Rom Testbericht

Rom
ab 98,69
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  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  durchschnittlich
  • Empfehlenswert:  ja

Erfahrungsbericht von wildpflaume78

Rom - das süße Leben...

Pro:

viele Sehenswürdigkeiten, relativ sauber, historisch sehr interessant

Kontra:

teilw. unfreundlich, man wird \"abgezockt\", teuer, Verkehr

Empfehlung:

Ja

....mit einem bitteren Beigeschmack!

Vom 19.07.2004 bis zum 22.07.2004 haben mein Freund und ich eine Städtereise nach Rom unternommen.

Gebucht hatten wir Flug und Hotel separat. Den Flug haben wir über Air Berlin relativ günstig auf der Internetseite gebucht (96,- € Hin- und Rückflug, inkl. Steuern), das Hotel (Aleph – einen Erfahrungsbericht darüber habe ich bereits verfasst) haben wir direkt über die Internetseite der Hotelkette „Boscolo“ gebucht (Preis für 3 Nächte 609 € pro Zimmer, exkl. Frühstück).

Am Abend des 19.07.2004 ging es dann los mit dem Flugzeug ab Flughafen Münster/Osnabrück und nach einem sehr angenehmen Flug (an dieser Stelle kann ich jedem eine Reise mit Air Berlin nur empfehlen, das Preis-/Leistungsverhältnis ist außerordentlich gut, man bekommt an Bord eine Mahlzeit – in unserem Fall ein belegtes Brötchen, sowie Getränke, Zeitschriften und vor der Landung sogar einen Schokoriegel) landeten wir nach ca. 1 1/2 Stunden Flugzeit gegen 21 Uhr auf dem Flughafen Fiumicino in der Nähe von Rom. Dort dauerte es eine Weile, bis wir unser Gepäck in Empfang nehmen konnten. Anschließend nahmen wir den „Leonardo Express“ – eine Schnellzugverbindung zum Hauptbahnhof Rom (Termini Station) - und nach einer 35minütigen Fahrt kamen wir – aufgrund der schlechten Luft im Zug – völlig verschwitzt am Hauptbahnhof an. Dort angekommen wollten wir so schnell wie möglich in unser Hotel und obwohl dieses nicht sehr weit vom Hauptbahnhof entfernt ist, entschlossen wir uns, ein Taxi zu nehmen.

Gesagt, getan – nach einer ca. 5-minütigen Fahrt im „Schumi-Tempo“ durch die engen Gassen Roms kamen wir dann schließlich an unserem Hotel an. Beim Aussteigen aus dem Taxi drückte der Taxifahrer dann irgendeinen Knopf an seinem Taximeter, so dass in der Anzeige 28,50 € erschienen.....müde und genervt bezahlten wir diese Summe anstandslos, wobei uns im selben Moment schon bewusst wurde, dass wir soeben „über’s Ohr gehauen“ wurden.....dennoch ließen wir uns von diesem Vorfall nicht die Laune verderben und checkten erst einmal im Hotel ein!

Das Hotel war einfach phänomenal, das Personal war sehr freundlich und sehr schnell und problemlos bekamen wir unseren Zimmerschlüssel! Nach kurzem Verweilen im Zimmer und \"Frischmachen\" wollten wir dann noch etwas trinken auf der hoteleigenen Dachterrasse! Es war eine laue Sommernacht, die aufgrund des bislang in Norddeutschland vorherrschenden schlechten Wetters eine richtige Wohltat war. So saßen wir also um Mitternacht bei 25° C Lufttemperatur und sternenklarem Himmel auf der Dachterrasse und tranken gemütlich ein Bier....beim Bezahlen der zwei Biere mussten wir dann erneut schlucken: 24,- € sollten wir für diese zwei Bier bezahlen, eine ganze Menge Geld für so ein kurzweiliges Vergnügen! Aber auch das konnte uns nicht die Laune verderben, wir gingen schließlich müde von der Anreise in unser Bett und träumten unsere erste Nacht in der ewigen Stadt!

