Trocken werden Testbericht
ab 20,92 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von ClaudiaRetzmann
Vom Windelwinnie zum Toilettenmax
Pro:
man spart sich die Windelberge
Kontra:
man sollte die Kinder nicht dazu nötigen
Empfehlung:
Ja
Da unser Junior im letzten Monat seinen 2. Geburtstag feiern durfte, ist das Thema „Trockenwerden“ für mich so langsam auch wieder in greifbare Nähe gerückt. Nun ist Junior jedoch schon mein 3. Kind und somit gehe ich vielleicht etwas gelassener an diese Sache heran, als z.B. Eltern, die gerade mit ihrem 1. Kind in diese Phase kommen. Darum will ich hier gleich zu Anfang meiner Meinung nach einen der wichtigsten Tipps zu diesem Thema anführen, nämlich dass man sich als Elternteil auf gar keinen Fall von anderen Eltern mit ihren teilweise „Superkindern“ unter Druck setzen lassen sollte und vor allem auch, dass man niemals sein Kind unter Druck setzen darf.
Spätestens wenn das Kind 2 Jahre alt ist beginnen sie, die ach so freundlichen Nachfragen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis (wohl dem, der von dieser Spezies verschont bleibt). „Wie, ist der Kleine denn immer noch nicht trocken???“, wobei hier meist mit übertriebenem Erstaunen eine Augenbraue fragend und verständnislos nach oben gezogen wird, begleitet von einem deutlich sichtbaren Kopfschütteln *gg*. Wenn man Pech hat, dann folgen gleich eine Reihe von Beispielen anderer Kinder aus der Verwandtschaft oder Bekanntschaft, die ja schon sooo lange keine Windel mehr brauchen. Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass mir irgendein lieber Mensch mitteilt, sein Kind wäre schon seit der Geburt trocken *lach*. Je nach Grad solcher Ausseneinwirkungen kann man als Elternteil schon unter Druck geraten und versucht nun auf Biegen und Brechen sein Kind zum Trockenwerden zu zwingen – und genau das ist ein großer Fehler!
Zunächst sollte man sich klar machen, dass JEDES Kind unterschiedlich ist, sowohl in seinem Äußeren, in seinem Wesen als auch in seiner Entwicklung, schließlich handelt es sich hier um kleine Menschen und nicht um Roboter. Zwar hat jedes Baby den angeborenen Sauginstinkt (um z.B. an Mamas Brust oder aus der Flasche zu trinken), aber das Essen vom Löffel oder später das eigenständige Essen mit Messer und Gabel muß erst noch erlernt werden. Jedes Kind besitzt von Natur aus die Gabe, Laute von sich zu geben, doch das „richtige“ Sprechen muß erst erlernt werden. Und genauso verhält es sich auch mit dem Thema „Verdauung“. Jedes Kind besitzt bereits im Mutterleib die Fähigkeit „Pipi“ zu machen (vielleicht hatte der ein oder andere bereits das Glück, dies zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung zu beobachten) und Säuglinge erwecken manchmal den Anschein, dass sie nichts anderes tun, außer schlafen, trinken und die Windeln voll machen *lach*. ABER, das Trockenwerden an sich ist wiederum ein Lernprozeß. Und zu diesem Prozeß muß das Kind bereit sein, ansonsten funktioniert das ganze nicht und der Schuß könnte nach hinten losgehen. Was ich damit sagen will ist, wenn ein Kind von sich aus noch nicht bereit ist, auf die Windel zu verzichten und stattdessen das Töpfchen oder die Toilette aufzusuchen, dann bringt es überhaupt nichts, das Kind dazu zu zwingen. Schlimmstenfalls fängt das Kind an, seine „Notdurft“ einzuhalten, was auf die Dauer natürlich mehr als schädlich werden kann. Um aber bereit zu sein, den großen Schritt von der Windel zum Töpfchen zu machen, muß das Kind wiederum erst einmal begreifen, was von ihm erwartet wird. Und hier sind wir wieder bei dem Punkt angelangt, dass jedes Kind eben unterschiedlich ist, das eine begreift früher, das andere ist vielleicht etwas bequemer und braucht etwas mehr Zeit – und diese Zeit sollten wir den Kindern auch geben!
Das heißt nun nicht, dass wir als Eltern einfach untätig rumsitzen sollen und darauf warten, dass unser Nachwuchs mit einemal freudestrahlend ankommt und sagt: „Hey Mama, ich hab nun keine Lust mehr auf meine Windel, ich war grad auf der Toilette und hab beschlossen, ab heute mach ich’s immer so“ *gg*, sondern man sollte schon sein Kind in dieser Entwicklung liebevoll und behutsam unterstützen. Kinder lernen u.a. durch Nachahmung, sie begreifen am schnellsten durch „Sehen“.
Bevor ich nun zu meinen eigentlichen Tipps zum Thema Trockenwerden komme, möchte ich noch erzählen, wie es mit meinen beiden „Großen“ damals gewesen ist.
Bei meiner heute fast 13jährigen Tochter ging es mit dem Trockenwerden sehr schnell. Allerdings muß ich hier eingestehen, dass meine Mutter wohl dazu ihr Scherflein beigetragen hatte. Für sie war (und ist) das Thema Trockenwerden ein sehr wichtiges und ihrer Meinung nach, kann dies nicht früh genug passieren. Das kommt wohl aber auch daher, dass zu der Zeit, als ich geboren wurde, es noch keine Wegwerfwindeln gab (oder diese erst gerade langsam im Vormarsch und zur damaligen Zeit noch sehr teuer waren). Klar ist es nicht unbedingt angenehm, Tag für Tag besch.... Stoffwindeln waschen zu müssen (und damals hatten meine Eltern anfangs noch keine Waschmaschine, die Wäsche wurde in einem großen Topf auf dem Herd gewaschen – für uns heute ein kaum vorstellbares „Vergnügen“ *gg*), also sah man zu, dass die lieben Kleinen sehr schnell „trocken“ wurden.
