Der Vorleser (Taschenbuch) / Bernhard Schlink Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von Lesefee
Michael und Hanna, Geschichte einer Liebe
Pro:
ein ungewöhnliches Buch
Kontra:
an manchen Stellen zu langatmig
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leser!
Vor kurzem habe ich ein ungewöhnliches Buch gelesen und heute möchte über es berichten.
Es geht um einen Roman von Bernhard Schlink "Der Vorleser"
Das Buch wurde als Diogenes Taschenbuch veröffenlicht, hat 206 Seiten und kostet 7,90€
Im Internet www.diogenes.de
ISBN 3 257 22953 4
Autor:
Bernhard Schlink: Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Richter des Verfassungsgerichtshofs für das land Nordrhein-Westfalen in Münster. Sein dritter Roman "Der Vorleser" (1997) wurde zu einem anerkannten und viel gelobten Welterfolg.
Auf Rückseite steht :
Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er... und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.
Im Buch handelt es um eine Liebesgeschichte zwischen zwei völlig in allen Ansichten verschieden Menschen.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert.
Erster Teil:
Erzählt über die Begegnung von Michael Berg, einem Jungen aus gutbürgerlicher Familie und Hanna Schmitz, einer reifen und erwachsenen Frau. Er war 16 und sie 35 Jahre alt, als sie sich kennengelernt haben. Er hat sich in sie verliebt. Es ist eine ungleiche Beziehung, sie beherrscht ihn und er unterordnet sich ihr ohne großen Widerstand. Er lebt mit ihr seine Sexualität aus. Es war eine Beziehung, in der Michael ein schwächeres Glied war und diese Beziehung hat sein ganzes Leben eingeprägt. Hanna hat ein starker Charakter und hat ihn dazu gebracht, dass er ihr die Bücher vorliest. Er konnte damals nicht begreifen, dass sie weder lesen noch schreiben kann. Michael hat mit Hanna die glücklichste Tage in seinem Leben erlebt, aber eines Tages geht sie weg, ohne ein Wort zu sagen, ohne Abschied zu nehmen und er bleibt allein gelassen und fühlt sich einsam und in jeder Frau sieht er Hanna und hofft die wieder zu sehen.
Zweiter Teil
Die Zeit vergeht, er lernt ohne Hanna zu leben, macht Abitur und fängt an Jura zu studieren. Sie treffen sich wieder. Er als Student von einem Seminar, als Beobachter in einem Prozess, sie -als Angeklagte in diesem Prozess.
Jetzt weiss er, dass sie eine Aufseherin in einem KZ-Lager war. Sie wird der Tötung von vielen Häftlingen beschuldigt. Sie war nicht mehr Schuld als die anderen, aber durch ihr Verhalten wurde sie zu Anführerin gemacht. Dann begreift er, dass sie eine Analphabetin ist. Aber sie will ihre Schwäche nicht zugeben und nimmt den Schuld auf sich. Sie bekommt lebenslänglich. Michael quält die Frage: ist er auch mitschuldig, weil er sie ausgewählt hat, weil er sie geliebt hat. Ist er auch dafür verantwortlich, was sie getan hat?
So beschreibt der Autor Michaels Gefühle:
Ich wollte Hannas Verbrechen zugleich verstehen und verurteilen. Aber es war dafür zu furchtbar. Wenn ich versuchte, es zu verstehen, hatte ich das Gefühl, es nicht mehr so zu verurteilen, wie es eigentlich verurteilt gehörte. Wenn ich es so verurteilte, wie es verurteilt gehörte, blieb kein Raum fürs Verstehen. Aber zugleich wollte ich Hanna verstehen; sie nicht zu verstehen, bedeutete, sie zu verraten. Ich bin damit nicht feriggeworden. Beidem wollte ich mich stellen: dem Verstehen und dem Verurteilen. Aber beides ging nicht.
