Skigebiet Ischgl Testbericht

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Erfahrungsbericht von aragorn2000

Endlose Weiten

Pro:

sehr groß und weitläufig, moderne Liftanlagen

Kontra:

teuer, erschwerliche Anfahrt

Empfehlung:

Ja

Vor fünf Jahren war ich zum ersten Mal in Ischgl, damals hatte sich bei meinem früheren Arbeitgeber eine Gruppe gebildet, welche sich regelmäßig einmal jährlich zu einem verlängerten Skiwochenende nach Ischgl aufmachte. Da ich zu der Zeit auch gerade mit dem Skifahren begonnen hatte war ich natürlich mit von der Partie. Inzwischen haben wir fast alle den Job gewechselt, doch zu unserem Ski-happening treffen wir uns noch immer.

Viele sind ja der Meinung, daß Ischgl überteuert sei und das war wie ich zugeben muss auch mein erster Gedanke, doch ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Zunächst einmal gehen wir nie in der Haupt- sondern immer erst im März während der Nebensaison. Da wir immer eine Gruppe zwischen acht und zwölf Personen sind mieten wir uns immer zwei bis drei Ferienwohnungen im Gradiva, das liegt gleich am Ortseingang und die Fahrzeuge können direkt vor dem Haus geparkt werden, wo sie dann normalerweise auch bis zur Rückfahrt stehen bleiben.

Zugegeben sind die Wohnungen schon etwas teurer, als in den meisten anderen Skigebieten, aber sie sind auch bestens ausgestattet, z.B. mit Geschirrspülmaschine, denn etwas Komfort sollte schon sein. Ausserdem erhalten Gäste, die in Ischgl wohnen eine VIP-Karte, durch welche die Liftkarten vergünstigt werden. Und ein weiterer Bonus in Ischgl ist, dass immerhin drei Gondeln bereit stehen, welche bequem zu Fuss in wenigen Minuten erreicht werden können, so spart man auch noch einiges an Benzin, da das Auto nicht gebraucht wird und so amortisiert sich der erhöhte Preis für die Unterkunft sehr schnell.

Nun aber zum wichtigsten, dem Skigebiet selbst. Wie bereits erwähnt gibt es drei Gondeln, welche vom Ort aus nach oben führen. Wer über mehrere Tage hier ist wird über die Spinde erfreut sein, wo man seine Ski unterbringen kann, so dass auch das lästige Tragen der Skier entfällt, allerdings fallen hierbei zehn Schilling (Die Preise in Euro kenne ich noch nicht) Gebühr an. Je nach Tageszeit können an den Talstationen schon mal etwas längere Schlangen entstehen, aber bisher habe ich es noch nicht erlebt, daß die Wartezeiten über zehn Minuten lagen. Die Gondeln führen dann auch alle bis hoch zur Idalp, eine sogar noch etwas weiter.

Oben angekommen verteilt sich dann die Masse auf über 200 Pistenkilometer und es wird einem wirklich alles geboten von blauen Autobahnen bis zu schwarzen Buckelpisten. Besonders angenehm empfinde ich in Ischgl immer die Sessellifte, welche ständig erneuert werden. Es gibt hier so gut wie keine Schlepplifte mehr und auch ältere Sessellifte ohne Haube sind hier kaum noch zu finden. Die Hardcoreskifahrer werden die Benutzung der Haube natürlich verweigern, aber für Weicheier wie mich ist es doch sehr angenehm, wenn das Wetter mal nicht so schön ist und man dann trotzdem trocken oben ankommt. Auch die Wartezeiten an den Liften halten bis auf wenige Ausnahmen sehr in Grenzen und diese Ausnahmen kann man gut umgehen. Das die Bequemlichkeit und Luxus groß geschrieben werden erkennt man spätestens, wenn man in einem der Lifte mit Ledersesseln platz genommen hat und sich wie zuhause im Wohnzimmersessel fühlt, da möchte man ger nicht mehr aussteigen.

Das Gebiet erstreckt sich nicht nur über Österreich, sondern ragt auch in die östlichste Provinz der Schweiz. Ein ganz besonderes Highlight stellt dabei auch immer ein Besuch des schweizer Örtchens Samnaun dar. Wir organisieren das dann immer so, dass wir zur Mittagszeit nach Samnaun abfahren und dann in der Schmuggler Alm einkehren, diese liegt gleich am Ortseingang und der obere Teil besteht aus einem Restaurant, wobei das Interieur sofort auf die Namensgebung schliessen läßt. Einen Stock tiefer gibt es einen Laden, wo allerlei Luxusgüter zu bekommen sind und diese sind noch dazu zollfrei, denn dies ist das Besondere an Samnaun, man kann hier zollfrei einkaufen. Allerdings muss ich auch dazu sagen, daß die Preise trotzdem nicht gerade günstig sind, denn der Eigentümer dürfte wohl den größten Teil vom Kuchen des zollfreien Einkaufs einheimsen.

Von Samnaun führt dann die meines Wissens nach größte Gondel Europas wieder hinauf auf den Berg und oben neben der Bergstation befindet sich dann auch ein kleines Zollhäuschen, welches durchaus noch in Betrieb ist, also besser nicht zu viel schmuggeln, denn wer hier mit einem vollen Rucksack ankommt kann schon etwas Aufmerksamkeit erregen.

Was die Verpflegung angeht so findet man neben dem Restaurant auf der Idalp, welche den Dreh- und Angelpunkt darstellt auch noch drei weitere Restaurants, die nicht ganz so überfüllt sind, aber trotzdem vor allem während der Mittagszeit nicht gerade vor Leere gähnen, also besser etwas später oder früher zum Essen gehen. Die Bedienungen waren, soweit vorhanden bisher immer sehr freundlich. Grösstenteils herrscht hier aber Selbstbedienung.

Was die Talabfahrt angeht so kann diese recht problematisch werden, denn Abends herrscht auf der Strecke reger Betrieb und das Wort Rücksicht scheint ein Fremdwort zu sein. Dazu kommt dann auch noch, daß gerade der untere Teil teilweise sehr vereist und mit Kunstschnee präpariert ist. Wer damit Probleme hat dem würde ich auf jeden Fall empfehlen, die etwas unspektakulärere Variante zu wählen, und von der Mittelstation aus mit der Gondel abzufahren.

Aber unten angekommen steht natürlich erst einmal ein Kurzer im Außenbereich des Hotel Elisabeth an, dabei kann man dann begutachten, wie Andere mehr oder weniger gut das letzte Stück der Abfahrt meistern. Als Alternativprogramm gibt es meistens noch zwei, für die Jahreszeit recht leicht bekleidete Tänzerinnen auf den Bars. Bis spät in die Nacht gibt es dann auch noch zahlreiche Möglichkeiten zu versumpfen, der Kuhstall dürfte wohl den meisten ein Begriff sein, doch gerade hier stellt sich Ischgl dann doch als nicht gerade Preiswert heraus und DJ Ötzi ist jetzt nicht gerade mein Fall.

So bleibt mir noch übrig, euch einen schönen Skiurlaub zu wünschen und vielleicht fahren wir uns ja einmal über den Weg.

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