Erfahrungsbericht von Eule1974
A wie.......Agoraphobie......
Pro:
nix
Kontra:
alles
Empfehlung:
Nein
A wie
AGORAPHOBIE
*was ist das ?*
Die Agoraphobie ist eine phobische Störung, die sich in einer unangemessenen Angst in der Öffentlichkeit, aber auch auf Reisen äußert.
Ein alternativer Ausdruck für die Agoraphobie ist Platzangst. Von Laien wird dieser Begriff zwar meistens für die Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) verwendet, aus fachlicher Sicht ist dies jedoch falsch. wikipedia
Also, nicht vor speziellen Sachen oder Situationen, wie zum Beispiel eine Spinnenangst oder Höhenangst.....
.•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•.
Das ganze wurde bei mir durch Stress ausgelöst und fing , nach heutiger Sicht, als Burnoutsyndroman.
Ich habe seit 1998 Agoraphobie, und möchte an dieser Stelle mal über mich und meine Erfahrungen berichten.
Ergo, es könnte etwas länger werden;-)) Geht schliesslich übe fast 9 Jahre.....
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Ich habe am 1.3.98 bei meinem neuen Arbeitgeber angefangen,
und war überglücklich damit.
Endlich konnte ich wieder das tun, was ich gelernt habe,
und der Fahrtweg war nur noch halb so lang wie vorher.
Nach einiger Zeit war mir morgens immer übel
oder ich hatte Kopfschmerzen, aber gegen Mittag war das meist wieder weg, darum habe ich mir damals noch nichts dabei gedacht.
Nach ca. einem Monat fingen die Umbauarbeiten an,der ganze Laden zog vom Keller in die 1. Etage.
Das bedeutete viel Überstunden & wenig Freizeit.
Irgendwann war es so weit,das ich morgens total übermüdet und mit einem extremen Unwohlgefühl zur Arbeit fuhr.
An dem Donnerstag vor der Neueröffnung ( es war ein Feiertag ) ging es mir morgens so besch...
das ich mit einem Eimer auf dem Beifahrersitz zur Arbeit fuhr, weil mir so schlecht war.
Ich stand dann auf dem Parkplatz vorm Laden,und wusste nicht wie ich aus dem Auto bis zum Eingang kommen sollte !
Irgendwie habe ich es dann doch geschafft,und den Tag halbwegs überstanden.
Freitags kam ich dann gar nicht mehr aus dem Bett, so elend fühlte ich mich. Samstags bin ich dann zum Notarzt gefahren.
Ich hatte Herzrasen und Schweißausbrüche.
Er machte dann ein EKG, aber das war in Ordnung.
Montags ging ich dann zu meinem Hausarzt,und der sagte, genau wie der andere Doc, ich sei überarbeitet,und schrieb mich erstmal krank.
Ich hatte in dieser Zeit ein paar Mal Magenkrämpfe,und konnte mich kaum bewegen, darum kam jemand raus, und gab mir jedes Mal eine krampflösende Spritze.
Ich fühlte mich total leer, war lustlos und schlapp,ich war einfach total ausgepowert.
Als ich dann das erste Mal wieder in den Laden kam, bekam ich wieder Herzrasen und Schweißausbrüche.
Das teilte ich meinem Chef auch mit, und ging wieder.
Seit dem habe ich das Geschäft nicht mehr betreten.
Zu dem Zeitpunkt hätte ich noch einen Monat Probezeit gehabt, und wartete nun täglich auf meine Kündigung.
Ich weiß nicht warum,aber als sie da war, viel mir ein Stein vom Herzen,obwohl ich unbedingt dort anfangen wollte.
Ich war zwischenzeitlich bei einem Neurologen,der mir so einen Hammer aufschrieb, das ich nachts dachte ich sterbe!
Ich hatte am ganzen Körper ein Kribbeln unter der Haut,Schweißausbrüche,Herzrasen und ich dachte ich geh kaputt.