Am nächsten Morgen stand dann unser erster „Sightseeing-Marathon“ auf dem Tagesplan, erste Station:

Spanische Treppe
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Da unser Hotel nicht weit entfernt war von der Spanischen Treppe, entschlossen wir uns, zuerst diese für Rom typische Touristenattraktion zu besichtigen. Dort angekommen waren wir jedoch beide etwas enttäuscht. Die Spanische Treppe war im Entferntesten so, wie sie uns in sämtlichen Reiseführern immer präsentiert wurde. Es waren keinerlei Blumen gepflanzt, die Treppenstufen waren völlig verdreckt, die Kirche im Hintergrund war mit einem Werbebanner und einem Bauzaun verkleidet. Alles in allem war diese erste Station eine riesige Enttäuschung.

Doch auch hiervon ließen wir uns die Laune nicht verderben....

...weiter ging es also in Richtung Vatikan! Dies sollte unser nächster Stopp sein. Wir schlenderten also die engen Gassen Roms entlang, vorbei an exklusiven Boutiquen, über die Tiber-Brücke bis hin zur bekannten „Engelsburg“. Dort machten wir Station und beschlossen, dieses Monument als erstes zu besichtigen.

Engelsburg
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Kurz etwas zur Geschichte der Engelsburg:

Die Engelsburg war ursprünglich ein Grabbau für Kaiser Hadrian (117 – 138 n. Chr.), der den Bau für sich und seine Nachfolger in Auftrag gab. Vollendet wurde der Bau durch Kaiser Septimius Severus im Jahr 193. Während der Eroberungszüge durch die Germanen wurde die Engelsburg Teil einer Stadtbefestigung Roms, die durch Kaiser Aurelian angelegt wurde. Bedingt durch die günstige Lage wurde die Engelsburg zur stärksten Festung Roms ausgebaut. Früher hieß die Engelsburg noch „Hadrianeum“, aber als im Jahre 590 Papst Gregor dem Großen ein Engel über dem Mausoleum erschien, welcher ihm verkündete, dass das Ende der damals herrschenden Pest bevorstehe, benannte er das Hadrianeum um in Engelsburg. Aus diesem Grund befindet sich heute auf der Spitze des Kastells eine bronzene Engelsstatue aus dem Jahre 1753. 1277 wurde, veranlasst durch Papst Nikolaus III, die Burg durch einen unterirdischen Gang mit dem Vatikan verbunden. So konnten die Päpste in bedrohlichen Situationen Schutz in der Engelsburg finden. Zeitweise beherbergte die Engelsburg auch die päpstliche Schatzkammer sowie das Geheimarchiv. In den darauffolgenden Jahre wurde das Gebäude immer wieder umfunktioniert, es diente u.a. als kriegerische Schutzwehr, als Kaserne oder als Gefängnis, bis es 1901 restauriert wurde und als Museum eingerichtet wurde.

Von der oberen Plattform der Engelsburg aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf Rom und insbesondere auf den Petersdom. Insofern lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, weil man von keiner anderen Stelle aus so gute Fotos vom Vatikan machen kann!

Von der Engelsburg aus gingen wir weiter in Richtung Vatikan.

Vatikan
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Der Vatikan ist der kleinste Staat der Welt und befindet sich innerhalb der Stadtmauern Roms. Als eigener Staat hat der Vatikan ein eigenes Wappen, eine eigene Hymne, eigene Fahne, eigene Post, eigenen Radiosender etc. Hauptattraktion im Vatikan ist der Petersdom.

Petersplatz mit Petersdom
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Vor dem Petersdom befindet sich der riesige Petersplatz. Der Petersplatz wird von zwei Seiten von einer Kolonnade aus 284 Säulen umschlossen, die in vier Reihen hintereinander stehen. Über der Kolonnade befinden sich 140 Statuen der Heiligen und der Märtyrer der Kirche. In der Mitte des Petersplatzes steht seit 1586 ein ägyptischer Obelisk. Links und Rechts vom Obelisk befindet sich jeweils ein Springbrunnen.