Sobald meine Tochter eigenständig sitzen konnte (sich also von selbst aus der Krabbelposition ins Sitzen brachte) fing meine Mutter mit dem Thema „Töpfchen“ an. Damals war ich ja nun was Kinder angeht nicht gerade erfahren und es gab in meinem Bekanntenkreis einige Wunderkinder, die bereits dies oder jenes viiiiel besser konnten (komischerweise ist aus keinem dieser Wunder bislang ein Einstein geworden). Als meine Tochter 7 Monate alt war, mußte ich wieder arbeiten gehen. In der Zeit paßte meine Mutter auf sie auf und so wurde Töchterchen sehr schnell mit dem Töpfchen vertraut gemacht. Allerdings muß ich hier sagen, dass meine Mutter dies nicht unter Zwang, sondern spielerisch tat, wobei ihr die angeborene Neugier meiner Tochter auch sehr zu Hilfe kam. So fand es Töchterchen einfach toll, nackig auf dem Töpfchen zu sitzen und ab und an hatte die liebe Oma auch das Glück, dass Töchterchen ein paar Tropfen Pipi im Töpfchen hinterließ, was Oma und Opa natürlich zu Lobestiraden ausbrechen ließ;-). Nun denn, ein weiterer Vorteil bei meiner Tochter war, dass man die Uhr danach stellen konnte, wenn sie ihr „großes Geschäft“ machen mußte. Genau 15 Minuten, nachdem sie ihr Frühstück (anfangs die Milchflasche, später der Kakao) zu sich genommen hatte, hatte sie ihre „Managementsitzung“. Also setzte meine Mutter sie zu dieser Zeit immer aufs Töpfchen und der Erfolg war kurz danach sichtbar (und riechbar *gg*). Wieder wurde Töchterchen gelobt und sie war ob ihrer „Leistung“ sehr stolz – wobei ich nicht sicher bin, wer stolzer war, meine Tochter oder meine Mutter;-) -. Mit 12 Monaten waren ihre Windeln meist trocken, da ich – die Praktik von meiner Mutter übernommen – sie des öfteren aufs Töpfchen setzte, wenn ich der Meinung war, es wäre wieder ihre Zeit zum „Pipi“ machen oder eine neue Krisensitzung sei angesagt. Mit 17 Monaten bekam sie nur noch sicherheitshalber nachts eine Windel an, die jedoch am Morgen meist trocken war, tagsüber sagte Töchterchen bereits, wenn sie mal mußte und mittlerweile war sie im Management auch aufgestiegen, vom Babytöpfchen auf’s „große Klo“. Kurz darauf verweigerte sie dann auch die Windel für nachts. So weit, so gut, wobei ich hier nochmal betone, dass es meiner Tochter – dank ihrer Neugier – wohl gefallen hat und ich nicht das Gefühl hatte, dass sie beim Trockenwerden unter Druck gesetzt wurde.
Dann kam mein mittlerer Sohn (heute fast 11 Jahre alt) auf die Welt und er lehrte mich, dass eben nicht jedes Kind gleich ist *lach*. Im Gegensatz zu seiner Schwester fand er das Töpfchen alles andere als toll. Da ich mittlerweile in diversen Elternzeitschriften gelesen hatte, dass man Kinder in puncto Trockenwerden zu nichts zwingen und auch nicht zu früh mit diesem Thema anfangen sollte, war er schon fast 2 Jahre alt, als er das erste Mal Bekanntschaft mit dem Töpfchen machte. Doch statt wie seine Schwester freudestrahlend darauf sitzen zu bleiben, machte er ein Mordstheater und schrie und wollte wieder herunter, also wurde die Sache erst einmal ad acta gelegt. Mit 2 ½ Jahren machte er immer noch keine Anstalten, auf die Windel zu verzichten. Mittlerweile wußte er aber sehr wohl, um was es geht. Denn jedesmal, wenn er merkte, dass auch sein Darm ihn zur Krisensitzung rief, verschwand er, entweder „versteckte“ er sich in einer Ecke (d.h. er stellte sich mit dem Rücken zu mir in eine Ecke, in dem Glauben, ich würde ihn nun wohl nicht sehen) oder aber unter den Tisch und sein merklich immer roter werdender Kopf und der anschließende durchdringende Duft, der seiner Hose entstieg, sagte mir, dass Monsieur gerade sein Geschäft in die Windel erledigte. Danach kam Sohnemann immer ganz stolz zu mir und sagte: „Mama, hab Aa, frische Windel“. Ich gebe zu, dass ich damals dachte, noch daran verzweifeln zu müssen, wobei hier auch der Druck von außen eine große Rolle spielte. Die meisten Kinder seines Alters aus unserer Spielgruppe waren mittlerweile schon alle trocken, zudem hatte ich glücklicherweise die Zusage bekommen, dass er sobald er 3 Jahre sei, einen Kindergartenplatz hätte (da zu dem Zeitpunkt ja auch mein Erziehungsurlaub auslief und ich wieder arbeiten wollte, war ich natürlich sehr froh über den Kindergartenplatz). Allerdings machte man mir im Kindergarten klar, dass Sohnemann bis dahin windelfrei sein müsse.
