Stress Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Schlumpfinchen

Schon wieder Stress mit den kleinen Quälgeistern?!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Viele Eltern sind gestresst wenn ihre Sprösslinge trotzig werden, doch warum reagieren viele Kinder so aufsässig, schreien und toben oder wiedersprechen bei jedem Satz? Meiner Meinung nach liegt der Grund dafür oft an uns Müttern und Vätern. Gerade wir Eltern geben doch meist ein sehr schlechtes Vorbild ab oder sind nicht genügend aufmerksam.

Kinder, gerade wenn sie noch sehr klein sind, ahmen alles nach was sie sehen. Und gerade die eigenen Eltern werden da genau unter die Lupe genommen. In vielen Beziehungen wird der Ehepartner vor den Augen des Kindes oft kritisiert, herabgesetzt oder rüde beschimpft. Es muss diese Beobachtungen dann natürlich auch testen, wobei es dann schnell bemerkt wie man andere mit Kritik verletzen kann, und diese wiederum werden an Eltern, Oma und Opa oder an Freunden getestet. Dies verleiht Kindern manchmal ein Gefühl von Macht.

Meiner Meinung nach sind gerade die Kinder dafür sehr anfällig, die ihre Gefühle und eigenen Meinungen zu Hause unterdrücken und nicht ausleben können. Muss man als Mutter oder Vater denn jede Meinungsäußerung des Kindes kritisieren. Das beste Beispiel ist beim Essen, wenn ein Kind wiederspricht und sagt das es etwas nicht mag weil es ihm nicht schmeckt. Warum zwingt man das Kind es trotzdem zu essen? Auch Erwachsene mögen nicht alles.
Oder ein anderes Beispiel. Ich könnte jedes Mal ausrasten wenn ich höre wie man zu einem Jungen sagt \"Ein Junge darf nicht weinen\". Warum nicht, frage ich? Hat ein Junge keine Gefühle? Empfindet er weniger Schmerz als ein Mädchen? Hat er nicht auch das Recht traurig zu sein?
Auch Kinder haben Gefühle und eigene Meinungen, und auch diese sollten respektiert werden.

Lob

Ein genauso wichtiger Punkt meiner Meinung nach ist, das man Kinder viel zu selten lobt. Eltern erkennen viel zu selten an wenn ihr Sprössling ein gutes Benehmen an den Tag legt, einer Unterhaltung geduldig und aufmerksam verfolgt oder eine gute Note mit nach Hause bringt. Eltern kritisieren dies zwar wenn es nicht so ist, doch nur selten wird es dafür gelobt.
Ein Beispiel : Ich gehe häufiger Mal mit meinen Kindern zum Essen. Im Restaurant kam es nur all zu oft vor das meine Tochter sich nicht benahm, sie weigerte sich Besteck in die Hand zu nehmen oder alberte rum. Natürlich ermahnte ich sie und schimpfte auch. Ein anderes Mal aber gab sie sich sehr viel Mühe, sie blieb ruhig sitzen und nahm brav Messer und Gabel in die Hand. Nach dem essen hab ich sie dafür gelobt, ihr einfach gesagt wie toll ich es fand wie sie sich benommen hat. Meiner Tochter stand daraufhin ein breites Lächeln im Gesicht. Sie hatte sich darüber so gefreut, dass sie sich das nächste Mal als wir fort gingen wieder genauso bemühte sich tadellos zu benehmen. Also wie man sieht haben ein paar lobende Worte, manchmal eine sehr große Wirkung und ersparen uns Eltern Stress und Ärger.

Aufmerksamkeit

Kinder reagieren häufig aufsässig um Aufmerksamkeit zu erregen. Die heutige Zeit ist so hektisch, keiner hat mehr Zeit dem anderen richtig zuzuhören. Und am wenigsten den Kindern. Kinder haben ein sehr feines Gespür dafür ob man ihnen aufmerksam zuhört oder sie nur mit einem ?ja ja? abspeist, damit man schnell wieder seine Ruhe hat. Dementsprechend reagiert ein Kind natürlich.

Meiner Meinung nach stellen Kinder wesentlich weniger Unsinn an oder bekommen weniger Wutausbrüche wenn man ihnen Erzählungen aufmerksam zuhört. Denn ist dies nicht so, wissen sie nur all zu gut das sie diese erlangen. Sie schreien toben oder stellen etwas an. Und lieber eine negative Reaktion wie gar keine.
Auch hierzu ein Beispiel: Ich habe mit einer Freundin telefoniert, meine Tochter kam und wollte mir etwas erzählen. Ich hab dann nur \"später\" gesagt und mich anschließend wieder dem Telefon zugewandt. Meine Tochter zeigte Geduld und hat gewartet. Nach etwa einer halben Stunde kam sie wieder, auch da hab ich nicht weiter reagiert und meinte nur \"nachher, siehst du nicht das ich gerade telefoniere\". Wäre ich etwas aufmerksamer gewesen hätte ich bemerkt das sie mir dringend etwas zu sagen versuchte, aber dem war nicht so. Nach einem dritten Versuch meine Aufmerksamkeit zu erregen, die sie auch da nicht bekam, fiel ihr nichts besseres ein als in die Toilette Unmengen von Spülmittel zu schütten und immer wieder auf die Spülung zu drücken. Natürlich hörte ich das und sah nach. Als ich sah was sie angestellt hatte wurde das Telefonat natürlich sofort abgebrochen. Natürlich hatte ich dementsprechend geschimpft denn das Bad war voll mit Schaum, aber sie hatte meine Aufmerksamkeit.
Ich bin mir ziemlich sicher das es nie zu diesem Vorfall gekommen wäre, wenn ich mein Telefonat nur kurz unterbrochen hätte um ihr zuzuhören, was mich gerade mal 5 Minuten gekostet hätte.