Über den Petersplatz gelangt man dann zum Petersdom. Die riesigen Ausmaße dieses Gebäudes werden einem erst bewusst, wenn man davor auf dem Petersplatz steht und sieht, wie klein im Vergleich die Menschenmassen sind, die sich vor dem Petersdom tummeln.

Die erste Peterkirche von 324 ließ Konstantin der Große erbauen. Mit dem Neubau der heutigen Peterskirche wurde erst ab 1506 unter Julius II. begonnen. Berühmte Künstler wie Bramante, Raffael, Michelangelo und Bernini haben zur Architektur, Bildhauerei und Malerei des Petersdoms beigetragen. Im Innern sind 44 Altare und etwa 800 Säulen aus Marmor, Bronze oder Stuck zu sehen, acht kleine Kuppeln und eine Hauptkuppel, die 119 Meter groß ist. Am letzten Pfeiler auf der rechten Seite vom Haupteingang aus gesehen befindet sich der bronzene Sankt Peter. Ins Kircheninnere führen fünf Tore. Das äußerste rechte, die Porta Santa, wird nur alle 25 Jahre geöffnet.

Möchte man in das Innere des Petersdoms, so ist damit zu rechnen, dass man Schlange stehen muss. Man wird durch Sicherheitsschleusen geschickt und vor allen Dingen wird man darauf hingewiesen, dass man als Frau die Schultern mit Kleidung zu bedecken hat (also keine Spaghetti-Träger-Tops oder ähnliches anziehen! Ansonsten wird einem der Zutritt verwehrt).

Im Vatikan gibt es noch andere sehenswerte Dinge zu besichtigen wie z.B. die vatikanischen Museen oder die Sixtinische Kapelle, jedoch haben wir diese bei unserem Aufenthalt ausgelassen, da wir noch viele andere Dinge vor hatten!

Da es bereits Mittag war und wir Hunger hatten, entschlossen wir uns, in der Nähe des Petersdomes eine Kleinigkeit zu essen. Es gibt dort genügend Restaurants, die auch auf den ersten Blick allesamt sehr gemütlich aussehen. Jedoch würde ich im Nachhinein jedem abraten, in unmittelbarer Nähe einer Touristenattraktion etwas zu essen. Das Essen war in unserem Fall absolut nichts Besonderes (wir hatten beide Pizza, die jedoch schon fast kalt war und zudem nach fast gar nichts schmeckte) und auch der Service war außerordentlich unfreundlich. Am Nachbartisch hat der Kellner den Gast beschuldigt, etwas bestellt zu haben, was der Gast aber gar nicht bestellt hatte. Das ganze endete in einer ziemlich unhöflichen Diskussion und auch seitens des Kellners wurde ziemlich unfreundlich argumentiert. Daran merkt man, dass die Restaurants in der Nähe der Touristenattraktionen sich nur sehr wenig um das Wohl der Gäste kümmern, wahrscheinlich weil sie die Einstellung haben, dass es sich „nur“ um Touristen handelt, die man eh kein zweites Mal wiedersieht.

Nach dieser kleinen „Stärkung“ machten wir uns auf in Richtung Pantheon.

Pantheon
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Der Pantheon ist ein allen Göttern geweihtes Heiligtum. Es ist ein von Kaiser Hadrian zwischen 118/125 und 128 n. Chr. errichteter zylindrischer Backsteinbau und der größte Rundtempel und Kuppelbau der Antike. Dem Rundtempel angeschlossen ist ein rechteckiger Tempelbau.

Anschließend ging es weiter in Richtung Piazza Navona.