Immer wieder versuchte ich, Sohnemann dazu zu überreden, endlich auf die Toilette zu gehen, doch ohne Erfolg – er sträubte sich und wollte sein Geschäft nicht verlieren, wartete, bis er die Windel wieder anhatte, um dann sogleich hinein zu machen. Ich erklärte ihm dann, dass er dann nicht in den Kindergarten gehen könnte, denn die wollen da keine Kinder mit Windeln. Dies schien irgendwann auch Erfolg zu haben. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt ja bereits im Kindergarten und Sohnemann wollte auch immer unbedingt da bleiben. Als er 2 ¾ Jahre alt war, kam er plötzlich eines Tages an und sagte: „Mama, muß mal Aa“. Und siehe da, er hatte noch nicht in die Windel gemacht, ließ sich anstandslos auf die Toilette setzen (das Töpfchen mochte er überhaupt nicht) und verrichtete dort sein Geschäft. Ich hätt ihn vor Freude knutschen können *gg* und natürlich überschütteten wir ihn mit Lob. Von da an brauchte er von heute auf morgen keine Windel mehr, denn er war ja nun ein „großes Kind“ und wollte nur noch auf die Toilette.
Mittlerweile sind nun 10 Jahre vergangen und ich stehe schon wieder vor dem Thema „Trockenwerden“, allerdings bin ich heute der Meinung, damals bei beiden Kindern nicht unbedingt richtig gehandelt zu haben. So würde ich persönlich heute nicht – wie im Falle bei meiner Tochter – so früh damit beginnen, das Kind aufs Töpfchen zu setzen, denn ich weiß, dass ich bei meiner Tochter damals einfach nur Glück hatte, weil sie eben so unsagbar neugierig war und auch Spaß daran hatte, „für Oma und Opa ins Töpfchen“ zu machen. Genauso wenig war es richtig, dass ich meinen Sohn damals versuchte, unter Druck sauber zu bekommen. Mein Fehler damals war da auch, dass ich persönlich mich von außen unter Druck setzen ließ, auf das manchmal blöde Gerede der anderen hörte und eben die Ankündigung des Kindergartens, dass sie Sohnemann nur ohne Windeln nehmen, im Nacken hatte.
Bei Junior nun verfahre ich etwas anders und hier folgen dann auch ein paar Tipps zu diesem Thema, wobei jeder für sich selbst entscheiden muß, ob er den ein oder anderen Tipp aufnehmen möchte.
Wie ich bereits anfangs sagte, lernen Kinder durch Nachahmen und nachahmen können sie nur, was sie auch sehen. So habe ich Junior sobald er anfing zu krabbeln immer mit ins Badezimmer genommen, wenn ich das Bedürfnis verspürte eine kleine oder große Krisensitzung mit der Toilette abzuhalten (wobei ich allerdings auch gestehe, dass ich Junior aus Sicherheitsgründen immer mitnahm, da er – sobald er allein ist – nur Flausen im Kopf hat). Dabei sage ich dann auch immer, was ich dort tue *gg*. Mittlerweile weiß er also auch, aus welchem Grund man auf die Toilette geht, nämlich – wie er so schön sagt – „PipiAa machen große Klotoilette“.
Auch den – zumindest sichtbaren – Unterschied zwischen kleinem und großem „Geschäft“ versteht er inzwischen. Beim Windelwechseln haben wir diese Aktion immer mit Worten begleitet *lach*. So stelle ich des morgens immer erfreut fest „Oh, der Jan hat ja nur Pipi in die Windel gemacht“, während ich nach einer Sitzung seinerseits bereits schon vor Öffnen der Windel, in Anbetracht des nicht gerade parfummäßigen Geruchs, anmerke „puuh, der Jan hat ja ein dickes Aa gemacht“ *gg*.
Bereits während meiner Schwangerschaft bekam ich sinnigerweise ein Töpfchen geschenkt. Anfangs stand dies im Schrank. Als Junior etwas über ein Jahr alt war, holte ich es zum Vorschein und stellte es zunächst ins Badezimmer. Das Töpfchen hat die Form einer Schildkröte mit langem Hals und am Kopf zwei Griffen zum Festhalten. Das Äußere hat Junior schon sehr früh interessiert und ich ließ ihn mit dem Teil spielen. Irgendwann setzte er sich dann -–angezogen – darauf und sofort lobten wir ihn und sagten immer wieder, dass man da eben „Pipi“ und „Aa“ rein macht. Als er zum Baden gehen bereits ausgezogen war, wollte ich ihn dann nackt darauf setzen, wobei er jedoch sofort anfing zu protestieren und ich ließ diesen Versuch sofort sein.
Seit ein paar Wochen nun steht das Töpfchen immer in Sichtweite im Wohnzimmer – da Junior sich dort hauptsächlich aufhält. Ab und an frage ich dann, ob er mal muß. Meist kommt dann zur Antwort: „Ja, Pipi machen Klo“. Ich ziehe ihm dann die Windel aus und er setzt sich selbst auf sein Töpfchen, wobei ich hier keinerlei „Zwang“ ausübe. Denn sobald er keine Lust mehr hat, laß ich ihn aufstehen. Bislang waren seine Sitzungen zwar immer ohne Erfolg, nichts desto trotz lobe ich ihn aber immer wieder, weil er so schön auf sein Töpfchen geht. Und das ist meiner Meinung nach auch sehr wichtig, dass man sein Kind lobt, auch wenn die Aktion selbst noch nicht von Erfolg gekrönt war.
Leider hat Junior keine festen Zeiten für sein Krisenmanagement. Das würde die Sache vielleicht ein wenig erleichtern. Darum gebe ich hier als Tipp, sein Kind zu beobachten. Viele Kinder haben sogenannte feste Zeiten, zu denen sie ihr „Geschäft“ verrichten, hier kann man diesen Vorteil ausnutzen und versuchen, das Kind zu diesem Zeitpunkt auf das Töpfchen (sofern dies vom Kind angenommen wird, ansonsten eben auch auf die Toilette) zu setzen. Hierbei sollte man aber auf jeden Fall daran denken, das Kind nicht zu überfordern oder letztlich zu seinem „Glück“ zu zwingen, in dem man es evtl. unter Protest auf’s Töpfchen setzt. Sobald das Kind keine Lust mehr hat, nimmt man es wieder herunter und das Loben nicht vergessen!
