Spiegel Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Informationsgehalt:
- Qualität der Artikel & Reportagen:
- Qualität der Bilder und Fotos:
- Unterhaltungswert:
Erfahrungsbericht von VladDracul
Der Klügere liest nach
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das altehrwürdige Spiegel-Magazin hat sein 50-jähriges Jubiläum bereits bestritten und ist Deutschlands meistverkaufte Nachrichtenmagazin. Zum Spiegel-Leser wurde ich vor etwa 3 Jahren aus dem Grunde, auf den Fahrten zur Arbeit (ja, ich benutze öffentliche Verkehrsmittel) etwas zu Lesen zu haben.
Nun, ich bin bis heute beim Spiegel geblieben. Für alle, die das Magazin nicht kennen, hier ein kurzer Rundgang durch das Heft.
GLIEDERUNG
- Der erste Bereich umfasst Deutschland: Hier findet sich alles Wichtige über Politik, Länder und Kommunen. Schwerpunkte sind (natürlich) die Bundespolitik und Interviews mit Politikern.
- Wirtschaft: Meldungen aus der Welt der Finanzen und Konzerne. Firmenportraits, Interviews mit Vorstandschefs und Aktienanalysen. Es wird Wert auf Konzerne aus Deutschland gelegt, z.B. DaimlerChrysler oder Telekom.
- Medien: Ein kurzer Abriss über das Fernsehprogramm, Interna aus Fernsehsendern sowie ein Überblick über Vorkommnisse in der Presselandschaft.
- Gesellschaft: Eine lose Zusammenstellung über zeitgeistliche Themen (neudeutsch: Trends), die im Kontext der Wochenberichterstattung keine große Rolle spielen.
- Ausland: Neben Deutschland der zweite große Schwerpunkt des Magazins: Was passiert in Russland? Wie sieht es mit den Bürgerkriegen in Afrika aus? Wie stehen die Entwicklungen in Jugoslawien? In der Regel handelt es sich um sehr umfangreiche und gut recherchierte Beiträge.
- Sport: Ein kleiner Sportteil ist auch drin. Interviews mit Fußballtrainern und Spitzensportlern.
- Wissenschaft: Ein hochinteressanter, jedoch in meinen Augen zu knapper, Bereich. Hier werden naturwissenschaftliche Themen so aufbereitet, dass auch Laien wie ich etwas damit anfangen können.
- Kultur: Themenschwerpunkte: Literatur und Theater. Interviews mit Schriftstellern und Schauspielern. Ab und zu stehen hier auch Filmkritiken (aber ein \"American Beauty\" muss es schon sein).
SCHREIBSTIL
Lange Jahre hatte der Spiegel den Ruf, ein Intellektuellen-Blatt zu sein, anachronistisch und verstaubt. Der Spiegel hat sich jedoch behutsam gewandelt, ein gutes Beispiel dafür ist der Medien-Bereich. Hier finden sich z.T. köstliche Beiträge auf Kosten von Big Brother, dem Mitteldeutschen Rundfunk oder den grandiosen Absturz von EM-TV. Wo es sein muss, wird nüchtern sachlich berichtet, hin und wieder verlassen die Autoren jedoch das starre Korsett der Ernsthaftigkeit, vor allem wenn Sie ihre Schadenfreude nicht verbergen können (und hier gleich ein Gruß an meinen Lieblingsautor Thomas Tuma). Zudem kann das Blatt seine Hassliebe zu \"Bild\" nicht verbergen: In schöner Regelmäßigkeit werden absurde Bild-Titel zitiert, wenn es um Themen geht, die das öffentliche Gemüt erregen (Benzinpreise, Boris Becker, BSE...).
OPTIK
Die Seiten sind ruhig aufgebaut, hier zählt vor allem noch der Text, und nicht das Bild (Der Konkurrent Focus dagegen sieht aus wie eine fotografierte Webseite). Dies kommt dem Leser zu Gute, da er sich auf den Text konzentrieren kann und nicht von zuviel Grafiken, Einschüben und Textboxen abgelenkt wird.
KOMPETENZ
Ein großer Vorteil des Spiegels ist die wöchentliche Erscheinungsweise. So können alle wichtigen Themen gründlich recherchiert werden, Schnellschüsse und Enten sind deswegen kaum zu finden.
Ein Beispiel: Die wahnwitzige Spekulationsblase mit den Internet-Aktien wurde schon frühzeitig aufgezeigt und dem Leser die Möglichkeit des Zusammenbruchs deutlich gemacht (dagegen hat die Wirtschaftsredaktion des Fokus die EM-TV-Aktien auf ihren Seiten ausgelobt und zum Kauf empfohlen).
KRITIK/FAZIT
Ich glaube, der Verlag macht seinen größten Umsatz nicht durch die Leser, sondern durch die Anzeigen. Rund 40% des Heftes bestehen aus großformatiger Werbung, was natürlich eindeutig negativ zu sehen ist.
