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Erfahrungsbericht von FrauNeedle

Was haben Aschenputtel und Rhodope gemeinsam?

Pro:

Märchen können doch wahr werden :-)

Kontra:

noch nichts ;-)

Empfehlung:

Nein

Wer kennt es nicht, das Märchen vom Aschenputtel?
Die Mutter war gestorben und bald darauf nahm der Vater eine neue Frau. Sie brachte zwei böse Stiefschwestern mit. Das Mädchen musste fortan das Haus sauber halten und weil es immer schmutzig war von der Arbeit, wurde es Aschenputtel genannt.
Eines Tages gab der König einen Ball um eine Braut für seinen Sohn zu finden. Auch Aschenputtel erschien auf diesem Fest und wie es der Zufall so will, verliebt sich der junge Prinz in sie. Doch Aschenputtel hatte es nur einem Zauber zu verdanken, dass sie auf den Ball erscheinen konnte und musste um Mitternacht wieder zurück sein. Als sie das Schloss verließ, verlor sie einen Schuh und der Prinz ließ im ganzen Land nach dem Mädchen suchen, zu dem der Schuh passte. So fand er Aschenputtel und sie heirateten und lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

So ist meine Kurzform von dem schönen Märchen und das Wichtigste wurde von mir erwähnt, nämlich dass Aschenputtel den Schuh verlor und der Prinz im ganzen Land nach dem passenden Mädchen dazu suchen ließ.
Später solltet ihr euch an diese Details erinnern...

Die Brüder Grimm
Jakob Ludwig Karl Grimm, geboren am 4. Januar 1785 in Hanau.
Wilhelm Karl Grimm, geboren am 24. Februar 1786 in Hanau.
Ihre Jugendzeit verbrachten sie in Steinau und besuchten das Friedrichsgymnasium (früher Lyceum Fridericianum) in Kassel, in dem auch Kaiser Wilhelm II. gelernt hatte. 1829 waren sie Professoren in Kassel, bis sie am Protest der \"Göttinger Sieben\" teilnahmen.
1837 – König Ernst August von Hannover verkündet die Aufhebung der Verfassung von 1833 und alle königlichen Diener wurden von ihrem Eid enthoben. Sieben Universitätsprofessoren aus Göttingen (deshalb die „Göttinger Sieben“) protestierten dagegen. Sie wurden dafür abgesetzt und einige sogar des Landes verwiesen. Darunter auch die Gebrüder Grimm.
Seit ca. 1840 lebten die Brüder Grimm in Berlin. Wilhelm starb am 16.12.1859 und Jakob starb am 20.9.1863, beide in Berlin.

Von 1812-1815 schrieben sie Kinder und Hausmärchen, danach von 1816-1818 machten sie sich an deutsche Sagen heran.
Die bekanntesten Märchen waren:
Aschenputtel, Brüderchen und Schwesterchen, das Märchen vom Schlaraffenland, das tapfere Schneiderlein, der Froschkönig, der Hase und der Igel, der gestiefelte Kater, die Bremer Stadtmusikanten, die Gänsemagd, Sterntaler, die goldene Gans, die zertanzten Schuhe, Dornröschen, Hans im Glück, König Drosselbart (mein absolutes Lieblingsmärchen), Rapunzel, Schneewittchen, Rotkäppchen, Rumpelstilzchen, Schneeweißchen und Rosenrot, Tischlein deck dich und viele, viele mehr.
Auch Sagen gab es unzählig viele, doch davon sind mir auf dem ersten Blick keine bekannt.

Ich möchte nun in diesem Bericht ja nur auf das Märchen Aschenputtel eingehen. Haben das nun die Gebrüder Grimm erfunden und niedergeschrieben? Oder gab es das Märchen schon vorher? Was hat es nun mit dem Aschenputtel auf sich?

Eine sehr wichtige Rolle in dem Märchen spielt der Schuh, der ja auch gleichzeitig als Erkennungszeichen diente. Und eben dieser Schuh führt uns zuerst nach Griechenland...

Eine alte griechische Legende erzählt, dass vor etwa 4500 Jahren eine Kurtisane namens Rhodope (die Rosen-Wangige) gerade beim Baden war, als ein Adler daher geflogen kam und ihr einen Schuh stahl. Mit diesem Schuh im Schnabel flog er nach Ägypten und ließ ihn direkt in den Schoß des dort herrschenden Königs fallen. Dem König hatte dieser kleine und schöne Schuh es so angetan, dass er sich ungesehen in dessen Besitzerin verliebte und sie überall suchen ließ. Nachdem Rhodope endlich gefunden war, heirateten die beiden....
Na... fällt euch die Ähnlichkeit auf? ;-)

Man stellte aber auch die Überlegung an, ob die Geschichte nicht vielleicht aus China stammt, da immer wieder von einem sehr kleinen, zierlichen und schönen Schuh die Rede ist und man ja weiß, dass in China die Frauen mit sehr kleinen Füßen verehrt wurden und auch noch werden.

Aschenputtel gibt es in vielen verschiedenen Versionen. In Deutschland ist es „Aschenputtel“, in England „Cinderella“, in Frankreich „Cendrillon“, in Dänemark \"Hasselbroder\" oder in Skandinavien „Askungen“ (Aschenkind).
Jedes Land hat seine eigene Aschenputtel-Version, die mit einem eigenen „Aroma“ versehen ist. Laut einer umfassenden Untersuchung gab es bereits im Jahre 1893 345 Aschenputtel- / Cinderella-Geschichten und heute sind es garantiert noch mal einige mehr.

Da ich vor kurzem erst wieder den Disney-Film „Cinderella“ mit meinen Kindern angesehen habe und dann noch in dem Buch, welches ich gerade lese, von Rhodope hörte, stöberte ich ein wenig im WWW herum und fand das alles ziemlich interessant. Tja... und so entstand dieser Bericht :-)

Zum Abschluss noch ein paar Worte von W. S. W. Anson:
„Diese Märchen sind keine sinnlosen Geschichten, die zum Vergnügen des Müßiggängers geschrieben wurden; sie verkörpern die tiefe Religion unserer Vorväter.“

Ich danke fürs Lesen - FrauNeedle

41 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Kranich

    22.03.2006, 02:35 Uhr von Kranich
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - *lg* und danke für gute rückbewertungen :-))