Zwischendurch verlangt Junior nun schon selbst nach seinem Töpfchen. Er bringt es mir dann und sagt „Toilette gehen“, ich frag dann immer nochmal nach, ob er auf’s Töpfchen will, was er meist bejaht. Also zieh ich ihm die Windel aus und er setzt sich stolz drauf. Wie gesagt, bislang verlief das zwar alles erfolglos, sprich noch landete nichts im Töpfchen, sondern immer wieder in der Windel, aber ich sehe, dass er von sich aus bereit ist, so langsam den richtigen Weg einzuschlagen und das unterstütze ich, in dem ich auf seine Wünsche eingehe (ihm also die Windel ausziehe, wenn er mit seinem Töpfchen ankommt) und ihn anschließend auch lobe.
Was man nun nicht machen sollte ist, dem Kind nun plötzlich seinen „Toilettengang“ verwehren. Sicher, manchmal ist es nicht gerade „passend“, wenn Junior mit seinem Topf ankommt, manchmal kommt er innerhalb einer Stunde mehrfach und ich muß ihm dann die Windel immer wieder aus- und anschließend natürlich wieder anziehen und es kann schon mal nervend sein, zumal, wenn ich weiß, dass er letztendlich doch nichts ins Töpfchen macht. Aber da muß ich nun durch, denn würde ich ihm nunmehr sein Töpfchen verweigern, nur weil er zum 10. Mal damit ankommt, dann würde ihn das wohl ziemlich durcheinander bringen, was letztendlich dem richtigen Trockenwerden alles andere als förderlich sein würde.
Als weiteren Tipp kann ich eigentlich nurmehr anführen, dass man viel Geduld aufbringen sollte. Es bringt nichts, hier etwas übers Knie brechen zu wollen. Bislang ist eigentlich noch jedes Kind „trocken“ geworden. Irgendwo habe ich erst vor kurzem gelesen, dass dieser Prozeß manchmal sogar bis zum 4. Lebensjahr dauern kann. Also, liebe Eltern, laßt euch bloß nicht von anderen verrückt machen. Die Devise heißt hier also eher, das Kind in diesem Lernprozeß liebevoll zu unterstützen und es zu nichts zu zwingen und vor allem auch sich selbst nicht unter Druck setzen zu lassen!
Wenn es dann endlich geschafft ist *gg*, muß man als Elternteil allerdings auch konsequent sein. Sicher wird man anfangs, wenn man mit dem nunmehr „trockenen“ Kind *lach* unterwegs ist, sicherheitshalber noch ab und an eine Windel anziehen, aber wenn sich das Kind dann bemerkbar macht und verkündet, dass es mal muß, dann muß man auch so konsequent sein und das Kind seine „Notdurft“ verrichten lassen, sprich entweder im Geschäft die Kundentoilette aufsuchen oder – wenn man eben spazieren ist – in freier Natur abhalten und nicht aus Bequemlichkeit oder weil es gerade unpassend ist sagen, „das geht jetzt nicht, du hast ja noch eine Windel an, dann mach da mal ausnahmsweise rein“ (so erst vor kurzem beim Einkaufen von einer Mutter gehört, die dies zu ihrem Kind sagte). Denn wie bitteschön soll das Kind das denn nun verstehen?
Was man auch nicht vergessen darf ist, dass jedem Kind, nachdem es nun eigentlich keine Windel mehr braucht, ein Malheur passieren kann und plötzlich doch wieder was in der Hose landet. Gerade beim Spielen „vergessen sich“ Kinder manchmal, sie merken gar nicht, dass sie mal müssen und schwupps ist alles nass oder das Geschäft in die Unterhose gerutscht. Sicher ist das nicht gerade angenehm, wenn man als Elternteil das Malheur wieder beseitigen muß, aber den Kindern ist das ganz gewiß auch nicht angenehm. Hier sollte man also tunlichst vermeiden, das Kind auszuschimpfen!
Überhaupt sollte man es tunlichst vermeiden, Kinder zu bestrafen, nur weil sie entweder (den Eltern) nicht schnell genug trocken werden oder aus Versehen mal wieder in die Hose gemacht haben. Es soll ja Eltern geben, die ihre Kinder dann zur Strafe unter die kalte Dusche stellen. Bei sowas seh ich ehrlich gesagt rot. Ich glaube nicht, dass ein Kind freiwillig und nur so zum Spaß mal eben die Hose vollmacht. Dem Kind selbst ist diese „Tat“ ganz gewiß auch unangenehm, es nun mit so drastischen Mitteln zu bestrafen, sehe ich persönlich schon fast als Mißhandlung an. Wobei dies hier natürlich meine ganz persönliche und eigene Meinung ist. Wenn ein Kind, was eigentlich schon lange trocken ist, urplötzlich immer wieder in die Hose macht, dann liegen meist organische oder seelische Störungen vor und man sollte statt zu strafen einen Arzt aufsuchen und um Rat fragen.
