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Erfahrungsbericht von kleineswoelkchen

Aller Anfang

Pro:

im Text

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Achja, wie sagte Muttern immer so schön, aller Anfang ist schwer.
Egal, in welcher Lebenslage man diesen satz einbeziehen mag, so kann er doch eigentlich nur zutreffen.

Für mich begann im Jahre 1999 ein neuer Anfang, ein Leben in einer neuen Stadt, weit weg von meiner Familie und den Erinnerungen der letzten 9 Lebensjahre. Hinter mir einfach so die letzten Brücken abgebrochen, um noch einmal ganz neu zu beginnen. Den Glauben an die Liebe, die Hoffnung auf ein ruhiges Leben, all dies lies ich bei meiner Familie zurück.

Es begann...ja... eigentlich ging alles nahtlos über. Am 30.06.1999 stieg ich um 18.32Uhr in den Zug nach Berlin. Pünktlich 18 Uhr habe ich meine letzte Schicht beim alten Arbeitgeber beendet. Noch im Zug hallten mir die Worte hinterher.... komm wieder, hier bekommst du sofort deinen Job wieder....und das Rattern der Räder setzte einen Canon ein. Komm zurück...komm zurück... komm zurück...

Keiner wollte seit April wahrhaben, das ich mit meinem alten Leben brechen mußte, um endlich wieder zu mir zu finden.
Wenn nach 8 Jahren eine der schönsten Beziehungen zwischen zwei Menschen zerbricht, dann hat man wenig Kraft, dies zu verarbeiten. Meine Gedichte halfen mir ein wenig und der langsam beginnende Bekanntheitsgrad als Autorin gab mir die Kraft, mich neu zu besinnen.

Doch das tägliche Einerlei, das Leben in der einst gemeinsam bewohnten Wohnung, die Menschen, die zu unserem Alltag gehörten, all dies zehrte an meinen Kräften, gegen die Sehnsucht anzukämpfen.
Und wenn ich auch jetzt wieder in einer Partnerschaft lebe, so vermisse ich doch so vieles. Vielleicht, weil ich einmal etwas sehr Kostbares besaß und nun Angst habe, wieder Alles zu geben und wieder Alles zu verlieren.

Abends dann, so gegen 23 Uhr, endlich in Berlin, in einer Wohngemeinschaft erst einmal und dann wollte ich weitersehen. So ganz konnte selbst ich mich noch nicht mit dem Gedanken anfreunden, hier in Berlin ein paar Jahre zu leben.

Am nächsten Morgen um 7 Uhr stand ich beim neuen Arbeitgeber und erhielt meine erste Einweisung.
Jetzt schmunzel ich, denn ich erlernte so wie jeder Mitarbeiter alles von vorn. Das ich vorher noch nie im Leben in dieser gastronomischen Einrichtung Essen war, war leider kein Vorteil. Ich kannte keines der zu verkaufenden Produkte.

Mein damaliger Chef setzte meine Ausbildung mit den Worten *aus der wird nie was* ein Gewicht auf, das mich zu erdrücken versuchte. Wenn man eine Managementausbildung erweben will, braucht man die ganze Unterstützung und den Rat der Ausbilder. Doch bekam ich den sehr selten. Niedere Putzarbeiten sollten mein Arbeitsverhältnis beenden.

Doch kannte der Chef noch nicht meinen Willen.
Schon in der ersten Woche lernte ich nebenbei ein perfektes Hochdeutsch nach meinen 8 Stunden schwerer Arbeit. Die Woche danach begann ich mit Buchmaterialstudium für Betriebslehre und jede Woche stellte ich mir selbst eine weitere Aufgabe.

Nach einem Vierteljahr war meine Ausbildungszeit beendet, keine Unterstützung seitens des Chefs und nur mein eigens erworbenes Wissen mußten mir für die Prüfung reichen.
Ich ging als Beste mit 100% Fachwissen und praktischen Ergebnissen nach allen Tests wieder zu meinem Chef.

