Über Themen mit A Testbericht

ab 65,53
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Murderdog

Anglizismen usw. Sollen Institutionen in den deutschen Sprachgebrauch eingreifen?

Pro:

s. Bericht

Kontra:

s. Bericht

Empfehlung:

Nein

In Frankreich existiert eine Institution namens Académie Française welche im Jahr 1994 gegründet wurde. Sie ist vergleichbar mit der deutschen Dudenredaktion. Allerdings ist sie nicht nur für die Erschaffung eines Wörterbuches verantwortlich, sondern ihre Hauptaufgabe ist es eine Liste von Anglizismen und Amerikanismen zu erstellen, welche möglichst nicht zu gebrauchen sind. Kommissionen suchen für „überflüssige“ Anglizismen einen geeigneten Ersatz, welche für die Bevölkerung zur Kommunikation zur Verfügung steht. Die Nutzung von Anglizismen in der französischen Sprache im öffentlichen Leben kann bis hin zur Bestrafung führen. So müssen Radiosender 70% der Musik in der Muttersprache senden. Nun besteht die Frage ob auch in Deutschland solche Institutionen in den Sprachgebrauch eingreifen sollten. Die Meinungen zu diesem Thema sind sehr gespalten.


Die Sprache ist ein lebender Organismus, der durch neue Wörter ausgebaut wird. Insbesondere technische Neuerungen für die es früher keine Bedeutung gab, erweitern den Sprachwortschatz. So konnte der Begriff „Internet“ von niemandem im 19. Jahrhundert benutzt werden. Andere Wörter wie zum Beispiel „Grammophon“ sterben aus oder werden nur noch selten gebraucht. Viele dieser Neuerungen werden vom Englischen beziehungsweise in der heutigen Zeit vom Amerikanischen übernommen. Der Sprachwandel ist unaufhaltsam.

Doch wohin führt dieser Sprachwandel? Bei unüberlegtem Umgang kann es zur Verstümmelung der deutschen Sprache kommen. Auf der anderen Seite sind ausländische Einflüsse in der Sprache keineswegs unnormal. So prägte im 18. Jahrhundert vor allem Französisch die anderen Sprachen. Heutzutage ist davon zumindest in Deutschland nicht mehr viel zurückgeblieben. Einige Gegner der Anglizismen verweisen auf die Académie Française, deren Aufgabe es ist die Französische Sprache vor ausländischen- insbesondere englischen- Wörtern zu schützen. Daher fordern sie die Einführung ähnlicher Bestimmungen für die deutsche Sprache. Eine solche „Säuberung“ würde allerdings in Deutschland an den Nationalsozialismus erinnern, weil die Nazis versucht haben alles ausländische aus Deutschland herauszubekommen.

Zwar haben ältere Menschen keine Englischkenntnisse und haben so Probleme vor allem mit den neuen Medien umzugehen, so dass diese für alte Leute uninteressant werden. Jüngere Generationen aber lernen Englisch aufgrund einer fremdsprachenorientierteren Schulbildung. Jedoch wächst die Bevölkerungsschicht der 60 – 90-jährigen rapide an und soll in zehn Jahren sogar die Mehrheit der Bundesbürger darstellen.

Ein weiteres Argument für Institutionen wie die Académie Française ist, dass Anglizismen und Amerikanismen oft der Verhüllung und Angeberei dienen, jedoch muss jeder den Mut besitzen, nachzufragen, dass solche Verhüllungen nicht zur Regel werden.

Auch die Aussprache unterscheidet sich von der deutschen, so dass es zu Problemen führen kann. Auf der anderen Seite gibt es im Deutschen viele eingedeutschte Wörter wie Club, Puzzle oder Sport gegen die niemand protestiert und die man gar nicht bemerkt, da sie häufig gebraucht werden. Selbst manche Gegner der Anglizismen nutzen diese Wörter ohne dass sie es wahrnehmen.

Oftmals ist es die Werbung, die sich Anglizismen und Amerikanismen meist für ihren Slogan zu Nutze machen wie zum Beispiel Othello (for a better understanding). So tragen auch die Tarife der Deutschen Telekom englische Namen wie „global-call“. Andererseits kann Werbung auf diese Weise weltweit vermarktet werden, da sie nicht übersetzt werden muss und außerdem richtet sich die Werbung mehr an junge Leute, weil sie konsumfreudiger sind.

Zwar gibt es für viele Ausdrücke deutsche Bedeutungen, aber die kann man allerdings häufig nur mit Umschreibungen übersetzten.

Ein weiteres Argument gegen Gesetze, die in den Sprachgebrauch eingreifen ist, dass Anglizismen beziehungsweise Amerikanismen einen offenen Arbeitsmarkt ermöglichen, so dass man auch ohne Probleme in englischsprachigen Ländern arbeiten kann. Auch die Globalisierung und eine bessere Verständigung im Ausland sind Vorteile englischer Einflüsse in der deutschen Sprache. Jedoch gibt es auch einige Pseudoanglizismen wie „Handy“ bei dessen Gebrauch man auf Schwierigkeiten stößt.

Zur Zeit herrscht ein Mangel an Arbeitskräften im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung und so kann es nicht schaden, dass man durch Amerikanismen die Bedeutung von Fachwörtern in diesem Bereich kennt. Außerdem nimmt man einem Text die Langeweile indem man ein variantenreiches Vokabular nutzt. So kann man beispielsweise das deutsche Wort „Rechner“ mit dem Amerikanismus „Computer“ kombinieren um so einem Text mehr Abwechslung zu geben.


Wegen einer variantenreichen Sprache und der Globalisierung bin ich der Meinung, dass Anglizismen und Amerikanismen eine Bereicherung für die deutsche Sprache sind. Sie sind nicht mehr wegzudenken und es wäre höchstwahrscheinlich aussichtslos zu versuchen sie zu entfernen. Nur darf keine Verhüllung stattfinden und Tarife sollten auf deutsch übersetzt werden.

15 Bewertungen