Nun ist mein Bericht – wie ich gerade feststelle – doch um einiges länger geworden, als ich beabsichtigt hatte. Ich hoffe jedoch, dass vielleicht der ein oder andere Tipp ganz hilfreich sein könnte. Wie gesagt, mein Junior befindet sich selbst noch in der Lernphase und ich denke, dass es wohl noch einige Wochen dauern wird, bis er „trocken“ ist. Für den Sommer hab ich mir vorgenommen – allerdings erst nachdem wir umgezogen sind -, ihn des öfteren tagsüber ohne Windel rumlaufen zu lassen, sein Töpfchen natürlich immer in Reichweite, da wir in unserem Haus im Erdgeschoß eh alles gefliest haben, ist es nicht so schlimm, wenn dann mal ein Malheur passiert *lach*.
© by Claudia Südkamp-Retzmann 2003
Spätestens wenn das Kind 2 Jahre alt ist beginnen sie, die ach so freundlichen Nachfragen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis (wohl dem, der von dieser Spezies verschont bleibt). „Wie, ist der Kleine denn immer noch nicht trocken???“, wobei hier meist mit übertriebenem Erstaunen eine Augenbraue fragend und verständnislos nach oben gezogen wird, begleitet von einem deutlich sichtbaren Kopfschütteln *gg*. Wenn man Pech hat, dann folgen gleich eine Reihe von Beispielen anderer Kinder aus der Verwandtschaft oder Bekanntschaft, die ja schon sooo lange keine Windel mehr brauchen. Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass mir irgendein lieber Mensch mitteilt, sein Kind wäre schon seit der Geburt trocken *lach*. Je nach Grad solcher Ausseneinwirkungen kann man als Elternteil schon unter Druck geraten und versucht nun auf Biegen und Brechen sein Kind zum Trockenwerden zu zwingen – und genau das ist ein großer Fehler!
Zunächst sollte man sich klar machen, dass JEDES Kind unterschiedlich ist, sowohl in seinem Äußeren, in seinem Wesen als auch in seiner Entwicklung, schließlich handelt es sich hier um kleine Menschen und nicht um Roboter. Zwar hat jedes Baby den angeborenen Sauginstinkt (um z.B. an Mamas Brust oder aus der Flasche zu trinken), aber das Essen vom Löffel oder später das eigenständige Essen mit Messer und Gabel muß erst noch erlernt werden. Jedes Kind besitzt von Natur aus die Gabe, Laute von sich zu geben, doch das „richtige“ Sprechen muß erst erlernt werden. Und genauso verhält es sich auch mit dem Thema „Verdauung“. Jedes Kind besitzt bereits im Mutterleib die Fähigkeit „Pipi“ zu machen (vielleicht hatte der ein oder andere bereits das Glück, dies zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung zu beobachten) und Säuglinge erwecken manchmal den Anschein, dass sie nichts anderes tun, außer schlafen, trinken und die Windeln voll machen *lach*. ABER, das Trockenwerden an sich ist wiederum ein Lernprozeß. Und zu diesem Prozeß muß das Kind bereit sein, ansonsten funktioniert das ganze nicht und der Schuß könnte nach hinten losgehen. Was ich damit sagen will ist, wenn ein Kind von sich aus noch nicht bereit ist, auf die Windel zu verzichten und stattdessen das Töpfchen oder die Toilette aufzusuchen, dann bringt es überhaupt nichts, das Kind dazu zu zwingen. Schlimmstenfalls fängt das Kind an, seine „Notdurft“ einzuhalten, was auf die Dauer natürlich mehr als schädlich werden kann. Um aber bereit zu sein, den großen Schritt von der Windel zum Töpfchen zu machen, muß das Kind wiederum erst einmal begreifen, was von ihm erwartet wird. Und hier sind wir wieder bei dem Punkt angelangt, dass jedes Kind eben unterschiedlich ist, das eine begreift früher, das andere ist vielleicht etwas bequemer und braucht etwas mehr Zeit – und diese Zeit sollten wir den Kindern auch geben!
Das heißt nun nicht, dass wir als Eltern einfach untätig rumsitzen sollen und darauf warten, dass unser Nachwuchs mit einemal freudestrahlend ankommt und sagt: „Hey Mama, ich hab nun keine Lust mehr auf meine Windel, ich war grad auf der Toilette und hab beschlossen, ab heute mach ich’s immer so“ *gg*, sondern man sollte schon sein Kind in dieser Entwicklung liebevoll und behutsam unterstützen. Kinder lernen u.a. durch Nachahmung, sie begreifen am schnellsten durch „Sehen“.
Bevor ich nun zu meinen eigentlichen Tipps zum Thema Trockenwerden komme, möchte ich noch erzählen, wie es mit meinen beiden „Großen“ damals gewesen ist.
Bei meiner heute fast 13jährigen Tochter ging es mit dem Trockenwerden sehr schnell. Allerdings muß ich hier eingestehen, dass meine Mutter wohl dazu ihr Scherflein beigetragen hatte. Für sie war (und ist) das Thema Trockenwerden ein sehr wichtiges und ihrer Meinung nach, kann dies nicht früh genug passieren. Das kommt wohl aber auch daher, dass zu der Zeit, als ich geboren wurde, es noch keine Wegwerfwindeln gab (oder diese erst gerade langsam im Vormarsch und zur damaligen Zeit noch sehr teuer waren). Klar ist es nicht unbedingt angenehm, Tag für Tag besch.... Stoffwindeln waschen zu müssen (und damals hatten meine Eltern anfangs noch keine Waschmaschine, die Wäsche wurde in einem großen Topf auf dem Herd gewaschen – für uns heute ein kaum vorstellbares „Vergnügen“ *gg*), also sah man zu, dass die lieben Kleinen sehr schnell „trocken“ wurden.