Ich konnte niemanden anrufen,meine Schwester war bei ihrem Freund,und meine Mutter zur Kur.
Von den Dingern habe ich keine mehr genommen,hatte aber noch ca. 10 Tage damit zu kämpfen.
Mir ging es dann wieder relativ gut, aber....ich konnte nicht mehr so weit Auto fahren.
Je weiter ich von zu Hause wegfuhr, um so schlechter ging´s mir.
Herzrasen, Schweißausbrüche, generell ein Unwohlsein.
Hin und wieder konnte ich mich auch nicht so lange bei anderen Leuten aufhalten,da bekam ich Hummeln im Hintern, wurde ganz unruhig.
Somit verging das erste Jahr.
So ca. 2-3 Wochen vor Ostern 1999
hatte ich meine erste richtige Panikattacke, das wurde mir aber erst später bewusst.
Ich stand mit meiner Mutter bei mir im Aufzug,als noch jede Menge Leute zusteigen wollten.
Das wurde mir zu voll, und ich lief die eine Etage nach unten.
Dort wurde mir auf einmal total übel und schwindelig.
Meine Mutter musste mich festhalten, damit ich nicht umfalle und wir sind dann irgendwie wieder nach oben gefahren.
Ich legte mich hin,nahm meine Kreislauftropfen,aber es wurde nicht wirklich besser.
Ich war innerlich am Zittern und am frieren.
Meine Mutter setzte mich vor die Wahl,entweder ich lasse mich ins Krankenhaus bringen,oder sie lässt mich hier liegen.
Da willigte ich, wohl oder übel, ein.
Ich war dann von Donnerstags bis Dienstags im Krankenhaus, wo man mir nahelegte mich verlegen zu lassen
in eine psychosomatische Klinik.
Auch diesmal willigte ich ein, denn ich hatte ja nicht wirklich eine Wahl.
Dort war ich dann 1 Woche,habe mich auf eigenen Wunsch entlassen lassen.
Das haben die nicht so gerne gemacht,aber das war mir egal,
denn dort hätte ich nur nen Schlag weg bekommen.
Dazu muß ich sagen, das diese Krankenanstalten in ganz Deutschland bekannt sind und auch einen guten Ruf haben.
Da spricht ja auch nichts gegen, aber.....ich befand mich auf einer offenen psychatrischen Station,die keine Ähnlichkeit mit einem Krankenhaus hatte.
Es waren kleine, kalte Zweibettzimmer mit Waschbecken,davon ca. 10 Stück, ein Aufenthaltsraum, ein Raucherzimmer,
2 Toiletten und ein Waschraum am ganz anderen Ende.
Das schlimmste waren aber die Leute von denen ich umgeben war.
Es waren 2-3 nette dabei, die waren aber auch nicht depressiv und schwebten(weil sie so zugedröhnt waren)nicht wie die anderen durch die Räume.
Der Rest stand völlig neben sich,und auf der Nachbarstation waren die Härtefälle.
Hier musste ich weg !!!
Ich war dann wieder zu Hause, da kam das nächste Problem!
Ich traute mich nicht aus dem Haus.
Das ging ca. 1/4 Jahr so, dann kam einene Bekannte,die bei meinem Arzt arbeitet,und der ich dafür zu tiefst dankbar bin,und gab mir 1x/Woche Fluspi 1,5, eine angstlösende Spritze, die bei mir keinerlei Nebenwirkungen hatte.
Nach ca. der 3. Spritze gings mit mir Bergauf,ich setzte mich langsam wieder ins Auto,
und fuhr ein paar Meter,aber es wurde ständig mehr.
Dann fuhr ich, wenn auch erst immer in Begleitung meiner Schwester, selber zum Arzt und holte mir dort die Spritze ab.
Von da an ging´s mir verhältnismäßig gut.
Ich durchbrach Schritt für Schritt meine Grenzen, und fuhr nach 2 Jahren sogar, endlich, fast bis in die City.
