Über Themen mit A Testbericht

ab 65,53
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von jozeil

Nur nicht feucht werden / alles Tee 2.Teil

Pro:

Ist durch Wissen nicht mehr schwer!

Kontra:

Anscheinend wissen es viele nicht!

Empfehlung:

Nein

2 von 4

In meinem vorangegangenen Bericht hab ich euch über die Zubereitung berichtet. Dabei habe ich auch die unterschiedlichen Qualitätsstufen kurz erwähnt. Hier findet ihr nun die auf den Packungen und im Handel angeführten Bezeichnugen, die die Qualität wiederspiegeln. Um das Soll der Kategorie zu erfüllen, bleibt dann natürlich auch die Aufbewahrung und Lagerung von Tee nicht im Abseits stehen, damit euch die Aromastoffe des gekauften Tees nicht flöten gehen.

Als kleine Zusatzinfo erlaube ich mir auch, die einzelnen Hauptanbaugebiete und deren Produkte kurz zu erwähnen.

_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Richtige Lagerung
_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Wie schon einmal erwähnt, verabscheue ich Beuteltee, da dieser in Geschmack und Aroma doch sehr zu wünschen übrig lässt.

Der richtige Umgang mit Tee beginnt eigentlich schon beim Kauf, da hier bereits eine Vorauswahl getroffen werden sollte. So bringt euch die beste Lagerung zu Hause nichts mehr, wenn eure Sorte schon im Teeladen falsch gelagert wurde und die Aromastoffe schon ausgeraucht sind.

Des Weiteren solltet ihr das Produkt der Begierde nie in zu großen Mengen einkaufen. Ich kaufe höchsten 50 g oder weniger. Zwar muss ich so öfter für Nachschub sorgen, habe aber immer die Garantie, frischen Tee im Haus zu haben.

Befindet sich dann das Päckchen in den eigenen Mauern, so solltet ihr dieses gleich mal aufreißen und sofort in dafür vorgesehene luftdicht schließende Behälter umfüllen. Am besten eignen sich hier wohl die jedermann bekannten Blechdöschen, oder noch schöner, Porzellandöschen, die ihr, wenn noch nicht vorhanden, billig mit den verschiedensten Aufdrucken im Teeladen erwerben könnt.

Diese sollten auch wirklich nur für Tee benützt werden, oder würdet ihr euren Kaffee in eine Dose füllen, wo zuvor noch Kräuter oder Ähnliches ihr Aroma abgegeben haben und somit das Pulver versauen.

Neben der trockenen Lagerung ist es auch wichtig, den Tee kühl und dunkel aufzubewahren. Dunkel ist es ja in den Döschen automatisch, sobald ihr diese verschließt. Bei der richtigen Lagertemperatur hab ich allerdings schon viel gesehen. Die Döschen stehen auf dem Sims des Ofenabzuges, dem Kamin oder im Regal über dem Herd. Falsch, denn so verliert er sein Aroma mit der Zeit total.

Mein Kredo lautet also, ihn möglichst weit weg von Wärmequellen zu stellen. Die schmucken Dosen sehen nämlich auch im Regal des Schlafzimmerschranks schön aus, wo es ja meist schön kühl ist. Also ein geeigneter Platz für eure Köstlichkeit.

*******************************************************
_/_/_/_/_/_/
Zusatzinfo
_/_/_/_/_/_/

Um euch die Auswahl zu erleichtern, was ihr denn nun, wohl gemerkt in kleiner Menge, kaufen sollt, will ich euch hier mal die verschiedenen Qualitätskritärien aufzeigen.

_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Ist Tee gleich Tee?
_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Ja und nein. Grundsätzlich stammt jede Teesorte von ein und derselben Pflanze. Der in den Tropen wachsende und zur Pflanzenfamilie „Theaceae“ gehörende Strauch liefert in allen Anbauländern den Tee, der nur durch Qualitätsunterschiede, sprich dem Erntezeitpunkt und den botanischen Begebenheiten, unterschieden wird.

