Taxi Driver (DVD) Testbericht

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ab 6,67
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Erfahrungsbericht von Realjackass

Hass und Einsamkeit

Pro:

Robert De Niro, bedrückend und kompromisslos, anspruchsvoll

Kontra:

Nichts

Empfehlung:

Ja

Nach einer kurzen Auszeit, was das Schreiben von Berichten angeht, möchte ich mich heute mit einem Filmreview über einen Klassiker zurückmelden. Ich habe vor einiger Zeit bereits erwähnt, dass mich zur Zeit mehr anspruchsvolle Dramen als brutale Schlachtplatten reizen, "Taxi Driver" ist einer der Filme, den ich mir aus diesem Grund bei ebay gekauft habe und der letzten Samstag endlich bei mir ankam. Wenn ihr wissen wollt, was genau mir an dem Streifen so gefallen hat, solltet ihr aufmerksam den nun folgenden Text lesen.




Story
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Travis Bickle (Robert De Niro) ist ein Vietnamveteran, der in New York lebt und sich dort jeden Tag dem schlimmsten Schmutz und Abschaum der Gesellschaft gegenüber sieht. Schwarze, Fixer, Prostituierte - alles Gesindel, das von den Straßen gespült werden sollte. Travis schafft es in den langen Nächten immer seltener, zur Ruhe zu kommen, weshalb er einen Job als Taxifahrer annimmt, den er von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ausübt. Was Travis von seinen Kollegen unterscheidet, ist, dass er keine Probleme damit hat, auch in die Problemviertel und die Slums der Stadt zu fahren, so hat er auch viel mit gefährlichen Typen zu tun. Sein Hass auf diesen Abschaum schürt sich so immer mehr.

Eines Tages lernt Travis die Wahlkampfmanagerin Betsy (Cybill Shepherd) kennen, die sich aktiv für den Präsidentschaftskandidaten Charles Palentine (Leonard Harris) einsetzt. Travis ist fasziniert von dieser Frau, schafft es sogar, sie zum Essen einzuladen und Vertrauen aufzubauen. Als er Betsy aber eines Tages in ein Pornokino einlädt, hält sie ihn für einen Perversling und möchte fortan nichts mehr von ihm wissen. Für Travis bricht eine Welt zusammen und er fällt wieder in die Einsamkeit zurück. Er besorgt sich einige Schusswaffen und beschließt, Charles Palentine bei einer öffentlichen Rede zu ermorden. So weit soll es aber nicht kommen, denn zuvor lernt Travis die zwölfjährige Prostituierte Iris (Jodie Foster) kennen und beschließt, sie aus diesem Mileau herauszuholen - wenn es sein muss mit Gewalt...




Schauspieler
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In der Hauptrolle sehen wir einen ungewohnt jungen Robert De Niro, der den Taxifahrer Travis Bickle, genau wie man es von ihm kennt, brilliant spielt. Um sich optimal auf diese Rolle vorbereiten zu können, arbeitete De Niro im Voraus für etwa einen Monat als Taxifahrer und befasste sich desweiteren mit Geisteskrankheiten. Dies hat sich in jedem Fall gelohnt, man kauft dem inzwischen 63 Jahre alten Schauspieler die Rolle zu jedem Zeitpunkt ab. Travis Bickle ist ein in jeder Hinsicht einsamer Taxifahrer, der auf die Gewalt und das Elend, das er jeden Tag sieht, mit Gegengewalt reagiert. Dabei schafft es De Niro, seinem Charakter eine unglaubliche Präsenz, wie auch eine zurückhaltende Ruhe zu verleihen, was zusammen kombiniert ein Schauspiel ergibt, wie es nur von einem Robert De Niro stammen kann. Super!

Erwähnenswert auch Jodie Foster, die damals bei den Dreharbeiten erst 14 Jahre alt war, was natürlich Probleme mit diversen Jugendschutzorganisationen mit sich brachte und auch Foster beklagte sich im Nachhinein darüber, dass die Drehtage für sie alles andere als toll waren, sie hätte es gehasst, die High Heels und den Minirock tragen zu müssen. Auch wenn mir die Schauspielerin heute sehr viel besser gefällt, muss ich doch sagen, dass sie als Iris eine beeindruckende Leistung abliefert.

Der restliche Cast besteht, bis auf Cybill Shepherd, aus Nebenrollen, so sehen wir zum Beispiel Harvey Keitel als Zuhälter. Davon abgesehen aber kann keinem Akteur eine extrem wichtige Rolle zugesprochen werden, "Taxi Driver" ist eine klare One Man Show, die sich einzig und allein auf ihren Hauptdarsteller Robert De Niro konzentriert.




Daten zum Film
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Originaltitel: Taxi Driver
Alternativtitel: -
Land: USA (1976)
Regie: Martin Scorsese
Buch: Paul Schrader
Länge: ca. 110 Min.
Freigabe: FSK 16
Indiziert: Nein
@ Realjackass




Die Deutsche DVD
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Die Deutsche DVD wird von Columbia Pictures vertrieben. Obwohl der Streifen schon einige Jahre auf dem Buckel hat, hat das Label sein Bestes gegeben und herausgekommen ist eine Bildqualität, die sich selbst vor der einen oder anderen Neuerscheinung nicht zu verstecken braucht. Als Bonus darf man sich auf eine Filmdokumentation, den Original Kinotrailer, das Drehbuch, sowie eine Storyboard-Gallerie freuen. Im Großen und Ganzen ist diese Scheibe ihr Geld wert und sollte längst im DVD Regal eines jeden Cineasten ihren Platz gefunden haben.




