur als Techno-Müll produziert werden können, sondern auch die gute alte Zeit wieder aufleben lassen können, in der Musik noch richtig „handgemacht“ war (und ist).

Auf seinem Erfolg als guter Pop-Rock Sänger aufbauend, hat es Robbie geschafft, daß er sich die Freiheit nehmen durfte, eine CD aufzunehmen, die bestimmt nicht unbedingt das ist, was ein normaler Robbie Williams Fan von ihm erwartet hat. Hätten sich seine letzten CDs nicht so gut verkauft, hätte er das OK der Plattenfirma auch nicht bekommen, aber so ein Star-Status kann halt auch für etwas Freiheit gut sein. Und das ist gut so, denn sonst wäre uns dieses Glanzstück auf dem Plattenmarkt dieses Jahr vorenthalten geblieben. Und es ist wirklich ein Glanzstück, daß meiner Meinung nach in keiner guten Plattensammlung fehlen darf!

Die CD und die Songs:
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Das erste Stück „I will talk and Hollywood will listen“ ist das einzige Lied, daß Robbie Williams auf dieser CD mit seinem Songwriter Kumpel Guy Chambers selbst geschrieben hat. Robbie hatte schon recht, daß es nicht wirklich auf eins seiner „normalen“ anderen Alben gepaßt hätte. Denn ist ein sehr „pompöses“ Stück mit viel Orchesteruntermalung, das gut zu einem Hollywood-Film passen würde oder einem Elton John Album entsprungen sein könnte. Es hat allerdings auch einen echten Robbie Williams Stil, wenn man sich den Text anhört, der wie oft bei Robbies Songs mit viel Humor und Sarkasmus durchzogen ist. Aber gerade das mag ich ja so an Robbies Songs, denn sie nehmen einiges auf die Schippe ohne es zu Ernst durch den Kakao zu ziehen. Einfach genau meine Art von Humor.

„Mack the Knife“ ist eine Cover-Version von dem Song, der den meisten unter dem deutschen Namen „Mackie Messer“ bekannt sein dürfte. Laut Booklet hat Robbie den Song direkt in einem einzigen Take aufgenommen, was für CD Aufnahmen insgesamt sehr selten ist. Normalerweise werden Songs in verschiedenen Sessions mehrfach aufgenommen und hinterher die besten Aufnahmen zusammengeschnitten. Aber an dem Song merkt man auch wieviel Spaß Robbie diese Aufnahme gemacht hat, denn er bringt den Song wirklich gekonnt in alter Manier rüber.

„Somethin‘ Stupid“ ist ein Duett von Robbie mit Nicole Kidman. Ja, Ihr habt richtig gelesen, die Schauspielerin singt wirklich! Und wenn ich das anmerken darf, sogar nicht mal so schlecht. Ok, ich mag Nicole Kidman eigentlich nicht und im allgemeinen ist mir ihre Stimme auch zu soft, aber für diesen Song bildet sie genau das richtige Gegenstück zu Robbie. Die Beiden machen dem Song von Frank und Nancy Sinatra alle Ehre und besser hätte man eine Neuauflage dieses Liedes wirklich nicht machen können. Die Single zu diesem Song kommt demnächst gerade richtig für die „besinnliche“ Weihnachtszeit auf dem Markt und wird bestimmt ein voller Erfolg. Wer weiß, vielleicht schafft es Robbie damit sogar Weihnachten auf Nr. 1 in den Charts zu landen. Ich würde es ihm jedenfalls wünschen.

„Do nothing‘ till you hear from me“ ist ein recht ruhiges Stück von Duke Ellington und Bob Russel geschrieben. Es ist nicht unbedingt mein Geschmack, da es mir zu Orchesterlastig ist, aber das macht die Cover-Version nicht weniger hörenswert.