Daraus ergibt sich auch, dass Kräutertee eigentlich kein Tee, sonder ein Auszug von Kräutern oder Heilpflanzen ist. Genauso verhält es sich auch mit den im Handel erhältlichen Früchte „Tees“, die ebenfalls nur als Auszug der Aromastoffe bei Teeliebhabern wie mir durchgehen kann.

Es mag zwar bei all den Angebotenen unterschiedlichen Grünen und Schwarzen Teesorten der Glaube aufkommen, dass es unterschiedlich Arten von Teepflanzen gibt, dies ist jedoch nicht der Fall, da sich für den Geschmack nur das Ernteverfahren und das Anbaugebiet verantwortlich zeigen.

Auch der Name wird ausschließlich durch sein Anbaugebiet bestimmt. So entscheidet letzt endlich die angewandte Methode der Verarbeitung (Fermentierung), ob er als Grüner, Schwarzer oder Oolong Tee im Handel landet.

Hergestellt wird Tee, das weiß wohl ein jeder, aus getrockneten und behandelten Blättern und Knospen. Für ein intensiveres Aroma werden die Sträucher das ganze Jahr über auf eine bestimmte Größe zurückgeschnitten, da so eine gute und gleichmäßigere Qualität erreicht werden kann.

So ist also Tee gleich Tee, aber doch nicht alles Tee, was unter Tee im Handel zu erwerben ist.

_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Welche Qualität ist die Beste
_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Bei diesem Punkt ist es schwer zu sagen, welcher denn nun wirklich der Bessere ist. Je nach der individuellen Geschmacksempfindung hat jeder Mensch seinen eigenen Lieblingstee. Auf jeden Fall aber ist für einen richtigen Genuss der offen angebotene Tee dem Selbigem im Beutel vorzuziehen.

Eine grobe Einstufung erfolgt durch die Bezeichnungen Pekoes Tea, bei dem es sich um das ganze Blatt handelt und mit „P“ auf der Verpackung gekennzeichnet ist, und dem Broken Tea, der wie der Name schon sagt, aus gebrochenen und zerkleinerten Teeblättern besteht und mit „B“ abgekürzt wird.

_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Die Qualitätsstufen
_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Diese werden dann je nach Qualität und den verschiedenen Blattgraden in genaueren Abstufungen und Handelsbezeichnungen unterteilt.

Schwarztee Kennzeichnung bei ganzen Blättern
================================

Am Anfang sei hier gleich einmal gesagt, dass die ausgeschriebenen Bezeichnungen nur sehr selten auf der Verpackung zu finden sind. Abgekürzt sind sie aber immer aufgedruckt, wobei hier der erste Buchstabe jedes Wortes genommen wird.

Der PEKOE besteht aus kurzen, dicken Blättern, die zumeist eine weiße Behaarung auf der Unterseite aufweisen.

ORANGE PEKOE bezeichnet einen großen Blatt Tee mit 1,5 – 2 cm Länge, bei dem die Rippen noch zu erkennen sind und der mit Stiel angeboten wird. Orange steht für königlich, was diesem Tee eine hohe Qualität zuschreibt.

Der FLOWERY ORANGE PEKOE besticht durch seine Qualität, die er dank den feinen und noch jungen zarten Blättern von 1,5 – 2 mm Größe erreicht.

GOLDEN FLOWERY ORANGE PEKOE weist eine besonders feine Blattqualität auf, die durch die Gold schimmernden Blattspitzen ein noch milderes Aroma erfahren.

Eine Mischung aus goldenen und weißen Blättern stellt der TIPPY GOLDEN FLOWERY ORANGE PEKOE dar, der so einen besonders hohen Anteil an Tips (Blattbezeichnung) aufweist.

FINEST TIPPY GOLDEN FLOWERY ORANGE PEKOE bezeichnet ein absolutes Top-Produkt, das durch seine feinsten und gleichmäßigen Blätter fast nicht mehr zu toppen ist.

