Erfahrungsbericht von DrDuke
Ausbildung bei Bosch
Pro:
- sehr gute Übernahme
Kontra:
- minimale Ausbildungsvergütung
Empfehlung:
Nein
Heutzutage fragen sich ja einige Jugendliche und auch Eltern wo man am besten eine Ausbildung bekommen kann, die einen guten Wissenstandart hat und man nicht anschließend weniger Wissen hat als vorher.
Ich mache derzeit eine Ausbildung als Kommunikationselektroniker bei Bosch in Salzgitter und sehe für mich eine sehr gute Zukunft bei diesem Werk soweit alles mit meiner gut geht mit meiner Ausbildung.
Zukunftssicherheit bei der Übernahme?
Sehr wichtig ist ja auch bei einer Ausbildung das man Chancen hat bei dem Werk wo man ausgebildet wird, auch später mal zu Arbeiten. Bei einigen Betrieben in Salzgitter z. B. Salzgitter AG ( eines der Weltgrößten Stahlwerke ) ist es üblich die kurze Zwangsübernahme von einem Jahr zu gewähren und dann ist man an sich auch schon draußen in sehr vielen Fällen.
Bei dem Bosch Werk in SZ ( Salzgitter ) ist es so, das die ihre Gesamte Produktion verdoppeln wollen und somit viele Arbeitsplätze benötigen. So werden jetzt z. B. bis 90% der Auszubildenden mit Langzeitverträgen übernommen und nicht nur wie für 1 Jahr. Da kann man sich wirklich sicher sein nicht gleich zum A-Amt zu müssen nach der 1 Jahresübernahme.
Zukunftsorientierung des Werkes ?
Was bringt einen denn ein Ausbildungsplatz in einem Werk was keine Zukunftschancen mehr hat? Wenn z.B. nur Auslaufware produziert wird. Bei dem Bosch Werk in SZ produziert man Steuergeräte für Pkws. Die Kunden sind VW, Audi, Opel, Mercedes, Porsche, Ferrari...... .
Da ja der Pkw Markt sehr groß ist und Bosch schon die Steuergeräte für 2008 ( werden dann von z.B. von VW benötigt ) ist das ein Werk mit Zukunft. Zudem soll das Werk in den nächsten Jahren so vergrößert werden, das hier GANZ Europa beliefert werden soll.
Anreisemöglichkeiten ?
Sehr wichtig ist ja auch, wie komm ich zur Arbeit wenn ich ein bzw. kein Auto habe. In Salzgitter gibt es eine sehr gute Infrastruktur und das Werk ist sehr gut mit Busverbindungen ausgestattet. Wer jetzt mit dem Auto ankommt, hat auch keine Probleme da das Werk genau an der Autobahnausfahrt liegt. Somit kann man auch Problemlos weiter anreisen.
Parkplätze hat das Werk genügend. Einen sehr großen bewachten und einen Unbewachten Parkplatz für Besucher. Bei den Parkplätzen ist zu beachten, das es recht viele Behindertenparkplätze gibt.
Ausbildungsvergütung:
Da ja die IGM er kräftig gestreikt hat, haben dieses Jahr auch die Azubis mal wieder was abbekommen. Es waren 55Euro gefordert und wir haben in einem 2 Jahrestakt 50 Euro mehr bekommen. Zum 1 Mai 2002 wurden die Ausbildungsvergütung um 30 Euro und zum 1. Mai 2003 dann noch mal um 20 Euro erhöht. Bosch zahlt die Vergütung immer so um den 27 des Monats aus. Je nach Bank auch mal einen Tag früher. So ist z. B. bei der Nord L/B das Geld fast immer einen Tag früher verfügbar als bei der Deutschen Bank.
Stand 1. Mai 02
1 Ausbildungsjahr 605 Euro Brutto
2 Ausbildungsjahr 660 Euro Brutto
3 Ausbildungsjahr 710 Euro Brutto
4 Ausbildungsjahr 760 Euro Brutto
Das sind die Handelsüblichen Ausbildungsvergütungen in der Metallindustrie in Niedersachsen. An diese Tabelle hält sich z. B. VW nicht und zahlt z. B. im ersten Ausbildungsjahr ca. 1400 DM Netto.
Ausbildungsberufe:
Bosch in Salzgitter bildet nur noch 2 Berufe aus. Das ist zum einen der Industrieelektroniker Fachrichtung Produktionstechnik und der
Kommunikationselektroniker Fachrichtung Funktechnik
Bewerbung:
Um überhaupt eine Ausbildung anfangen zu können muss man sich ja Bewerben. Bei Bosch in SZ muss man dafür die letzten 3 Zeugnisse mitschicken, einen Bewerbungsbogen ( falls nicht vorhanden schickt den Bosch nachträglich ), ein Bewerbungsschreiben, Passfoto und einen Tabellarischen Lebenslauf. Wichtig ist Bosch dabei, das alles mit der Hand geschrieben ist und nicht einfach so per PC abgedruckt. Ich sehe das als sehr wichtig an, denn man sollte schon eine Lesbare Handschrift haben. Was bringt einen denn die beste Planungsskizze wenn sie keiner lesen kann?