Vom 23.11.99 - 4.1.2000 war ich dann zur Kur, in der Klinik Flachsheide in Bad Salzuflen.
Dazu kann ich nur sagen, die hat mir meines Erachtens nach nicht wirklich etwas gebracht.
Meistens gammelte ich ab kurz nach Mittag auf meinem Zimmer oder in der Halle rum.
Mir war größtenteils stinklangweilig, aber das ging nicht nur mir so.
Mit den Leuten, mit denen ich mich dort etwas angefreundet habe,ging es auch so.
Wir waren einstimmig der Meinung, das man z.B. auch am Wochenende oder nach den verordneten Anwendungen den Fitnessraum benutzen darf.
Das ging aber leider nicht.
Der Hit, ich bin gesund entlassen worden!!!
Na ja, als ich dann wieder zu Hause war, habe ich als Erstes ausgiebig gefrühstückt,
denn dort hatte ich nie Hunger, nicht mal auf Süßigkeiten,und das will schon was heissen!
Dann setzte ich mich ins Auto, und probierte meine Grenzen aus.
Die hatten sich aber nicht geändert, weder zum Vor.- noch zum Nachteil.
Stück für Stück habe ich sie aber durchbrochen, wenn auch nicht immer alleine, aber das ist ja egal.
Ich fuhr z.B. alleine zu einem ca. 10 km entfernten Bekleidungsmarkt,das war für mich ein riesiger Schritt.
Mir ging es also bis Mai super gut.
Dann war ich an einem Montag mit meiner Schwester in einem großen Lebensmittelmarkt.
Dort wurde mir an der Kasse etwas komisch, aber das war nicht ungewöhnlich, denn die Luft dort war total ätzend und draußen war´s sehr warm,
und ich habe seit Jahren Kreislaufbeschwerden.
Ich nahm dann im Auto mein Kreislaufmedikament, und wir fuhren nach Hause.
D. h. stimmt nicht ganz, meine Schwester musste noch "schnell" ein Teil aus dem Laden bei uns um die Ecke holen.
Die Betonung liegt auf ein Teil und schnell!!!
Aber sie kam und kam nicht wieder.
Ich war drauf und dran zu fahren, denn ich hatte ständig das Gefühl, ich trete gleich weg.
So ca. nach einer viertel Stunde kam sie dann doch schon raus!
Ich stand völlig neben mir.
Ich wusste kaum,wie ich nun noch den Weg bis in die Wohnung kommen sollte, habe es aber irgendwie geschafft.
Oben angekommen, gings so langsam wieder.
Am nächsten morgen bin ich dann zu meiner Ma gegangen.
(Siewohnt nur ein Haus weiter)
Dort in der Wohnung überkam mich wieder dieses Gefühl, "ich muß hier raus"!
Ich nahm mein Kreislaufmedikament, schnappte mir eine Flasche Sprudel, und schlich nach hause!
Bloß nicht umfallen!!!
Seit diesem Tag war ich nicht mehr großartig vorm Haus!
Gut, hin und wieder mal bis zum Auto, oder in Richtung meiner Ma, aber weiter nicht, und eben auch nicht immer.
Außerdem kann ich auch nicht immerso gut Leute um mich herum haben.
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Ich kann wieder gut Leute um mich herum haben,was schon ein riesen Fortschritt für mich ist, wenn ich bedenke, das ich teilweise schon beim bloßen Gedanken, das Besuch kommt, die Panik bekommen habe.
Außerdem habe ich zwischendurch auch schon mal wiederan meinem Motorrad rumgeschraubt.
Aber das waren leider nur 7 Tage 2003 dann ging wieder nix mehr...
Aber so langsam wird es Zeit das ich auch mal wieder damit fahre.....