Fast schon am Ende gibt es noch den FINEST TIPPY GOLDEN FLOWERY ORANGE PEKOE 1, wobei die 1 hier für eine noch bessere Qualität als beim Vorgänger steht.

Vorerst fehlt aber dann noch der SPEZIAL FINEST TIPPY GOLDEN FLOWERY ORANGE PEKOE, der schon nur noch schwer zu toppen ist, aber trotzdem noch eine Steigerung erfahren kann.

Der absolute Knüller unter den Schwarztees und wohl mehr für große Brieftaschen ist schlussendlich der SPEZIAL FINEST TIPPY GOLDEN FLOWERY ORANGE PEKOE 1, der die aller beste Qualität des Tees verkörpert und somit eine wahre Gaumenfreude darstellt.

Schwarztee Kennzeichnung bei gebrochenen Blättern
================================
Auch hier sind die oben genannten Bezeichnungen gültig oder ähnlich. Der größte und wohl auch augenscheinlichste Unterschied der Benennung ist hier aber wohl die Kennzeichnung B, welche für das Broken steht.

Der größte Unterschied zwischen ganzen und gebrochenen Blättern liegt aber wohl darin, dass Broken Tea durch die größere Angriffsfläche, den er Wasser bietet, kräftiger und intensiver schmeckt und dem Blatt mehr Inhaltsstoffe entzogen werden können.

Weitere Qualitätsmerkmale
===================
Des Weiteren sind noch einige Fachbezeichnungen im Handel auffällig. So gibt es, da noch HIGH oder LOW GROWN, die die Höhenlage des Anbaugebietes wiederspiegeln. So liegen High Grown Teas mindestens 1300 Meter über dem Meeresspiegel während sich Low Grown eben darunter befinden. Hier gilt jedoch, dass Tees aus höheren Lagen durch eine bessere und feinere Qualität der Vorzug gegeben werden sollte.

Auch der Erntezeitpunkt ist bei guten Sorten zu erkennen. Unterteilt wird dieser in FIRST FLUSCH (gepflückt außerhalb der Regenzeit im Frühling mit frischem, zartem, feinem und mild blumigem Aroma); INBETWEEN (zwischen Frühling und Sommer mit fruchtigem Geschmack); SECOND FLUSH (kräftiger Tee aus der Sommerpflückung mit bester Qualität) und AUTUMNALS FLUSH (der Kräftigste im Herbst gepflückt und somit auch die letzte Pflückung)


_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Und wer liefert uns den Tee?
_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Die Teepflanze ist bei ihrer Kultivierung was Temperatur, Niederschlag, Boden und Luftfeuchtigkeit angeht sehr anspruchsvoll. Dies alles spielt eine entscheidende Rolle in der Qualität des Tees, wobei er diese Bedingungen besonders in Äquatornähe vorfindet, wo auch die besten und teuersten Teesorten angebaut werden.

Daher haben diese Länder auch die größten Anbaugebiete und einen hohen Teekonsum zu verzeichnen.

Aus S Ü D A M E R I K A stammt z. B. der Mate-Tee, der seit kurzem auch bei uns immer berühmter wird. Die koffeinhaltigen Blätter werden vom Matestrauch geerntet und anschließend wie Schwarzer oder Grüner Tee weiterverarbeitet. Getrunken wird er der in der Wirkung gleiche Tee traditionell mit einem Strohhalm. Bei der Zubereitung wird vorab 2/3 Tee mit 1/3 kaltem Wasser aufgegossen, welches nach kurzer Ziehpause durch heißes Wasser ersetzt wird. So entzieht man den Blättern den bitteren Geschmack.

Rotbuschtee sowie Honeybuschtee werden in A F R I K A geerntet. Der von einer teeähnlichen Pflanze gepflückte Tee ist im Gegensatz zu Schwarzem koffeinfrei und zudem bitter. Im Heimatland gilt er wegen des weichen Geschmacks als Volksgetränke, welche kalt oder warm, mit oder ohne Milch immer und überall getrunken wird.