Kritik
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Martin Scorsese, der heute definitiv zu den besten Regisseuren überhaupt zählt, konnte in den 70ern zum ersten Mal von sich reden machen und verhalf so auch Robert De Niro und Harvey Keitel mit seinen frühen Filmen zu einem enormen Bekanntheitsschub. Scorsese arbeitete im weiteren Verlauf seiner Karriere noch sehr oft mit den beiden zusammen, besonders beeindruckt scheint er aber von De Niros Schauspielkunst gewesen zu sein, weshalb er ihn mit Rollen geradezu überhäufte, die bekanntesten Filme des Gespanns dürften wohl "Casino", "Kap der Angst", "Goodfellas", "King of Comedy" oder "Wie ein wilder Stier" sein. Auch "Taxi Driver" entspringt einer kreativen Schaffensphase Scorseses und darf sicherlich als Meisterwerk bezeichnet werden.

Was uns hier präsentiert wird ist die Geschichte eines Mannes, die von Einsamkeit und Wut geprägt ist und die fast schon als Spiegel der Gesellschaft betrachtet werden darf. "Taxi Driver" ist durch diese Ansätze zeitlos - Travis Bickle bezeichnet sich selbst als Gottes einsamsten Mann und glaubt, der einzige zu sein, der dies fühlt. Egal was er tut, er schafft es nicht, innere Ruhe oder Zufriedenheit zu finden, bis er auf Betsy trifft. Sie gibt ihm etwas, von dem er nicht einmal wusste das es existiert, eine art Antrieb, den Willen, das Geschehen um sich herum aktiv in die Hände zu nehmen. Als diese Beziehung jedoch auch scheitert, verliert Travis jegliche Orientierung, fällt wieder in seine alte Lethargie zurück und begibt sich schon kurz darauf auf einen gnadenlosen Rachefeldzug. Einen "Nigger", der einen Laden ausraubt, erschießt er ohne jegliche Gewissensbisse, ebenso wie anderen Abschaum, der das Leben seiner Meinung nach nicht verdient.

Dadurch hat sich Scorsese damals sozusagen selbst der Kritik ausgesetzt, denn hier wird ein Rachefeldzug gezeigt, ohne jegliche moralischen Einwände, was aber nur dadurch gut funktioniert, da auch Robert De Niro keine Identifikationsfigur darstellt. Travis hebt sich über das Gesetz hinweg, übt Selbstjustiz aus und wird letzten Endes dafür belohnt. Kritisieren sollte man "Taxi Driver" dafür aber eindeutig nicht, da De Niros Charakter in jeder Hinsicht zerrüttet, kaputt und am Ende ist. Ich war mir eigentlich nie so recht sicher, ob ich nun auf seiner Seite sein soll oder nicht. Man weiß, dass manche seiner Taten nicht in Ordnung sind, kann sein Handeln aber in gewisser Weise auch nachvollziehen. Dies macht "Taxi Driver" aus dramaturgischer Sicht sehr interessant, da die Figur des Antihelden in der Lage ist, das Publikum für sich zu gewinnen und gleichzeitig eine Präsenz auszustrahlen, wie man sie sonst nur von den Bad Guys kennt.

Für eine lange Zeit war der Streifen in Deutschland ab 18 freigegeben und hatte somit das Pech, von vielen nur auf seine Gewalt reduziert zu werden. Dies ist ein Fehler, da es bei "Taxi Driver" in keinster Weise darauf ankommt, wie viel Blut verspritzt wird. Ja, es geht gegen Ende hart zur Sache, doch dies verblasst gegenüber Travis fast schon misanthropischen Monologen und den Sätzen, die er in sein Tagebuch niederschreibt. Gerade in diesen Szenen strotzt "Taxi Driver" von einer unglaublich intensiven Atmosphäre und lässt die graphische Gewalt als etwas absolut nebensächliches erscheinen.




Fazit
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"Taxi Driver" ist das Portrait eines Mannes, dessen Leben von Einsamkeit und Hass geprägt ist und dessen ganzer Frust sich am Ende in einem schockierenden Finale entlädt. Der Großteil der Story wird dabei in eher ruhigen Bildern erzählt, die Travis´ Einsamkeit gekonnt unterstreichen und so sehr zur beklemmenden Atmosphäre beitragen. Für den Effekteverliebten Mainstreamgucker ist Scorseses Streifen eher weniger geeignet, da man mitdenken muss, um sich in die Lage des Taxi Driver hineinversetzen zu können. Ist einem das erst einmal gelungen, erwartet einen hier ein bedrückendes Drama, das seinesgleichen sucht und das viel Platz für eigene Interpretationsansätze lässt.

Ich vergebe letztendlich 9 von 10 Punkten und eine Empehlung!

Mfg
Realjackass

33 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Naffy

    10.03.2006, 22:36 Uhr von Naffy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß Naffy

  • chapikra

    14.02.2006, 13:09 Uhr von chapikra
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - mit internetten Grüßen Sandra

  • WreckRin

    14.02.2006, 00:51 Uhr von WreckRin
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG <br/>Freu mich auch über Gegenlesungen!

  • wm_2006

    13.02.2006, 21:48 Uhr von wm_2006
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse bericht

  • Alinas_Daddy

    13.02.2006, 21:45 Uhr von Alinas_Daddy
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH! Und über Gegenlesungen freu ich mich immer ;-) <br/>Liebe Grüße und schönen Abend noch, <br/>Alinas_Daddy

  • morla

    13.02.2006, 21:28 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich <br/>

  • bubbelchen05

    13.02.2006, 21:19 Uhr von bubbelchen05
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh <br/>Liebe Grüße <br/>Marina