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Erfahrungsbericht von Donline

Wie du kannst nicht lesen und schreiben?! - Analphabetismus

Pro:

Es gibt kein Pro wenn man nicht lesen und schreiben kann

Kontra:

Alles am Analphabetismus

Empfehlung:

Nein

Es ist schon komisch über ein Thema zu schreiben, dass die, welche es angeht, ja nicht lesen können. Denn das ist ja ein Teil des Analphabetismus um den es hier gehen soll.

Zum besseren Verständnis noch einmal kurz was Analphabetismus eigentlich ist.
Auf unserer Erde leben etwa 6 Milliarden Menschen, von denen laut der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) rund 20% nicht lesen und schreiben können. Das sind also mehr als eine Milliarde Menschen, eine unvorstellbar große Zahl. Viele haben nicht die Möglichkeit eine Schule zu besuchen, weil diese fehlen oder aber es gibt wirtschaftliche Gründe wie Armut in der „dritten Welt“, wo die Menschen früh zur Arbeit gezwungen sind.

Aber wer jetzt glaubt es gäbe das nur in den armen Ländern, der irrt gewaltig. In Deutschland wird die Zahl der Analphabeten auf 4 Millionen geschätzt. Menschen also die entweder gar nicht lesen und schreiben können oder eine Schreib-, Leseschwäche haben. Eine erschreckend hohe Zahl für dieses Land, in der ein Mensch ohne diese Kenntnisse praktisch im Abseits steht.

Was kann man dagegen tun?

Wenn wir mal von unserer Gesellschaft ausgehen, so sind Analphabeten natürlich im Nachteil. Jemand der schlecht lesen und schreiben kann, wird kaum einen Job finden und hat es auch sonst nicht leicht im Leben.

Da sind natürlich in erster Linie die Eltern gefragt, die früh anfangen sollten sich mit den Kindern zu beschäftigen. Dabei helfen Lernspiele bei denen man mit Buchstaben Wörter bilden muss. Scrabble ist zwar eher für den fortgeschrittenen Leser, aber auch hiermit lassen sich wunderbare Ergebnisse erzielen, spielerisch mit dem Wort umzugehen. Für den Anfang sollten sich die Kleinen aber erst mal mit den Buchstaben vertraut machen. Man darf auch keine Wunder erwarten, aber wenn man seinem Kind schon mal beigebracht hat seinen eigenen Namen lesen und schreiben zu können, dann ist das schon eine Leistung. Leider scheitert es bei manchen Eltern schon daran, dass sie selber nicht gut lesen und schreiben können. Ja, manche Papas und Mamas sind leider auch nicht so gut im Lesen und das kann schon apokalyptische Ausmaße für die Kinder annehmen. Sogar Präsident Kennedy soll in frühen Jahren eine Leseschwäche gehabt haben.

Als nächstes ist eine gute Schulbildung natürlich maßgeblich an einer nicht Verbreitung des Analphabetismus beteiligt. Auch hier ist es m.E. wichtig das Wort und Schrift zunächst spielerisch an das Kind, bzw. den Jugendlichen herangetragen werden.
Der Spaß kann ein wichtiges Instrument im Erlernen von Dingen sein, die man eigentlich nicht gerne tut. Ein Assoziationsspiel z.B. ist im Unterricht eine willkommene Abwechslung und kann zu mehr Verständnis von Zusammenhängen führen. Auch das Diktat, von mir auch nicht gerade geliebt, ist ein Weg Worte durch zuhören schnell und präzise zu erfassen und zu Papier zu bringen.

Noch besser ist natürlich ein Aufsatz, der ein vom Schüler selbstgewähltes Thema nutzt. Es macht sicher mehr Spaß über etwas zu schreiben worüber man gerne schreibt, als es sich von anderen (z.B. Klassenkameraden oder Lehrer) vorschreiben zu lassen. Abgucken ist erlaubt, aber eine eigene Meinung und Erfahrungen sind natürlich viel mehr Wert.

Laut lesen ist auch ein guter Tipp. Wenn man sich nämlich selber hört, wird das gelesene noch besser begreiflich und transparenter. Außerdem können die Eltern so besser kontrollieren, wie weit Ihre Sprösslinge schon sind.