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Mittlerweile hat sich einiges getan,zum Glück
Es kein Problem mehr, wenn bei mir mal jemand sein Kind und / oder Hund
parkt, oder so ;-)
Oder auch mal woanders ne Runde Monopoly spielen, e.c.t.
Was eine Verhaltenstherapie nicht alles so bewirken kann.
Das Problem ist "bloß" jemanden zu finden, der Hausbesuche macht,und da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Der eine macht grundsätzlich keine, der Andere macht welche, aber nur bei Patienten dieer/sie schon kennt.
Dann wird man noch gefragt, ob man dennnicht mal für´s 1. Gespräch vorbeikommen kann!?
Hallo, die versteh´n wohl den eigenen Job nicht,wenn man denn raus könnte, brauch man doch niemanden der Hausbesuche macht, oder!?
Naja, was soll´s, nun habe ich nach 100 Jahren doch noch wen gefunden, aber das auch mehr durch einen Zufall.
Danke Danke Danke
In der ganzen Zeit, seit ich diese Angst und Panik habe,musste ich auch feststellen, wer oder was Freunde sind.
Man bekommt dann manchmal Sprüche an den Kopf geworfen,die ich hier jetzt nicht wiedergeben möchte, aber meine beste Freundin ist in dieser Zeit meine Schwester geworden.
Wenn ich sie und meine Ma nicht hätte, wäre ich ganz schön aufgeschmissen, und ich bin den beiden auch sehr dankbar dafür.
Ansonsten kann ich die Leute an eine Hand abzählen, die von den alten Freunden übrig geblieben sind, aber ich denke, der Tag wird kommen,
an dem auch die Anderen mal was haben,dann werde ich mir ins Fäustchen lachen;-)
Außerdem sind mir dann Leute lieber, die mich in letzter Zeit kennengelernt haben, und trotzdem nehmen wie ich bin...
Ich denke das größte Problem ist ja, man sieht einem das ja nicht an.Ergo, was man nicht sieht, gibt es auch nicht!?
Naja, aber ich denke ,da steht man drüber ;-)
Also, mittlerweile geht´s mir echt blendend.
Ich gehe natürlich wieder raus,auch wenn mir der Aktionsradius noch nicht reicht......
Aber nun gut, meine Ungeduld........
Mache momentan(schon seit einiger Zeit)so eine Art Verhaltenstherapie,wo mir aber das ein oder andere gegen den Strich geht,und ich mir immer mal wieder selbst im Weg stehe...wie so oft....nehme mir etwas fest vor,und dann gehts eh in die Hose;-(
Muß mich halt in Geduld üben(oder es versuchen)und kleine Schritte machen....
Nach den Sommerferien gibt´s es hoffentlich eine neue Psychotherapeutin,und dann mal schauen..
.(die kommt mittlerweile seit nem Jahr /seit06)
Dafür ist die nächste große Sache schon geplant.......
Aber was solls,man kann sich auch so drüber freuen,
wieder aktiv am Leben teilnehmen zu können,und wer weiß,
vielleicht überkommt es mich ja doch noch irgendwann,mit den Leuten, die mir geblieben & denen die neu hinzugekommen sind,zu feiern.
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Ich gehe, dank der neuen Therapeutin wieder unter Leute, habe wieder ein Auto, aber stosse leider immer wieder an meine Grenzen.
Hilfreich ist es dann sichr auch nicht zu hören "stell Dich mal nicht so an" oder mach dies oder jendes dich"einfach":
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Ich danke den Leuten, die mir geblieben sind, und vor allem meinem Eumel, der mich nimmt wie ich bin,
und mich gar nicht "gesund "kennengelernt hat.
Also, hier seht ihr, nicht alle Krankheiten, die man nicht sehen kann, so wie nen gebrochenes Bein oder ähnliches, gibt es nicht.
Man sollte sich im Zeitalter des Internet´s mal drüber informieren, wenn man von jemandem "unglaubwürdige"
Krankheitssymtome erzählt bekommt.
