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Erfahrungsbericht von trenker26

Ausländerhass in der eigenen Familie?!?

Pro:

Ich werde Deutschland verlassen

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Es war vor drei Jahren,da lernte ich SIE kennen.Es war beiderseits Liebe auf dem ersten Blick.Sie war dunkelhäutig,denn sie kam aus Kenia.Sie kam nach Deutschland,um ihre Schwester zu besuchen.Die ist seit vielen Jahren glücklich hier in Deutschland verheiratet.
Da war sie nun (Ihr Name ist übrigends WAIRIMU).Nicht zu übersehen,denn es kommt ja nicht alle Tage vor,daß sich jemand aus der Millionenstadt Nairobi in ein Dorf mit 3500 einwohnern nach Oberbayern verschlägt.
Wir verbrachten auf jeden Fall eine wunderbare Zeit miteinander und es kam der Tag als ich WAIRIMU meinen Eltern vorstellen wollte.Ich wohnte ja zu dieser Zeit noch bei Ihnen.Die Reaktion war unfassbar:Mein Vater kriegte fast einen Herzinfarkt und meine Mutter war sprachlos.Die nächsten Wochen waren frustrierend für mich.Die ignorierten mich einfach,sprachen kein Wort mit mir.Was wollten die bloß bezwecken damit? Daß ich WAIRIMU aufgebe? Oder daß ich verschwinde?
Ich entschloß mich,mir eine eigene Wohnung zu suchen.Gesagt-Getan:Nach einigen Wochen zogen WAIRIMU und ich zusammen dort ein.Zu diesen Zeitpunkt kannten wir uns sechs Wochen und ich machte ihr einen Heiratsantrag.Sie sagte "JA" und so lebten wir glücklich weiter.Doch nach drei Monaten mußte sie wieder nach Kenia zurück,weil ihr Touristen-Visum nur drei Monate gilt.
Das Verhältnis zu meinen Eltern war dann fast wie kalter Krieg.Niemand wollte mit den anderen was zu tun haben.Eines Tages fuhr ich einfach hin zu ihnen und wollte reden,doch das hätte ich mir sparen können.
Meine Eltern Ausländerhasser,daß sie sogar vom eigenen Sohn nix mehr wissen wollen? Ich konnte es immer noch nicht fassen!
Es kam der Tag,WAIRIMU kam zurück.Wir hatten alle Papiere beisammen,die man zu einer Hochzeit braucht.Ich schrieb diverse Einladungen,auch zu meinen Eltern.
27.04.2000 war dann unsere Hochzeit.Das Wetter war toll,so um die 30 Grad und ich war voller Erwartung:Kommen sie nun oder nicht?!?
Und welche Überraschung!Mein Vater und meine Schwester erschienen plötzlich.Mein Bruder und meine Mutter hatten sich geweigert.
Nichts desto Trotz war es ein wunderwarer Tag.
Heute ist die Lage so:WARIMU und ich wohnen in der Nähe von Stuttgart und wir sind sehr glücklich miteinander.Kontakt zu meinen Eltern habe ich vielleicht einmal im Monat per Telefon.Zu meinen Bruder überhaupt keinen und meine Schwester will uns demnächst besuchen.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-24 19:00:40 mit dem Titel Bin ich ein Antisemitist?!?

Nachdem mein Bericht vom gestern auf wundersame Weise einfach verschwunden ist,
schreib ich ihn halt einfach neu:
********************************************


1.Einleitung
############

Wochenlang war die Disskusion in den Medien.
Ein gewisser Herr Mölleman soll ein Antisemitist sein? Damit also die ganze FDP?
Und somit ungefaähr 18 Prozent aller Deutschen?

Bei dieser endlosen Diskussion wurde mir eins nie erklärt:Was soll das überhaupt sein,
Antisemitismus? Vielleicht bin ich selber einer,und weiß es nicht einmal!

Ich habe also nachgeforscht,was Antisemi-
tismus ist und wie er entstanden ist

2.Geschichte und Entstehung
###########################

Der Begriff Antisemitismus entstand im 19.
Jahrhundert. Es bezeichnet den Hass einzelner Menschen oder ganzer Völker gegen die Juden.

Bereits 70 n.Chr. bei jüdischen Aufständen gegen die Römer wurde Jerusalem erobert und
zerstört. Die Juden der Stadt und des ganzen Landes wurden getötet oder vertrieben.

Im Laufe vieler Jahre ließen sich viele der Vertrieben einfach in anderen Länder nieder.
die meisten von ihnen hielten allerdings an ihrer Religon fest.

Sie bilden daher in vielen Länder dieser Erde bis heute eine religiöse Minderheit.

Im Mittelalter wurden Juden für alles mögliche verantwortlich gemacht: Natur-
katastrophen, Hungersnöte oder Seuchen.

Als 1348 in Europa eine Pest viele Menschen tötete,gab man den Juden die Schuld. Daher wurden sie dann zu Tausenden einfach getötet.
In vielen Städten lösche man ganze Gemeinden der Juden aus.

Der Antisemitismus hatte auch wirtschaft-
liche Ursachen. Die Christen im Mittelalter
durften aus religiösen Gründen keine Zinsen
annehmen. Somit blieben den Juden die Geld-
geschäfte vorbehalten. Was dann wieder zur Folge hatte,daß viele Christen bei den Juden verschuldet waren.

Martin Luther begegnete den Juden zunächst mit Toleranz. Er hoffte,die Juden für den christlichen Glauben gewinnen zu können.

Da aber seine Hoffnungen umsonst waren, forderte auch er,den Juden das Leben auf jede erdenkliche Art schwer zu machen.

Im 18.Jahrhundert gab es dann vorrübergehend mehr Toleranz für die Juden.

Im 19.Jahrhundert begann man dann vor allem in Deutschland die Juden wieder zu verfolgen.

Das waren aber dann keine religiösen Gründe,
sondern vielmehr nationalsozialistisch-
rasstistische Gründe.

Juden wurden als minderwertig bezeichnet.

Es wurde eine \"Reinigung\" des deutschen Volkes gefordert.

Auch die Kirchen waren nicht frei von Juden-
feindschaft: Juden sind im Gegensatz zu \"echten\" Deutschen ohne tiefere Religösi-
tät.

Auf diesen nationalsozialistischen Antisemi-
tismus bauten später die Nazis auf.

Es waren ihre Argumente,als sie die Vernichtung der Juden planten und durchführ-
ten.

In den Jahren 1933 bis 1945 fand der Anti-
semitismus dann ihren Höhepunkt.

Die \"Reinheit des deutschen Blutes\" sollte wieder hergestellt werden.

Da \"die Juden unsert Unglück sind\",wurden in
den Jahren 1942 bis 1945 ca. sechs Millionen
juden in ganz Europa getötet.

Das ganze war möglich geworden,weil man den strengen Vorgehen gegenüber den Juden zunächst positiv gegenüberstand.

Sogar die Kirchen beteiligten sich daran und verhängten Berufsverbot für jüdische Priester.

Nach Kriegsesnde kam dann langsam die Wahrheit ans Licht. Man berief sich auf die angebliche Unwissenheit, nur um eine Mitverantwortung von sich wegzuschieben.

Es gibt heute noch Leute,die behaupten, daß
alles nicht so schlimmm gewesen sei. Und daß sechs Millionen Juden dabei umgekommen sind,
ist eine Lüge.

Die evangelische Kirche erklärte sich 1945 mitverantwortlich über (trenker26) die Vorgänge im dritten Reich.Man bekennt sich aber nicht direkt Mitschuldig an den Naziverbrechen. Da auch in keinen Wort der Holocaust erwähnt wird, lehen viele Christen dieses Schuld-
bekenntnis ab.

Schlußwort
##########

Soweit ich weiß, hat Herr Möllemann nur die Politik von Ariel Sharon kritisiert.

Deswegen soll er ein Judenhasser sein??

Wer hat den bitteschön noch nie kritisiert, was in Israel und Palestina so abläuft?

Wenn eine Kritik daran verbunden ist, daß man Antisemist ist,dann bin ich gern einer!

Von mir aus schlagen sich dort alle gegenseitig die Köpfe ein. Dann wär endlich Ruhe da.

Ich find es ganz und gar nicht in Ordnung,was
die Nazis damals gemacht haben.

Aber was soll ich denn damit zu tun haben?
Ich leben heute und schau in die Zukunft!
Da interessiert mich nicht,was war einmal.
Daran wird Deutschland zu Grunde gehen.
Diese ewige Konfrontation mit der Geschichte!

Ich hab mir auch schon mal erlaubt, einen
ausländischen Mitbürger als Vollidioten zu bezeichnen! Also bin ich auch noch Rassist!

Dabei ist für mich jeder Mensch gleich. Hautfarbe, Religion oder sonst irgendein Scheiß intressieren micht nicht. Der Charakter ist das was zählt. Wenn jemand ein Arschloch ist,dann eben nur der eine.

Religion intressiert mich schon gar nicht.
Ich glaube an einen Gott und bete ab und zu.
Aus der Kirche bin ich aber ausgetreten.
Sport kann man ja auch machen,ohne dazu einen Verein anzugehören,oder?

Wenn das alles heiß,daß ich Antisemitist, Rassist oder Gotteslästerer bin, bitte-
schön,dann bin ich das mit Stolz!

MFG Werner






----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-25 18:57:46 mit dem Titel Mein Leben mit einer Ausländerin - Teil 1

1.Einleitung
************

Wie einige von Euch bereits wissen, bin ich mit einer Ausländerin verheiratet.Meine Frau
kommt nämlich aus Nairobi in Kenia.

