Erfahrungsbericht von abutilon
Auf den Hund gekommen......
Pro:
Schon wieder neue Erfahrungen und viel Spaß
Kontra:
noch mehr Störungen in der Nacht
Empfehlung:
Ja
Anfangs der 2. Woche fuhren wir ins Valle Gran Rey.
Nachdem wir unsere Einkaufe erledigt hatten, gingen wir in die Bar Azul um wieder mal fürstlich zu speisen. Früher war es ja hier im Vergleich richtig teuer. Inzwischen allerdings zahlt man hier für das solomillo con salsa pimiento verde glatt 1-2 Euro weniger als in anderen Lokalitäten. Geschmacklich aber ist es immer noch einsame Spitzenklasse.
Nach einem Festmahl machten wir uns wieder auf den Weg - über den Berg nach Hause.
Am Haus angekommen lud Liebster die Einkäufe aus und ich wollte schon mal die Gartentüre aufschließen. Ich muss dazu erwähnen, die ist über Mannshoch und somit nicht einsehbar.
Gerade wollte ich den Schlüssel ins Schloss stecken, da schreckte ich zurück. Mit tiefem Knurren warf sich etwas von ihnen an die Türe.
„Schaaaaatz kommst du mal, da ist ein Monstervieh auf der Terrasse „ rief ich verängstigt. Für solche Fälle greift man doch gerne auf den kräftigen tapferen Mann an seiner Seite zurück.
Mit Bambusstecken und Besen bewaffnet, öffneten wir vorsichtig das Tor. Und da stand es, das Monster:
ein 2 Pfundhund guckte uns schüchtern und verschreckt entgegen.
„Gofio??“ rief ich versuchshalber fragend, schließlich hatte ich den Hund ja schon mal auf einem Foto von Gisela gezeigt bekommen. Als der 3 Käse hoch seinen Namen hörte, war er begeistert und das Eis war gebrochen. Hechelnd und kläffend sprang er an uns hoch.
Oh je - was frisst ein Hund? Kurzerhand beschloss ich ihn mit Katzenfutter zu verpflegen.
Am nächsten Morgen weckte uns nicht nur Hermann Franz von Hahn, sondern auch unser ausgerissener Heimkehrer.
Toll – jetzt waren wir wirklich auf den Hund gekommen.
Wir wussten nämlich nicht, wo Gisela den Hund in Pflege hatte und bei uns gemeldet hat sich auch keiner. Ausgeschmiert!
Wir also Hundewurst und Hundefutterdosen im Dorf gekauft und erwartungsvoll serviert.
Gofio rümpfte sein Näschen und meinte BÄÄÄÄ und fraß weiterhin Katzenfutter. So wurden die geöffneten Hundefutterreste als Notlösung an unseren Müllschlucker sprich Hühnerschar verfüttert.
Gofio hatte andere Leidenschaften. Als echter Gomero liebte er Käse und Erdnüsse, aber auch trockene Brotstückchen oder Kekse waren gerne gesehen. Und eben Katzenfutter!
Lizzy war darüber sooo frustriert, dass sie uns ins Bett gekotzt hat. Gott sei Dank war ich da eh gerade in der Pampa – sonst hätte ich mich dorthin gebiemt.
Schatz beseitigte erfolgreich die Sauerei und Lizzy erhielt Hausverbot. Als ich mit reicher Ernte ( Feigen ) vom Feld zurückkam, erzählte er mir die Geschichte. Ich liebe Männer mit Initiative und zum Dank wurde er mit zuckersüßen Feigenfrüchten verwöhnt und gelobt ob seiner Tatkraft.
Dann sammelte ich noch ein paar Kakteenfrüchte zum Test und halbierte sie. Der Geschmack riss uns nicht vom Hocker und so habe ich sie feierlich auf einem alten Dachziegel den Hühnern serviert. Die fanden diese weitere Bereicherung ihres Speiseplans toll und legten noch mehr Eier.
Wann immer ich Ente Tio Paco mit alten Brotresten besuchte, begleitete mich jetzt Gofio. Die beiden sind dicke Freunde, obwohl der Hund mit Begeisterung der Ente das Futter wegfrisst.
Ist schon drollig, wenn einem auf Schritt und Tritt eine Ente naachwatschelt und ein Hund durch die Füße tollt.
Nur der Reiher, der ab und zu auch im Wasserbecken fischte, traute den Menschen ( berechtigterweise ) nicht und flog bei jeder Näherung davon. Ich konnte ihn kein einziges Mal aufs Bild bannen.
Dafür ließen sich auf der Terasse die Eidechsen gerne mit Fruchtstückchen locken – natürlich nur wenn Lizzy und Gofio auf Wanderschaft waren.