Piazza Navona
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In der Antike im 1. Jh. n. Chr befand sich auf der Piazza Navona das Stadion des Domitian. Inzwischen ist die Piazza Navona auf den Ruinen des Stadions im Barock-Stil gebaut. Die Piazza Navona ist ein \"Springbrunnen-Platz\" - hier befinden sich nämlich drei Springbrunnen. In der Mitte des Platzes steht der Vierströmebrunnen von Bernini mit einem Obelisk. Er stellt vier Flüsse dar, nämlich die Donau für Europa, den Ganges für Asien, den Nil für Afrika und den Rio della Plata für Amerika. Der zweite Brunnen namens Fontana del Moro zeigt den Kampf zwischen einem Mohren und einem Delfin, der dritte Brunnen, der Fontana del Nettuno stellt den Meeresgott Neptun dar. Auf der anderen Seite der Piazza Navona befindet sich die Kirche Sant’Agnese.
Abends spielt sich auf der Piazza Navona das Nachtleben ab. Rund um den Platz befinden sich viele Restaurants, wo man gemütlich draußen sitzen kann. Auf dem Platz befinden sich viele Künstler, die Porträts oder Karikaturen von einem anfertigen.

Nicht weit entfernt von der Piazza Navona befindet sich der Trevi-Brunnen.

Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi)
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Der Trevi-Brunnen gilt als beliebter Treffpunkt für die Römer und vor allen Dingen die Touristen.

Angelegt wurde der Trevi-Brunnen 1732-51 von Nicola Salvi. Den Figurenschmuck führte Pietro Bracci nach Salvis Tod aus. In der Mitte unter einem dreiachsigen Triumphbogen steht der Gott Neptun auf einem von zwei Meerespferden gezogenen Wagen, umgeben von Muscheln und Tritonen. Das Wasser strömt über künstliche Felsen und umspielt die Figuren, bis es schließlich von einem halbrunden Becken aufgefangen wird und der Kreislauf aufs neue beginnt.
Der Aberglaube besagt, dass, wenn man eine Münze in den Trevi-Brunnen wirft, man eines Tages nach Rom zurückkehren wird. Auch wir haben selbstverständlich eine Münze geworfen....um hoffentlich in einer nicht so heißen Jahreszeit nach Rom zurückzukehren!

Nach diesen ganzen Eindrücken, die auf Dauer aufgrund der hochsommerlichen Hitze doch etwas anstrengend wurden, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel.

Am Abend hatten wir einen Tisch in einem uns empfohlenen Restaurant („Sabatini“) im Stadtteil Trastevere reservieren lassen. Fernab von den typischen Touristenattraktionen war dieser Aufenthalt im Restaurant bei weitem angenehmer als der am Mittag im Vatikan, wobei die Küche deutlich unter meinen Erwartungen geblieben ist!

Am nächsten Morgen stand das „Antike Rom“ auf unserem Plan. Wir machten uns also zu Fuß auf den Weg in Richtung Colosseum.

Den großen Verkehrsstraßen folgend kamen wir irgendwann direkt auf ein beeindruckendes Gebäude, welches ich zuvor in keinem Reiseführer so richtig bemerkt hatte, zu: dem Monumento Nazionale. In meinen Augen eines der schönsten Gebäude Roms!

Monumento Nazionale
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Das Monumento Nazionale befindet sich an der Piazza Venezia, einem der verkehrsreichsten Plätze der Welt.
Das Monumento Nazionale wurde zwischen 1885 und 1911 als Denkmal für den ersten König des geeinten Italiens errichtet.

Man kann die vielen Treppen erklimmen, um dann von den verschiedenen Plattformen einen wunderschönen Ausblick auf Rom, insbesondere jedoch auf das dahinterliegende Colosseum und das Forum Romanun und den Palatin genießen.

Vom Hunger getrieben machten wir erneut den Fehler, in einem Restaurant in der Nähe der Touristenattraktionen zu essen. Das Restaurant sah sehr einladend aus, mit viel schatten-spendenden Pflanzen auf der Terrasse. Die Küche jedoch stellte sich als katastrophal heraus. Mein Salat „Caprese“ (Tomate mit Mozzarella) schmeckte schäußlich und war nicht frisch, mein Bruschetta war verbrannt und schmeckte nur nach Knoblauch, die Pasta waren geschmacksneutral.