In diesem Sinne
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Danke für´s Lesen
Eule
AGORAPHOBIE
*was ist das ?*
Die Agoraphobie ist eine phobische Störung, die sich in einer unangemessenen Angst in der Öffentlichkeit, aber auch auf Reisen äußert.
Ein alternativer Ausdruck für die Agoraphobie ist Platzangst. Von Laien wird dieser Begriff zwar meistens für die Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) verwendet, aus fachlicher Sicht ist dies jedoch falsch. wikipedia
Also, nicht vor speziellen Sachen oder Situationen, wie zum Beispiel eine Spinnenangst oder Höhenangst.....
.•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•.
Das ganze wurde bei mir durch Stress ausgelöst und fing , nach heutiger Sicht, als Burnoutsyndroman.
Ich habe seit 1998 Agoraphobie, und möchte an dieser Stelle mal über mich und meine Erfahrungen berichten.
Ergo, es könnte etwas länger werden;-)) Geht schliesslich übe fast 9 Jahre.....
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Ich habe am 1.3.98 bei meinem neuen Arbeitgeber angefangen,
und war überglücklich damit.
Endlich konnte ich wieder das tun, was ich gelernt habe,
und der Fahrtweg war nur noch halb so lang wie vorher.
Nach einiger Zeit war mir morgens immer übel
oder ich hatte Kopfschmerzen, aber gegen Mittag war das meist wieder weg, darum habe ich mir damals noch nichts dabei gedacht.
Nach ca. einem Monat fingen die Umbauarbeiten an,der ganze Laden zog vom Keller in die 1. Etage.
Das bedeutete viel Überstunden & wenig Freizeit.
Irgendwann war es so weit,das ich morgens total übermüdet und mit einem extremen Unwohlgefühl zur Arbeit fuhr.
An dem Donnerstag vor der Neueröffnung ( es war ein Feiertag ) ging es mir morgens so besch...
das ich mit einem Eimer auf dem Beifahrersitz zur Arbeit fuhr, weil mir so schlecht war.
Ich stand dann auf dem Parkplatz vorm Laden,und wusste nicht wie ich aus dem Auto bis zum Eingang kommen sollte !
Irgendwie habe ich es dann doch geschafft,und den Tag halbwegs überstanden.
Freitags kam ich dann gar nicht mehr aus dem Bett, so elend fühlte ich mich. Samstags bin ich dann zum Notarzt gefahren.
Ich hatte Herzrasen und Schweißausbrüche.
Er machte dann ein EKG, aber das war in Ordnung.
Montags ging ich dann zu meinem Hausarzt,und der sagte, genau wie der andere Doc, ich sei überarbeitet,und schrieb mich erstmal krank.
Ich hatte in dieser Zeit ein paar Mal Magenkrämpfe,und konnte mich kaum bewegen, darum kam jemand raus, und gab mir jedes Mal eine krampflösende Spritze.
Ich fühlte mich total leer, war lustlos und schlapp,ich war einfach total ausgepowert.
Als ich dann das erste Mal wieder in den Laden kam, bekam ich wieder Herzrasen und Schweißausbrüche.
Das teilte ich meinem Chef auch mit, und ging wieder.
Seit dem habe ich das Geschäft nicht mehr betreten.
Zu dem Zeitpunkt hätte ich noch einen Monat Probezeit gehabt, und wartete nun täglich auf meine Kündigung.
Ich weiß nicht warum,aber als sie da war, viel mir ein Stein vom Herzen,obwohl ich unbedingt dort anfangen wollte.
Ich war zwischenzeitlich bei einem Neurologen,der mir so einen Hammer aufschrieb, das ich nachts dachte ich sterbe!
Ich hatte am ganzen Körper ein Kribbeln unter der Haut,Schweißausbrüche,Herzrasen und ich dachte ich geh kaputt.
Ich konnte niemanden anrufen,meine Schwester war bei ihrem Freund,und meine Mutter zur Kur.