Leider ist Wairimu (meine Frau) zur Zeit schwerkrank. Für kurze Zeit hab ich gedacht, die stirbt mir einfach weg!

Die Ärzte hier konnten oder wollten ihr nicht helfen.Es kam schon der Verdacht in mir auf,daß Ärzte Rassisten sind. Da ich das aber nicht beweisen kann und Rassismus auch nicht auf eine Berufsgruppe schieben kann,will ich darüber momentan auch nicht mehr sagen.

Nachdem meiner Frau also kein Arzt helfen konnte,faßten wir einen Entschluß: Ich kaufte ein Flugticket und sie flog nach Afrika. Dort hat sie den Arzt ihres Vertrauens.

Wairimu ist nun seit Ende April in Kenia und inzwischen gehts ihr auch schon wieder etwas besser. Wenn auch abgemagert auf 48 Kilo!

Ich sizt hier also rum,ziemlich frustriert und mach mir Sorgen ohne Ende.


Ich will nun über unsere biherigen Erfahrungen berichten. Darüber,wie schwer es
Ausländer in Deutschland haben können. Und auch darüber,wieviel Probleme man als Deutscher haben kann,wenn man eine Ausländerin liebt.

Und vielleicht hilft es mir ja auch mein momentanes moralisches Tief zu überwinden und positiv in die Zukunft zu schauen.

Da ich über dies alles sehr viel zu sagen habe, werde ich das alles in mehrere Teile aufteilen.Wieviel es genau werden,kann ich momentan noch nicht sagen.


2.Keine Probleme mit Ausländern
*******************************

Ich hatte nie Probleme irgendeiner Art mit Ausländern. Ob in der Schule oder am Arbeitsplatz. Sogar der Wirt in meiner Stammkneipe ist ein Türke. Jeder kann mein Freund sein,wenn er will.

Allerdings hatte ich auch nie großes Interesse daran,deren Kultur zu lernen oder zu verstehen.

Im nachhinein gesehen war das natürlich ein Fehler.Aber dazu später mehr.


3.Unser Kennenlernen
********************

Es war der 13.August 1999. Die schwerste Zeit
für meine Familie war vorbei. Meine Mutter war zwar jetzt im Rollstuhl,aber sie hatte sich schon wieder ganz gut eingelebt zu Hause.( Über das hatte ich ja schon einmal geschrieben.)

Ich konnte mein Leben jetzt ein bißchen genießen,denn ich hatte Urlaub.Ich glaub es war Freitag abend und ich war in meiner Stammkneipe und gerade dabei irgendeinen Spielautomaten ein Halbes Vermögen zu opfern.
Und ich war auch vollkonzentriert auf den blöden Automaten.

Plötzlich war ein ein mords Menschenauflauf.
Jeder redete durcheinander.

Als sich die Leute wieder verzogen,kam DIE
Traumfrau zu Vorschein: Dunkelhäutig, tolle Figur und Rastazöpfe!

Ich glaube,ich war sofort verliebt in diese Frau!

Allerdings traute ich mich nicht sie anzusprechen! Soll ich? Oder soll ich nicht?

Ich glaube,diese Überlegungen dauerten mindesten eine Halbe Stunde. Dann nahm ich doch noch all meinen Mut zusammen und sprach sie an.

Was mich aber gleich vor das nächste Problem stellte: Englisch soll ich auf einmal reden!
Ich kramte also all mein Schulenglisch hervor und wir unterhielten uns kurz.

Durch Zufall trafen wir uns am nächsten
Tag an gleicher Stelle wieder. Diesmal unterhielten wir uns stundenlang! Einzelheiten weiß ich heute leider nicht mehr.

Was ich noch weiß: Sie war gekommen um ihre Schwester zu besuchen.Die ist hier seit einigen Jahren glücklich mit einen Deutschen verheiratet.

Nun rächte sich aber,daß ich mich nie mit anderen Kulturen beschäftigt habe. Viele Fragen kamen auf: Woher hat die die Kohle um nach Europa zu fliegen? Ein Hausmädchen haben sie auch?!? Ich habe immer gedacht in Afrika sind alle so furchtbar arm!

Nun,direkt blöd fragen wollte ich dann auch nicht! Somit hatte ich erstmal keine Antworten.

Auf alle Fälle kamen wir uns bei den Gesprächen schon etwas näher!

Am nächsten Tag,es war Sonntag, lud ich sie zum Eisessen ein.Anschließend zeigte ich ihr etwas die Gegend.

Während wir so spazieren gingen,nahm sie mich plötzlich an der Hand. Der erste Kuss ließ dann nicht lange auf sich warten!
Wir schauten uns in die Augen und irgendwie wußten wir,daß wir zusammengehören.Ich weiß nicht mehr warum,aber dieses Gefühl war einfach da.


Fortsetzung folgt....


MFG Werner











----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-26 20:52:16 mit dem Titel Mein Leben mit einer Ausländerin - Teil 2

Wairimu und ich hatten also zueinander gefunden. Daß dies bekannt wurde,dafür sorgten aber dann andere. In einer 3500 Seelen-Gemeinde spricht sich sowas nämlich schnell rum.

1.Wie Freunde und Bekannte reagierten
*************************************

Wie meine Eltern reagiert haben,darüber hatte ich ja schon mal was geschrieben.

Was sich aber abspielte,bevor die Leute wussten,daß wir nun ein Paar waren,kann ich bis heute eigentlich nicht so richtig glauben.

Manche Leute in unserer Stammkneipe fingen plötzlich an, sich wie die Bauern zu verhalten! Anmachversuche auf untersten Niveu.

Da haben wohl einige gedacht,da ist eine Schlampe eingeflogen worden! Die interessierten sich nicht dafür,wo sie herkam oder warum sie da war. Echt,viele von den Typen waren auf einmal nur noch schwanzgesteuert! Einmal im Leben eine Negerin ficken,muß wohl was geiles sein!

Als es dann auch bis zum letzten durchgedrungen ist,daß Wairimu und ich zusammen waren,wurde es fast noch schlimmer!

Jetzt wurde sie nicht mehr angemacht sondern schlechtgeredet. Angeblich läßt sie sich von jeden durchficken! Besonders die die Türken hätten ihren Spaß dabei!

Komischerweise durften die,die das behaupteten nie ran! Und das waren eine ganze Menge.

Das einzige was ich aus all den Aussagen raushörte,war purer Neid!

Denn komischerweise,als die Leute merkten, daß all die Schlechtrederei uns beide nicht auseinanderbringt,drehten die einfach den Spieß um. Auf einmal waren alle stinkfreundlich zu uns. Wir wurden eingeladen und was weiß ich alles.

Echt,die verhielten sich dann wieder,als wäre nie was gewesen. Eine Zeitlang spielte ich dieses Spiel mit.


2.Erste Erlebnisse mit Rassismus
********************************

Durch die Kriegserklärung meiner Eltern bin von zu Hause ausgezogen.Wir hatten schnell eine Wohnung in einen Mehrfamilienhaus in einer anderen Ortschaft gefunden.Der stressige Umzug war vorbei und wir wollten nun irgendwo auf eine halbe Bier hingehen.Da unten im Haus auch gleich eine
Kneipe war,bot es sich an, dort hinzugehen.


Welch ein Vorteil,Kneipe und Wohnung im gleichen Haus! *g*

Dieser Abend wurde aber leider unvergesslich.
Krasseste Ausländerfeindlichkeit im tiefsten
Oberbayern! Mit sowas hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.

Ausgerechnet an diesen Abend war ein stadtbekannter Typ in dieser Kneipe. Sein halbes Leben hat der bereits im Knast verbracht und anscheindend hatte er Freigang oder was?

Zu diesen Zeitpunkt kannte ich ihn ja noch nicht. Was der aber schnell änderte.

Kaum hatten wir uns hingesetzt,gings auch schon los: \"Scheiß Ausländer! Schlampe!
Und wieviel hast du für sie bezahlt! Wieder jemand,der uns Deutschen einen Arbeitsplatz
wegnimmt!\" Lauter so beschißenes Zeug gab das Arschloch von sich!

Diese Aussagen alleine machten un ja eigentlich nicht allzuviel aus.

Was schlimm war,war die Tatsache,daß sich die anderen Gäste auf einmal furchtbar stark fühlten und mitmachten. Bei jeder neuen Aussagen von dem Knastbruder fingen die zu gröhlen an.

Plötzlich herrschte eine Stimmung in der Kneipe,als hätte der FC Bayern die Champions-
League gewonnen.Nur mit dem Unterschied,daß
man hier nur eine Ausländerin fertigmachen wollte!

Ziemlich geschockt verließen wir das Lokal und gingen nach Hause. Nie wieder sind wir dann dorthin gegeangen!


Doch all das bewirkte das Gegenteil von dem was die Leute erreichen wollten. Wairimu sah,
daß ich auch in solchen Situationen zu huntert Prozent hinter ihr stand:

ES MACHTE UNSERE LIEBE NUR NOCH STÄRKER!

Nichts und niemand konnte uns auseinanderbringen!

MFG Werner

PS: Die Bewertung bezieht sich natürlich auf all diese Erlebnisse








----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-29 11:35:54 mit dem Titel Mein Leben mit einer Ausländerin - Teil 3

Diese Hohlköpfe konnten unserer Liebe also nichts anhaben.Solche Erlebnisse hatten wir in dieser Form Gott-sei-Dank uch nie wieder.

Mittlerweile war es Mitte Oktober 1999. Wir waren nun fast zwei Monate zusammen, und das
genossen wir auch in vollen Zügen.