Fernseher

Der Fernseher ist noch so ein Grund. Wie oft wird der Fernseher oder der Video als Babysitter engagiert, nur um Kinder abzulenken. Genau da sollten Eltern vorher sehr genau prüfen was ihr Kind denn da eigentlich ansieht und dann entscheiden ob es auch wirklich ein geeigneter Film oder eine geeignete Serie ist. Denn nicht jeder Zeichentrickfilm ist ohne Boshaftigkeit, Gewalt oder Sarkasmus. Auch Kraftausdrücke fallen in diesen immer häufiger.
Meine Tochter hat mich mal als ?Dumme Kuh? tituliert. Daraufhin bekam sie von mir einen Klaps auf den Po, was natürlich absolut falsch war. Sie begann zu weinen und sagte nur das der Junge im Fernseher das doch auch gesagt hätte. Sie verstand gar nicht was sie da zu mir gesagt hat und noch weniger begreiflich war ihr weshalb sie dafür bestraft wurde. Sie war danach bockig und schlecht gelaunt, was sich erst besserte als ich mich bei ihr entschuldigte und ihr erklärte das ?Dumme Kuh? eine Beschimpfung ist und sehr beleidigend ist.
Sicher fiel dieser Kraftausdruck dann noch sehr häufig, aber das hatte ich sehr schnell gelöst, und das ohne das mir die Hand ausgerutscht ist. Einfach in dem ich sie eine Weile ignoriert habe um ihr klar zu machen das sie mich verletzt hat. Meistens kam sie dann schon nach einer halben Stunde und entschuldigte sich.
Von der Gewalt in den Fernsehprogrammen fang ich jetzt erst gar nicht an, denn ich denke das dies jeder selber weiß der ab und zu mal kontrolliert was seine Kinder ansehen.

Harte Strafen

Harte Strafen wie wochenlangen Stubenarrest oder Schläge sollten unbedingt vermieden werden. Sie führen nur dazu das ein Kind noch aufsässiger wird und noch länger Groll gegen die Eltern hegt. Manchmal sogar Rache ausübt.
Ich selbst bin dafür das beste Beispiel. Selbst als Kind hatte ich schon einen gehörigen Trotzkopf und zu allem eine eigene Meinung, diese vertrat ich auch lautstark, so dass ich häufiger wiedersprach. Es kam sehr häufig deswegen zwischen meinem Vater und mir zu bösen Auseinandersetzungen, die er letztendlich immer durch eine Bestrafung wie 2 Wochen Hausarrest oder Schläge gewann. In mir entwickelte sich ein starker Hass auf meinen Vater und von Bestrafung zu Bestrafung entwickelten sich in mir immer mehr Rachegedanken. Ständig überlegte ich mir wie ich ihm eins auswischen könnte. Eines Tages lief ich dann von zu Hause weg und versteckte mich bei meiner Freundin im Kleiderschrank, damit auch ihre Eltern nichts mitbekamen. Natürlich ging das nicht lange gut, nach zwei Tagen wurde ich dann doch entdeckt. Erst nach diesem Vorfall war es uns möglich uns hinzusetzen und in Ruhe über alles zu reden. Ich erklärte ihm das ich es nicht für gerechtfertigt fand, Schläge zu bekommen nur weil ich ihm widersprochen hatte. Ab da wurde ich dann höchstens für eine Stunde in mein Zimmer geschickt um nachzudenken was ich mal wieder gesagt hätte. Natürlich sah ich meine Fehler nicht immer ein, ich war trotzdem hin und wieder beleidigt und auch mürrisch, aber zumindest hat sich nie wieder so ein Hass in mir aufgebaut.

Fazit

Kindererziehung kann ganz schön anstrengend sein. Selbst wenn ein Kind in der Regel unproblematisch ist kommt es doch immer wieder zu trotzigen Reaktionen oder Aufsässigkeit. Doch wir Eltern sind häufig nicht ganz unschuldig daran. Keiner ist perfekt werden jetzt wahrscheinlich viele sagen - oder - ich bin doch auch nur ein Mensch. Stimmt! Aber ich denke das sich viele Eltern nicht in ihr Kind reinzuversetzen versuchen. Auch mir geht es trotz meiner Meinungen nur all zu oft so, das ich nicht genügend aufmerksam bin oder auch mal schreie statt mich in Ruhe hinzusetzen um mit meinen Töchtern zu reden. Aber ich gebe mein Bestes und versuche auch alles aus dem Standpunkt meiner Töchter zu sehen. Und dies kann ich wirklich nur jedem weiterempfehlen, denn somit erspart man sich viel Ärger und Stress.

Ich hätte diesen Bericht ja viel lieber in den Bereich Kindererziehung gesteckt, da ich finde das er da besser aufgehoben wäre. Konnte jedoch leider eine solche Rubrik nicht finden.

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