Eine sehr verbreitete Form des Analphabetismus ist die Legasthenie. Hierbei können die Menschen sehr wohl lesen und schreiben, aber es dauert ziemlich lange bis sie begreifen worum es geht. Das zu Papierbringen eines Satzes artet in ein schier unlösbares Problem aus. In meiner Klasse gab es solche Schüler und die waren keineswegs zu beneiden, weil sie ständig versuchen mussten die Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen. Mal fehlten welche, dafür waren an anderer Stelle zu viele. Anfangs haben wir darüber gelacht, aber Lustig ist das ganz und gar nicht. Wir haben dann Angefangen ihnen zu helfen. Wenn etwas falsch war machten wir sie darauf aufmerksam. Mit der Zeit wurde es besser und die Schrift flüssiger. Auch der Lesefluss wurde zunehmend besser.

Dieser Art von Analphabetismus ist allerdings nur schwer bei zu kommen, wenn sie viel zu spät erkannt wird. Bei vielen bemerkt man es erst recht spät. Durch Krankheit oder Unfall hervorgerufen, beinhaltet sie oft auch eine Sprachstörung. Hier kann eigentlich nur noch ein guter Therapeut (Logopäde) helfen.


Analphabetismus bei Erwachsenen

Für einen Erwachsenen ist es natürlich besonders schlimm, wenn er nicht lesen und schreiben kann. Wie oben schon erwähnt wird es kaum möglich einen Beruf zu erlernen. Es folgt der soziale Abstieg, kaum Freunde und Bekannte.
So klein die Akzeptanz dieser Menschen in der Gesellschaft, genauso klein ist Ihr Bedürfnis sich einzugestehen das sie unter Analphabetismus leiden.

Sicher kann ich lesen und schreiben, kann ich Dir auch beweisen!

Leider können die meisten von Ihnen nicht mal Ihren Namen ordentlich zu Papier bringen. Es ist sehr schwer diese Menschen wieder in eine Schulbank zu bewegen, obwohl sie durch Ihre Schwäche im Grunde isoliert sind. Wenn Ihr so jemanden kennt, versucht sie/ihn dazu zu bewegen wieder zu lesen, bzw. das Lesen und schreiben zu erlernen.

Zu diesen schweren Fällen, kommen noch die Lesefaulen hinzu. Es gibt einfach eine Menge Menschen die sich einfach nicht die Mühe machen ganze Texte zu lesen. Warum auch, wozu gibt es das Fernsehen und eventuell noch das Radio?
Lesen? Na, ja vielleicht mal in der Zeitung blättern, aber sonst?

Wie alles was man im Leben nicht braucht verkümmert das Gehirn, wenn es nicht ordentlich angeregt wird mit der Zeit. Lesen ist also nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Lebens, sondern trägt meiner Erfahrung nach auch zu einem längeren und schöneren Leben bei. Lesen heißt verstehen, sich auseinandersetzen mit den Dingen die man liest. Beim Lesen muss man sich konzentrieren und z.T. sehr genau aufpassen. Fernsehen und Radio hingegen dudeln meistens mit geballter Kraft und lassen sich auch beim Bügeln oder scrollen mit der Maus gut ertragen ohne das es wirklich was bringt.


Das Problem der „dritten Welt“

Die armen Nationen haben natürlich das größte Problem mit dem Analphabetismus. Ihnen zu helfen ist sehr schwer. Vor allem Mädchen sind es, die dort keine Chance auf eine anständige Schulbildung erhalten. Erstens weil sie leider in vielen Ländern noch wie unbrauchbare Kreaturen behandelt werden, zweitens weil es sich die Menschen dort nicht leisten können, bzw. eine Schule überhaupt nicht vorhanden ist.
Für diese Menschen ist es ein Teufelskreis.

Kein Geld, keine Schule.
Keine Schule, keine Ausbildung.
Keine Ausbildung, ein schlechter Job
Ein schlechter Job, kein Geld.

Dagegen tun könnte man etwas mit Spenden um bessere oder überhaupt erst mal Schulen zu errichten. Ob das Geld allerdings je seinen Bestimmungsort erreicht ist fraglich, zumal in vielen dieser Gebiete Bürgerkriege herrschen oder die Lebensbedingungen im Allgemeinen schlecht sind. Aber die Hilfsorganisationen, allen voran die UNESCO mit der UNO zusammen, arbeiten mit allen Mittel daran den Analphabetismus zu besiegen.


Lasst uns nicht ruhen, bis wir den Analphabetismus von der Erde verbannt haben

Kofi Annan (Uno Generalsekretär 1996 - )



© Donline 05.01.2003 für Yopi
© Donline 27.10.2002 für Ciao

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