Meinerseits kamen dann aber doch etwas Zweifel auf. Gibt es überhaupt eine Zukunft für uns? Nun,Wairimu hatte ja nur das normale Touristenvisum.Das ist drei Monate lang gültig und dannach heißt es Auf Wieder-
sehen. Ein blödes deutsches Gesetz soll uns wieder auseinanderbingen? Einfach so?

Ich überlegte nicht allzulange und machte ihr einfach einen Heiratsantrag! Aus heutiger Sicht gesehen,war das dann irgendwie eine komische Situation.
Ich kam da an mit Blumen in der Hand. Stotternd brachte ich diese Worte aus mir heraus,und das auch noch in Englisch!
Wobei ich es ja nicht einmal als Frage daherbrachte,sondern schon fast als Forderung:\"Let´s get married!\" So oder so ähnlich kam das rüber.

Auf jedenfall sagte sie \"Ja!\". Glücklich fielen wir uns in die Arme und wir verbrachten eine heiße Liebesnacht. Übrigends
verbrachten wir viele heiße Nächte! Und nicht nur Nächte. Wenn ich mal Spätschicht hatte,da... na ja, ist ja nicht so wichtig *g*
Ab und zu erschien ich halt ziemlich fertig zur Arbeit.

Auf jeden Fall stellte sich nun eine andere Frage: Was braucht Wairimu an Papieren um mich heiraten zu können? Ich ging also ins Rathaus und fragte dort nach. Neben den üblichen Papieren,wie Geburtsurkunde oder Reisepass,ein sogenanntes Ehefähigkeits-
zeugnis. Dieses Papier soll beweisen,daß sie nicht schon irgendwo anders verheiratet ist.
Außerdem müssen all diese Papiere von der Deutschen Botschaft in Nairobi legalisiert werden. Ach ja, vorher müssen die noch ins Deutsche übersetzt werden.

Wairimu setzte sich mit ihren Bruder in Nairobi in Verbindung.Der wiederum soll sich
mit den zuständigen Leuten in Verbindung setzen. Gegen etwas \"Trinkgeld\" würden die die Papiere schon rausrücken. Na ja, klappte leider nicht. Anscheinend gibts dort noch ehrliche Leute. Aber ein Versuch war es Wert.

Wir setzen uns also mit der Ausländerbehörde im Landratsamt in Verbindung. Wir fragten,ob
Wairimus Visum verlängert werden kann.Als wir die Gründe nannten,wurden wir nur müde belächelt.Es wurde uns gesagt,sie sll doch zurückfliegen und von Kenia aus alles persönlich erledigen.Das würde glaubwürdig sein und außderdem schneller gehen. Übrigends würden Papiere aus Kenia doppelt und dreifach kontrolliert,weil es eben ein durch Korruption bekanntes Land ist. Aha!

Etwas frustriert verließen wir diese Behörde.
Das bedeutete,in knapp drei Wochen heißt es Abschied nehmen.Vorerst!
Dieser Tag kam leider viel zu schnell. Am 8.November wars dann soweit.
Mein bester Freund erklärte sich bereit,uns zum Flughafen nach München zu begleiten.
Er ist übrigends bis heute mein bester Freund. In der Zeit als Neid und Missgunst herrschten,war er einer der wenigen,der zu mir hielt. Er freute sich einfach,daß ich eine so tolle Freundin gefunden habe. Wir kennen uns inzwischen seit über 20 Jahren und es passt einfach.

Aber nun hieß es Abschied nehmen von Wairimu.
Beide waren wir unendlich traurig. Wir schauten uns nochmal tief in die Augen und schworen uns treu zu sein und aufeinander zu warten.

Nun war sie weg und ich konnte nicht anders:
Ich fing an zu heulen.Einfach so und ohne Hemmungen. Ich war völlig fertig und so ließ ich meinen Kumpel fahren. Während dieser Fahrt,kam mir alles wie ein wunderschöner Traum vor,von dem ich nun aufgewacht bin.
Zu Hause angekommen gingen wir noch auf ein Bier.
Doch irgendwie fühlte ich mich nicht so gut und ich wollte einfach nur nach Hause.
Doch diese Idee war auch nicht so toll. Ich war nun das erste Mal in meinen Leben alleine. Vorher hatte ich meine Eltern und Geschwister,dann Wairimu und jetzt war ich alleine. Komisches Gefühl.
Ich nahm mir vor,einfach viel zu arbeiten.Da
würde die Zeit schon vergehen.
Doch leider wurde nichts draus.

Drei Tage später hatte ich einen Arbeitsunfall. Ich knickte um und verdrehte mir das Knie dabei. Im ersten Moment tat es furchtbar weh. Ich ging zu Arzt und der stellte fest daß der Innenmeniskus kaputt und das Innenband angerissen ist. Ich mußte mich einer Artoskopie unterziehen.
Die nächsten Wochen waren dann alles andere als einfach. Ich wohnte im dritten Stock ohne Aufzug und ich war alleine. Gottseidank waren dann doch noch ein paar hilfsbereite Menschen um mich,die diverse Kleinigkeiten für mich erledigten.

In all der Zeit hatte ich natürlich telefonisch Kontakt zu Wairimu. Die war natürlich unendlich traurig. Aber sie hatte auch selber genug Probleme.Die Deutsche Botschaft stellte sich irgendwie quer. Wairimu brachte ihnen zwar alle möglichen Papiere,doch auf einmal wollten die ein Schulabschlußzeugnis. Doch dieses Stück Papier ist irgendwanneinmal irgendwie verbrannt.

Drei Wochen waren nun seit meiner OP vergangen. Die Krücken war ich wieder los.
Ich war zwar noch etwas unsicher auf den Beinen,aber es ging.
Und spontan wie ich manchmal bin,entschloß ich mich in ein Reisebüro zu gehen und einen
Flug nach Nairobi zu kaufen. Es war inzwischen schon Dezember,deshalb hatte ich etwas Zweifel.Gleich nach Weihnachten wollte ich fliegen. Da aber damals alle gesponnen haben wegen dem blöden Millenium,war ich mir eben nicht so sicher,ob es über haupt noch einen Flug gab.
Doch ich hatte Glück.Zwar bekam ich keinen Direktflug nach Nairobi,sondern nach Mombassa.Die Frau im Reisebüro erwies sich allerdings als sehr kompetent.Sie konnte mir einen Innlandsflug mit Kenya Airways nach Nairobi gleich mitbuchen.

Jetzt mußte ich noch diverse Impfungen über mich ergehen lassen.Dafür mußte ich nach München ins Tropeninstitut.

Der 29.Dezember kam dann sehr schnell:

Hurra,ich fliege nach Kenia

MFG Werner

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-29 18:45:18 mit dem Titel Jetzt bin ich der Ausländer! - Teil 1

Einleitung
**********

Ich hatte ja unter den Motto \"Mein Leben mit einer Ausländerin\" schon einige Erlebnisse geschrieben,die ich und meine Frau hir in Deutschland hatten.Jetzt will ich meine
Erlebnisse schreiben,die ich während meines Urlaubs in Kenia hatte. Ich schreibe es bewußt nicht in die Rubrik \"Reisen\", weil ich an dieser Stelle darauf verzichte, irgendwelche Sehenswürdigkeiten zu beschreiben. Dafür sind mir leider zu viele Erinnerungen verloren gegangen. Und aus irgendwelchen Reiseführern was abschreiben, das will ich Euch nicht antun.
Es geht hier rein nur um die Erlebnisse mit den Einheimischen.


Am 29.Dezember 1999 begann dann mein Abenteuer. Gepackt hatte ich. Allerdings nur einen Rucksack. Mit Koffer auf große Reise zu gehen,dazu hatte ich keine Lust.Ich kann ja alles was ich noch so brauche in Kenia kaufen,habe ich mir gedacht. Beim Check-In
im Münchner Flughafen gabs dann auch keine Probleme.Ich glaube,wenn ich das heute so machen würde,wäre ich ganz schnell im Knast.
Zumindest würde ich Mißtrauen erwecken, glaube ich.

Da das Flugzeug enteist werden mußte,flogen wir eine Stunde zu spät los. In Bayern herrschte tiefster Winter zu der Zeit. Und Flugangst hatte ich auch.Ich war nämlich noch nie vorher geflogen! Kurz nach dem Start kam das Flugzeug auch noch in mächtige Turbulenzen! Schweißgebadet,aber heil überstand ich das relativ gut.

Nach kurzen Zwischenstopp in Athen kamen wir am 30.Dezember um 9 Uhr morgens in Mombassa an. Zwei Stunden zu früh! Ich raus aus dem Flieger und hatte das Gefühl,jemand haut mir eine rein! Heiß war es da! Ich konnte es kaum glauben. Ich hatte mich noch nicht mal richtig bewegt,da schwitzte ich schon wie die Sau!

Als ich nach der Passkontrolle den Innenraum des Flughafens verließ,wartete schon ein
\"Empfangskommitee\". Taxifahrer!!
Ich mußte echt jeden einzelnen erklären, warum ich kein Taxi brauchte. Einer bot an mir für 1000 KenyaShilling (KSH) die Stadt zu zeigen. Zur Erklärung: Eine D-Mark waren zu diesen Zeitpunkt ca. 35 KSH.
Dankend lehnte ich ab,weil Vertrauen hatte ich absolut keins zu dem Mann.