„It was a very good year“ ist eine sehr interessant gestaltete Cover-Version, da hier sowohl Robbie als auch Frank Sinatra zu hören sind. Die Stimme von Frank wurde mit in den Song gemischt und es ist interessant zu hören, wie gut sich Robbies und Franks Stimme ergänzen. Diese Aufnahme war nicht einmal Robbies Idee, sondern die des Sinatra Klans, welcher die Aufnahmen zu diesem Album verfolgt hat und mochten was Robbie bisher aus den Songs gemacht hatte. Also beschlossen sie Robbie zu fragen, ob er nicht einen Song „mit“ Frank aufnehmen wollte und gaben die Genehmigung zu diesem ungewöhnlichen Duett. Auch wenn der Song eine eher düstere Stimmung (düster ist nicht das richtige Wort... eher sentimental) hat, so scheint doch die positive Einstellung zum Leben durch und die gefällt mir. Denn für Leute, die das Leben lieben, ist jedes Jahr ein gutes Jahr (auch wenn nicht alles so läuft, wie man will). Und das trifft auf mich eigentlich zu, deshalb habe ich auch beschlossen diesen Bericht unter dieses Thema zu stellen.

„Straighten up and fly right“ ist dann wieder ein ziemlich fröhlicher tanzbarer Song von Nat King Cole und Irving Mills, der eine Leichtigkeit ausstrahlt, die bestimmt nicht so einfach zu erreichen war. Mir gefällt er jedenfalls ganz gut.

„Well, did you evah“ ist mein absoluter Favorit auf der CD. Ich liebe diesen Song, sowohl im Original von Frank Sinatra und Bing Crosby (aus dem Film „High Society – Die oberen Zehntausend“) als auch hier in der Version von Robbie Williams und Jon Lovitz. Er ist einfach witzig und verbreitet eine wunderbare gute Stimmung. Ich kann mir den Film immer wieder ansehen und er wird nie langweilig. Hier wird die gute Gesellschaft mit ihren oberflächlichen Konversationen so richtig auf die Schippe genommen. Das ist wieder genau meine Art von Humor. Deshalb sage ich jetzt nur noch „Prost“ und „I drink to your health... no, let`s drink to your wealth“

Ein ruhigeres Stück ist dann wieder „Mr. Bojangles“ über den größten Stepp-Tänzer aller Zeiten, Bill Robinson. Es ist ein richtiges Gänsehaut-Lied und die Aufnahme von Robbie ist wirklich sehr gut gelungen. (Auch die Version von Anne Heche in „Ally McBeal“ war nicht schlecht, aber Robbie ist halt professioneller Sänger, da kommt er Song besser rüber). Vor allem dann, wenn Robbie in rauchiger Stimme singt. ...hach... ich habe schon wieder eine Gänsehaut. Einfach genial!!!

„One for my Baby“ durfte Robbie mit Bill Miller, einem Pianisten, der über 30 Jahre mit Frank Sinatra gearbeitet hat, aufnehmen. Bill Miller hat auch schon auf der Original-Version dieses Songs von Frank Sinatra gespielt. Und Robbie imitiert hier die Stimme von Frank sehr gekonnt. Es ist auch ein sehr ruhiges Stück, so richtig zum Träumen. Genau das richtige für verregnete Sonntagnachmittage, zum Ausspannen, Abschalten und Relaxen.

„Things“ ist ein Duett zwischen Robbie und Jane Horrocks (einer britischen Schauspielerin). Auch wieder ein witziges, flottes Stück. Nicht der beste Song aller Zeiten, aber er verbreitet trotzdem gute Laune und manche Songs erfüllen ja gerade damit schon ihren Zweck (so wie dieser hier). Vor allem die witzige Konversation am Ende zwischen den Beiden ist einfach lustig.

„Ain’t that a kick in the head“ ist auch sehr flott und „uplifting“. Es breitet genau den Swing einer längst vergessenen Ära und läßt diese Zeit gekonnt wieder aufleben. Ach, das war noch Musik und das waren noch Filme in der damaligen Zeit. (Das Fernsehen sollte solche alten Schinken mal wieder öfter wiederholen. Denn ich gucke sie immer wieder gerne, aber leider stehe ich wohl da ziemlich allein auf weiter Flur.)