Nein, ich sagte nichts. Seit diesem Tag glaube ich, habe ich angefangen, mir diesen leicht wissenden Blick anzueignen- ein Blick, wo ich jemanden nur anschauen, die Augenbrauen leicht hebe und dann einfach weggehe, meinen Job eben dann mache. Noch heute, nach drei Jahren, wende ich diesen Blick an. Doch jetzt eben bei den Mitarbeitern. Beruflich habe ich alle Ziele längst erreicht, die ich mir damals setzte. Auch mein Privatleben ist ausgeglichen und ich kann eigentlich nicht klagen. Doch kann ichjedem nur sagen, aller Anfang ist schwer und manchmal ist man schnell gewillt, einfach alles hinzuwerfen und aufzugeben.

Doch gebt nicht so einfach auf, denn man ist oft stärker, als man denkt.

eure andy

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-11 07:00:34 mit dem Titel Abstellkammer der Gefühle

oder wie manch einer die Lounge hier erobert?!

Dies wird kein Lehrbericht, kein Hinweis, ey ihr müst dies und das machen, sonder einfach mal eine Ablage mancher Gedanken.
Und nicht nur ich nutze die offenen Kategorien zum Ablegen und Anregen mancher Gedanken, ich nutze sie, weil sie da sind.

Oft wurden Berichte bewertet, meist mit nutzlos oder weniger nützlich damals, weil man der Ansicht war, dies passt gar nicht in diese Kategorie.

Und jetzt hat jeder die Möglichkeit, seine Gedanken auf Wanderschaft gehen zu lassen und sich in diesen Fächern auszubreiten. Kreativität soll fördern. Darum finde ich die Handhabung und Gliederung auch ganz okay. Eigentlich sind diese Kategorien ein Spielraum, eine Abstellkammer für uns, um uns einmal auf anderen Gebieten zu betätigen.

Sehr schön finde ich, das diese Kategorien auch genutzt werden. Und was meine Bewunderung bekommt, viele können hier in diesen Kategorien Dinge niederschreiben, um sie seelisch besser zu verarbeiten.
Und ich glaube auch, das wir alle rücksichtsvoll genug mit solchen Texten umgehen können und lieber eher auf einen niederschmetternden Komentar verzichten, wenn wir die Seelenunruhe in dem Beitrag bemerken.
Dann eher still und heimlich lesen, nicht bewerten und sollte man die Person persönlich kennen, trifft man für sich schon die richtigen Entscheidungen.

Und hier in den Lounge findet man sehr viele Antworten zu den Neuerungen in Ciao.
Manche können wunderbar ihren Frust und ihren Brass in Worten umwandeln.

Und man bemerkt bei sehr vielen Atoren, das allein der Geldbetrag ihren Auffenthalt hier in Yopi bewirkt. Schade eigentlich.
Denn man sollte Dinge wie Förderung der Allgemeinbildung, Förderung im Umgang mit der deutschen Sprache, Kontakte zu neuen Menschen/Gruppen und vor allem, neue Produkte kennenlernen nicht vergessen.

Aber ich wünsche jedem Leser jetzt hier viel Spaß in Yopi. Ihr werdet weiterhin Beiträge kreuz und quer durch die Kategorien meinerseits hier lesen. Manche Beiträge hier haben mich sehr begeistert und ich hoffe,, weiter in yopi mich so wie bisher bewegen zu können.

Kritik erwarte ich auch weiterhin. Klar, man bemerkt an meinen Beiträgen auch sehr schnell, wenn ich eigentlich gar nicht recht bei der Sache bin.
Dann gibts aber jetzt auch ehrliche Autoren, die mir schreiben, das sie besseres von mir gewohnt sind. Das allein ist ein Ansporn, wieder mir Mühe zu geben.