Ich wollte mich nun auf die Suche begeben, nach den Schalter von Kenya-Airways. Da tauchte plötzlich wie aus dem Nichts ein Einheimischer auf und fragte sehr freundlich,ob er mir helfen könne. Völlig verdutzt bejahte ich seine Frage.
Wir gingen also zu Schalter von Kenya Airways.
Da stand am Eingang ein Sicherheitsbeamter.
Hier muß ich also hin zum Check-In nach Nairobi.Ich wollte wieder gehen,da sagte der zu mir,ich solle mich doch umziehen. Das könne ich ja in einer Toilette machen.Na ja ganz schlau war ich ja nicht. Dieser Witterung entsprechend war ich nun wirklich nicht angezogen. Lange Hose, T-Shirt und Jacke. Und nun grinste er mich an!

Ich zog mich also um.Als ich aus der Toilette
rauskam,war der Einheimische plötzlich wieder da.Also fragte ich,wo ich hier denn telefonieren könnte. Auch das zeigte er mir. Ich rief Wairimu an und wollte dann wieder gehen. Plötzlich sagte der in in Deutsch: \"Trinkgeld,bitte!\" Ziemlich verwundert gab ich ihm zehn KSH. Dann ging er seines Weges. Wahrscheinlich suchte er sich schon sein nächstes \"Opfer\".

Ich hatte nun Durst! Die einzige Möglichkeit,
was zum Trinken zu bekommen,war ein kleiner Kiosk.Der sah auch ziemlich heruntergekommen aus. Doch sein Besitzer stand in dem Kiosk, als könne er hier ein Nobelrestaurant sein Eigen nennen. Im schwaren Anzug und schwarzer Fliege stand er da,voller Stolz!
Und er starrte mich an. Das heißt nicht mich sondern meinen Hut. Was soll daran so besonders sein?

Ich bestellte ein Bier. Wairimu hatte mir schon viel erzählt über ihr Bier. Ein Tusker!
Und es schmeckte gut!
Ich hatte noch ca. eineinhalb Stunden zu warten. Für ein,zwei Bierchen würde die Zeit allemal reichen. Doch durch die Hitze war ich nach zwei Bier schon ganz schön angetrunken. Ich weiß nicht warum,plötzlich kam der Sicherheitsbeamte daher und meinte, ich solle nicht so viel trinken! In einer Halben Stunde fliegen wir! Ach so! Danke!
Jetzt bestellte ich noch eine Cola. Nun fing der Mann im Kiosk an zu grinsen! \"Kein Bier mehr?\"

Ich trank dieses Cola und ging zum Check-In.
Am grinsenden Sicherheitsbeamten vorbei zum Mann am Schalter. Der schaute mich nur einmal an und fing auch noch an zu grinsen!
Was war denn los auf einmal? Sehe ich wirklich so schlimm aus?
Ja ich will einen Fensterplatz.
Ich also ins Flugzeug rein und suchte mir meine Platznummer. Doch was war das denn?
Bin ich jetzt total besoffen oder was?
Mein Sitz war weg! Nicht mehr da! Der wurde einfach weggebaut. Da prangerte dafür ein
Notausgangsschild. Völlig verwirrt fragte ich eine Stewadess,was das soll.Die meinte,ich soll mich halt woanders hinsetzen!

Nun flogen wir los! Das kann ja was werden!

Fortsetzung folgt..


MFG Werner

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-09 01:03:47 mit dem Titel Jetzt bin ich der Ausländer - Teil 2

Mein \"Heimaturlaub\" in Bayern ist vorbei.
Der Alkohol (speziel Weißbier) hat die Kontrolle über meinen Körper wieder verloren.
Deshalb bin ich auch wieder fähig,Berichte zu
schreiben!
*********************************************

Der Flug nach Nairobi verlief zu meiner Über-
raschung ohne Zwischenfälle.
Am Ausgang bot sich dann wieder das gleiche Bild,als wie in Mombassa. Taxifahrer!

Doch diesmal ignorierte ich die völlig,denn
ich hatte nur Augen für SIE: Wairimu war gekommen,um mich abzuholen! Wir fielen uns in die Arme und schauten uns tief in die Augen.Es war wieder da,dieses einmalige Gefühl!

Allerdings nicht lange,denn ich roch nach Alkohol und Schweiß.Leider nicht die beste Kombination.Außerdem war ich völlig fertig.
Zu diesen Zeitpunkt war ich fast 40 Stunden
ohne Schlaf. Im Flugzeug konnte ich ja auch nicht schlafen.

Die ersten Eindrücke von Nairobi während der Fahrt zu Wairimus Haus konnte ich gar nicht
richtig verarbeiten. Es sah irgendwie alles so anders aus,als ich es in einen Reiseführer
gelesen hatte.\"Europäisch\" soll sich Nairobi
presentieren. Liegen in Europa etwa Müllberge
neben der Straße? Oder liefern sich Busfahrer
etwa Rennen? Na, in Deutschland jedenfalls nicht.

Wir kamen dann irgendwann zu Hause an.Dort
wurde ich erstmal sehr herzlich begrüßt.
Allerdings wollte ich nur eins: Schlafen!
Nach ein paar Stunden Schlaf und einer kalten
Dusche fühlte ich mich wie neugeboren.

Jetzt kam der große Augenblick:Ihre Mutter!
Ich wußte echt nicht was ich sagen sollte.
Mehr als ein \"Hallo\" brachte ich dann auch nicht heraus.Aber ihre Reaktion war echt toll.Sie hieß mich herzlich willkommen und ich solle mich wie zu Hause fühlen. Wenn ich das mit meinen Eltern vergleiche...

Am nächsten Tag war Silverster. Wir entschlossen uns,am Nachmittag Schwimmen zu gehen.Da gibts in der Stadt ein Hotel mit dem
Namen \"Meridian\". Das hat obenauf einen Swimmingpool.Wir gingen also los zur nächsten
Bushaltestelle.Hand in Hand marschierten wir los.

Was dann passierte,fand ich eigentlich recht lustig.Am Straßenrand reparierten die Leute einfach ihre Autos und Busse.Aber während wir
da so vorbeigingen,hatten die plötzlich keine
Zeit mehr zu arbeiten! Die schauten mich schon fast entgeistert an,bevor sie sich wortlos wieder an die Arbeit machten.Etwas
verwirrt nahm ich das zur Kenntniss.

Wir gingen also zur \"Bushaltestelle\". Wobei eine Bushaltestelle überall ist,wo Leute
ein-und aussteigen wollen.Irgendwann kam dann
so ein Minisbus dahergerauscht.Wir also hinein und bevor ich mich richtig hinsetzen
konnte,bretterte der schon wieder los.

Ich wollte mich direkt hinter den Fahrer setzen. Zwischen den Fahrersitz und meinen Sitz war da so ein Blech hingeschraubt.
\"Etwas\" rostig und scharfkantig.Und Sandalen hatte ich auch an.

Da nun dieser Busfahrer gleich losbretterte,
rutschte ich aus und mit meinen großen Zeh über dieses scharfkantige Blech.Gottseidank
fiel ich in den Sitz.Warscheinlich war ich etwas geschockt,weil ich keinen Schmerz spürte. Doch nach ein paar Minuten Busfahrt wurde es an meinen Fuß irgendwie ziemlich warm.Hinschauen traute ich mich aber nicht.

Leider war die Busfahrt irgendwann zu Ende und wir stiegen aus.Da stellte sich dann heraus,daß das Blut mitlerweile hinten am Schuh rauslief! Inzwischen hatte ich auch etwas Schmerzen.Relativ aufgeregt gingen wir
ins \"Meridian\" und fragten dort nach einen
Arzt.

Sogleich kam auch einer.Der schaute sich das ganze an,stoppte die Blutung,säuberte die
Wunde und machte ein Pflaster drüber. War also alles halb so schlimm. Hat halt nur geblutet wie die Sau! der Arzt hat das übrigends alles kostenlos gemacht!

Der Tag war also gerettet und zum Schwimmen konnten wir auch noch gehen.Und ich war voller Vorfreude auf die kommende Nacht.
Wie die in Kenia wohl Silvester feiern?

Fortsetzung folgt!

MFG Werner


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-09 23:13:21 mit dem Titel Jetzt bin ich der Ausländer - Teil 3

Das Schwimmen im \"Meridian\" hatte ich recht gut überstanden.Außer einen ziemlich starken Sonnenbrand.Und der kam ziemlich unbemerkt.
Es war nämlich nicht allzuheiß. So cirka
25 Grad und etwas windig Auf jeden Fall schmerzte es nun etwas.

Ich traute mich ja kaum zu fragen,ob es in
Nairobi überhaupt Sonnencreme gibt! Die Einheimischen brauchen doch so ein Zeugs doch gar nicht. Aber,Glückspilz wie ich bin,
so was gibts auch hier. Ich kaufte also eine
und von nun an schmierte ich mich mehrmals
täglich damit ein.

Der Silvesterabend rückte unaufhaltsam näher.
Schon Wochen vorher,während ich noch in Deutschland war,habe ich Wairimu an diesen Tag zum Essen eingeladen.In welches Restaurant wir gehen,diese Entscheidung überließ ich ihr. Wir besorgten uns ein Taxi und wir fuhren in die City.

Ausgesucht hatte sie ein italienisches Restaurant. Wenn ich mich noch richtig erinnern kann,hieß das \"Trattoria\".

Das allerdings presentierte sich dann wirklich \"europäisch\". Extra für diesen Abend
gabs ein 5-Gänge-Menü. Hörte sich ineressant
an und sogleich bestellten wir es. Was das Essen nun genau war,weiß ich nun wirklich nicht mehr.Aber nach jeden Gang gabs ein alkoholisches Getränk dazu: Wodka, Wein, Bier
und was weiß ich noch was.Das ganze gabs dann
für umgerechnet schlappe 120 D-Mark.