Trotzdem, mit einer durchschnittlichen Lesedauer von 4 Stunden bekommt der Leser einen Überblick über das nationale und internationale Geschehen. Nicht das oberflächliche Fernseh-Fastfood, sondern richtig gut recherchierte Berichte. Er hat das wohlige Gefühl auf dem Laufenden zu sein, kann kompetent mitreden und vermehrt nebenbei sein Allgemeinwissen. Und all das ist mir jede Woche wieder 2,80 wert.
Nun, ich bin bis heute beim Spiegel geblieben. Für alle, die das Magazin nicht kennen, hier ein kurzer Rundgang durch das Heft.
GLIEDERUNG
- Der erste Bereich umfasst Deutschland: Hier findet sich alles Wichtige über Politik, Länder und Kommunen. Schwerpunkte sind (natürlich) die Bundespolitik und Interviews mit Politikern.
- Wirtschaft: Meldungen aus der Welt der Finanzen und Konzerne. Firmenportraits, Interviews mit Vorstandschefs und Aktienanalysen. Es wird Wert auf Konzerne aus Deutschland gelegt, z.B. DaimlerChrysler oder Telekom.
- Medien: Ein kurzer Abriss über das Fernsehprogramm, Interna aus Fernsehsendern sowie ein Überblick über Vorkommnisse in der Presselandschaft.
- Gesellschaft: Eine lose Zusammenstellung über zeitgeistliche Themen (neudeutsch: Trends), die im Kontext der Wochenberichterstattung keine große Rolle spielen.
- Ausland: Neben Deutschland der zweite große Schwerpunkt des Magazins: Was passiert in Russland? Wie sieht es mit den Bürgerkriegen in Afrika aus? Wie stehen die Entwicklungen in Jugoslawien? In der Regel handelt es sich um sehr umfangreiche und gut recherchierte Beiträge.
- Sport: Ein kleiner Sportteil ist auch drin. Interviews mit Fußballtrainern und Spitzensportlern.
- Wissenschaft: Ein hochinteressanter, jedoch in meinen Augen zu knapper, Bereich. Hier werden naturwissenschaftliche Themen so aufbereitet, dass auch Laien wie ich etwas damit anfangen können.
- Kultur: Themenschwerpunkte: Literatur und Theater. Interviews mit Schriftstellern und Schauspielern. Ab und zu stehen hier auch Filmkritiken (aber ein \"American Beauty\" muss es schon sein).
SCHREIBSTIL
Lange Jahre hatte der Spiegel den Ruf, ein Intellektuellen-Blatt zu sein, anachronistisch und verstaubt. Der Spiegel hat sich jedoch behutsam gewandelt, ein gutes Beispiel dafür ist der Medien-Bereich. Hier finden sich z.T. köstliche Beiträge auf Kosten von Big Brother, dem Mitteldeutschen Rundfunk oder den grandiosen Absturz von EM-TV. Wo es sein muss, wird nüchtern sachlich berichtet, hin und wieder verlassen die Autoren jedoch das starre Korsett der Ernsthaftigkeit, vor allem wenn Sie ihre Schadenfreude nicht verbergen können (und hier gleich ein Gruß an meinen Lieblingsautor Thomas Tuma). Zudem kann das Blatt seine Hassliebe zu \"Bild\" nicht verbergen: In schöner Regelmäßigkeit werden absurde Bild-Titel zitiert, wenn es um Themen geht, die das öffentliche Gemüt erregen (Benzinpreise, Boris Becker, BSE...).
OPTIK
Die Seiten sind ruhig aufgebaut, hier zählt vor allem noch der Text, und nicht das Bild (Der Konkurrent Focus dagegen sieht aus wie eine fotografierte Webseite). Dies kommt dem Leser zu Gute, da er sich auf den Text konzentrieren kann und nicht von zuviel Grafiken, Einschüben und Textboxen abgelenkt wird.
KOMPETENZ
Ein großer Vorteil des Spiegels ist die wöchentliche Erscheinungsweise. So können alle wichtigen Themen gründlich recherchiert werden, Schnellschüsse und Enten sind deswegen kaum zu finden.
Ein Beispiel: Die wahnwitzige Spekulationsblase mit den Internet-Aktien wurde schon frühzeitig aufgezeigt und dem Leser die Möglichkeit des Zusammenbruchs deutlich gemacht (dagegen hat die Wirtschaftsredaktion des Fokus die EM-TV-Aktien auf ihren Seiten ausgelobt und zum Kauf empfohlen).
KRITIK/FAZIT
Ich glaube, der Verlag macht seinen größten Umsatz nicht durch die Leser, sondern durch die Anzeigen. Rund 40% des Heftes bestehen aus großformatiger Werbung, was natürlich eindeutig negativ zu sehen ist.
Trotzdem, mit einer durchschnittlichen Lesedauer von 4 Stunden bekommt der Leser einen Überblick über das nationale und internationale Geschehen. Nicht das oberflächliche Fernseh-Fastfood, sondern richtig gut recherchierte Berichte. Er hat das wohlige Gefühl auf dem Laufenden zu sein, kann kompetent mitreden und vermehrt nebenbei sein Allgemeinwissen. Und all das ist mir jede Woche wieder 2,80 wert.
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