Der qualitativ beste Tee schlechthin kommt aus D A R J E E L I N G , der durch einen milden, leicht blumig anmutenden und frischen Geschmack an Qualität und Preis nicht mehr zu überbieten ist. Nur der Second Flush kann bei guter Ernte den Darjeeling noch übertreffen.

Aus dem H I M A L A Y A kommt ein ähnlich guter Tee wie oben genannter. Der Geschmack ist ebenfalls mit dem Darjeeling gleichzusetzen und auch der Preis liegt in derselben Kategorie.

Etwas würziger als Darjeeling Tee, mit höchster Qualität bei der Sommerpflückung gehört auch der A S S A M zu den besten Teesorten der Welt.

Aus S R I L A N K A ereilt uns der wohl bekannteste, der CEYLON, welcher ein für ihn typisches Lemonaroma aufweist. Dabei unterscheidet man je nach Höhenlage der Plantagen zwischen den Sorten Low, Medium und High.

Der I N D O N E S I S C H E Java-Tee erreicht die beste Ernte zwischen Juni und Oktober und eher als mittelmäßige Teesorte einzustufen. Sein Aroma ist milder als das des Ceylon-Tee.

Schon seit etwa 5000 Jahren wird Tee in C H I N A getrunken. Hierbei steht der bittere Grüntee im Vordergrund, wobei aber auch schwarze Sorten geerntet werden. Die besten Grünteesorten bilden hier der Oolong und der Gunpower. Eine wahre Spezialität ist hier der Jasmin Tee, wobei jedes einzelne Teeblatt zur Aufnahme des Jasminaromas in eine Jasminblüte eingewickelt wird. Ebenso entstehen auch der Rosen und der Lichee Tee.

In J A P A N hingegen ist nur grüner Tee von Relevanz. In Pulver oder Blätterform ist er auch immer öfter bei uns zu finden und hat sich zum wahren Modegetränk entwickelt. Die Qualität erkennt man an der Farbe der Blätter. Je dunkler sich diese geben, desto besser ist der Geschmack und seine Wirkung.

Zu guter Letzt stellt auch T A I W A N sehr guten, dem Darjeeling Tee ähnlichen Tee her. Der Oolong (Grüner Tee) wird nur sehr leicht vermentiert und erhält so eine blumige, leicht süße und milde Note.

_/_/_/_/_/_/_/_/
Zwischenfazit
_/_/_/_/_/_/_/_/

Richtig sagen, welcher Tee nun der Beste ist, kann ich euch an dieser Stelle nicht. Dafür sind die persönlichen Vorlieben zu vielseitig. Der eine will in mild und würzig, der Andere wieder etwas herber. Das Aroma hängt zum einen vom Blattgrad, sprich wie fein ist er gebrochen, zum anderen aber auch von der Ziehdauer ab. Somit ist es schwer die ideale Zubereitung für jeden zu vereinheitlichen, da dies ein jeder für sich selber ausfindig machen muss.

Auch die Anbauländer spielen beim Aroma eines Tees eine gewichtige Rolle, da dieser je nach Klima und Bodenbeschaffung sowie der Höhenlage unterschiedliche Mengen an Wirkstoffen aufzuweisen hat.

Im Allgemeinen kann man aber sehr wohl sagen, dass höher gelegene Anbaugebiete auch eine bessere und geschmacklich wertvollere Ernte hervorbringen.

1 von 4: Richtig Zubereitung von Tee
2 von 4: Lagerung, Qualitätsmerkmale und Anbauländer
3 von 4: Verarbeitung und Gesundheitsfaktor.
4 von 4: Geschicht und Zeremonien

Danke euch fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren,

ad rem

euer Jörg

© by Jozeil 10/2002

20 Bewertungen