Gegen 22 Uhr verließen wir das Lokal und fuhren mit dem Taxi in Wairimus Stammkneipe.
Dort waren bereits jede Menge Bekannte und Freunde von Wairimu kräftig am Feiern.Wie die
Kneipe aussah,habe ich ungefähr noch in Erinnerung.

Gleich am Eingang fand ich zwei Sicherheits-
männer vor. Finster dreinschauend und mit
Schlagstöcken in der Hand.Die Kneipe selber
bestand aus zwei Etagen.Oben sah es so aus wie ein Balkon. Man konnte runterschauen auf die Tanzfläche.Was mir aber besonders auffiel
war: In dieser Kneipe fehlte ein Teil des Daches! Da war einfach ein Loch von ungefähr zwei Quadratmetern!

Somit hat man immer frische Luft. Und wenn man immer frische Luft hat,kann man mehr saufen,erklärte mir Wairimu. Na dann,Prost!

Daß dieses Loch aber genau über der Tanzfläche war,ist ja egal. Viel Spaß beim Tanz im Regen oder so.

Was die Kenianer,inclusive Wairimu,an Alkohol
wegkippen können,ist mir seit dieser Nacht
bewußt.Und wie die feiern können!

Fröhlich,aufgeschloßen und freundlich.
Ich wurde sofort von den Leuten akzeptiert.
Wairimu war sehr beliebt,ich war Wairimus
Freund und somit akzeptiert und jedermanns
\"Bruder\". So einfach ist das.

Das Neujahr 2000 wurde dann auch lautstark begossen.Auf einmal wurde von den Leuten ein Tanz aufgeführt. Die stellten sich dabei auf wie eine Pyramide.Das ganze lief ab,als wäre es wochenlang einstudiert.Die tanzen da im Gleichschritt,unglaublich! Dabei war das ganze eine spontane Idee.

Auf einmal meinte ein \"Bruder\" ich solle mittanzen.Ich war nun an der Spitze und wackelte irgendwas daher.War aber egal,denn
jeder hatte seinen Spaß.

So kurz vor zwei Uhr bildete ich mir ein,daß ich nach Deutschland telefonieren will.
Deutschland ist zeitmäßig im Winter zwei Stunden hinter Kenia.Deshalb also diese Idee.

Wairimu wars recht und so fuhren wir nach Hause.Nach ein paar Telefonaten hatten wir aber plötzlich doch noch nicht genug vom Feiern. In der nachbarschaft entdeckten wir ein Lagerfeuer.Dort ankekommen war ich mal wieder überrascht. Die verbrannten dort Autoreifen!

Na egal, Hauptsache es gab noch ein paar Halbe Bier für mich.Und sogleich unterhielt ich mich wieder mit ein paar Leuten. Einer war auch sogleich mein \"Bruder\": Er war FC
Bayern München Fan! Was es nicht alles gibt.

Nun jede Nacht ist einmal zu Ende. So auch die Silvesternacht Von Nairobi.Irgendwann am Morgen wackelten wir dann nach Hause.

Übrigends: In Nairobi habe ich in dieser Nacht keinen einzigen Feuerwerkskörper gesehen. Es soll in Kenia ja Leute geben,die
sparen ein ganzes Jahr,nur um an Silvester
etwas Spaß zu haben.Uns hier in Deutschland gehts ja anscheinend viel zu gut. So gut,daß wir jedes Jahr Millionen von Euros oder eben Märker einfach so in die Luft jagen können.

Fortsetzung folgt...

MFG Werner







----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-10 16:09:04 mit dem Titel Jetzt bin ich der Ausländer - Teil 4

Am nächsten Tag war ich überraschenderweise
recht gut beieinander.Wir unternahmen allerdings auch nicht,denn es war Familien-
tag.Wairimu mußte kochen,denn das Hausmädchen hatte frei.dies fiel ihr aller-
dings dann doch noch etwas schwer.Ihre Mutter
war in der Arbeit.

Arbeiten am Neujahrstag? Nun,sie verkauft Obst und Gemüse an einen Markt.Und da die Leute immer Hunger haben,geht sie da auch jeden Tag hin. Egal ob Weihnachten, Ostern
oder sonst irgendein Feiertag.

Wairimus Familie ist echt groß.An diesen Tag tauchten jede Menge Leute auf.

Um die Familiengeschichte nach meinen Wissensstand kurz zu erzählen: Wairimus Groß-
vater hatte elf Frauen.Und mit jeder Frau natürlich ein paar Kinder.Diese Mehrehe war damals sogar erlaubt.Heute glaube ich darf man offiziell nur noch drei Ehefrauen haben.
Und das auch nur dann,wenn man sie ernähren kann.

Auf jeden Fall ist Wairimus Familie allein durch ihren Großvater schon ziemlich groß. Da
wird einmal im Jahr ein Familientreffen organisiert.Da wird dann landesweit ein Aufruf im Radio und TV gestartet. Diese Familie trifft sich dort am...
Dann kommen dann schon mal tausend Leute zu so einen Treffen.

Da wenn man jemanden kennenlernt,muß man gleich mal die Familiengeschichte erzählen.
Nicht,daß man sich ineinander verliebt oder so was, und im nachhinein stellt sich heraus,daß man Cousin und Cousine ist!
Ist alles schon vorgekommen.

Wairimu selbst hat zwei Brüder und zwei Schwestern.Wobei die Anzahl der Brüder schon mal das doppelte war.Ein Bruder wurde einmal im nächtlichen Nairobi einfach erschossen.
Anscheinend hatte er etwas zu viel Geld.
Der andere Bruder kam auf den Tag genau ein Jahr später bei einen Autounfall ums Leben.

Wairimu ist in dieser ganzen Bande das jüngste Kind.Der älteste ist fast 15 Jahre älter als sie.

Bis jetzt habe ich noch nicht ihren Vater erwähnt.Der hat nämlich Mitte der 70er Jahre die Familie verlassen.Da war Wairimu gerade mal vier Jahre alt.Damals stand dann die Familie so gut wie vor Dem Nichts.Ihre Mutter
fand dann die Arbeit,die sie bis heute macht.
Ihre Geschwister mußten dann halt schon früh lernen,wie man sich durchschlägt.

Wairimu wuchs dann mit der Erziehung ihrer Brüder auf.Und die war ziemlich streng. Was
auch nötig war.Denn ein Leben in Afrika ist schwer genug.

Ihre Mutter hat dannach nie wieder geheiratet.Was sowiso nicht so einfach wäre,weil die Kinder da auch noch ein Wörtchen mitreden würden.

Auf jeden Fall Mitte der 90er Jahre tauchte plötzlich der Vater wieder auf.Erstmal wurde er aber gleich wieder rausgeworfen. Niemand
brauchte ihn.Die Familie hatte sich auch ohne ihn durchgeschlagen und lebt nun komfortabel.

Aber er ließ nicht locker.Er wollte sich mit der Familie wieder versöhnen.Er war alt geworden und bevor er stirbt,sollte das noch passieren.Irgendwann tat ihm die Familie den Gefallen.Wobei Wairimu selbst ihm nie verziehen bzw als Vater akzeptiert hat.

Das war nun eine kleine Familiengeschichte.

Ich saß da nun am Neujahrstag mit der Familie beim Essen.Ich glaube,es waren so circa 25 Leute anwesend.Der kleine Familienkreis eben.Wir hatten jede Menge Spaß
und das Essen schmeckte toll.Auch hier wurde ich von allen sofort akzeptiert.Man gab mir das Gefühl,als würde ich schon ewig zu dieser Familie gehören.

Ich habe jetzt oft das Wort Familie verwendet.Na ja,in Afika bedeutet halt Familie auch immer noch Familie.Der Zusammen-
halt ist dort einfach unbeschreiblich. Das Familienleben spielt sich dort halt jeden Tag ab,und nicht nur an besonderen Feier-
tagen.Das habe ich auch nach dem Neujahrs-
essen gemerkt.Ihr Bruder zum Beispiel besucht seine Mutter jeden Tag nach der Arbeit.Obwohl schon 40 Jahre alt und selber verheiratet.Und eigentlich ganz woanders wohnt.

Auf jeden Fall gehörte ich sehr schnell dazu zu den Clan.Akzeptiert und Respektiert.

Da habe ich mich dann schon gefragt:

Bin ich wirklich noch der Ausländer?

Fortsetzung folgt...

MFG Werner

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-10 20:28:37 mit dem Titel Jetzt bin ich der Ausländer - Teil 5

Nicht unterkriegen lassen lautet die Devise.
Deshalb hier der fünfte und letzte Teil über dieses Thema.

Die nächste Zeit von meinen Urlaub in Nairobi
erlebte ich fast wie im Traum.Das liegt daran,daß ich mich an viele Einzelheiten gar nicht mehr so genau erinnern kann.Zumindest
was die üblichen Sachen für Touristen in Nairobi angeht.Wie zum Beispiel das Nationalmuseum oder die Bomas of Kenya.
Deshalb werde ich über das auch nichts schreiben.

Eines mußten wir unbedingt erledigen.Die Sache mit der Deutschen Botschaft.Wir wollten
ja heiraten.Aber die Botschaft machte Wairimu
erhebliche Probleme.Wir gingen also da hin und rein die Tatsache,daß ich nun persönlich
anwesend war,bewirkte Wunder.Wir legten einfach unsere Papiere vor und nach fünf Minuten war alles erledigt.In sechs Wochen ist alles in (trenker26) meinen Landratsamt,sagte man mir.

Voller Freude zogen wir los,um uns gleich Eheringe zu kaufen.Wairimu brachte mich irgendwo außerhalb Nairobis in ein Schmuck-
geschäft.Dort kauften wir sogleich zwei Ringe
und waren glücklich.