Einmal konnte ich auch einen kleinen grünen Frosch retten. Als ich Giselas leere Flaschensammlung näher in Augenschein nahm, sah ich in einer einen gestrandeten Frosch.
Der arme Kerl saß buchstäblich auf dem Trockenen. Also habe ich etwas Wasser eingefüllt und die Flasche in den Garten gelegt.
Am nächsten Tag war sie leer und beim Gießen traf ich meinen kleinen Grünling in einem Cannablatt wieder. Ich habe ihn allerdings nicht abgeknutscht – Grimms hin oder her – schließlich habe ich ja meinen Traumprinzen schon eine ganze Weile gefunden.
Gofios Lieblingsspielzeuge waren der Handfeger und eine abgeschnittene 5l Wasserflasche. Die wurde mit Getöse auf der Terrasse rumgeschoben und gebeutelt. Manchmal verschwand der halbe Hund kopfüber in dem Teil und nur das zappelnde Hinterteil guckte noch raus. Zu drollig. Allerdings kann man sich kaum vorstellen wie viel Lärm so ein bisschen Hund und Plastik fabrizieren können. Abends wurde es doch zur Sicherung der Nachtruhe außer Reichweite gestellt.
Die Zeit verging uns jedenfalls wie im Fluge und viel zu schnell stand Gisela wieder vor der Türe. Wir hatten uns viel zu erzählen und sie staunte nicht schlecht, dass auch Gofio schon zu Hause war. Lizzy war auch froh ihr Frauchen wieder zu sehen, schließlich hatten wir sie zwangsweise ausquartiert und nachtaktiviert und uns auch von den zahlreichen Mäuschen, die sie uns als Liebesgabe und Versöhnungsgeschenk auf die Schwelle gelegt hatte, nicht erweichen lassen. My home is my castle.
Den veränderten Speiseplan der Hühner fand Gisela witzig und versprach, sie auch in Zukunft mit solchen Sachen zu verwöhnen.
Wir aber mussten Koffer packen und uns von unserer geborgten Viecherei verabschieden.
Das fiel uns ziemlich schwer und nur der Gedanke an ungestörtes Ausschlafen war ein Silberstreif am Horizont.
Jedenfalls wusste Gisela beim Abschied genau, dass sie ganz sicher ein paar willige Tiersitter zur Verfügung hat, wenn sie mal wieder urlaubsreif ist.
So nun habt ihr einen Einblick in unsere Urlaubserlebnisse erhalten und ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt.
Es grüßt euch recht herzlich abutilon ( die von ihrer Viecherei träumt )
Nachdem wir unsere Einkaufe erledigt hatten, gingen wir in die Bar Azul um wieder mal fürstlich zu speisen. Früher war es ja hier im Vergleich richtig teuer. Inzwischen allerdings zahlt man hier für das solomillo con salsa pimiento verde glatt 1-2 Euro weniger als in anderen Lokalitäten. Geschmacklich aber ist es immer noch einsame Spitzenklasse.
Nach einem Festmahl machten wir uns wieder auf den Weg - über den Berg nach Hause.
Am Haus angekommen lud Liebster die Einkäufe aus und ich wollte schon mal die Gartentüre aufschließen. Ich muss dazu erwähnen, die ist über Mannshoch und somit nicht einsehbar.
Gerade wollte ich den Schlüssel ins Schloss stecken, da schreckte ich zurück. Mit tiefem Knurren warf sich etwas von ihnen an die Türe.
„Schaaaaatz kommst du mal, da ist ein Monstervieh auf der Terrasse „ rief ich verängstigt. Für solche Fälle greift man doch gerne auf den kräftigen tapferen Mann an seiner Seite zurück.
Mit Bambusstecken und Besen bewaffnet, öffneten wir vorsichtig das Tor. Und da stand es, das Monster:
ein 2 Pfundhund guckte uns schüchtern und verschreckt entgegen.
„Gofio??“ rief ich versuchshalber fragend, schließlich hatte ich den Hund ja schon mal auf einem Foto von Gisela gezeigt bekommen. Als der 3 Käse hoch seinen Namen hörte, war er begeistert und das Eis war gebrochen. Hechelnd und kläffend sprang er an uns hoch.
Oh je - was frisst ein Hund? Kurzerhand beschloss ich ihn mit Katzenfutter zu verpflegen.
Am nächsten Morgen weckte uns nicht nur Hermann Franz von Hahn, sondern auch unser ausgerissener Heimkehrer.
Toll – jetzt waren wir wirklich auf den Hund gekommen.
Wir wussten nämlich nicht, wo Gisela den Hund in Pflege hatte und bei uns gemeldet hat sich auch keiner. Ausgeschmiert!
Wir also Hundewurst und Hundefutterdosen im Dorf gekauft und erwartungsvoll serviert.