Spätestens nach diesem erneut negativen Besuch in einem Restaurant in der Nähe einer Touristenattraktion schworen wir uns, nie wieder diesen Fehler zu machen!

Dennoch, auch das konnte unsere Laune nicht verderben. Weiter ging es zur Linken an dem Monumento Nazionale vorbei direkt zum Colosseum.

Colosseum
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Das Colosseum, von Vespasian 72 n. Chr. begonnen, von seinem Sohn Titus 80 n. Chr. vollendet, ist das berühmteste Amphitheater der Antike. Es trägt seinen Namen nach einer 40 m hohen Kolossalstatue des Nero, die davor stand und jetzt zerstört ist. Die Ausmaße sind gewaltig: 186 Meter lang, 156 Meter breit. Die Eröffnungsfeierlichkeiten dauerten 100 Tage. Dabei starben ca. 1000 Gladiatoren und eine große Menge von Tieren.
Über dem elliptischen Grundriss des Kolosseum erheben sich 4 Stockwerke. Die Sitzreihen wurden fast übereinander gebaut, um einen guten Blick auf die Arena zu gewähren. Das riesige Kolosseum verfügte über 80 Eingänge, die bis zu 70.000 Zuschauern über ein System von Gängen und Treppen zu ihren nummerierten Plätzen führten. Auf diese Weise konnte man das Kolosseum in wenigen Minuten leeren oder füllen. Der Mittelpunkt der Anlage war natürlich die Arena. Unter der Arena existierte ein ganzes System von Käfigen, Galerien, Lager-, Umkleide- und Kellerräume, die man jetzt dank der Ausgrabungen sehen kann.

Die Gladiatorenkämpfe fanden 313 n. Chr unter Kaiser Konstantin ein Ende. Er verbot sie und erklärte gleichzeitig das Christentum zur offiziellen Religion des Reiches.

Wir haben glücklicherweise an einer Führung teilgenommen. Zuerst waren wir skeptisch, (bedingt durch vielen schlechten Erfahrungen mit „Abzocke“ waren wir vorsichtig), als wir auf Englisch angesprochen wurden, an einer Führung für 18 € teilzunehmen. Die nette Dame lockte uns damit, dass wir bei Teilnahme der Führung nicht in der meterlangen Schlange der öffentlichen Kassen anstehen müssen – und sie hat recht behalten. Wir wurden prompt mit einem Aufkleber versehen, der die Zugehörigkeit zur Gruppe deutlich machte, und schon erklärte uns ein netter Herr auf Englisch die geschichtlichen Ereignisse und Hintergründe des Colosseum. Ich kann also jedem nur raten, sich ruhigen Gewissen solch einer Führung anzuschließen. Es ist sehr aufschlussreich, man erfährt viele interessante Dinge, die man, wenn man sich auf eigene Faust sich das Colosseum anschauen würde, niemals erfahren würde.

Nach ca. 1 1/2 Stunden war dieser Teil der Führung beendet. Im Preis inbegriffen war jedoch auch noch eine Führung durch den Palatin, die wir jedoch nicht mitmachten, weil es uns schlicht und einfach zu heiß war. Wir beschlossen, die restlichen Sehenswürdigkeiten auf unseren letzten Urlaubstag zu verschieben und stattdessen den restlichen Tag mit Shopping in klimatisierten Boutiquen zu verbringen! Mittlerweile hatte ich auch genug vom „Alte Steine glotzen“, um ganz ehrlich zu sein....

Wir machten uns also auf in die verschiedenen Geschäfte, stellten jedoch sehr schnell fest, das Shopping in Rom sich nicht besonders lohnt, da die Waren einfach nicht unserem Geschmack entsprachen. Aber wenigstens kamen wir so zu einer kleinen Abkühlung und vor allen Dingen Abwechslung und so schlenderten wir also die Straßen entlang, bis wir schließlich im Hotel ankamen, wo ich mir als erstes eine Abkühlung im hoteleigenen Spa gönnte.

