Kombucha Testbericht

Kombucha
ab 14,18
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  gut
  • Geruch:  durchschnittlich
  • Zubereitung:  durchschnittlich
  • Wirkung:  schlecht

Erfahrungsbericht von LeaofRafiki

Der Schatz in der Speisekammer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mittlerweile gehört Kombucha zu einem gerngesehenen Gast in meinem Kühlschrank, der sich dort allerdings nie lange aufhält, da ich ihn liebend gerne trinke, anfangs sogar als gekauftes Produkt zum regulären Preis. Aber da mir das doch etwas zu teuer wurde auf Dauer, fing ich an zu forschen, wie ich diese Köstlichkeit selber herstellen könnte - und so geht die Geschichte nun weiter ;-)

Nachdem ich also durch den Mibell Kombuchayoghurtdrink auf den Geschmack gekommen war, sah ich mich nach weiteren Kombucha-Produkten um. Ich fand zwei. Beide befinden sich in braunen, bauchigen Flaschen...

Numero 1 trägt ein Etikett aus nachgemachtem, Packpapier in den von mir so geliebten Erdfarben: auf gelblichem Grund ist ein kleineres braunes Quadrat in dessen Mitte sich in einem rot umrandeten gelben Kreis ein Kuttengestalt mit Pfeil und Bogen befindet. Darunter steht geschrieben \"Kombucha reinigt und erfrischt Deinen Körper - Deine Seele\".
Am Flaschenhals hängt ein kleiner Folder mit weiteren Informationen.
Diesen konnte ich entnehmen, daß Kombucha seit 221 v.Chr. bereits in China bekannt ist und als Teegetränk Bestandteil einer Zenkultur ist (es gibt ja viele verschiedene Wege, Zen zu praktizieren, aber das würde hier den Rahmen sprengen).
Des weiteren wird man darüber informiert, daß es sich böse formuliert, in der westlichen Welt um ein Modegetränk handelt, denn \"zahlreiche Film- und Popgrößen schwören auf Kombucha und trinken ihn regelmäßig\". Da dies ohne Namensnennung geschieht, kann sich nun jeder seinen Lieblingsstar mit einer solchen Flasche in der Hand vorstellen *ggg*
Nichtsdestotrotz kann man durch den Genuß dieses Getränks den HollywoodianerInnen näher fühlen und deren Lebensphilosophie von jugendlichem Aussehen und schier unvergänglicher Schönheit teilhaben.
Na ja, genug gelästert... Sonst zitier und kommentier ich noch den ganzen Folder *gg*
Ihr seid auch bestimmt viel mehr an den Bestandteilen des Inhalts dieser Literflasche interessiert, gelle?
Aaaaaalso, das wären:
ein Aufguß aus Kräutertee (Wasser und Kräutermischung - *achwas*), Saccharose, Kohlensäure, Hefekulturen und Milchsäurebakterien.
Als Brennwert (vorsicht, nicht in den Ofen schütten!) werden 146 kJ/34 Kcal auf 100 ml angegeben, sowie 0,3 g Eiweß, 8,5 g Kohlenhydrate und wundersamerweise 0 g Fett.
Der Geschmack ist unbeschreiblich lecker, eine Flasche kostet ca. 7-8 DM.
Hergestellt wird das Gebräu von der Stock Vital GmbH in A-6330 Fuschl am See (klingt sehr romantisch) in Österreich. Für Leute mit Telefonguthaben hier noch die Info-Nummer: +43(0)662881111