Sobald meine Tochter eigenständig sitzen konnte (sich also von selbst aus der Krabbelposition ins Sitzen brachte) fing meine Mutter mit dem Thema „Töpfchen“ an. Damals war ich ja nun was Kinder angeht nicht gerade erfahren und es gab in meinem Bekanntenkreis einige Wunderkinder, die bereits dies oder jenes viiiiel besser konnten (komischerweise ist aus keinem dieser Wunder bislang ein Einstein geworden). Als meine Tochter 7 Monate alt war, mußte ich wieder arbeiten gehen. In der Zeit paßte meine Mutter auf sie auf und so wurde Töchterchen sehr schnell mit dem Töpfchen vertraut gemacht. Allerdings muß ich hier sagen, dass meine Mutter dies nicht unter Zwang, sondern spielerisch tat, wobei ihr die angeborene Neugier meiner Tochter auch sehr zu Hilfe kam. So fand es Töchterchen einfach toll, nackig auf dem Töpfchen zu sitzen und ab und an hatte die liebe Oma auch das Glück, dass Töchterchen ein paar Tropfen Pipi im Töpfchen hinterließ, was Oma und Opa natürlich zu Lobestiraden ausbrechen ließ;-). Nun denn, ein weiterer Vorteil bei meiner Tochter war, dass man die Uhr danach stellen konnte, wenn sie ihr „großes Geschäft“ machen mußte. Genau 15 Minuten, nachdem sie ihr Frühstück (anfangs die Milchflasche, später der Kakao) zu sich genommen hatte, hatte sie ihre „Managementsitzung“. Also setzte meine Mutter sie zu dieser Zeit immer aufs Töpfchen und der Erfolg war kurz danach sichtbar (und riechbar *gg*). Wieder wurde Töchterchen gelobt und sie war ob ihrer „Leistung“ sehr stolz – wobei ich nicht sicher bin, wer stolzer war, meine Tochter oder meine Mutter;-) -. Mit 12 Monaten waren ihre Windeln meist trocken, da ich – die Praktik von meiner Mutter übernommen – sie des öfteren aufs Töpfchen setzte, wenn ich der Meinung war, es wäre wieder ihre Zeit zum „Pipi“ machen oder eine neue Krisensitzung sei angesagt. Mit 17 Monaten bekam sie nur noch sicherheitshalber nachts eine Windel an, die jedoch am Morgen meist trocken war, tagsüber sagte Töchterchen bereits, wenn sie mal mußte und mittlerweile war sie im Management auch aufgestiegen, vom Babytöpfchen auf’s „große Klo“. Kurz darauf verweigerte sie dann auch die Windel für nachts. So weit, so gut, wobei ich hier nochmal betone, dass es meiner Tochter – dank ihrer Neugier – wohl gefallen hat und ich nicht das Gefühl hatte, dass sie beim Trockenwerden unter Druck gesetzt wurde.
Dann kam mein mittlerer Sohn (heute fast 11 Jahre alt) auf die Welt und er lehrte mich, dass eben nicht jedes Kind gleich ist *lach*. Im Gegensatz zu seiner Schwester fand er das Töpfchen alles andere als toll. Da ich mittlerweile in diversen Elternzeitschriften gelesen hatte, dass man Kinder in puncto Trockenwerden zu nichts zwingen und auch nicht zu früh mit diesem Thema anfangen sollte, war er schon fast 2 Jahre alt, als er das erste Mal Bekanntschaft mit dem Töpfchen machte. Doch statt wie seine Schwester freudestrahlend darauf sitzen zu bleiben, machte er ein Mordstheater und schrie und wollte wieder herunter, also wurde die Sache erst einmal ad acta gelegt. Mit 2 ½ Jahren machte er immer noch keine Anstalten, auf die Windel zu verzichten. Mittlerweile wußte er aber sehr wohl, um was es geht. Denn jedesmal, wenn er merkte, dass auch sein Darm ihn zur Krisensitzung rief, verschwand er, entweder „versteckte“ er sich in einer Ecke (d.h. er stellte sich mit dem Rücken zu mir in eine Ecke, in dem Glauben, ich würde ihn nun wohl nicht sehen) oder aber unter den Tisch und sein merklich immer roter werdender Kopf und der anschließende durchdringende Duft, der seiner Hose entstieg, sagte mir, dass Monsieur gerade sein Geschäft in die Windel erledigte. Danach kam Sohnemann immer ganz stolz zu mir und sagte: „Mama, hab Aa, frische Windel“. Ich gebe zu, dass ich damals dachte, noch daran verzweifeln zu müssen, wobei hier auch der Druck von außen eine große Rolle spielte. Die meisten Kinder seines Alters aus unserer Spielgruppe waren mittlerweile schon alle trocken, zudem hatte ich glücklicherweise die Zusage bekommen, dass er sobald er 3 Jahre sei, einen Kindergartenplatz hätte (da zu dem Zeitpunkt ja auch mein Erziehungsurlaub auslief und ich wieder arbeiten wollte, war ich natürlich sehr froh über den Kindergartenplatz). Allerdings machte man mir im Kindergarten klar, dass Sohnemann bis dahin windelfrei sein müsse.
Immer wieder versuchte ich, Sohnemann dazu zu überreden, endlich auf die Toilette zu gehen, doch ohne Erfolg – er sträubte sich und wollte sein Geschäft nicht verlieren, wartete, bis er die Windel wieder anhatte, um dann sogleich hinein zu machen. Ich erklärte ihm dann, dass er dann nicht in den Kindergarten gehen könnte, denn die wollen da keine Kinder mit Windeln. Dies schien irgendwann auch Erfolg zu haben. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt ja bereits im Kindergarten und Sohnemann wollte auch immer unbedingt da bleiben. Als er 2 ¾ Jahre alt war, kam er plötzlich eines Tages an und sagte: „Mama, muß mal Aa“. Und siehe da, er hatte noch nicht in die Windel gemacht, ließ sich anstandslos auf die Toilette setzen (das Töpfchen mochte er überhaupt nicht) und verrichtete dort sein Geschäft. Ich hätt ihn vor Freude knutschen können *gg* und natürlich überschütteten wir ihn mit Lob. Von da an brauchte er von heute auf morgen keine Windel mehr, denn er war ja nun ein „großes Kind“ und wollte nur noch auf die Toilette.
