Tierpark Nürnberg Testbericht

No-product-image
ab 11,79
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(5)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von nici-nic

Ein tierischer Ausflug

Pro:

ca. 150 versch. Tierarten, kinderfreundlich

Kontra:

Mitführen v. Hunden nicht erlaubt, Delfinarium

Empfehlung:

Ja

„Nici komm jetzt endlich!“ – „Nici lass und weitergehen!“ – „Nici???“ – „Nici ich warte derweil draußen und rauch eine!“ So ungefähr erging es meinem Freund beim Besuch des Tiergartens Nürnberg. Von 20 Jahren stürze ich ab auf 10 und bin gar nicht mehr wegzubekommen von den Tieren. Die Älteste im Streichelzoo, die längste Zeit bei den kleinen Degus und am liebsten hätte ich jedes 2. Tier mit Heim genommen. Nach einem Jahr habe ich es endlich einmal geschafft in den Tiergarten Nürnberg zu gehen und möchte meine Erfahrungen und Eindrücke heute an Euch weitergeben:

* * *

Doch erstmal heißt es hinkommen. Wir waren mal wieder am Schlausten und setzten uns ins Auto, ohne Plan und Idee wo wir überhaupt hinmüssen. Klar: nach Nürnberg. Doch Nürnberg ist groß…Damit Ihr nicht ganz so planlos durch Nürnberg kurvt wie wir, hier eine kleine Richtunghilfe. Wenn ihr Euch in Nürnberg nicht auskennt, dann fahrt erst einmal Richtung Zentrum. Von dort aus kommt man leicht zum Bahnhof. Am Bahnhof angekommen müsst Ihr Euch Richtung Lauf halten. Das ist dann gut ausgeschrieben und meistens steht dann unter Lauf auch schon Tiergarten. Also vom Bahnhof aus ist es kein Problem den Tiergarten zu finden.

* * *

Parkplätze gibt es mehr als genug und alle liegen auch ziemlich zentral, so dass es dann zum Tiergarten gar nicht mehr weit ist. Alle Parkplätze sind natürlich kostenfrei und liegen wunderschön im Wald oder in einer Allee. Dadurch sind die meisten Plätze auch schattig, was an einem heißen Tag ein riesen Vorteil ist.

* * *

Die Schlange an der Kasse war zum Glück nicht lang, so dass man auch nicht lange warten musste. Die Preise sind eigentlich noch erträglich gewesen. Nun kommt es natürlich auch darauf an, mit wie vielen Personen man dort auftaucht. Für mich als Einzelperson war es in Ordnung. Für eine Familie mit 3 Kindern ist es vlt. schon wieder zu teuer. Hier eine kleine Übersicht:

Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 4,50 Euro (Schüler, Studenten, Schwerbehinderte, Zivil- und Bundeswehrdienstleistende, Rentner, Arbeitslose)
Kinder: 3 Euro (im Internet steht zur Altersangabe bis 13 Jahre – ich kann mich aber erinnern, dass an der Preistafel von Ort 17 Jahre stand)

Natürlich gibt es auch Tages- und Familienkarten. Wer sich genau vorab informieren möchte, kann dies unter: http://www.tiergarten.nuernberg.de/index1.html tun.

* * *

Doch wann kann man überhaupt hingehen? Der Tiergarten Nürnberg ist vom 17. März bis 5. Oktober von 8 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet. In der Zeit vom 6. Oktober bis 16. März nur von 9 Uhr bis 17 Uhr. Allerdings ist das Mitführer von Hunden nicht erlaubt. Das sollte man vorher beachten, nicht das es dann vorm Eingang zur bösen Überraschung kommt.

* * *

Sind diese Förmlichkeiten endlich abgetan kann es losgehen. Für Familien mit kleinen Kindern gibt es gleich am Anfang kleine Holzwagen zum Schieben, wo man viele Taschen oder eben Kleinkinder reinsetzen kann. Die Idee fand ich ziemlich süß. Denn wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, kann man auch schon mal etwas müde werden. Und einen ganzen Tag sollte man sich auf jeden Fall einplanen. Der Tiergarten Nürnberg ist so groß, wenn man alle Tiere sehen möchte, braucht man schon mehrere Stunden. Die Wege sind aber sehr eben und breit angelegt. Also für Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern auch eine sehr angenehme Sache. Darüber hinaus sind die meisten Wege wie Alleen und liegen dadurch im Schatten. Also sehr angenehm wenn es sehr heiß ist. Auch kann man nicht verdursten oder verhungern. An manchen Ecken des Zoos sind so viele „Fressbuden“ das ich mich gefragt habe, wann denn mal wieder ein Tier kommt. Das ist natürlich auch eine große Verlockung: da mal Pommes, da was zu trinken, und dann noch ein kleines Eis. Der einzige Nachteil waren die Toiletten. Besonders bei den Damen steht man natürlich wie gewohnt länger und die Hygiene lässt auch zu wünsche übrig. Aber so richtig kann man den Tiergarten da keinen Vorwurf machen, wenn so viele BesucherInnen täglich die Toiletten anstürmen, da sieht es nun mal nicht peinlichst sauber aus.