Numero 2 kommt peppiger daher.
Auf einer 750 ml-Flasche prankt auf einem orangegrundiges, farbverlaufendes Etikett mit blauem Oberrand (Engelberts Bio-Naturprodukte) fett \"Bio-Kombucha\", darunter ein asiatisch aussehender Mönch in traditionell gelber Kutte, hinter sich einen Gletscher, links im Bild Blütenzweige und vor sich ein mannshohes Glas mit diesem Getränk.
Dieses Bioprodukt (entdeckt bei Wandmaker) besteht aus folgenden Zutaten:
Aufguß aus grünem Tee *, Hagebutten-*, Linden-* und Hibiskusblütentee*, Wasser und Rohrohrzucker*. (alle mit * gekennzeichneten Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau). Zwar in Deutschland hergestellt, von wem wird leider nicht gesagt, dafür aber wird als und Vertrieb wieder eine österreichische Firma angegeben: EP-Naturprodukte HandelsgmbH in A- 6300 Itter 300, Info-Tel.: +43(0)5332-75654. Statt Herstellerangaben gibt\'s nun aber auch eine Internetadresse: www.ep-naturprodukte.com
Eine solche Flasche kostet ca. 5,50 DM womit sie auf 100 ml bezogen preislich in etwa der Numero 1 gleich liegt. Allerdings NICHT IM GESCHMACK!!! Gäbe es für dieses Produkt eine einzelne Rubrik, so würde ich es völlig zerreissen, so also nur die Kurzform: Das hellrosa Getränk (unverkennbar der Hagebuttenanteil) schmeckt nach nichts. Oder anders ausgedrückt, scheinbar wurde die Ursuppe mit soviel Wasser (nicht aus ökologischer Quelle) verdünnt, daß außer der Farbe nichts übrig geblieben ist. Nun gut, homöopathische Dosierungen sind zwar immer etwas teuerer, aber doch bitte nicht bei Lebensmitteln!
Ach ja, bevor ich\'s vergesse, prickeln tut\'s auch nicht.

Soviel zu meinen Forschungsergebnissen bezüglich käuflicher Produkte.

Eines Tages dann ritt mich der Teufel und ich gab bei ebay (da nu wieder *gg*) mal das Suchwort \"Kombucha\" ein - und wurde fast erschlagen von der Menge der Angebote. Mutig bot ich auf einen Kombucha-Pilz - und knapp zehn Tage später bekam ich ihn.

Fest in Folie eingeschweißt hielt ich eine wabbelig-gallertartigee, weiße Scheibe in einer gelblichen Flüssigkeit in den Händen. Umhüllt war sie von einem Stapel Kopien, deren Inhalt ich als \"Kulturanleitung\" und weitere Informationen identifizierte.
Normalerweise befolge ich ja keine konkreten Anweisungen, aber in diesem Fall beherzigte ich doch all die guten Ratschläge, die ich diesen Papieren sowie meinen hilfesuchenden mails an die Verkäuferin entnehmen konnte.

Was braucht man außerdem noch???

Zuallererst: Peinliche Sauberkeit!!! Und zwar eine, die ohne chemische Hilfsmittel auskommt, dafür viel heißes (!) Wasser benutzt, womit man die benötigten Gerätschaften reinigt. Sodann stellt man bereit:
Einen mittelgroßen Kochtopf (1-3 l Volumen)
ein Gefäß aus Glas, Porzellan oder glasierter Keramik
kalkarmes Wasser
Zucker
Tee
und natürlich den Kombucha...

Und so geht\'s:
Aus Wasser und Tee bereitet man ein Teegetränk.
Dieses wird mit 90-100 g Zucker auf einen Liter gesüßt,
auf Raumtemperatur abkühlen lassen,
in das Gärgefäß füllen
den Kombucha und etwa 10 % Kombuchaflüssigkeit als Starter hineingeben,
mit einem sauberen (aber nicht weichgespültem!), luftdurchlässigem Tuch abdecken, damit der Kombucha atmen kann, aber weder Staub noch Fliegen (oder Katzenhaare *gg*) hineinfallen
und ihn dann an seinen Ruheort stellen.