Von den Dingern habe ich keine mehr genommen,hatte aber noch ca. 10 Tage damit zu kämpfen.
Mir ging es dann wieder relativ gut, aber....ich konnte nicht mehr so weit Auto fahren.
Je weiter ich von zu Hause wegfuhr, um so schlechter ging´s mir.
Herzrasen, Schweißausbrüche, generell ein Unwohlsein.
Hin und wieder konnte ich mich auch nicht so lange bei anderen Leuten aufhalten,da bekam ich Hummeln im Hintern, wurde ganz unruhig.
Somit verging das erste Jahr.
So ca. 2-3 Wochen vor Ostern 1999
hatte ich meine erste richtige Panikattacke, das wurde mir aber erst später bewusst.
Ich stand mit meiner Mutter bei mir im Aufzug,als noch jede Menge Leute zusteigen wollten.
Das wurde mir zu voll, und ich lief die eine Etage nach unten.
Dort wurde mir auf einmal total übel und schwindelig.
Meine Mutter musste mich festhalten, damit ich nicht umfalle und wir sind dann irgendwie wieder nach oben gefahren.
Ich legte mich hin,nahm meine Kreislauftropfen,aber es wurde nicht wirklich besser.
Ich war innerlich am Zittern und am frieren.
Meine Mutter setzte mich vor die Wahl,entweder ich lasse mich ins Krankenhaus bringen,oder sie lässt mich hier liegen.
Da willigte ich, wohl oder übel, ein.
Ich war dann von Donnerstags bis Dienstags im Krankenhaus, wo man mir nahelegte mich verlegen zu lassen
in eine psychosomatische Klinik.
Auch diesmal willigte ich ein, denn ich hatte ja nicht wirklich eine Wahl.
Dort war ich dann 1 Woche,habe mich auf eigenen Wunsch entlassen lassen.
Das haben die nicht so gerne gemacht,aber das war mir egal,
denn dort hätte ich nur nen Schlag weg bekommen.
Dazu muß ich sagen, das diese Krankenanstalten in ganz Deutschland bekannt sind und auch einen guten Ruf haben.
Da spricht ja auch nichts gegen, aber.....ich befand mich auf einer offenen psychatrischen Station,die keine Ähnlichkeit mit einem Krankenhaus hatte.
Es waren kleine, kalte Zweibettzimmer mit Waschbecken,davon ca. 10 Stück, ein Aufenthaltsraum, ein Raucherzimmer,
2 Toiletten und ein Waschraum am ganz anderen Ende.
Das schlimmste waren aber die Leute von denen ich umgeben war.
Es waren 2-3 nette dabei, die waren aber auch nicht depressiv und schwebten(weil sie so zugedröhnt waren)nicht wie die anderen durch die Räume.
Der Rest stand völlig neben sich,und auf der Nachbarstation waren die Härtefälle.
Hier musste ich weg !!!
Ich war dann wieder zu Hause, da kam das nächste Problem!
Ich traute mich nicht aus dem Haus.
Das ging ca. 1/4 Jahr so, dann kam einene Bekannte,die bei meinem Arzt arbeitet,und der ich dafür zu tiefst dankbar bin,und gab mir 1x/Woche Fluspi 1,5, eine angstlösende Spritze, die bei mir keinerlei Nebenwirkungen hatte.
Nach ca. der 3. Spritze gings mit mir Bergauf,ich setzte mich langsam wieder ins Auto,
und fuhr ein paar Meter,aber es wurde ständig mehr.
Dann fuhr ich, wenn auch erst immer in Begleitung meiner Schwester, selber zum Arzt und holte mir dort die Spritze ab.
Von da an ging´s mir verhältnismäßig gut.
Ich durchbrach Schritt für Schritt meine Grenzen, und fuhr nach 2 Jahren sogar, endlich, fast bis in die City.