„They can’t take that away from me“ ist ein Duett von Robbie und Rupert Everett (ja, auch hier wieder der Schauspieler). Auch Rupert kann singen und der Song gefällt mir gut. Gershwin hat halt klasse Musik geschrieben. (Ich kann auch jedem nur die CD „The Glory of Gershwin“ empfehlen, auf der viele moderne Sänger die Stücke neu interpretiert haben. Sehr hörenswert!)

„Have you met Miss Jones“ war die eigentliche Inspiration zu diesem Swing Album von Robbie, als er den Song für den Soundtrack von „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ aufgenommen hat, gefiel es ihm so gut diese Swing Songs zu singen, daß er beschloß ein ganzes Album daraus zu machen. Und ich kann nur sagen.... gut, daß er diese Idee hatte. Denn es ist wirklich ein erfrischend gutes Album zwischen all dem Müll von heute.

„Me and my Shadow“ hat Robbie mit Jonathan Wilkes (seinem Mitbewohner) aufgenommen. Ich weiß ich wiederhole mich, aber der Song ist auch wirklich genial. Wie sich die beiden hier stimmlich ergänzen ist fantastisch und es scheint durch, daß sie sich wirklich gut verstehen. Einfach Super!!!

„Beyond the sea“ noch ein Song, den eigentlich jeder kennen sollte. Wenn ich jetzt wieder schreibe, daß Robbie ihn gekonnt gecovert hat, werde ich bestimmt gesteinigt. Aber ich kann leider nichts anderes schreiben, denn es ist nun mal einfach so.


Für wen ist die CD geeignet:
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Robbie Williams Fans werden sich die CD sowieso kaufen, auch wenn ich nicht davon überzeugt bin, daß sie allen gefallen wird. Denn wer nur auf seine normalen Töne steht und mit Oldies (in alter Manier) nichts anfangen kann, der wird ziemlich enttäuscht werden. Allerdings hoffe ich, daß Robbie mit dem Album gelingt auch der jüngeren Generation die alte Zeit näher zu bringen und zu zeigen, daß gute Musik noch „handgemacht“ ist. Außerdem zeigt er hier, daß Cover-Versionen nicht nur techno-lastig sein müssen, sondern auch junge Leute noch auf Swing stehen können, auch wenn sie sonst gerne rockige Töne von sich geben.

Gefallen wird die CD allerdings auch Leuten, die sonst nichts mit Robbie Williams anfangen können, aber gerne Swing Musik hören. Ich habe meiner Tante die CD vorgespielt (die hört sonst gar nichts modernes) und sie war begeistert, daß so junge Kerle den Flair der „guten alten Zeit“ so gekonnt rüberbringen können. Wenn also jemand nach einen Weihnachtsgeschenk für Onkel, Tante oder Oma und Opa sucht, die mit dieser Musik groß geworden sind, dann ist diese CD bestimmt eine gute Wahl.

Außerdem werden Leute diese CD mögen, die einen breit gefächerten Musikgeschmack haben und Sachen aus jeder Stilrichtung hören (wie ich). Es ist mal was anderes in der heutigen Zeit, auch wenn es in Wirklichkeit nichts Neues ist.

Fazit:
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Ich kann die CD nur jedem empfehlen, der ein wenig Interesse an „Musikgeschichte“ hat, auf Swing steht, Oldies liebt oder einfach nur Robbie Williams mag. Es ist eine sehr gelungene Platte, die sich von der Masse der CD positiv abhebt und in jeder Plattensammlung ein Plätzchen finden sollte. In diesem Sinne... „Fröhliches Anhören und Swingen“.

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Super_Utz

    14.03.2002, 07:43 Uhr von Super_Utz
    Bewertung: sehr hilfreich

    die cd ist wirklich klasse gemacht mir gefällt sie auch mit meinen 17 lenzen :o)