Sexueller Mißbrauch Testbericht

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Erfahrungsbericht von Mel2604

Sexueller Mißbrauch über 2 Generationen

Pro:

gibt es keins

Kontra:

ALLES!!!!

Empfehlung:

Nein

Viele Menschen täuschen sich immer, was den sexuellen Mißbrauch betrifft und denken, es sei meist der \"Nette Herr von Nebenan\". Aber viel, viel öfter kommt sowas leider in den eigenen Familien vor und das ist noch viel schlimmer. Hier aber nun meine Geschichte.

Meine Kindheit
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Aufgewachsen bin ich bei meinen Großeltern väterlicherseits. Da meine Mutter sich nicht um mich gekümmert hat und ihr daraufhin das Sorgerecht für mich entzogen wurde und mein Erzeuger (zum besseren Verständnis werde ich ihn in diesem Bericht meinen Vater nennen, auch wenn er für mich als dieser gestorben ist) damals noch beim Bund war, haben meine Großeltern mich aufgenommen, bei denen ich dann bis zum 11. Lebensjahr gelebt habe.

An den Wochenenden hat mein Vater mich dann immer zu sich und seiner Lebensgefährtin geholt. Wann es anfing, daß er sich an mir vergangen hat, kann ich nicht mehr sagen. In Erinnerung ist es mir etwa ab dem 5. Lebensjahr.

Trotz allem hatte ich meinen Vater sehr lieb. Das ist für viele nun wahrscheinlich völlig unverständlich und ich denke mal das es nur die Menschen verstehen können, die sowas selber mitgemacht haben. Ich muß dazu sagen, daß er mir nie weh getan hat, vielmehr war ich nur dazu da, ihn zu befriedigen. Es lag aber wohl auch daran, daß ich trotz allem an ihm hing, weil er die einzige elterliche Bezugsperson für mich war, denn zu meiner Mutter hatte ich nie wirklichen Kontakt. Wie dem auch sei, als ich etwa 13 Jahre alt war, hörte es schlagartig auf. Wieso kann ich nicht sagen, ich war einfch nur froh darüber und habe auch nicht weiter darüber nachgedacht.

Als ich 11 war mußte ich dann zu meinem Vater und dessen Freundin ziehen. Dadurch beschränkten sich die sexuellen Angriffe natürlich nicht nur auf\'s Wochenende , sondern wurden häufiger. Für mich war es aber mittlerweile schon normal, denn ich kannte es ja von klein auf nicht anders. Natürlich merkte ich irgendwann, daß es sowas bei meinen Freundinnen nicht gab und da es mir ziemlich unangenehm war, habe ich auch nie jemandem davon erzählt.

Mit 16 zog ich dann endgültig von zuhause aus, weil man Vater mittlerweile angefangen hatte zu trinken und seine Launen immer unerträglicher wurden. So, jetzt muß ich einen Sprung von ca. 11 Jahren machen, denn wer glaubt, die Geschichte sei nun zu ende, der irrt leider. Sie zieht sich sozusagen über 2 Generationen. Zu meinem Vater hatte ich mittlerweile wieder regen Kontakt und seltsamerweise auch ein sehr gutes und herzliches Verhältnis zu ihm. Ich dachte gar nicht mehr weiter an meine Kindheit und war einfach nur froh, daß wir uns alle gut mit ihm verstanden.

Meine Tochter
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Als meine Tochter etwa 4 Jahre alt war wollte sie unbedingt mal beim \"Opa\" übernachten. Das war die Zeit wo all die Erinnerungen wieder in mir hoch kamen. Immer wieder habe ich Ausreden gesucht, sie nicht bei ihm übernachten zu lassen, denn zu groß war meine Angst, er könnte sich auch an ihr vergreifen. Und wie sollte ich einem 4-jährigen Kind das erklären? Also kamen die üblichen Dinge wie \"An dem Tag haben wir keine Zeit\" - \"Der Opa muß viel arbeiten und ist froh wenn er seine Ruhe hat\" und und und.