Vom 23.11.99 - 4.1.2000 war ich dann zur Kur, in der Klinik Flachsheide in Bad Salzuflen.
Dazu kann ich nur sagen, die hat mir meines Erachtens nach nicht wirklich etwas gebracht.
Meistens gammelte ich ab kurz nach Mittag auf meinem Zimmer oder in der Halle rum.
Mir war größtenteils stinklangweilig, aber das ging nicht nur mir so.
Mit den Leuten, mit denen ich mich dort etwas angefreundet habe,ging es auch so.
Wir waren einstimmig der Meinung, das man z.B. auch am Wochenende oder nach den verordneten Anwendungen den Fitnessraum benutzen darf.
Das ging aber leider nicht.
Der Hit, ich bin gesund entlassen worden!!!
Na ja, als ich dann wieder zu Hause war, habe ich als Erstes ausgiebig gefrühstückt,
denn dort hatte ich nie Hunger, nicht mal auf Süßigkeiten,und das will schon was heissen!
Dann setzte ich mich ins Auto, und probierte meine Grenzen aus.
Die hatten sich aber nicht geändert, weder zum Vor.- noch zum Nachteil.
Stück für Stück habe ich sie aber durchbrochen, wenn auch nicht immer alleine, aber das ist ja egal.
Ich fuhr z.B. alleine zu einem ca. 10 km entfernten Bekleidungsmarkt,das war für mich ein riesiger Schritt.
Mir ging es also bis Mai super gut.
Dann war ich an einem Montag mit meiner Schwester in einem großen Lebensmittelmarkt.
Dort wurde mir an der Kasse etwas komisch, aber das war nicht ungewöhnlich, denn die Luft dort war total ätzend und draußen war´s sehr warm,
und ich habe seit Jahren Kreislaufbeschwerden.
Ich nahm dann im Auto mein Kreislaufmedikament, und wir fuhren nach Hause.
D. h. stimmt nicht ganz, meine Schwester musste noch "schnell" ein Teil aus dem Laden bei uns um die Ecke holen.
Die Betonung liegt auf ein Teil und schnell!!!
Aber sie kam und kam nicht wieder.
Ich war drauf und dran zu fahren, denn ich hatte ständig das Gefühl, ich trete gleich weg.
So ca. nach einer viertel Stunde kam sie dann doch schon raus!
Ich stand völlig neben mir.
Ich wusste kaum,wie ich nun noch den Weg bis in die Wohnung kommen sollte, habe es aber irgendwie geschafft.
Oben angekommen, gings so langsam wieder.
Am nächsten morgen bin ich dann zu meiner Ma gegangen.
(Siewohnt nur ein Haus weiter)
Dort in der Wohnung überkam mich wieder dieses Gefühl, "ich muß hier raus"!
Ich nahm mein Kreislaufmedikament, schnappte mir eine Flasche Sprudel, und schlich nach hause!
Bloß nicht umfallen!!!
Seit diesem Tag war ich nicht mehr großartig vorm Haus!
Gut, hin und wieder mal bis zum Auto, oder in Richtung meiner Ma, aber weiter nicht, und eben auch nicht immer.
Außerdem kann ich auch nicht immerso gut Leute um mich herum haben.
.•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•.
Ich kann wieder gut Leute um mich herum haben,was schon ein riesen Fortschritt für mich ist, wenn ich bedenke, das ich teilweise schon beim bloßen Gedanken, das Besuch kommt, die Panik bekommen habe.
Außerdem habe ich zwischendurch auch schon mal wiederan meinem Motorrad rumgeschraubt.
Aber das waren leider nur 7 Tage 2003 dann ging wieder nix mehr...
Aber so langsam wird es Zeit das ich auch mal wieder damit fahre.....
.•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•.
Mittlerweile hat sich einiges getan,zum Glück
Es kein Problem mehr, wenn bei mir mal jemand sein Kind und / oder Hund
parkt, oder so ;-)
Oder auch mal woanders ne Runde Monopoly spielen, e.c.t.