Und hab ich mal keinen Bock zum Schreiben, dann lese ich. Und gerade hier in der Lounge finde ich so manche Anregung. Bastelnachmittage mit den Kindern aus dem Haus konnte ich dank mancher Beiträge wunderschön gestalten.

In diesem Sinne, mal wieder ein Beitrag, wo Gedanken über die Tastatur geflossen sind und Euch nun berieseln. Dazu sind die Loungeberichte da.
Einfach dem anderen Leser etwas mitteilen, das ist es. Und vielleicht, vielleicht auch ein paar Kontakte zu knüpfen, Menschen, mit Verständnis für die eigene Situation finden.

eure andy



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-03 16:51:42 mit dem Titel Arbeiten an Weihnachten

Eine gestrige Diskussion mit Freunden lies mich diesen Beitrag, den ich letztes Jahr als Lifebericht schrieb, och ein wenig überarbeiten.
Der Text handelt von meinem erlebten Tag, dem heiligen Abend.
Unsere Diskussion begann eigentlich nur, weil ein Mann nicht einsehen wollte, das seine Frau am Heiligen Abend arbeiten geht, weil ihre Kollegin drei kleine Kinder hat und somit am 24.12. bestimmt nicht gerne arbeiten würde.

*Hast Du Zeit für mich*

Komm doch Weihnachten zu uns, wir haben uns so lange nicht gesehen. .... Was machst Du Weihnachten, wollen wir gemeinsam.... Sätze, die jeder gern zur Weihnachtszeit hört. Wo jeder gern die Weihnachtszeit plant und gern die Stunden im Freundeskreis, im Familienkreis oder für sich verlebt.

Nur gibt es tausende von Menschen, die auch Heilig Abend für uns arbeiten, an den beiden Feiertagen arbeiten gehen, um uns Restaurantbesuche, Bahnfahrten oder einfache Serviceleistungen ermöglichen, die wir als selbstverständlich hinnehmen.

Ein Dank an all diejenigen, die für uns da waren und an den Feiertagen immer da sind.
Ohne sie wäre es gar nicht vorstellbar, mal eben mit der S-Bahn zu Oma zu fahren, zum Kumpel schnell zu kommen. Ohne sie wäre es gar nicht möglich, das das Heizungssystem der Stadt reibungslos läuft. Ohne sie....ich könnte jetzt jeden Lebensbereich aufzählen, wo Menschen ihren Dienst tun, um uns schöne Feiertage zu ermöglichen.

Ein Großteil dieser Menschen sind Singl´s, Witwen und Witwer, alleinlebende Meschen in diesen Orten, weil die Familie entfernt lebt.
Aber auch Familienmitglieder gehen arbeiten, diese möchte ich nicht außen vor lassen. Manchmal, weil der Job es verlangt, manchmal freiwillig, weil sie gerne arbeiten und sich ihrer Verantwortung bewußt sind, die ihr Job mit sich bringt. Manchmal, weil sie der Einsamkeit auch in der Familie entfliehen wollen.

Und egal, aus welchen Gründen auch immer sie arbeiten, sie leisten ihr Bestes. Kaum einer bekommt es mit, doch jeder weiß es.

Doch wie verbringt man so ein Weihnachtsfest?

Das war mein Heiliger Abend letztes Jahr.
Heilig Abend, der Tag bricht an. Nachtschicht ist zu Ende und ich schwinge mich ins Auto. In die Heimat geht es, zur Familie meiner Schwester. Meine Neffen warten auf mich.
Ich fahre langsam die schneebedeckte Autobahn, rutsche oft und bin froh, endlich den Streudienst zu sehen. Auch sie fahren heute, geben den Straßen keine Chance, im Schnee zu versinken.

In der Heimat angekommen, fahre ich zur alten Arbeitsstelle und schau zu, wie meine ehemaligen Kollegen ihr Bestes geben, damit alle an der Fleischtheke schnell und zügig bedient werden.