Zuerst schien Jennifer sich auch damit abgefunden zu haben, aber als sie fast 6 war, fing sie wieder an permanent zu bitten und betteln, weil sie meinen Vater sehr lieb hatte und an ihm hing. Daraufhin habe ich meinem Vater einen Brief geschrieben und ihm von meiner Angst berichtet und das ich mich noch an alles erinnern kann und ich Angst um Jennifer habe. Zwei Tage danach hat mein Mann dann mit ihm telefoniert (ich war ehrlich gesagt einfach zu feige) und mein Vater sagte, daß es ihm unendlich leid täte, was damals passiert ist und er auch nicht wüßte, was mit ihm los war und warum er das getan hätte und das wir uns um Jennifer absolut keine Sorgen machen müßten, er würde die Kleine nie und nimmer anpacken. Gott, wie blauäugig war ich damals, ihm das zu glauben. Aber ich bin ein Mensch, der (zumindest bis zu diesem Zeitpunkt) immer an das Gute im Menschen geglaubt hat und dachte, selbst wenn er vorgehabt hätte, Jennifer anzupacken, würde er es jetzt, nachdem er weiß das ich ein Auge darauf habe ganz sicher nicht tun. Ich wurde leider einige Zeit später eines besseren belehrt und glaubt mir, ich mache mir noch heute Vorwürfe deswegen.

Im Oktober 1997 sollte also der Tag sein, an dem Jennifer bei ihm und seiner Frau (er war mittlerweile mit einer Thailänderin verheiratet) schlafen sollte.

Als sie dann bei ihm war hatte ich schon ein leicht ungutes Gefühl, was aber am nächsten Tag, als er Jennifer wieder brachte, verflogen war, denn ich beobachtete die beiden genau (speziell Jennifer) und konnte absolut nichts verdächtiges feststellen.

Heraus kam das Ganze dann auch erst im Februar 1998, also ganze 4 Monate später und auch nur durch einen Zufall.

Mein Mann und ich wollten zu einer Wrestlingveranstaltung nach Hannover. Da wir erst spät abends wieder nach hause gekommen wären mußten wir sehen, daß wir unsere beiden Kinder über Nacht irgendwo unterbringen. Debbie sollte deshalb bei einer Freundin übernachten und Jennifer wieder bei meinem Vater.

Nachdem das mit meinem Vater also schon abgesprochen war, habe ich Jennifer das mittags erzählt...und das wurden die schlimmsten Stunden meines Lebens.

Immer wieder sagte sie, sie will aber nicht beim Opa schlafen. Ich dachte erst, es sei diese typische, für dieses Alter bekannte Trotzreaktion, die Jennifer schon des öfteren an den Tag gelegt hatte. Nachdem ich aber dann endlich fragte, wieso sie denn auf einmal nicht mehr bei zu ihm will fing sie an zu weinen und sagte mir, daß der Opa ihr verboten habe, das zu sagen, weil er sonst nie wieder zu uns kommen dürfte.

Diesen Moment kann ich mit Worten gar nicht beschreiben. Mir wurde schlagartig klar, was sie damit meinte und ich habe mich in diesem Moment so hilflos gefühlt wie noch nie im meinem Leben. Hilflos und gleichzietig schuldig, denn ich habe durch meine Blauäugigkeit meine Tochter diesem Monster von meinem Vater ausgesetzt.

Ich habe Jennifer dann in den Arm genommen udn konnte nun auch meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Wie leid sie mir getan hat, dieses kleine unschuldige Wesen.

