Sexualmissbrauch Testbericht

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Erfahrungsbericht von Luckybrina

Aufschrei !!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Letztes Jahr bekam ich eine große Diskussion in einem anderen Meinungforum mit, daß durch ein Nacktfoto eines Babys ausgelöst wurde. In diesem Forum ist es auch möglich, private Fotos einzustellen. Zuerst verstand ich die Reaktionen nicht. So ein Babyfoto ist doch einfach nur süß und es man kann verstehen, das Eltern und Großeltern ihren kleinen Liebling gerne zeigen.

Nachdem ich verschiedene Berichte und Kommentare zu diesem Thema gelesen habe, fand ich heraus, daß es einigen darum ging, daß der Genitalbereich des Babys zu sehen war, während auf der gleichen Seite von jemandem ein Aktfoto eingestellt war - was im Zusammenhang mit damals ebenfalls aktuellen Nachrichten eines ungeklärten Mißbrauchsverbrechens irgendwie zu dieser Diskussion führte.

Vielleicht war es etwas übertrieben eine solche Diskussion durch ein eigentlich harmloses Kinderbild auszulösen, dachte ich, aber ist es das wirklich?

Man könnte sagen, daß ein Pädophiler kein nacktes Baby braucht, um sich aufzugeilen, allein der Anblick eines (angezogenen) Kindes reicht da aus.

Da kam mir plötzlich ein ganz anderes Foto vor die Augen. Ich glaube es ist jetzt sechs oder sieben Jahre her, als in den Nachrichten überall nach einem kleinen Mädchen namens Shari (5) gesucht wurde...

Shari wohnte keine 30 km von mir weg und meine Kollegin war/ist mit der Familie befreundet. Shari verschwand eines Tages und wurde erst tot aufgefunden... mißbraucht von einem jungen Mann aus einem Ort in der Nähe, der schon einmal unter Verdacht stand und genug Freunde und Bekannte hatte, daß sogar in der örtlichen Kirche eine Unterschriftenaktion für seine Freilassung gestartet wurde.

Da kommt mir dann wieder die Wut den Bauch hoch, und ich kann verstehen, warum so viele gegen dieses süße Babyfoto waren und solche Bilder lieber im Privatbereich sehen als im Internet.

Auch scheinen viele mit mir einer Meinung zu sein, daß die Strafen für Sexualstraftäter, insbesondere gegenüber Kindern, viel zu niedrig sind.

Gegensätzlich dazu gab es in diesen Diskussionen auch Meinungen, die beschrieben, härtere Strafen würden nichts nützen...

Ich muß diesen in soweit Recht geben, daß härtere Strafen solange nichts nützen, wie Menschen es schaffen wegzuschauen.

Argumente, die ich persönlich schon ins Gesicht geschleudert bekam, wie:

\"Solche Sachen gibt es nur in der niederen Gesellschaft!\"

entsetzen mich immer wieder. Dieser Ausspruch kam von einem Bekannten, mit dem ich einmal eine Diskussion über dieses Thema hatte. Er zählt sich selbst zur sogenannten \"Schickimicki\"-Gesellschaft, und scheint oft zu vergessen, daß gerade diese sich selbst als \"höhere Gesellschaften\" bezeichnenden Gruppen Meister der Vertuschung sind.

Viele vertuschen was sie können: Steuerhinterziehung, Alkoholismus, Spielsucht, Drogensucht... und ganz hervorragend Kindesmißbrauch und Vergewaltigung!!!

Was ist denn eigentlich eine \"höhere\" oder \"niedere\" Gesellschaft?

Wer gibt einem anderen das Recht, so zu urteilen?
Weil manche mehr Geld haben?
Weil sie mehr Beziehungen haben?
Weil sie bekannter zu sein scheinen?

Vor allem, wie kann man solche Vorurteile und Klischees verbreiten? Doch wohl in erster Linie, wenn man selbst \"Dreck am Stecken\" hat...

Man möchte aufschreien vor Zorn, aufstampfen, den Täter umhauen oder gar auf den elektrischen Stuhl setzen... doch das deutsche Rechtssystem erlaubt es nicht!

Im Gegenteil:

Die deutsche Justiz hält es nicht für notwendig, die Gesetze zum Schutz gegen Kindesmißbrauch und Vergewaltigung zu verschärfen, da werden lieber die Diäten neu verhandelt.

Das Höchststrafmaß für Vergewaltigung und Kindesmißbrauch liegt derzeit (meines Wissens nach, bitte verbessern, wenn ich falsch liege) bei 10 Jahren.