Es gab dann noch im nachhinein gesehen ein lustiges Erlebnis.Ich hatte irgendwannmal
ein T-Shirt geschenkt bekommen.Da stand vorne
und hinten in großer blauer Schrift
\"Winner today,Winner Tommorow\" drauf. Und ganz klein das Logo der Firma Nintendo.
Daß dieses blöde T-Shirt solche Aufmerksam-
keit erregen würde hätte ich nicht gedacht.

Von allen Seiten wurde ich angemacht.Die Busbegleiter schreiten schon von weiten, daß
ich mit ihnen fahren soll.Sogar die Straßen-
kinder sprachen mich mit \"Hey,Winner!\" an und
bettelten dann erst.

Dann gabs dann noch zwei Erlebnisse die ich bis heute tief in Erinnerung habe.

Wie jeder weiß,wurde in Nairobi im August 98
die US-Botschaft in die Luft gejagt. Nach
ofiziellen Angaben starben damals so circa 200 Menschen.Was aber absoluter Blödsinn ist,
weil es waren mindestens 1000.

Ich weiß das,weil Wairimu mir das erzählt hat.Die wohnte damals nämlich nur ein paar Kilometer davon (trenker26) entfernt.Sie war dann auch bei den Hilfsarbeiten dabei und hat auch ein paar Freunde bei der ganzen Sache verloren.

Die Welt hat das damals wenig interessiert.
Wem interessiert denn was in Afrika passiert?
Kein Schwein!

Vollgefressene Deutsche erklären dann lieber noch mehr vollgefressenen Amis
\"uneingeschränkte\" Solidarität!

Wems interessiert:Fotos und einen Bericht von diesen Tag in Nairobi gibts unter
www.rhein-zeitung.de/old/98/08/07/#t1

Unvergesslich bleibt auch der Besuch in einen
von Nairobis Ghettos.Ich mußte mich allerdings darauf etwas vorbereiten.Schmuck
weg und kein Geld mitnehmen.Nur meine Kamera durfte ich behalten.Wir wollten den Leuten
da sagen,daß ich ein Jounalist aus Deutschland bin.Zu fünft marschierten wir dann los.Einer von denen kannte ein paar Leute im Ghetto.Somit konnte es eigentlich nicht allzugefährlich für mich werden.

Im Ghetto angekommen,sprach sich das mit den
jounalisten rum wie ein Lauffeuer.Ich war
plötzlich umringt von jeder Menge Kinder.
Allein die Tatsache,daß da jemand kommt und sich für ihre Probleme interessiert,machte
die schon glücklich.

Diese Kinder hatten einen Ausdruck voller Freude und Hoffnung in den Augen.Und ich stand da recht blöd da,als der vollgefressene
Deutsche.

Diese Armut war schon erschreckend.Wenn ich bedenke,daß ich ein paar Tage vorher schnell so nebenbei 120 DM für ein Abendessen aus-
gegeben habe.Davon könnte so jemand ewig damit leben.Luxus ( trenker26) und Armut liegen in dieser
Stadt schon krass nebeneinander.Entweder hat man was oder eben gar nichts.

Von diesen Eindrücken kaum erholt,war mein Urlaub auch schon zu Ende.wieder einmal hieß es für mich und Wairimu Abschied nehmen.Doch
diesmal mit der Gewissheit,uns bald wiederzusehen.

Ich flog also zurück nach Mombassa.Dort angekommen wieder die gleiche Prozedur mit den Taxifahrern.Ich fand auch gleich den einen Kiosk wieder vor. Auch der Mann im schwarzen Anzug war wieder da.Er schaute mich an und meinte,daß er mich noch kennt.
Aber wo ich meinen Hut hätte,fragte er mich.
Beim Hinflug hatte ich ja diesen Hut von der Musikgruppe \"Schürzenjäger\" als Sonnenschutz
aufgesetzt.Diesmal war er allerdings in meinen Rucksack.Gegen zwei Halbe Bier wollte er ihn haben.

Hut und Bier wechselten also den Besitzer und eine Stunde später gings ab in Richtung Heimat.

In München angekommen war es erstmal saukalt.
15 Grad Minus um 18 Uhr abends! 45 Grad Temperaturunterschied innerhalb von zwölf Stunden! Das muß man erstmal verkraften.

FAZIT TEIL 1 BIS 5
##################

1.Jeder sollte sich einmal Gedanken darüber machen,wie gut es einen geht.

2.Egal,wo man Urlaub macht,man sollte Land und Leute komplett kennenlernen.Auch wenn die Wahrheit weh tut.

3.Reiseführer sind der größte Scheiß.

4.Gastfreundschaft wird in Kenia großge-
schrieben.Da könnten wir uns eine Scheibe davon abschneiden.

5.Irgendwann werde ich dort zusammen mit meiner Frau für immer Leben.Dann kann mir der ganze Scheiß in Deutschland den Buckel
runterrutschen.


ENDE ENDE ENDE

MFG Werner

PS Das war der letzte Teil über meine Erlebnisse in Kenia.Die Berichte über
\"Mein Leben mit einer Ausländerin\" finden natürlich eine Fortsetzung.Egal was mache davon halten.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-12 14:11:50 mit dem Titel Mein Leben mit einer Ausländerin - Teil 4

Hier also nun der vierte Teil meiner kleinen Lebensgeschichte.

Ich war also nun zurück aus meinen Abenteuer-
urlaub.Es war Mitte Januar 2000 und saukalt.
Vielleicht kann sich jemand noch daran erinnern,in Bayern herrschten damals bis zu Minus 20 Grad. Etwa eine Woche brauchte ich, um mich umzugewöhnen.

Es dauerte dann fast weitere zwei Monate bis all der beschissene Papierkrieg ein Ende fand. Wairimu konnte also zurückkommen. Am 8.März 2000 feierten wir wiedereinmal ein Wiedersehen.

Schnell gingen wir zu Standesamt. Als Hochzeitstermin legten wir den 27.April fest.
Die Vorbereitungen auf die Hochzeit waren schnell erledigt. Die Gästeliste war nämlich nicht sehr lang. Auf all die \"guten Freunde\"
konnten wir nämlich verzichten. So kamen mit einigen Arbeitskollegen so etwa 20 Leute zusammen.Ich hatte natürlich auch meine Eltern und meine Schwester eingeladen. Ich war ja mal gespannt, ob die kommen.
Übrigends: Einen Dolmetscher brauchten wir auch. Da Wairimus Deutschkenntnisse zu diesen Zeitpunkt so gut wie gar nicht vorhanden waren, war dies eben nötig.

Endlich kam unser großer Tag. Und das Wetter war herrlich. So um die 30 Grad, und das Ende April. Wenigstens einer meinte es gut mit uns. Die größte Überraschung aber war:
Mein Vater und meine Schwester kamen. Aber wo war meine Mutter? Die hätte mit ihren Rollstuhl Probleme mit all den Treppen. Treppen? Wo waren denn hier Treppen? Die einzige, die ich vorfand, war am Eingang zu der Wirtschaft, wo wir anschließend feierten.
Welch eine billige Ausrede! Ich ließ mir dadurch aber meine Stimmung ganz und gar nicht verderben.

Schließlich war es endlich soweit. Wir gaben uns das Ja-Wort. Wir schauten uns dabei tief in die Augen und wußten: Die Zukunft gehört uns ganz alleine. All der Neid, die Mißgunst und der ganze Papierkrieg konnten und können unserer Liebe überhaupt nichts anhaben.

Leider holte uns der Alltag viel zu schnell wieder ein. Wairimus Touristenvisum mußte in eine Aufenhaltsgenehmigung umgewandelt werden. Eine Arbeitserlaubnis brauchte sie natürlich auch. Dieser blöde Papierkrieg hat wohl nie ein Ende?!?
Also wieder mal zum Landratsamt und zum Arbeitsamt, um wieder irgendwelche Formulare auszufüllen. Die Aufenthaltsgenehmigung kam dann aber relativ schnell. Allerdings befristet bis Januar 2002. Die Arbeitser-
laubnis ließ aber auf sich warten.

Leider wurde ich mal wieder krank. Ich schleppte nämlich seit drei Jahren einen Leistenbruch mit mir herum. Leider war eine OP nun unausweichlich geworden. Ich ließ mich
also operieren und nach einer Woche im Krankenhaus war ich auch schon wieder daheim.

So waren wir dann in folgender Situation:
Ich war krankgeschrieben, meine Frau durfte noch nicht arbeiten un das Wetter war herrlich. Wairimu hatte großes Interesse ihre neue Heimat näher kennenzulernen. Schloß
Herrenchiemsee, dir Burg von Burghausen, die Städte München und Salzburg, den Königssee, die Klosterkirche Baumburg, usw. Ja Ja, meine Heimat hat eben auch viel zu bieten.

Dann war da noch der \"Chiemsee-Reagge-Summer\"
in Übersee. Das ist eines der größten Reagge-
Veranstaltungen in Europa. Und das fast direkt an meiner Haustür. Da ich aber nicht unbedingt der große Reagge-Fan bin, ging dieses Fest immer irgendwie an mir vorbei.
Ziggy Marley, der Sohn des legendären Bob Marley oder Michael Rose, der Sänger von Black Uhuru waren anwesend. Wie all die anderen Künstler hießen, weiß ich nicht mehr.