Gofio rümpfte sein Näschen und meinte BÄÄÄÄ und fraß weiterhin Katzenfutter. So wurden die geöffneten Hundefutterreste als Notlösung an unseren Müllschlucker sprich Hühnerschar verfüttert.
Gofio hatte andere Leidenschaften. Als echter Gomero liebte er Käse und Erdnüsse, aber auch trockene Brotstückchen oder Kekse waren gerne gesehen. Und eben Katzenfutter!
Lizzy war darüber sooo frustriert, dass sie uns ins Bett gekotzt hat. Gott sei Dank war ich da eh gerade in der Pampa – sonst hätte ich mich dorthin gebiemt.
Schatz beseitigte erfolgreich die Sauerei und Lizzy erhielt Hausverbot. Als ich mit reicher Ernte ( Feigen ) vom Feld zurückkam, erzählte er mir die Geschichte. Ich liebe Männer mit Initiative und zum Dank wurde er mit zuckersüßen Feigenfrüchten verwöhnt und gelobt ob seiner Tatkraft.
Dann sammelte ich noch ein paar Kakteenfrüchte zum Test und halbierte sie. Der Geschmack riss uns nicht vom Hocker und so habe ich sie feierlich auf einem alten Dachziegel den Hühnern serviert. Die fanden diese weitere Bereicherung ihres Speiseplans toll und legten noch mehr Eier.
Wann immer ich Ente Tio Paco mit alten Brotresten besuchte, begleitete mich jetzt Gofio. Die beiden sind dicke Freunde, obwohl der Hund mit Begeisterung der Ente das Futter wegfrisst.
Ist schon drollig, wenn einem auf Schritt und Tritt eine Ente naachwatschelt und ein Hund durch die Füße tollt.
Nur der Reiher, der ab und zu auch im Wasserbecken fischte, traute den Menschen ( berechtigterweise ) nicht und flog bei jeder Näherung davon. Ich konnte ihn kein einziges Mal aufs Bild bannen.
Dafür ließen sich auf der Terasse die Eidechsen gerne mit Fruchtstückchen locken – natürlich nur wenn Lizzy und Gofio auf Wanderschaft waren.
Einmal konnte ich auch einen kleinen grünen Frosch retten. Als ich Giselas leere Flaschensammlung näher in Augenschein nahm, sah ich in einer einen gestrandeten Frosch.
Der arme Kerl saß buchstäblich auf dem Trockenen. Also habe ich etwas Wasser eingefüllt und die Flasche in den Garten gelegt.
Am nächsten Tag war sie leer und beim Gießen traf ich meinen kleinen Grünling in einem Cannablatt wieder. Ich habe ihn allerdings nicht abgeknutscht – Grimms hin oder her – schließlich habe ich ja meinen Traumprinzen schon eine ganze Weile gefunden.
Gofios Lieblingsspielzeuge waren der Handfeger und eine abgeschnittene 5l Wasserflasche. Die wurde mit Getöse auf der Terrasse rumgeschoben und gebeutelt. Manchmal verschwand der halbe Hund kopfüber in dem Teil und nur das zappelnde Hinterteil guckte noch raus. Zu drollig. Allerdings kann man sich kaum vorstellen wie viel Lärm so ein bisschen Hund und Plastik fabrizieren können. Abends wurde es doch zur Sicherung der Nachtruhe außer Reichweite gestellt.
Die Zeit verging uns jedenfalls wie im Fluge und viel zu schnell stand Gisela wieder vor der Türe. Wir hatten uns viel zu erzählen und sie staunte nicht schlecht, dass auch Gofio schon zu Hause war. Lizzy war auch froh ihr Frauchen wieder zu sehen, schließlich hatten wir sie zwangsweise ausquartiert und nachtaktiviert und uns auch von den zahlreichen Mäuschen, die sie uns als Liebesgabe und Versöhnungsgeschenk auf die Schwelle gelegt hatte, nicht erweichen lassen. My home is my castle.
Den veränderten Speiseplan der Hühner fand Gisela witzig und versprach, sie auch in Zukunft mit solchen Sachen zu verwöhnen.
Wir aber mussten Koffer packen und uns von unserer geborgten Viecherei verabschieden.
Das fiel uns ziemlich schwer und nur der Gedanke an ungestörtes Ausschlafen war ein Silberstreif am Horizont.
Jedenfalls wusste Gisela beim Abschied genau, dass sie ganz sicher ein paar willige Tiersitter zur Verfügung hat, wenn sie mal wieder urlaubsreif ist.
So nun habt ihr einen Einblick in unsere Urlaubserlebnisse erhalten und ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt.
Es grüßt euch recht herzlich abutilon ( die von ihrer Viecherei träumt )



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