Dritter Teil
Michael hat geheiratet. Aber immer wieder vergleicht er seine Frau mit Hanna. Die Ehe geht auseinander. Hanna sitzt im Gefängnis. Er nimmt Kontakt mir ihr auf. Er schreibt ihr nicht, er liest vor und schickt die Kasseten ihr zu. Inzwischen lernt Hanna schreiben und lesen. Sie schreibt ihm kurze Briefe, kleine Notizen, aber Michael schreibt nie zurück. 18 Jahre sind vergangen und Hanna wird entlassen. Michael bekommt einen Brief von Gefängnisleiterin, mit der Bitte, Hanna bei der Suche nach einer Wohnung und einer Arbeitsstelle zu unterstützen. Er findet eine Wohnung und die Arbeit für sie. Er muss sie im Gefängnis besuchen. Es wird ihr letztes Treffen. Michael trifft eine alte Frau. Aber es ist nicht seine Hanna, die er immer geliebt hat, von der er nie richtig weg gekommen ist. Er hat keine Gefühle für diese Frau.
Sie treffen sich nie wieder, vor dem Tag , als sie entlassen wurde, bringt sie sich um. Sie hat ihm keine Nachricht hinterlassen. Schon wieder ist sie gegangen ohne Abschied zu nehmen. Aber dieses Mal für immer.
Eine sehr traurige Geschichte. Aber der Autor beschäftigt sich nicht nur mit dieser Geschichte, sondern mehr mit der Frage, wie die Nachkriegsgeneration leben soll, sind alle mitschuldig, was im Land passiert ist. Müssen alle schweigen und in Ohnmacht fallen? Müssen sich alle schämen?
Ich glaube dieses Buch müssen alle lesen. Dieses Thema geht irgendwie alle an. Wir dürfen nicht vergessen, was im Land passiert ist und wieviel Menschenleben es gekostet hat. Dieses Buch ist eine Erinnerung an alle.
Lesen Sie dieses Buch. Es macht nachdenklich.
Danke fürs Lesen und Bewerten.
Vor kurzem habe ich ein ungewöhnliches Buch gelesen und heute möchte über es berichten.
Es geht um einen Roman von Bernhard Schlink "Der Vorleser"
Das Buch wurde als Diogenes Taschenbuch veröffenlicht, hat 206 Seiten und kostet 7,90€
Im Internet www.diogenes.de
ISBN 3 257 22953 4
Autor:
Bernhard Schlink: Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Richter des Verfassungsgerichtshofs für das land Nordrhein-Westfalen in Münster. Sein dritter Roman "Der Vorleser" (1997) wurde zu einem anerkannten und viel gelobten Welterfolg.
Auf Rückseite steht :
Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er... und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.
Im Buch handelt es um eine Liebesgeschichte zwischen zwei völlig in allen Ansichten verschieden Menschen.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert.
Erster Teil:
Erzählt über die Begegnung von Michael Berg, einem Jungen aus gutbürgerlicher Familie und Hanna Schmitz, einer reifen und erwachsenen Frau. Er war 16 und sie 35 Jahre alt, als sie sich kennengelernt haben. Er hat sich in sie verliebt. Es ist eine ungleiche Beziehung, sie beherrscht ihn und er unterordnet sich ihr ohne großen Widerstand. Er lebt mit ihr seine Sexualität aus. Es war eine Beziehung, in der Michael ein schwächeres Glied war und diese Beziehung hat sein ganzes Leben eingeprägt. Hanna hat ein starker Charakter und hat ihn dazu gebracht, dass er ihr die Bücher vorliest. Er konnte damals nicht begreifen, dass sie weder lesen noch schreiben kann. Michael hat mit Hanna die glücklichste Tage in seinem Leben erlebt, aber eines Tages geht sie weg, ohne ein Wort zu sagen, ohne Abschied zu nehmen und er bleibt allein gelassen und fühlt sich einsam und in jeder Frau sieht er Hanna und hofft die wieder zu sehen.