Mittlerweile sind nun 10 Jahre vergangen und ich stehe schon wieder vor dem Thema „Trockenwerden“, allerdings bin ich heute der Meinung, damals bei beiden Kindern nicht unbedingt richtig gehandelt zu haben. So würde ich persönlich heute nicht – wie im Falle bei meiner Tochter – so früh damit beginnen, das Kind aufs Töpfchen zu setzen, denn ich weiß, dass ich bei meiner Tochter damals einfach nur Glück hatte, weil sie eben so unsagbar neugierig war und auch Spaß daran hatte, „für Oma und Opa ins Töpfchen“ zu machen. Genauso wenig war es richtig, dass ich meinen Sohn damals versuchte, unter Druck sauber zu bekommen. Mein Fehler damals war da auch, dass ich persönlich mich von außen unter Druck setzen ließ, auf das manchmal blöde Gerede der anderen hörte und eben die Ankündigung des Kindergartens, dass sie Sohnemann nur ohne Windeln nehmen, im Nacken hatte.
Bei Junior nun verfahre ich etwas anders und hier folgen dann auch ein paar Tipps zu diesem Thema, wobei jeder für sich selbst entscheiden muß, ob er den ein oder anderen Tipp aufnehmen möchte.
Wie ich bereits anfangs sagte, lernen Kinder durch Nachahmen und nachahmen können sie nur, was sie auch sehen. So habe ich Junior sobald er anfing zu krabbeln immer mit ins Badezimmer genommen, wenn ich das Bedürfnis verspürte eine kleine oder große Krisensitzung mit der Toilette abzuhalten (wobei ich allerdings auch gestehe, dass ich Junior aus Sicherheitsgründen immer mitnahm, da er – sobald er allein ist – nur Flausen im Kopf hat). Dabei sage ich dann auch immer, was ich dort tue *gg*. Mittlerweile weiß er also auch, aus welchem Grund man auf die Toilette geht, nämlich – wie er so schön sagt – „PipiAa machen große Klotoilette“.
Auch den – zumindest sichtbaren – Unterschied zwischen kleinem und großem „Geschäft“ versteht er inzwischen. Beim Windelwechseln haben wir diese Aktion immer mit Worten begleitet *lach*. So stelle ich des morgens immer erfreut fest „Oh, der Jan hat ja nur Pipi in die Windel gemacht“, während ich nach einer Sitzung seinerseits bereits schon vor Öffnen der Windel, in Anbetracht des nicht gerade parfummäßigen Geruchs, anmerke „puuh, der Jan hat ja ein dickes Aa gemacht“ *gg*.
Bereits während meiner Schwangerschaft bekam ich sinnigerweise ein Töpfchen geschenkt. Anfangs stand dies im Schrank. Als Junior etwas über ein Jahr alt war, holte ich es zum Vorschein und stellte es zunächst ins Badezimmer. Das Töpfchen hat die Form einer Schildkröte mit langem Hals und am Kopf zwei Griffen zum Festhalten. Das Äußere hat Junior schon sehr früh interessiert und ich ließ ihn mit dem Teil spielen. Irgendwann setzte er sich dann -–angezogen – darauf und sofort lobten wir ihn und sagten immer wieder, dass man da eben „Pipi“ und „Aa“ rein macht. Als er zum Baden gehen bereits ausgezogen war, wollte ich ihn dann nackt darauf setzen, wobei er jedoch sofort anfing zu protestieren und ich ließ diesen Versuch sofort sein.
Seit ein paar Wochen nun steht das Töpfchen immer in Sichtweite im Wohnzimmer – da Junior sich dort hauptsächlich aufhält. Ab und an frage ich dann, ob er mal muß. Meist kommt dann zur Antwort: „Ja, Pipi machen Klo“. Ich ziehe ihm dann die Windel aus und er setzt sich selbst auf sein Töpfchen, wobei ich hier keinerlei „Zwang“ ausübe. Denn sobald er keine Lust mehr hat, laß ich ihn aufstehen. Bislang waren seine Sitzungen zwar immer ohne Erfolg, nichts desto trotz lobe ich ihn aber immer wieder, weil er so schön auf sein Töpfchen geht. Und das ist meiner Meinung nach auch sehr wichtig, dass man sein Kind lobt, auch wenn die Aktion selbst noch nicht von Erfolg gekrönt war.
Leider hat Junior keine festen Zeiten für sein Krisenmanagement. Das würde die Sache vielleicht ein wenig erleichtern. Darum gebe ich hier als Tipp, sein Kind zu beobachten. Viele Kinder haben sogenannte feste Zeiten, zu denen sie ihr „Geschäft“ verrichten, hier kann man diesen Vorteil ausnutzen und versuchen, das Kind zu diesem Zeitpunkt auf das Töpfchen (sofern dies vom Kind angenommen wird, ansonsten eben auch auf die Toilette) zu setzen. Hierbei sollte man aber auf jeden Fall daran denken, das Kind nicht zu überfordern oder letztlich zu seinem „Glück“ zu zwingen, in dem man es evtl. unter Protest auf’s Töpfchen setzt. Sobald das Kind keine Lust mehr hat, nimmt man es wieder herunter und das Loben nicht vergessen!