Abends hatten wir durch einen Tipp des Concierges im Hotel ein sehr schönes Restaurant in der Nähe der Piazza Navona ausfindig gemacht, wo wir gemütlich bei einer Flasche Wein „das süße Leben“ genossen (das Essen war ok, aber nichts besonderes). Anschließend schlenderten wir zurück in unser Hotel, wo wir noch einen Drink auf der Dachterrasse (diesmal Bitter Lemon: 10,- €)einnahmen!

Am anderen Tag war unser Abreisetag, aber da unser Flug erst spät abends um 21.20 Uhr zurück nach Münster ging, mussten wir den Tag in Rom noch irgendwie rumkriegen. Bedingt dadurch, dass wir bereits vormittags aus dem Hotel auschecken mussten, war das gar nicht so einfach, da wir nicht, wie gewohnt, am späten Nachmittag zurück ins Hotel gehen konnten, um uns auf den Zimmern frisch zu machen und auszuruhen. So mussten wir also den langen Tag in der Hitze der Stadt aushalten.

Auf unserem Plan standen die letzten Sehenswürdigkeiten, wobei wir uns den Palatin gänzlich ersparten, einfach aus dem Grund, weil wir genug hatten vom „alte Steine gucken“! Wir wollten jedoch unbedingt den Cirucs Maximus sehen, so dass wir mit dem Taxi zum Colosseum fuhren (übrigens kostete eine Fahrt, ca. 10 Minuten da nur etwa 8,- €) und von dort zu Fuß zum Circus Maximus gingen.....jedoch waren wir enttäuscht, als wir außer einer brach liegenden und von Müll überhäuften Grünfläche nichts weiter sahen! Vom Circus Maximus konnte man nicht einmal mit sehr viel Phantasie etwas erkennen....enttäuscht machten wir uns dann auf in Richtung „Bocca della Verita“

Bocca della Verita
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Der Bocca della Verita, zu deutsch Mund der Wahrheit, ist mit der Sage belegt, dass der Mund, wenn man die Hand rein steckt, zubeißt, wenn man nicht die Wahrheit sagt.
Jedoch waren wir auch hiervon sehr enttäuscht, da sich der Bocca della Verita im Vorraum einer Kirche befindet und man Schlange stehen muss, wenn man den Bocca della Verita von Näherem betrachten möchte. Insofern haben wir uns lediglich einen Blick durch das Absperrgitter gegönnt und sind dann langsam vorbei am Piazza del Popolo zurückgegangen in Richtung Hotel.

Vorher wollten wir noch eine Kleinigkeit essen, und da uns der Sinn nicht mehr nach italienischem Essen, sondern vielmehr nach saftigem Fleisch und Pommes stand, entschlossen wir uns, ins altbewährte „Hard Rock Cafe“ auf der Via Veneto zu gehen, dem „Touri-Schuppen“ schlechthin. Doch auch dort war ich verärgert über den schlechten Service! Obwohl etliche Tische frei waren, mussten wir ungefähr eine halbe Stunde warten, bis wir platziert wurden. Ich verstehe bis heute noch nicht das System, wie dort die Tische vergeben werden. Zu allem Überdruss war mein Essen dann wieder einmal nicht gut, so dass ich die Hoffnung, gutes Essen in Italien zu bekommen, gänzlich aufgegeben habe!

Von dort war es nur eine Straße bis zu unserem Hotel, wo wir unser Gepäck noch abholen mussten. Wir entschlossen uns, statt mit dem Zug lieber ein Taxi zum Flughafen zu nehmen (die Fahrt kostet ca. 50,- €), da wir vom vielen Laufen ziemlich schmerzende Füße hatten!!!

Am Flughafen hatten wir dann genügend Zeit zum Verweilen, viel zu Sehen gibt es dort jedoch nicht, so dass die Wartezeit dort ziemlich lang werden kann! Aber pünktlich, wie bereits auf dem Hinflug, flog uns Air Berlin dann in Richtung Münster/Osnabrück, wo wir 1 1/2 Stunden später wohlbehütet und völlig erschöpft ankamen!