Was eine Verhaltenstherapie nicht alles so bewirken kann.
Das Problem ist "bloß" jemanden zu finden, der Hausbesuche macht,und da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Der eine macht grundsätzlich keine, der Andere macht welche, aber nur bei Patienten dieer/sie schon kennt.
Dann wird man noch gefragt, ob man dennnicht mal für´s 1. Gespräch vorbeikommen kann!?
Hallo, die versteh´n wohl den eigenen Job nicht,wenn man denn raus könnte, brauch man doch niemanden der Hausbesuche macht, oder!?
Naja, was soll´s, nun habe ich nach 100 Jahren doch noch wen gefunden, aber das auch mehr durch einen Zufall.
Danke Danke Danke
In der ganzen Zeit, seit ich diese Angst und Panik habe,musste ich auch feststellen, wer oder was Freunde sind.
Man bekommt dann manchmal Sprüche an den Kopf geworfen,die ich hier jetzt nicht wiedergeben möchte, aber meine beste Freundin ist in dieser Zeit meine Schwester geworden.
Wenn ich sie und meine Ma nicht hätte, wäre ich ganz schön aufgeschmissen, und ich bin den beiden auch sehr dankbar dafür.
Ansonsten kann ich die Leute an eine Hand abzählen, die von den alten Freunden übrig geblieben sind, aber ich denke, der Tag wird kommen,
an dem auch die Anderen mal was haben,dann werde ich mir ins Fäustchen lachen;-)
Außerdem sind mir dann Leute lieber, die mich in letzter Zeit kennengelernt haben, und trotzdem nehmen wie ich bin...
Ich denke das größte Problem ist ja, man sieht einem das ja nicht an.Ergo, was man nicht sieht, gibt es auch nicht!?
Naja, aber ich denke ,da steht man drüber ;-)
Also, mittlerweile geht´s mir echt blendend.
Ich gehe natürlich wieder raus,auch wenn mir der Aktionsradius noch nicht reicht......
Aber nun gut, meine Ungeduld........
Mache momentan(schon seit einiger Zeit)so eine Art Verhaltenstherapie,wo mir aber das ein oder andere gegen den Strich geht,und ich mir immer mal wieder selbst im Weg stehe...wie so oft....nehme mir etwas fest vor,und dann gehts eh in die Hose;-(
Muß mich halt in Geduld üben(oder es versuchen)und kleine Schritte machen....
Nach den Sommerferien gibt´s es hoffentlich eine neue Psychotherapeutin,und dann mal schauen..
.(die kommt mittlerweile seit nem Jahr /seit06)
Dafür ist die nächste große Sache schon geplant.......
Aber was solls,man kann sich auch so drüber freuen,
wieder aktiv am Leben teilnehmen zu können,und wer weiß,
vielleicht überkommt es mich ja doch noch irgendwann,mit den Leuten, die mir geblieben & denen die neu hinzugekommen sind,zu feiern.
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Ich gehe, dank der neuen Therapeutin wieder unter Leute, habe wieder ein Auto, aber stosse leider immer wieder an meine Grenzen.
Hilfreich ist es dann sichr auch nicht zu hören "stell Dich mal nicht so an" oder mach dies oder jendes dich"einfach":
.•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•.
Ich danke den Leuten, die mir geblieben sind, und vor allem meinem Eumel, der mich nimmt wie ich bin,
und mich gar nicht "gesund "kennengelernt hat.
Also, hier seht ihr, nicht alle Krankheiten, die man nicht sehen kann, so wie nen gebrochenes Bein oder ähnliches, gibt es nicht.
Man sollte sich im Zeitalter des Internet´s mal drüber informieren, wenn man von jemandem "unglaubwürdige"
Krankheitssymtome erzählt bekommt.
In diesem Sinne
.•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•. .•:*¨¨*:•.
Danke für´s Lesen
Eule



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