Zwischendurch verlangt Junior nun schon selbst nach seinem Töpfchen. Er bringt es mir dann und sagt „Toilette gehen“, ich frag dann immer nochmal nach, ob er auf’s Töpfchen will, was er meist bejaht. Also zieh ich ihm die Windel aus und er setzt sich stolz drauf. Wie gesagt, bislang verlief das zwar alles erfolglos, sprich noch landete nichts im Töpfchen, sondern immer wieder in der Windel, aber ich sehe, dass er von sich aus bereit ist, so langsam den richtigen Weg einzuschlagen und das unterstütze ich, in dem ich auf seine Wünsche eingehe (ihm also die Windel ausziehe, wenn er mit seinem Töpfchen ankommt) und ihn anschließend auch lobe.
Was man nun nicht machen sollte ist, dem Kind nun plötzlich seinen „Toilettengang“ verwehren. Sicher, manchmal ist es nicht gerade „passend“, wenn Junior mit seinem Topf ankommt, manchmal kommt er innerhalb einer Stunde mehrfach und ich muß ihm dann die Windel immer wieder aus- und anschließend natürlich wieder anziehen und es kann schon mal nervend sein, zumal, wenn ich weiß, dass er letztendlich doch nichts ins Töpfchen macht. Aber da muß ich nun durch, denn würde ich ihm nunmehr sein Töpfchen verweigern, nur weil er zum 10. Mal damit ankommt, dann würde ihn das wohl ziemlich durcheinander bringen, was letztendlich dem richtigen Trockenwerden alles andere als förderlich sein würde.
Als weiteren Tipp kann ich eigentlich nurmehr anführen, dass man viel Geduld aufbringen sollte. Es bringt nichts, hier etwas übers Knie brechen zu wollen. Bislang ist eigentlich noch jedes Kind „trocken“ geworden. Irgendwo habe ich erst vor kurzem gelesen, dass dieser Prozeß manchmal sogar bis zum 4. Lebensjahr dauern kann. Also, liebe Eltern, laßt euch bloß nicht von anderen verrückt machen. Die Devise heißt hier also eher, das Kind in diesem Lernprozeß liebevoll zu unterstützen und es zu nichts zu zwingen und vor allem auch sich selbst nicht unter Druck setzen zu lassen!
Wenn es dann endlich geschafft ist *gg*, muß man als Elternteil allerdings auch konsequent sein. Sicher wird man anfangs, wenn man mit dem nunmehr „trockenen“ Kind *lach* unterwegs ist, sicherheitshalber noch ab und an eine Windel anziehen, aber wenn sich das Kind dann bemerkbar macht und verkündet, dass es mal muß, dann muß man auch so konsequent sein und das Kind seine „Notdurft“ verrichten lassen, sprich entweder im Geschäft die Kundentoilette aufsuchen oder – wenn man eben spazieren ist – in freier Natur abhalten und nicht aus Bequemlichkeit oder weil es gerade unpassend ist sagen, „das geht jetzt nicht, du hast ja noch eine Windel an, dann mach da mal ausnahmsweise rein“ (so erst vor kurzem beim Einkaufen von einer Mutter gehört, die dies zu ihrem Kind sagte). Denn wie bitteschön soll das Kind das denn nun verstehen?
Was man auch nicht vergessen darf ist, dass jedem Kind, nachdem es nun eigentlich keine Windel mehr braucht, ein Malheur passieren kann und plötzlich doch wieder was in der Hose landet. Gerade beim Spielen „vergessen sich“ Kinder manchmal, sie merken gar nicht, dass sie mal müssen und schwupps ist alles nass oder das Geschäft in die Unterhose gerutscht. Sicher ist das nicht gerade angenehm, wenn man als Elternteil das Malheur wieder beseitigen muß, aber den Kindern ist das ganz gewiß auch nicht angenehm. Hier sollte man also tunlichst vermeiden, das Kind auszuschimpfen!
Überhaupt sollte man es tunlichst vermeiden, Kinder zu bestrafen, nur weil sie entweder (den Eltern) nicht schnell genug trocken werden oder aus Versehen mal wieder in die Hose gemacht haben. Es soll ja Eltern geben, die ihre Kinder dann zur Strafe unter die kalte Dusche stellen. Bei sowas seh ich ehrlich gesagt rot. Ich glaube nicht, dass ein Kind freiwillig und nur so zum Spaß mal eben die Hose vollmacht. Dem Kind selbst ist diese „Tat“ ganz gewiß auch unangenehm, es nun mit so drastischen Mitteln zu bestrafen, sehe ich persönlich schon fast als Mißhandlung an. Wobei dies hier natürlich meine ganz persönliche und eigene Meinung ist. Wenn ein Kind, was eigentlich schon lange trocken ist, urplötzlich immer wieder in die Hose macht, dann liegen meist organische oder seelische Störungen vor und man sollte statt zu strafen einen Arzt aufsuchen und um Rat fragen.
Nun ist mein Bericht – wie ich gerade feststelle – doch um einiges länger geworden, als ich beabsichtigt hatte. Ich hoffe jedoch, dass vielleicht der ein oder andere Tipp ganz hilfreich sein könnte. Wie gesagt, mein Junior befindet sich selbst noch in der Lernphase und ich denke, dass es wohl noch einige Wochen dauern wird, bis er „trocken“ ist. Für den Sommer hab ich mir vorgenommen – allerdings erst nachdem wir umgezogen sind -, ihn des öfteren tagsüber ohne Windel rumlaufen zu lassen, sein Töpfchen natürlich immer in Reichweite, da wir in unserem Haus im Erdgeschoß eh alles gefliest haben, ist es nicht so schlimm, wenn dann mal ein Malheur passiert *lach*.
© by Claudia Südkamp-Retzmann 2003
Bewerten / Kommentar schreiben