Ich fahr weiter, sehe in der Heimatstadt fast dasselbe Bild. Menschen hasten die letzten Einkäufe zu tilgen und die Verkäufer füllen die Regale auf, so schnell sie können. Jeder arbeitet bis zum Nachmittag.

Abends.... die Bescherung ist im vollen Gange, sehen wir durchs Fenster viele Weihnachtsmänner immer wieder. Tja, auch Weihnachten arbeitet mancher schwer.

21 Uhr, ich starte wieder Richtung Berlin. Erste Rast an der Autobahn und ich sitze fast allein im Bistro.
Die Tankstelle, der Shop und das Bistro sind jeweils mit einer Kraft besetzt. Drei Menschen sind nur für uns da. Für uns wenigen Kraftfahrern, die am heiligen Abend in der Nacht die Autobahn befahren.

Schneefall... ich fahr mit 40km/h die Autobahn, da ich fast nichts sehe. Vor mir ein Blinklicht, die Polizei im Einsatz, weil jemand die Straße verlies.
Auch sie sind am heiligen Abend für uns da. Krankenwagenfahrer und Polizei, immer im Einsatz.

Die Streufahrzeuge fahren sehr oft, ich kann mich nicht beklagen. Doch wieviele sind der Familie fern, um für unsere Sicherheit zu sorgen?

Berlin, endlich fast daheim. Ein Bus überholt mich, um im Zeitplan zu bleiben. Noch jemand, der nicht daheim sitzen kann, obwohl es jetzt nach Mitternacht schon ist. Allein von der Rudower Straße bis zur Grenzallee in Berlin sehe ich oft das Blaulicht der Polizei und Krankenwagen und oft eine Feuerwehr im Einsatz. Nicht das Blaulicht schreckte mich, sondern die Erkenntnis, wie oft diese Menschen in der Nacht raus mußten. Wer von den Betroffenen hat dies für selbstverständlich genommen? Fast alle?

Innsbrucker Platz.... ich bin müd und freu mich auf mein Bett. Sehr viele Menschen sind so kurz vor eins immer noch unterwegs, die Straßen hell erleuchtet. Stille Nacht.. hier nicht zu bezeichnen. An der Tankstelle stehen sehr viele Autos und an der Kasse eine kleine Warteschlange. Der Tankwart hatte sehr viel zu tun.

Ich bin heim. Endlich im Bett lasse ich den Tag nochmals vor Augen gleiten. Wie viele Menschen hab ich heute gesehen, die ihren Job erledigt haben? Sehr viele. Auch ich gehe an den beiden Feiertagen arbeiten. Mein Job macht mir Spaß und ich hab keine Familie, die mich braucht. Okay, meine Eltern hätten mich allzugerne bei sich gehabt. Doch ich wollt lieber arbeiten gehen, damit einer meiner Kollegen, der Familie hat, diese Tage geniesen kann.

Wer seinen Job gerne macht, der wird an diesen Tagen auch oft mit einem Lächeln diesen Job erledigen.
Ich muss sagen, ich habe in den Weihnachtstagen viel nettere Gäste als sonst gehabt. Ein Lächeln, mehr Verständnis und ausstrahlende Ruhe kam von unseren Gästen. So macht arbeiten Spaß.

Euch wünsch ich nun eine ruhige Weihnachtszeit.

****************
Das war letztes Jahr und dieses Jahr bin ich kein Single mehr, doch werde ich nur einen Tag zum Fest arbeiten gehen. Denn auch ich feier nun einmal Weihnachten in der Familie, da mein Kollege mir als Dank für die letzten 3 Jahre einen Tag zum Weihnachtsfest schenkt. Ich nehme es als Dank, denn er war die letzten 3 Jahre Weihnachten daheim und nun sind seine Söhne größer und verreisen mit Freunden.

Ich denke, nicht nur zur Weihnachtszeit ist es ein Geben und Nehmen, doch hier bemerkt man intensiver, was Familienleben bedeuten kann.

eure andy

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