D.h. bei guter Führung ist der Täter nach spätestens 7 Jahren wieder draußen und bekommt einen Unbedenklichkeitsschein\" dafür ausgestellt, daß er einigen Psychologen das erzählt hat, was sie hören wollten.

Zum Vergleich: für einen Banküberfall ohne Verletzte gibt es bis zu 15 Jahren - wo sind da die Verhältnisse?

Wie kann es sein, daß so viele Täter aus ihrer \"Sicherheitsverwahrung\" fliehen können?

Wie kann es sein, daß ein mehrfacher Täter nach wenigen Jahren als \"therapiert\" wieder auf die Menschheit losgelassen wird?

Es reicht nicht, härtere Gesetze zu fordern!
Es reicht nicht, nach mehr Sicherheit zu rufen!
Es reicht nicht, weil uns so eindrucksvoll wie noch nie bewiesen wurde, in welchem Ausmaß die Politiker der Lage nicht gewachsen sind, wenn es um Sexualstraftäter und deren Strafen geht!

Seit Sharis grausamen Todes hab ich öfter aufgehorcht und immer wieder den Satz gehört: \"Man hat den Eindruck, es wird immer schlimmer!\"

Wieso immer schlimmer? Es war wohl schon immer so, nur wurde es bisher totgeschwiegen. Ich persönlich bin in der ehrenvollen Situation, daß mir viele Menschen ihre Probleme anvertrauen... ich könnte aus dem Stegreif 10 Namen nennen, von denen ich weiß, daß sie entweder als Kinder mißbraucht wurden oder vergewaltigt (auch als Erwachsene) oder beides... und ich rede nicht nur von Frauen!!!

Und ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, daß jeder, der diesen Bericht liest, mindestens auch eine betroffene Person kennt, wenn auch nicht wissentlich.

Es geschieht immer und überall, in jeder Gesellschaftsschicht, in jedem Berufszweig,... es sind längst nicht nur die sogenannten Minderbemittelten, die mit solchen Sachen zu kämpfen haben; es sind auch nicht nur die attraktiven Frauen in Miniröcken, die es trifft (denen wird ja auch wenn gern Mitschuld gegeben!), es kann jeden treffen, egal ob Kind oder Erwachsener

Als ich vor 7 Jahren as erste Mal persönlich mit diesem Thema konfroniert wurde, war die Betroffene Person eine Freundin meiner Cousine, süße 13 Jahre alt.

Ich versuchte mit ihr zusammen professionelle Hilfe zu finden:

1. Versuch

Bei der Polizei

Nur mit Unterstützung von Erwachsenen hieß es damals, daß hat sich gottseidank inzwischen geändert, denn das Mädel lebte allein mit ihrem Vater zusammen und war sich sicher, der Vater würde ihr die Schuld geben!

2. Versuch

Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen

Ein Tonbandgerät mit den Öffnungszeiten, die sich auf sage und schreibe 4 Tage die Woche mit jeweils zwei Stunden beschränkten!!!

Doch konnte man dort dem Mädchen wenigsten dann auch helfen. Ich ging mit ihr hin und während sie im Gesprächszimmer mit einer Psychologin war, unterhielt ich mich draußen mit einer anderen Mitarbeiterin.

Unter anderem erkundigte ich mich reichlich verärgert über die Öffnungszeiten und deren Gründe.

Und ich war entsetzt:

Der Verein war \"erst\" drei Jahre alt und das Ministerium für Familie hatte eine finanzielle Unterstützung der Institution ABGELEHNT, weil der Verein zu wenig Mitglieder hatte! (siehe oben)

Damals war nur ehrenamtliches Personal da und kaum Spenden, auch das hat sich inzwischen gottseidank etwas gebessert:

Verschiedene Vereine wurden auf die missliche Situation des Notrufs aufmerksam und spendeten die Gewinne aus verschiedenen Veranstaltungen - und auf deren Druck hin wurde auch das Ministerium weich!

Trotzdem ist längst noch nicht genug in dieser Richtung getan.

Jeder kann etwas tun, wie der Fall des \"Notrufs für vergewaltigte Frauen und Mädchen\" zeigt, jeder an seiner Stelle!

Denn man darf im Sinne der Opfer nie vergessen:
Vergewaltigung und Kindesmißbrauch sind ein Mord an der Seele, grausamer noch als ein richtiger Mord, weil die Seele stirbt und der Körper weiterleben muß...

Und was ist ein Körper ohne Seele?

30 Bewertungen, 1 Kommentar

  • schnekuesschen

    01.04.2006, 00:22 Uhr von schnekuesschen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht...LG Sandy