Nachdem wir uns beide beruhigt hatten, habe ich versucht, mehr aus ihr heraus zu bekommen. Sie sagte mir anfangs nur, der Opa habe ihr weh getan und als ich eine Puppe holte und sie bat, mir zu zeigen wo genau, da zeigten ihre kleinen Finger genau an DIESE
Stelle. Da ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. Hätte mein Vaer in diesem Moment vor mir gestanden, ich hätte ihn ohne zu zögern umgebracht und das sind keine leeren Worte. Das erste Mal in meinem Leben wurde mir bewußt, wie leicht und schnell man zum Mörder werden kann, wenn die Situation es \"verlangt\".

Nach vielen Gesprächen sind mein Mann und ich dann zu dem Entschluß gekommen, meinen Vater anzuzeigen. Leider hat das Ganze aber nichts gebracht, denn Jennifer hat zwar bei der Kripo und unserer Rechtsanwältin eine klare und für ihr Alter eindeutige Aussage gemacht, aber es sollte zudem noch ein psychologisches Gutachten von ihr erstellt werden (wegen der Glaubwürdigkeit) und bei der Psychologin wollte Jennifer nichts sagen, weil sie nicht wollte \"das der Opa bestraft wird\". Meines Erachtens hätte das für die Psychologin Grund genug sein sollen, da nachzuhaken, sie hat es aber nicht getan und deshalb ist es nie zu einem Prozeß gekommen. Der Mißbrauch an mir war schon verjährt, deshalb konnte die Staatsanwaltschaft auch da gegen meinen Vater nichts mehr unternehmen.

Die einzige Genugtuung, die ich an der ganzen Sache hatte war, daß durch meine Aussage bei der Polizei eine Hausdurchsuchung bei meinem Vater stattgefunden hat, weil ich mich erinnern konnte, daß er früher einige dieser leider typischen Lolitaheftchen zuhause hatte. Aber auch da wurden sie leider nicht mehr fündig.

Seit diesem Tag habe ich den Kontakt zu meinem Vater gänzlich abgebrochen. Was er mir angetan hatte, das konnte ich ihm verzeihen, daß mußte ich ja auch für mich selber entscheiden, wie ich damit umgehe. Aber das er meiner Tochter das angetan hat, dafür haßte ich ihn abgrundtief. Mittlerweile empfinde ich für diesen Mann gar nichts mehr, es ist kein einziges Gefühl mehr vorhanden, nur noch eine tiefe Leere.

Ich rede heute noch ab und zu mit Jennifer darüber (wenn sie das Bedürfnis hat, darüber zu reden) und sie kann sich noch heute an jede Einzelheit erinnern und gibt es mir noch genauso wieder wie vor 4 Jahren. Und das beweist mir immer wieder auf\'s Neue, das ihre Geschichte stimmt, obwohl ich von Anfang an keinen Zweifel daran hatte, zumal ich es ja selber mitgemacht habe. Ich hoffe nur, daß sie es mir nicht eines Tages mal vorwerfen wird, daß es maine Schuld war, denn ich habe sie ja schließlich zu ihm gelassen und trage somit wohl eine große Mitschuld. So sehe ich das auf jeden Fall. Und damit werde ich nie 100%-ig klar kommen.

Und aus dem Grund sollte bitte immer jeder bedenken:
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Wenn euer Kind oder das einer Freundin euch so etwas erzählt, auch wenn es vielleicht in dem Moment noch so unglaubwürdig erscheint, nehmt es ernst und glaubt dem Kind. Denn es gibt für diese kleinen Wesen nichts schlimmeres, als wenn sie sich euch anvertrauen und ihr ihnen mit Mißtrauen entgegen kommt. Ich spreche da aus Erfahrung, denn aus meiner Familie glaubt mir das heute fast noch keiner und Jennifer wurde auch schon von meiner Oma als Lügnerin hingestellt. Nehmt dieses Thema um Gottes Willen immer ernst.

In diesem Sinne freue ich mich für\'s lesen und kommentieren. Liebe Grüße eure Melanie

PS: Meine Bewertung bezieht sich auf die Tat an sich und ist somit wohl nachvollziehbar.

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