Fazit
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Rom ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Aber bitte nicht im Juli! Wir haben uns so ziemlich den heißesten Monat für unsere Reise ausgesucht, wo jeder vernünftige Römer die Innenstadt meidet und ans Meer fährt. Jetzt weiß ich auch, wieso! Rom bei dieser Hitze ist einfach unerträglich! Bei Temperaturen von 34° C im Schatten, ohne auch nur einen kleinen Windhauch, ist Sightseeing eine wahre Tortur! Man sucht jeden noch so kleinen Schatten, um nur kurz der prallen heißen Sonne entfliehen zu können! Unter diesen Bedingungen ist eine Besichtigung der eh schon zahlreich vorhandenen Monumente doppelt so anstrengend und irgendwann reicht es einfach. So ging es mir jedenfalls, ich wollte irgendwann keine Ruinen mehr sehen, weil ich einfach genug davon hatte!

Hinzu kommt, dass Rom sehr laut und unruhig ist, bedingt durch die vielen Autos und vor allen Dingen Mofas, die wild durcheinander fahren! Der Verkehr ist wirklich chaotisch in Rom, es gibt keine zweispurigen oder dreispurigen Straßen, nein, alle fahren lustig nebeneinander, teilw. kann man Mofas in zehn Reihen nebeneinander stehen sehen an einer Ampel, dazwischen noch Autos kreuz und quer, und bei grün sprinten alle gleichzeitig los. Es ist einfach chaotisch und als Fußgänger muss man besonders acht geben, da auf Fußgänger offensichtlich nicht sehr viel Rücksicht genommen wird!

Auch zu einem leider sehr negativen Eindruck zähle ich die Tatsache, dass mehrfach versucht wurde, uns „abzuzocken“. Das mag vielleicht mein persönlicher Eindruck sein, aber der Taxifahrer, der uns vom Bahnhof die max. 4 Kilometer zum Hotel gefahren hat und dafür 28,50 € kassiert hat, hat ganz offensichtlich und ohne Zweifel zu viel kassiert! Hinterher waren wir jedoch schlauer und haben uns informiert, dass eine Taxifahrt nach Zeit und Geschwindigkeit berechnet wird, somit eine Fahrt von 5 Minuten nur ca. 6 € hätte kosten dürfen – aber auf gar keinen Fall 28,50 €. Bei den anderen Taxifahrten, die wir im Laufe der Reise gemacht haben, waren die Preise jedes Mal vollkommen angemessen. Es gab zwar auch unterschiedliche Preise, die ich mir bis heute nicht erklären kann, aber alles in allem waren die Preise akzeptabel!

Jedoch nicht nur die Taxifahrer haben meiner Meinung nach versucht, uns zu täuschen. So habe ich die Erfahrung gemacht, dass auch die vielen „Getränkehändler“ (die stehen mit ihren Wagen meistens an den Touristenattraktionen und verkaufen dort Getränke und Snacks) mit ihrer unterschiedlichen „Preispolitik“ die Touristen nach Lust und Laune hinters Licht führen. So kostet ein Wasser mal 1,50€, mal 2,50 € oder auch mal 3,- €. Auch dass mir ein Händler auf meine gegebenen 20 € nur auf 10 € Geld zurück gegeben hat, erscheint mir ein bisschen merkwürdig. Sicherlich kann es aus Versehen passiert sein, bei der Dreistigkeit manch eines Römers unterstelle ich jedoch Absicht! Das mag in vielen Augen vielleicht nicht fair klingen und als Vorurteil rüberkommen, es war jedoch mein persönlicher Eindruck.
Nur um noch ein Beispiel zu nennen: am Flughafen habe ich mir ein Eis geholt, 10 € gegeben, eine Handvoll Kleingeld wiederbekommen und beim Nachzählen merke ich, dass ich viel zu wenig Geld zurückbekommen habe. Beim Beschweren sehe ich, wie der Verkäufer aus seiner Hand, die er versteckt neben die Kasse gelegt hat, plötzlich das fehlende Geld holt und mir widerwillig gibt.
All das sind Dinge, die mich immer wieder aufs Neue gestört haben und die der ganzen an und für sich schönen Reise einen bitteren Beigeschmack verliehen haben!