* * *

Doch nun zu den Gehegen: da gibt es zwei Sorten. Zum Einen merkt man, dass sich etwas tut im Nürnberger Tiergarten und das man versucht immer tiergerechter umzubauen. So haben sie Totenkopfäffchen ein wunderschönes grünes verwinkeltes Häuschen und können sogar über die Stricke raus aus ihrem Käfig, über die Zuschauer drüber auf eine extra Wiese, die mit Wasser umrandet ist. Das ist natürlich eine Attraktion, wenn die kleinen Äffchen über die Köpfe der Besucher hinweg rumklettern. Die Paviane hingegen sitzen aber noch in den alten typischen Gegehen: Steine, paar Äste, ne Leiter und Wasser als Begrenzung zu den Zuschauern. So wie man es schon 1000 Mal gesehen hat. Etwas Grünes fehlte hier völlig. Aber alle Gehege nach einem tierfreundlicheren Standard umzubauen ist natürlich auch eine Geldfrage.

* * *

Das Tierangebot ist aber riesig. Von der kleinen Mongolischen Rennmaus bis hin zum Elephant oder Delphin kann man alles bestaunen im Tiergarten Nürnberg. Circa 150 Tierarten hat der Tiergarten zu bieten. Für besonders Interessierte gibt es unter http://www.tiergarten.nuernberg.de/index1.html über einzelne Tier Informationen in Form von Familien, Größe, Herkunft, etc. Zusätzlich sind alle im Tiergarten beheimateten Tiere aufgelistet.

* * *

Gut geregelt waren zum Beispiel auch die Aufteilungen bei den Raubkatzen. Weil es zu heiß war, waren die Außengehege wie leer gefegt. Deshalb kann man über einen extra Eingang auch in das Raubkatzenhaus gehen und sich die Tiere dann eben in ihrer „Höhle“ anschauen. Einzelne Käfige waren aber auch hier abgehängt. Jetzt weiß ich nicht so genau, ob jede Tierart ein abgehängtes Gehege zum zurückziehen zusteht, oder ob da vielleicht eine Tiermutti mit ihrem Kleinen ihre Ruhe braucht. Aber wie auch immer, beide Varianten wären gut, denn man muss auch auf die Bedürfnisse der Tiere achten.

* * *

Zum Schluss noch ein paar Worte über das umstrittene Delphinarium. Wer die Delphinshow sehen möchte, der muss noch einmal extra bezahlen:

Erwachsene: 3,50 Euro
Kinder: 2 Euro
Ermäßigt: 3 Euro

Die Shows finden täglich 11 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr statt. Bei Bedarf auch öfters. Ich persönlich habe allerdings die Show gemieden, weil ich dies nicht unterstützen wollte. Dafür stand ich mindestens eine halbe Stunde im Unterwassergang und betrachtete die 4 Delphine. Das Becken war viel zu klein, so dass sie nur gelangweilt im Kreis schwimmen konnten. Ein Delphin hatte ein krankes Auge, welches er nicht mehr öffnen konnte. Ich war auf der einen Seite total fasziniert und gebannt, denn es war das erste Mal dass ich Delphine so nah sah. Auf der einen Seite taten sie mir auch sehr leid und ich verstand, warum es schon so viele Proteste zur Schließung des Delfinariums gab.

* * *

Auch für die Kinder ist viel geboten. Mit der Zooeisenbahn kann man durch den Tiergarten fahren und sich letztendlich beim Streichelzoo absetzen lassen. Hier gibt es neben kleinen Tieren wie Rennmäusen und Meerschweinchen natürlich auch die bekannten überdicken Streichelziehen, Schafe und Ponys. Wer eine Auszeit von den Tieren haben möchte, der kann sich auf dem riesigen Spielplatz austoben. Also für Kinder ist wirklich viel angeboten und sicherlich nicht langweilig.

* * *

Wenn man von den Zuständen der Delphine absieht, war es ein wunderschöner Tag im Tiergarten Nürnberg. Ich hätte noch viel länger bei den einzelnen Gehegen sitzen und die Tiere beobachten können, aber der Tag hat leider nur 24 Stunden. Wer also ein Herz für Tiere hat, für den wäre der Tiergarten ein schönes Ausflugsziel.


Eure Nici

* * *

Zum Schluss möchte ich aber noch einen Aufruf starten. Viele Dinge fand ich schlichtweg nicht in Ordnung. Zum Beispiel: Erwachsene die die Bären heimlich mit Weißbrot füttern und Kinder, die die Ponys schlagen, rumschreien und dann heulen, wenn eines mal zuschnappt. Wie kann man nur so unvernünftig sein??? Von Weißbrot bekommen die Tiere Durchfall, nicht umsonst steht überall „Bitte nicht füttern“. Und auch wenn jetzt antiautoritäre Erziehung vielleicht „in“ ist, so sollte man doch etwas auf seine Kinder achten. So etwas geht nun wirklich nicht. Ich musste sehr an mich halten, nicht das eine oder andere mal meine Meinung kundzutun, und die wäre bestimmt nicht freundlich ausgefallen…DANKE!


- Zusatzinformation –

Es besteht auch die Möglichkeit beispielsweise, eine Tierpatenschaft zu übernehmen, Projekttage mit der Schule im Tiergarten zu verbringen oder den Kindergeburtstag unter Tieren zu verweilen. Ansprechpartner und Prospekte gibt es entweder vor Ort oder unter www.tiergarten.nuernberg.de.

13 Bewertungen