Meiner Meinung nach ist Bayern bei diesen Fest der größte Drogenumschlagplatz in der Welt. Nein, ich und Wairimu stehen nicht auf Drogen. Nur ab und zu auf ein bißchen Alkohol. Wir standen da so vor der Bühne und neben mir zwei so Typen, die genüsslich einen Joint rauchten. Als meine Frau das bemerkte, hat sie sich gleich mal verdrückt. Nur ich eben nicht. Da ich schon ein paar Bier intus hatte und dieses Zeug auch seine Spuren hinterließ, war ich nun total benebelt. Irgendwann kippte ich einfach weg und fand mich im Rot-Kreuz-Zelt wieder.
Vier(!!) Stunden hatte ich geschlafen.
Draußen war die Hölle los und ich verschlief das halbe Fest.

Fortsetzung folgt

MFG Werner



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-15 20:50:55 mit dem Titel Mein Leben mit einer Ausländerin - Teil 5

Dies ist eine weitere Fortsetzung über die Erlebnisse mit meiner Frau als Ausländerin in Deutschland.

Diesmal suchen wir eine Arbeit

Wairimu war also in Kenia, um sich zu erholen. Ich schickte derweil für mich diverse Bewerbungen los, weil ich mich beruflich verändern wollte. Ich hatte ja diese Weiterbildung gemacht. Dabei handelte es sich um die REFA-Grundausbildung. Ich hatte dabei das Ziel, einen Job in der Qualitätssicherung oder Arbeitsvorbereitung zu finden. Dabei wollte ich mich natürlich auch finanziell verbessern. Immerhin hatte ich fast 6000 DM in diese Schulungen investiert. Mein normaler Ausbildungsberuf ist Fräser. Das bedeutete, daß ich an irgendwelchen Fräsmaschinen den ganzen Tag irgendwas fräste. Vorwiegend war ich dabei in der Serienfertigung tätig. Wochenlang das gleiche zu tun, wurde mir mit der Zeit zu langweilig. Das war auch ein Grund, diese Weiterbildung zu machen.

Wunsch und Realität liegen aber leider oft weit auseinander. Das bekam ich auch schnell zu spüren.

Ich bewarb mich bei diversen Unternehmen in meiner Gegend und bekam Absagen mit sinngemäß immer den gleichen Inhalt: Es fehlt mir die Berufserfahrung. Da stellte sich mir nur eine Frage: Wie soll ich Berufserfahrung sammeln, wenn mir keiner die Chance dazu gibt?

Wairimu kam nach zwei Monaten, es war der 8.März 2001, gut erholt zu mir zurück. Nach einen freudigen Wiedersehen und kurzer Diskussion beschlossen wir, daß sie einen Deutschkurs besuchen soll.

Wir gingen dabei als erstes ins Arbeitsamt. Nur, um mal nachzufragen, ob sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Hat sie nicht! Dafür müßte sie mindestens drei Jahre in Deutschland sein und mindestens zwei davon gearbeitet haben. Somit hat sie auch kein Anrecht auf irgendwelche Weiterbildungsmaßnahmen, wie z.B. einen Deutschkurs. Meiner Meinung nach, dient diese Schikane alleine dazu, die Arbeitslosenstatistik zu schönen. Denn wer keine Leistungen vom Arbeitsamt kassiert, taucht auch in keiner Statistik auf.

Ist vielleicht auch besser, denn sonst hätten wir doppelt so viele Arbeitslose!?!

Nun, aufgeben kam nicht in Frage. Wir informierten uns in der Volkshochschule. Dort wurde uns mitgeteilt, daß in einer Woche ein Deutsch-Grundkurs startet. Es ist auch noch ein Platz frei. Die Schulungen sind Dienstags und Donnerstags jeweils von 18 Uhr 30 bis 20 Uhr. Insgesamt 120 Unterrichtsstunden. Das ganze würde uns 720 DM kosten. Da meine Frau voller Tatendrang war, eine Deutschspezialistin zu werden, meldete ich sie an.

In der Zwischenzeit habe ich meine eigene Jobsuche nicht aufgegeben. Allerdings änderten wir etwas die Strategie. Ich weitete meine Suche auf ganz Deutschland aus. Damit war gemeint, wir ich suche mir eine Arbeit in der Nähe einer größeren Stadt. Außer Berlin und Hamburg waren wir dabei für alles offen. Die Idee kam daher, weil wir hofften, auch die Chancen meiner Frau auf den Arbeitsmarkt zu steigern. Man stelle sich vor: Wairimu kommt aus einer Millionenstadt wie Nairobi. Dort war sie beruflich selbständig und finanziell unabhängig. Nun lebte sie im Landkreis Traunstein, in einen Kaff namens Trostberg mit ca. 5000 Einwohnern. Und das ohne Job und eigenes Geld. Im Vergleich dazu, hatte sie in Kenia das bessere Leben. Für mich wäre dies ein Schritt in die andere Richtung. Ich bin aufgewachsen in der 3500- Seelen- Gemeinde Altenmarkt an der Alz. Meine Familie hatte eine Landwirtschaft. Das sagt eigentlich schon alles aus, oder?

Nichts desto Trotz wollte ich mich dieser Herausforderung stellen. Was würde mich auch hier noch halten? Das Verhältnis zu meinen Eltern war nicht besonders gut, ich hatte viele Freunde verloren, und meine derzeitige Arbeit machte mir keinen Spaß mehr.

Deshalb schickte ich unter anderem via Internet eine Bewerbung an ein Unternehmen in Köln. Innerhalb einer Woche wurde ich zu einen Vorstellungsgespräch eingeladen. Als Termin legten wir den Donnerstag vor Ostern fest. Wir konnten uns also auf ein langes Wocheneende freuen. Ich besorgte Zugtickets und ein Zimmer in einer Jugendherberge. Am Mittwoch mit dem Nachtzug ging es los. Wir erreichten Köln am nächsten Tag um sieben Uhr in der Früh. Mein Termin war dann um 14 Uhr. Das Gespräch verlief dann auch recht passabel. Ich bekam zwar keine Zusage, aber die Hoffnung blieb. Den Rest des Wochenendes genossen wir unseren Kurzurlaub. Irgendwie waren wir fasziniert von dieser Stadt. Hier arbeiten und leben, das konnten wir uns gut vorstellen.
Ostersonntag in der Nacht fuhren wir wieder zurück, so daß wir am Montag morgen wieder in der Heimat waren. Ostermontag habe ich den ganzen Tag geschlafen, denn um 22 Uhr mußte ich bereits wieder arbeiten –
Nachtschicht war angesagt. Der Alltag kam leider wieder viel zu schnell.

Nichts desto Trotz versuchten wir für meine Frau weiterhin eine Arbeit zu finden. Wir handelten uns dabei verschiedene Absagen ein. Dabei hatten wir auch folgendes Erlebnis: Es gab in unserer Stadt eine Bäckerei, die hatte eines Tages eine Anzeige in der Zeitung. Es sei eine Stelle als Putzfrau freigeworden. Wir gingen also zusammen hin zu diesen Unternehmen. Dort wurde uns dann gesagt, sie solle doch mal zum Probearbeiten kommen. Das ganze fand dann auch gleich am nächsten Tag statt. Danach hörten wir eine Woche nichts von den Leuten. Ich rief also an, und es wurde mir mitgeteilt, daß die Stelle bereits anderweitig vergeben worden sei. Das an sich fand ich nicht weiter schlimm, aber: Wie ist es denn mit der Bezahlung für diesen einen Tag? Für Probearbeiten würden die nichts bezahlen. Sprachlos verabschiedete ich mich und mußte lachen. Ich erzählte Wairimu alles und wir amüsierten uns köstlich über diese Vollidioten.

Man setzt eine Anzeige in die Zeitung, läßt Leute probeweise arbeiten, und zahlt nix dafür. Das wiederholt man zweimal im Monat und man hat immer eine saubere Wohnung. Und das kostenlos.

Wer hat also Lust meine Wohnung zu putzen? Ach ja, mein Auto müßte auch mal wieder gewaschen werden!
Interessenten sollen sich bitte bei mir melden

Fortsetzung folgt...

MFG Werner





----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-19 19:36:21 mit dem Titel Mein Leben mit einer Ausländerin - Teil 6

Dies ist inzwischen der sechste Teil über mein Leben mit meiner Frau als Ausländerin in Deutschland. Ich möchte mich an dieser Stelle mal für all die Lesungen und die tollen Kommentare bedanken.
Hier aber nun mein Bericht.

Das öffentliche Verkehrsmittelnetz war in unserer Gegend nicht unbedingt menschenfreundlich.
Es fuhren schon genügend Busse. Auch die Deutsche Bahn war anwesend. Aber ab circa 19 Uhr 30 war dann immer Schluß mit lustig. Und überall hingefahren sind die auch nicht. Es gab zwar in unserer Stadt sowas wie einen Citybus. Aber der fuhr vielleicht drei oder viermal am Tag. So mußten wir bei Wairimus Jobsuche immer sehr viele Einschränkungen hinnehmen. Der Arbeitsplatz sollte möglichst immer in der Nähe einer Busstelle oder eines Bahnhofs sein. Und was ist mit Fahrrad? Nun, Fahrradfahren hat sie nie gelernt. Sie wäre zwar schon bereit gewesen, es zu lernen, aber sie hatte Angst, sich damit in den Verkehr zu stürzen. In Kenia herrscht Linksverkehr. Die Umgewöhnung zum Rechtsverkehr hier in Deutschland fiel ihr schon schwer. Am Anfang mußte ich sie immer an der Hand nehmen, wenn wir die Straße überqueren wollten. Ich fand das irgendwie lustig, aber als ich die Reaktion meiner Frau zu spüren bekam, war es schnell wieder vorbei damit. Wir überquerten also immer Hand in Hand die Straße. Bei meinen Urlaub in Kenia ging es mir ja auch nicht besser.
Wobei da es wieder egal ist, weil die Autos dort von jeder Seite kommen. Als ich bei meinen ersten Versuch, eine Straße zu überqueren, beinahe überfahren wurde, gingen wir auch dort Hand in Hand über die Straße. Nun hatte Wairimu ihren Spaß.

