Türkische Küche Testbericht

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Erfahrungsbericht von Rumyana

Kahve oder Kaffee a la turc = türkischer Kaffee in der Originalsprache

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer meinen würde, Kaffee zählt nicht zur türkischen Küche, der wäre falsch.

Denn es gibt in der Türkei keine Mahlzeit, die nicht mit Kaffee abgeschlossen wird. Kaffee ist das Symbol der gesellschaftlichen Begegnung. Die Hausfrau bietet ihn den Gästen ihrer Familie an, der Kaufmann seinen Kunden. Es grenzt nahezu an eine Beleidigung, ihn abzulehnen. Kaffee wird bei Muslems den ganzen Tag über angeboten und ausgegeben.

Getrunken wird der Kaffee aus kleinen Mokkatassen, und zwar schwarz. Die Zubereitung ist wie eine feierliche Handlung, ein ganzes Ritual und eine Kunst zugleich.

Die dazu verwendeten Bohnen sollten kurz vorher in einem Tontopf geröstet werden. Danach wird er in einer Kaffeemühle, meist aus ziseliertem Messing, pulverfein gemahlen. In einer speziellen, handgeschmiedeten Kupferkanne, Dschezve genannt, zubereitet, wird er den Gästen serviert. Diese Kaffeekanne ist zylinderförmig und hat einen langen Griff, damit die Hand nicht zu nahe ans Feuer kommt. Die Form dieser Kanne verstärkt die Schaumbildung beim Aufkochen des Kaffees, sie verengt sich nach oben und öffnet sich wieder kurz vor dem Rand. Sie ist zugleich ein Messgerät für Kaffee, Wasser und Zucker. Je nach Geschmack werden diese Zutaten miteinander verrührt und erhitzt. Dann nimmt man die Kanne beim ersten Aufwallen rasch vom Feuer und giesst den Schaum, der sich an der Oberfläche gebildet hat, gleichmässig verteilt, in die Tassen, giesst etwas Wasser nach und lässt das Ganze noch ein oder zweimal kurz aufwallen, damit sich neuer Schaum bildet und verteilt nun den gesamten Inhalt mit Kaffeesatz in die Tässchen.

Man braucht nur einige Minuten zu warten, bis der Kaffeesatz auf den Grund gesunken ist und der starke dunkle evtl. gesüsste Mokka getrunken werden kann.

Pro Tasse werden berechnet:

1 Teelöffel Kaffeemehl, 1 Serviertasse Wasser und je nach Süssungsgrad 1 gestrichener oder ein gehäufter Teelöffel Zucker.

Das alles wird in das Spezialkupfergefäss gegeben und gut verrührt. Unter ständigem Rühren wird alles langsam auf kleiner Flamme erhitzt und dann wie bereits beschrieben, in die Tassen eingeschenkt und serviert.

Getrunken wird der Kaffee:

Sade – ohne Zucker
Az scheckerli – etwas gesüsst
Orta scheckerli – mittelsüss
Scheckerli – sehr süss – und das entspricht dem türkischen, dem orientalischen Geschmack...

Am besten schmeckt der türkische Kaffee, wenn er auf Holzkohlenglut gekocht wird, weil sich das Aroma dann voll entfalten kann. An unserer Schwarymeerküste wird er auf heissem Sand zubereitet und ist eine echte Attraktion für groß und klein. Man sollte niemals mehr als zwei Tassen auf einmal zubereiten, so haben die Gastgeber Dschezves verschiedener Grössen.

Da ich keine größe Meisterin des türkischen Kaffees bin, obwohl es mir vielmals vorgemacht worden ist, gibt es in meiner Wohnung kein Dschezve. Ich nehme aber jede Gelegenheit wahr, einen echten Mokka zu geniessen, ob hierzulande oder in den Nachbarstaaten. Und wenn Besuch kommt, dem ein türkischer Kaffee am liebsten wäre, folge ich allen beschriebenen Schritten, um uns gemütlich zu machen.