Sprit sparen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Stehberger

zum richtigen Umgang mit dem Choke

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Letztens bin ich bei einer Freundin mitgefahren und wir sprachen über eines meiner Lieblingsthemen. Und so erzählte sie mir dann von einem Auto, dass sie mal hatte, und das ihr eigentlich gut gefiel und Spaß machte, aber sie musste es verkaufen, denn es hatte einen Choke (Starterzug), und mit dem kam sie nicht so ganz klar.

Mein Bericht kommt leider um Jahre zu spät, denn die Fahrzeuge mit Choke sind leider am aussterben, heute wird alles elektroisch geregelt (aber auch für die Leute, die bereits fahrzeugtechnisch im Weltraum unterwegs sind, sind hier einige nützliche Tipps zu lesen). Ich selbst bevorzuge Fahrzeuge, wo noch möglichst viel manuell gemacht werden muss, denn da kann kein Fensterheber, keine Servolenkung, keine Startautomatik, keine elektronische Benzineinspritzung den \"Geist aufgeben\".

Kurz zum Funktionsprinzip des Chokes: Es ist ein Zugknopf im Fahrzeuginneren der per \"Seilzug\" zum Vergaser führt. Dort wird eine Klappe gesteuert, die das Gemisch aus Benzin und Luft steuert. Solange der Motor kalt ist, soll der Motor mehr Benzin als Luft erhalten, d.h. das Gemisch wird \"angefettet\". Später wird dann durch hineinschieben des Chokes immer mehr Luft beigesteuert, d.h. das Gemisch wird abgemagert. Durch den immer höheren Luftanteil im Gemisch sinkt natürlich auch der Verbrauch. Bei einer Startautomatik wird dies über Temperaturfühler geregelt. Vorteil einer Startautomatik: Man kann nicht vergessen den Choke hinein zu schieben. Großer Vorteil des manuellen Chokes, man kann ihn bei Bedarf schon eher \"reinschieben\" und spart so Sprit! Ein kaputter Choke (passiert eigentlich sowieso nicht) ist einfacher instandzusetzen als eine kaputte Startautomatik (passiert schon öfters). Beides gibt es nur bei Fahrzeugen mit Vergasermotor, die eben leider am Aussterben sind.

Aber ein paar Leute wird es hoffentlich noch geben, zumal Autos mit Vergaser sehr günstig angeboten werden, da sie (in der Regel) mehr Kfz-Steuer kosten. Dies ist wirklich zu überlegen, vor kurzem kaufte ein Bekannter einen Ford Escort mit 70.000 km und \"frischem\" TÜV von einem alten Herrn für 200,-- DM. Klar, er zahlt nun 780,-- DM Steuer im Jahr, aber ein \"Blender\" mit Kat wäre ihm sicher auch nach Jahren noch teurer gekommen. Ein Schrottauto ohne Kat wird von niemanden mehr für den Verkauf \"aufgemöbelt\", was wiederum bedeutet, dass man hier wahre Schätzchen für einen Apfel und ein Ei bekommt. Besonders interessant ist das ganze dann noch für Leute, die aus irgendwelchen Gründen ermäßigte Kfz-Steuer zahlen oder davon sogar befreit sind. Zum Thema Umweltverschmutzung durch Kfz habe ich an anderer Stelle (Öko-Steuer) etwas ausführlicher Stellung genommen und will mich hier nicht wiederholen.

Nun hier meine \"Choke-Betriebsanleitung\":

Temperaturen über 15 Grad:
Choke ganz herausziehen und gleich wieder etwas hineinschieben, dann starten. Bei zunehmender Erwärmung des Motors den Choke ganz hineinschieben (der Motor sollte im Leerlauf nicht ruckeln).

Temperaturen unter 15 Grad:
Choke ganz herausziehen. Kein Gas geben. Starten. Nach dem Start Choke soweit hineinschieben, dass der Motor noch rund (ohne ruckeln) läuft. Bei zunehmender Erwärmung des Motors den Choke ganz hineinschieben.

Temperaturen unter 0 Grad:
Gaspedal vor dem Starten mehrmals (3x) voll durchtreten (dies empfiehlt sich auch schon bei höheren Temperaturen, falls man Startprobleme hat und bei allen Arten von Gemischaufbereitung, egal ob Choke, Startautomatik (hierbei sowieso mindestens 1mal zwingend erforderlich, um den Mechanismus auszulösen) oder Einspritzanlage), danach Choke ganz herausziehen und starten. Ansonsten gleiches Prozedere beim Hineinschieben des Chokes wie bei \"unter 15 Grad\" beschrieben.

bei warmen Motor:
Choke bleibt ganz hineingeschoben, also unberührt. Während des Anlassens das Gaspedal langsam treten, bis der Motor anspringt

bei heißem Motor:
Vollgas geben und anlassen, danach natürlich sofort runter vom Gas (ist ja eh klar)

Unter den Trabi-Fahrern gibt es noch einen tollen Trick: Viele stellen ihren Wagen mit gezogenem Choke ab, das verhindert zum einen das Feuchtigkeit in den Vergaser dringt, zum anderen auch, dass das im Vergaser befindliche Benzin verdunstet. Somit springt der Wagen beim nächsten Startvorgang sofort an, man spart sich das \"orgeln\", zumal wenn man, so wie ich, auch ein \"Standzeug\" hat, d.h. ein Fahrzeug, das nur bei strahlendem Sonnenschein das Tageslicht sieht, also hier in Deutschland zwangsläufig mehr steht als fährt. Dieser Trick muss nicht überall funktionieren, aber beim Trabi ist es erwiesener Massen so. Probiert es einfach mal aus.

Ich hoffe doch noch ein paar Leute erreicht zu haben, die diese Tipps und Tricks noch nicht kennen und anwenden können und wünsche allen eine gute, unfallfreie und benzinsparende Fahrt!

Gruß, da Hanse

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