Auf jeden Fall fiel das Fahrradfahren flach. Deshalb beschlossen wir, daß Wairimu den Führerschein machen soll. Auch das war wieder mit einen Haufen Papierkrieg verbunden. Die kenianische Fahrerlaubnis hatte sie. Das erleichterte uns auch vieles. Sie mußte nämlich keine Überland- und Autobahnfahrten machen. Auch die Grundgebühr kostete etwa ein Drittel weniger. Allerdings mußte ihr Führerschein aus Kenia beglaubigt ins deutsche übersetzt werden. In dem Haus, in dem wir wohnten, war neben dieser Naziwirtschaft auch eine Fahrschule. Diese gehörte einen Bekannten von mir. Nichts lag also näher, als meine Frau dort anzumelden.
Wairimu konnte inzwischen etwas Deutsch und der Fahrlehrer konnte etwas Englisch. Die würden sich schon zusammenraufen, habe ich mir gedacht. Klappte auch ganz gut, obwohl es doch kleinere Probleme zu bewältigen
gab. Eine „Kraftfahrtstraße“ zum Beispiel gibt’s in Kenia halt nicht.

Einen Job für meine Frau fanden wir dann auch. In einen kleinen Hotel als Zimmermädchen. Dieser Arbeitsplatz war nur leider etwas weit weg. Gut eine Stunde Zugfahrt für die einfache Fahrt mußte sie in Kauf nehmen. Anfangs klappte auch alles ganz gut. Die Arbeitskollegen waren in Ordnung. Zumal dort zwei Kellner aus Tunesien arbeiteten. Unter „Fastlandsleuten“ geht vielleicht doch vieles einfacher.

Ich bekam inzwischen eine weitere Einladung zu einen Vorstellungsgespräch. Dabei handelte es sich um ein kleines Unternehmen in der Nähe von Stuttgart. Genauer gesagt, eine kleine Stadt namens Vaihingen an der Enz. Im Internet hatte ich mich über diesen Ort schon vorher informiert: 30000 Einwohner und circa 25 Kilometer von Stuttgart entfernt. Hörte sich jedenfalls nicht schlecht an. Wenn jetzt noch die Arbeit und die Kohle stimmt, wäre alles perfekt. Ich hatte bereits einen Termin für das Gespräch ausgemacht, da machte mir wieder mal meine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung.

Es war Anfang Juli 2001 und ich bekam wieder Knieprobleme. Diesmal war es aber das linke Knie. Nach diversen Untersuchungen wurde ein Schaden am Außenmeniskus festgestellt. Eine Operation war wieder mal unausweichlich. Die Vierte innerhalb von vier Jahren! 1998 am Auge, 1999 am rechten Knie, 2000 ein Leistenbruch, und nun das! Die nächste OP wird dann am Hirn oder wo sein!?! Langsam hatte ich jedenfalls genug von dem Scheiß. Zwangsläufig mußte ich den Leuten in Vaihingen anrufen und den Termin um circa vier bis funf Wochen verschieben. Eigentlich gab ich jede Hoffnung auf, nochmal eine Chance zu bekommen.

Die OP war dann Ende Juli 2001. Bei 35 Grad im Schatten lag ich fünf Tage im Krankenhaus. Irgendwie komisch, denn bei der ähnlichen Operation am rechten Knie war ich am gleichen Tag wieder zu Hause. Aber wahrscheinlich hatten die gerade genügend Betten frei. Wieder zu Hause, ging ich ungefähr eine weitere Woche mit Krücken. Dannach war es immer noch schön Wetter und ich konnte den Sommer und das Leben
genießen. War aber schon irgendwie komisch. Wairimu ging arbeiten und ich saß daheim und hab den halben Tag geschlafen.

Nach vier Wochen sah ich mich wieder in der Lage, weite Strecken mit dem Auto zu fahren. Ich reif wieder in der Firma in Vaihingen an und war erstmal überrascht. Man gab mir tatsächlich eine zweite Chance. Was mir innerlich doch etwas Freude bereitete. Anscheinend finden die keinen anderen. Das hieß, ich könnte vielleicht noch mehr Kohle rausschlagen. Andersrum gesehen ist dieser Betrieb vielleicht so beschissen, daß da niemand hinwill. Auf jeden Fall machte ich mich mit einer gewissen Vorfreude auf den Weg. Eine Enttäuschung gab es dann aber doch: Der Job in der Arbeitsvorbereitung war schon anderweitig vergeben worden. Ein Stelle als Fräser wäre aber noch frei. Allerdings mit zwei Unterschieden zu meinen bisherigen Job. Es war keine Serienfertigung, sondern hier werden Einzelteile gefertigt. Und ganz wichtig: Die Kohle stimmte!
Allerdings gab es noch ein kleines Problem meinerseits. Ich war immer noch krankgeschrieben und somit hatte ich noch all den Urlaub von meinen derzeitigen Arbeitgeber. So würde ich erst in etwa zwei Monaten zum ersten November anfangen können. Als auch das kein Problem war, sagte ich zu.

Ich kündigte also meinen alten Job. Eine Wohnung in meiner neuen Heimat war schnell gefunden.

Und meine Frau? Auch sie kündigte ihren Job. Und sie hielt inzwischen voller Stolz ihr erstes deutsches Zeugnis in der Hand. Sie und fünf weitere Schüler beendeten den Deutsch- Grundkurs mit Erfolg. Und kurz vor unseren Umzug machte sie erfolgreich ihren Führerschein! Ich war mächtig stolz auf meine Frau! Das kann ich Euch sagen! Wir fuhren ins Landratsamt und holten den Schein ab. Allerdings mußten wir ihren kenianischen Führerschein dort abgeben. Was die damit bezwecken, weiß ich leider auch nicht. Wahrscheinlich um kontrollieren zu können, wann jemand ins Ausland geht oder so. Aber für 100 Euro mache ich in Kenia einen neuen Führerschein. Diese Kontrolle, falls das der Zweck ist, kann man also leicht umgehen.

Dann kam endlich der Tag unseres Umzuges. Da war ich allerdings überrascht, daß es doch noch hilfsbereite Leute in meinen Bekanntenkreis gibt. Einer arbeitete in eine Autohaus und konnte mir deshalb problemlos und billig einen Lastwagen auftreiben. An einen Freitag räumten wir unsere alte Bude aus und alles rein in den Truck. Am Samstag morgen um sechs Uhr gings ab in Richtung Schwabenland. Kurz vor Mittag kamen wir dort an. Nach kurzer Stärkung räumten wir den LKW wieder aus und alles rein in die neue Wohnung. Nach drei Stunden war alles erledigt und die beiden Helfer fuhren wieder in die 350 Kilometer entfernte Heimat. Welch ein Freundschaftsdienst! Inzwischen hab ich mich auch mit genügend Weißbier bei ihnen bedankt.

Wairimu und ich blieben voller Vorfreude zurück in unserer neuen Heimat, Vaihingen an der Enz

Fortsetzung folgt...


MFG Werner


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-20 18:45:48 mit dem Titel Mein Leben mit einer Ausländerin - Teil 7

Hier also nun der siebte Teil über mein Leben mit mit meiner Frau als Ausländerin hier in Deutschland.
Es ist zugleich auch der vorläufig letzte Teil.

Da waren wir nun in unserer neuen Heimat. Und irgendwie fühlten wir uns ins kalte Wasser geworfen. Ich kam mir vor, wie ein Ausländer. Die sprachlichen Probleme waren unübersehbar. So wollte in der Bäckerei keiner „Semmel“ verstehen. „Weggle“ war nun angesagt. Aus Leberkäse wurde Fleischkäse. Als eingefleischter Bayer empfand ich es schon fast als Frechheit, was hier mit meinen guten alten Weißbier gemacht wird. Erstens schon mal der Name: Weizenbier! Und dann noch Kristallweizen! Ein Weißbier ohne Hefe. Welch ein Graus! Aber die Leute hier saufen eh mehr Wein als Bier. Ist halt mal eine Weingegend. Bei uns in Bayern gibt es einmal im Jahr ein Weinfest, da sauft man sich die Birne voll, und dann hat man erstmal wieder ein Jahr genug vom Wein.

In meiner neuen Arbeit lösten diese Sprachprobleme schon fast etwas Frust bei mir aus. Die neuen Kollegen
bemühten sich erstmal überhaupt nicht, sich verständlich auszudrücken. Das wurde mir dann irgendwann zu bunt und ich sagte denen mal meine Meinung. Das hat dann auch einer der Geschäftsführer mitbekommen. Er kam zu mir und meinte: Er kommt aus Köln und lebt inzwischen 25 Jahre hier. Aber die Leute hier versteht er immer noch nicht. Heute ist das Verhältnis zu meinen Kollegen sehr gut. Obwohl manche Sachen immer noch recht lustig sind. „Do gescht hintnum“ zum Beispiel. Darüber könnte ich mich jedesmal köstlich amüsieren. Ich habe übrigens auch gelernt, daß „Hanoi“ die Hauptstadt der Schwaben ist. Und die Badener sind „Gelbfüssler“.

Und meine Frau? Die war erstmal verwundert und fand dann schnell heraus, daß sie eigentlich auch bayrisch gelernt hatte. Und das auch noch von mir! Dafür

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