Das hört sich einfach an, ist es auch - wenn man ein paar Dinge beherzigt:
Den Kombucha nur mit sauberen Händen anfassen!
Er braucht mindestens 60 g Zucker pro Liter, sonst verhungert er!
Auf keinen Fall rauchen, Nikotin killt den Kombucha gnadenlos!
Sein Ruheort sollte WIRKLICH ruhig sein, also keine Erschütterungen oderVibrationen, dafür aber kuschelwarm (so zwischen 20 und 25 Grad, ideal ist die goldene Mitte von 23 Grad) und gegen Zugluft geschützt

Je nach Raumtemperatur hat der Kombucha nach 10-14 Tagen sein Werk vollbracht. Der Zucker wurde von ihm umgewandelt und herauskommt ein prickelndes, erfrischendes Getränk, das man nun in Plöp-Flaschen umfüllen kann (das sind solche, die einen Bügelverschluß haben, ich habe für diesen Zweck eine Reihe Flensburger-Pils-Flaschen gesammelt, die Biermarke dürfte aber regional unterschiedlich sein). Diese Vorsichtsmaßnahme deswegen, weil das Getränk in den Flaschen weiter gärt.

Wer will, kann das Getränk durch ein Sieb filtern, ich laß die sich am Boden abgesetzt habende Hefe aber immer mit drin.

Wer will, kann nun den Kombucha entweder zum Weitermachen animieren (also neu ansetzen) oder in Pause schicken. Letzteres empfiehlt sich, wenn man in Urlaub fährt oder einfach mal eine Weile aussetzen will. Hierbei kommt er in ein Einweckglas, 1/4 l Kombuchaflüssgkeit dazu, Deckel drauf und ab in den Kühlschrank oder an einen anderen kühlen Ort unter 18 Grad. Dort kann er monatelang Winterschlaf halten...

Wenn man sofort wieder neu ansetzen will, geht das Verfahren wie oben beschrieben, allerdings sollte man den Kombucha zwischendurch mit sauberen Händen unter lauwarmem (!) Wasser abspülen, bevor man ihn in den gesüßten Tee gleiten läßt. (Ich vergeß das oft, meiner hat\'s bislang aber immer überlebt.)

A propos Überleben. Sollte doch einmal etwas schief gegangen sein, oder der Alt-Kombucha unter Altersschwäche leiden, kann man ja auf den vorher gezüchteten Zweit-Kombucha zurückgreifen...
Dazu füllt man ca. ½ Liter frische Kombuchaflüssigkeit in ein Einweckglas, gibt ½ Liter frischen Tee dazu und 150 g (!) Zucker. Dazu kommt ein ca. 3 x 3 cm großes Stück Kombucha, das man von seinem Hauptkombucha abgeschnitten hat. Das Ganze wiederum mit einem luftdurchlässigen Tuch abdecken und 3-4 Wochen an einen kuschelwarmen Ruheort stellen.

Der Kombucha ist zwar bei guter Pflege ein langlebiges Geschöpf, aber auch seineTage sind gezählt. Irgendwann wird er müde, sinkt zu Boden, während sich an der Oberfläche eine neue, glasige Schicht bildet: der Baby-Kombucha.
Diesen Senior entsorgt man dann entweder auf dem Kompost oder in der Biotonne.

Soviel also zur Eigenzucht und häuslicher Herstellung des Kombuchagetränks. Ich kann allerdings Anfängern nur raten, dieses Prozedere weder vor dem Frühstück noch mit vollem Magen zu vollziehen - der wachsende Kombucha sieht in seinen Zwischenstadien zum K.... aus! Irgendwo las ich mal die Beschreibung \"wie ausgek...tztes Affenhirn\" und irgendwie trifft\'s das - obwohl ich nicht glaube, das Affenhirne platt wie eine Scheibe sind.