Zweiter Teil
Die Zeit vergeht, er lernt ohne Hanna zu leben, macht Abitur und fängt an Jura zu studieren. Sie treffen sich wieder. Er als Student von einem Seminar, als Beobachter in einem Prozess, sie -als Angeklagte in diesem Prozess.
Jetzt weiss er, dass sie eine Aufseherin in einem KZ-Lager war. Sie wird der Tötung von vielen Häftlingen beschuldigt. Sie war nicht mehr Schuld als die anderen, aber durch ihr Verhalten wurde sie zu Anführerin gemacht. Dann begreift er, dass sie eine Analphabetin ist. Aber sie will ihre Schwäche nicht zugeben und nimmt den Schuld auf sich. Sie bekommt lebenslänglich. Michael quält die Frage: ist er auch mitschuldig, weil er sie ausgewählt hat, weil er sie geliebt hat. Ist er auch dafür verantwortlich, was sie getan hat?
So beschreibt der Autor Michaels Gefühle:
Ich wollte Hannas Verbrechen zugleich verstehen und verurteilen. Aber es war dafür zu furchtbar. Wenn ich versuchte, es zu verstehen, hatte ich das Gefühl, es nicht mehr so zu verurteilen, wie es eigentlich verurteilt gehörte. Wenn ich es so verurteilte, wie es verurteilt gehörte, blieb kein Raum fürs Verstehen. Aber zugleich wollte ich Hanna verstehen; sie nicht zu verstehen, bedeutete, sie zu verraten. Ich bin damit nicht feriggeworden. Beidem wollte ich mich stellen: dem Verstehen und dem Verurteilen. Aber beides ging nicht.
Dritter Teil
Michael hat geheiratet. Aber immer wieder vergleicht er seine Frau mit Hanna. Die Ehe geht auseinander. Hanna sitzt im Gefängnis. Er nimmt Kontakt mir ihr auf. Er schreibt ihr nicht, er liest vor und schickt die Kasseten ihr zu. Inzwischen lernt Hanna schreiben und lesen. Sie schreibt ihm kurze Briefe, kleine Notizen, aber Michael schreibt nie zurück. 18 Jahre sind vergangen und Hanna wird entlassen. Michael bekommt einen Brief von Gefängnisleiterin, mit der Bitte, Hanna bei der Suche nach einer Wohnung und einer Arbeitsstelle zu unterstützen. Er findet eine Wohnung und die Arbeit für sie. Er muss sie im Gefängnis besuchen. Es wird ihr letztes Treffen. Michael trifft eine alte Frau. Aber es ist nicht seine Hanna, die er immer geliebt hat, von der er nie richtig weg gekommen ist. Er hat keine Gefühle für diese Frau.
Sie treffen sich nie wieder, vor dem Tag , als sie entlassen wurde, bringt sie sich um. Sie hat ihm keine Nachricht hinterlassen. Schon wieder ist sie gegangen ohne Abschied zu nehmen. Aber dieses Mal für immer.
Eine sehr traurige Geschichte. Aber der Autor beschäftigt sich nicht nur mit dieser Geschichte, sondern mehr mit der Frage, wie die Nachkriegsgeneration leben soll, sind alle mitschuldig, was im Land passiert ist. Müssen alle schweigen und in Ohnmacht fallen? Müssen sich alle schämen?
Ich glaube dieses Buch müssen alle lesen. Dieses Thema geht irgendwie alle an. Wir dürfen nicht vergessen, was im Land passiert ist und wieviel Menschenleben es gekostet hat. Dieses Buch ist eine Erinnerung an alle.
Lesen Sie dieses Buch. Es macht nachdenklich.
Danke fürs Lesen und Bewerten.
31 Bewertungen, 1 Kommentar
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07.07.2005, 12:04 Uhr von snakerboy
Bewertung: sehr hilfreichdas Buch auch hier stehen....is ganz ok...
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