Sehr enttäuscht war ich ebenfalls von der italienischen Küche! Ich gebe zu, ich bin mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Sache herangegangen. Immerhin kenne ich hier in Deutschland einige gute Italiener und da lag die Vermutung nahe, dass die Italiener im eigenen Land sicherlich noch einiges mehr zu bieten haben. Aber das war leider absolut nicht der Fall. Selbst in den preislich durchaus teuren und uns von Einheimischen empfohlenen Restaurants, in denen wir abends gespeist haben, war das Essen nur sehr durchschnittlich. Meine Penne mit Lachs habe ich hier schon deutlich besser gegessen.....

Enttäuscht war ich ebenfalls von einigen in Reiseführern so hochgelobten Sehenswürdigkeiten, allen voran der Spanischen Treppe! Mag ja sein, dass die Bepflanzung aufgrund der sommerlichen Hitze ausgeblieben ist (zumindest war das meine persönliche Erklärung), jedoch ist die Spanische Treppe meiner Meinung nach eher ein Schandfleck, wo dringend etwas getan werden muss! Ebenso der Circus Maximus oder der Bocca della Verita lassen sehr zu Wünschen übrig und sind alles andere als sehenswert!

Negativ aufgefallen ist mir auch die Unfreundlichkeit einiger Italiener! Neben dem Vorfall am Nachbartisch in einem Restaurant, den wir beobachtet haben, sind noch einige andere Dinge vorgefallen, wo ich das Verhalten der Italiener unangebracht und schlichtweg unhöflich empfand.

Im großen und ganzen war es jedoch eine sehr gelungene Reise, wir haben viele Eindrücke sammeln, eine Menge antiker Stätten besichtigen und viel über die Geschichte Roms lernen können!

Man sollte Rom auf jedem Fall einmal im Leben gesehen haben, weil ich der Meinung bin, dass es Teil der Allgemeinbildung ist, solche historischen Orte kennen zu lernen und einmal hautnah zu Gesicht zu bekommen!

Man sollte sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass man in einer auf Touristen ausgelegten Großstadt unterwegs ist, die durchaus auch Nachteile hat. Die Taschendiebe sind dort z.B. sehr aktiv, so dass man auf seine Handtasche acht geben muss, die Preise sind relativ hoch, es herrscht viel Verkehr, damit verbunden ist es sehr laut und im Sommer sehr stickig!

Auch die vielen Straßenhändler, die gefälschte Sonnenbrillen oder Handtaschen namhafter Designer an den Mann (oder die Frau) bringen wollen, können mit der Zeit ziemlich nervig und aufdringlich sein. Daher am besten nicht auf die Gespräche reagieren und am besten gar nicht erst eine Tasche oder Sonnenbrille in die Hand nehmen!

Wenn man sich über all diese Dinge vorher im Klaren ist und mit der nötigen Toleranz an diese Sache herangeht, dann dürfte eine Reise nach Rom einem in sehr guter Erinnerung bleiben!
Wenn ich ein zweites Mal nach Rom komme (was ich der Sage nach ja sicherlich tun werde, weil ich eine Münze in den Trevi-Brunnen geworfen habe), so werden mir sicherlich viele Dinge nicht mehr passieren, bzw. werde ich die Situationen besser abschätzen können!

Ich wünsche allen Rom-Reisenden viel Freude, lassen Sie die vielen Eindrücke auf sich wirken und genießen Sie „das süße Leben“.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Gruß
©Wildpflaume78

P.S. Dieser Bericht ist auch veröffentlicht unter www.ciao.de unter meinem Nickname Sassi2002

9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Artatius

    10.03.2005, 15:52 Uhr von Artatius
    Bewertung: nicht hilfreich

    Einiges sollte hier wohl als Zitat gekennzeichnet werden, unter Angabe der Quellen, von denen Du die Infos wortwörtlich übernommen hast