Nun zu den \"Unfällen\"...
Wenn man den Kombucha zu lange arbeiten läßt, schmeckt die Flüssigkeit, in der er sich befindet, nicht mehr prickelnd süß, sondern vergärt weiter zu Essig. Das kann auch in den Flaschen passieren, ist aber kein Grund, deren Inhalt in den Ausguß zu schütten. Essig ist Essig - und eignet sich demnach zu allem, wofür man Essig benutzen kann *ggg* Also z.B zu Salatsoßen, zum Einmachen (sogenanntes milchsaures Einmachen, bei dem das frische Gemüse mit Kombuchaessig übergossen und luftdicht verschlossen einige Tage reifen kann, als Reinigungsmilch/Gesichtswasser oder als Badezusatz (noch nicht ausprobiert). Und wer Kombuchapilzüberschuss hat, kann selbst diesen auch püriert als Gesichtsmakse verwenden...
Also, ein wahres Allroundtalent!

Nun fragt Ihr Euch gewiß, warum ich nicht mir ausführlichen Rezepten aufwarte. Die Antwort lautet: Dieser Text ist eh schon lang genug!
Die klassische Zubereitung, mit schwarzem Tee und weißem Industriezucker ist das Grundgerüst. Ab hier ist selber experimentieren angesagt... Mit grünem oder Kräutertee (allerdings keine mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen , da sie antibakteriell wirken und den Kombucha angreifen, wie z.B. Pfefferminz, Kamille, Salbei, Lavendel oder Fenchel), mit anderen Zuckerarten (Vorsicht mit Honig, da er desinfizierend wirkt, kann er den Kombucha angreifen! Wenn dann 125 g Honig auf 1 l Flüssigkeit und darauf achten, daß die Gärtemperatur immer über 20 Grad liegt, zur Not mittels eines Brutkastens. Bewährt haben soll sich auch die Beigabe von Holunderblüten, die harmonisierend auf den Honig wirken sollen).

Ich finde, nun reicht\'s.
Wer immer noch nicht genug hat, dem empfehle ich folgende Lektüre;

- Kombucha. Der Powerdrink, der\'s in sich hat. von Birgit Sesterhenn. Gräfe u. U., Mchn. (1999), DM 11,49
- Natürlich heilen mit Kombucha. von Andrea-Anna Cavelius, Birgit Frohn. Südwest, Mchn. (1998) DM 19,90
oder
- Teepilz Kombucha. von Rosina Fasching. Ennsthaler, Vlg., Steyr (1997) DM 16,80
- Kombucha. Heilkraft aus Asien. von Inke Barysch, u. a. Südwest, Mchn. (2000) DM 9,90
- Kombucha. Gesund und fit mit dem Wunderpilz. von Harald Tietze. MVG (1996) DM 14,90
- Kombucha, Kefir und Co. Licht und Lebenskraft durch Enzymgetränke. von Ulrich Arndt.
Falken-Vlg., Niedernh. (1998). DM 14,90
- Gesundheits- Elixier Kombucha. Hilfe zur Selbsthilfe von Brunhilde Asbach-Hoppe, Günter Albert Ulmer. G. A. Ulmer, Tuningen (1996) DM 9,80
- Kombucha. Mythos, Wahrheit, Faszination von Günther W. Frank. Ennsthaler, Vlg., Steyr (1999) DM 9,90
- Natürlich gesund mit Kombucha. Energietrunk mit sanfter Heilkraft. von Anita Heßmann- Kosaris. Midena Vlg., Romb. (1999) DM 19,90
- Kombucha. Das Teepilz - Getränk. Praxisgerechte Anleitung für die Zubereitung und Anwendung. von Günther W. Frank, Ennsthaler, Vlg., Steyr (1999) DM 19,80
- Kombucha: Geballte Heilkraft der Natur. von Günter Harnisch. Lorber/Turm Vlg., B. (Dezember 1991) DM 24,80
- Natürlich heilen mit Kombucha. von Andrea-Anna Cavelius, Birgit Frohn
Südwest, Mchn. (1998) DM 19,90
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© LeaofRafiki, 27.10.2001

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