Eignungsuntersuchungen:
Soweit man einen guten Hauptschulabschluss hat, kann man damit rechnen zu einem schriftlichen Eignungstest eingeladen zu werden. Die An bzw. Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zahlt Bosch sofort JEDEM vor Ort Bar aus. Ob 1 oder 20 Euro. Das Ticket sollte man aber nicht vergessen.
Bei jedem Test werden ca. 30 Leute eingeladen. Der Test dauert ca. 3 Stunden und dabei werden folgende Kenntnisse geprüft : Mathematische Grundlagen, Logisches Denken, Intelligenztest, Zeichnen ( dabei muss man vorgegebene Linien weiterführen ).
Nachdem ALLE Eignungstests abgeschlossen sind, fängt Bosch an die Bewerbungsgespräche zu führen. Im schnitt wird jeder 2 oder 3te Bewerber zu einem Gespräch eingeladen. Wie das Gespräch abläuft ist von Person zu Person anders. Und hat sich auch stark verändert die Art zu dem was ich mal hatte.
Wer dann immer noch in den Ausgewählten Kreis ist, muss im Werk sich zu einer Ärztlichen Untersuchung melden. Dabei wird eine Blutprobe, Urinprobe genommen. Ein Seh- bzw. Pulstest durchgeführt.
Anschließend dauert es auch nicht mehr lange und der Vertrag kommt Unterschriftsreif per Post.
Vorbereitung :
Vor dem ersten Arbeitstag ist noch ein Informationsabend im Werk wo einem alles noch mal gesagt wird, was man noch machen sollte. So haben ja z.B. kaum ein zukünftiger Azubi eine Krankenversicherung. Da empfehle ich die BKK Bosch, weil sie schnell arbeitet und auch nur einen Satz von 12,8 % hat. Zudem sollte man bevor man anfängt noch mal seine Mathekenntnisse auffrischen was Formeln Umstellen, Prozentrechnung, Dreisatz, Bruchrechung und die Grundkenntnisse Plus, Minus, Mal , Geteilt angeht.
Der Anfang der Ausbildung:
In der ersten Woche wird einem das Werk und deren Eigenschaften etc... näher gebracht. Man muss sich ja auch zurechtfinden, wenn man mal was besorgen muss wie z. B. nen großen Bohrer für die Mechanik.
Anschließend fängt der Stress so richtig an die nächsten 3 Monate in der Probezeit. Das erste Thema ist das Ohmsche Gesetz ( Strom, Spannung, Wiederstand ) Es werden dann so in der Woche bis zu 5 Arbeiten geschrieben und das bis zum ende der Probezeit.
Wer da einmal so ne Woche nicht lernt, hat schnell mal ne 5 oder 6. Das erste Halbe Jahr wird von 2 Meistern geleitet von derzeit insgesamt 6. Nach der Probezeit fängt man mit einem Installationskurs an. Da muss man die Normalen Hausschaltungen aufbauen. Wie z. B. eine Wechselschaltung, Kreuzschaltung etc... . Also so, wie man bei sich zu Hause das Licht anschaltet. Das muss man in kleinen Miniaturbaukästen bloß zusammenstecken und zum Schluss an eine Holzwand eine richtige Schaltung. Also Steckdose etc... alles manuell zusammenschrauben und mit einer Spannungsquelle verbinden.
Anschließend wird wieder viel gelötet. Diesmal aber nicht nur Drahtmuster sondern ganze Schaltungen. Davor werden einem Natürlich erst mal ausführlich die ganze Bauteile erklärt. Nachdem das beendet ist, kommt ein 12 Wöchiger Mechanik Lehrgang. Da muss man dann erst mal kräftig harten Stahl Feilen, bohren, senken, reiben, Gewinde schneiden. Und zum Schluss noch mit Alu Biegeübungen machen. Körperlich ist das für einige ohne rmmuskeln ziemlich anstrengend, aber die haben sich auch nach einer gewissen Zeit dran gewöhnt. Während dieses Kurses werden in den 12 Wochen ca. 16 Arbeiten geschrieben zu diesen Themen. Von „Was ist Feilen“ bis „Formel für die Drehzahlberechnung“. Dieses Wissen muss man sich komplett selbst erarbeiten durch Bücher etc.. die Bosch zur Verfügung stellt. ( darf man anschließend auch Behalten )
Anschließend kommt ein Digitaltechnik Lehrgang den ich derzeit habe. Wie es sonst so weitergeht weiß ich leider nicht, da ich ja noch im ersten Lehrjahr bin.
Berufsschule:
Zur Berufsschule muss man natürlich auch immer gehen während der Schulzeit.
1 Lehrjahr ganzes Jahr 2 Schultage
2 Lehrjahr halbes Jahr 1 und halbes Jahr 2 Schultage
3 und 4tes Lehrjahr je 1 Schultag die Woche.
Die Berufsschule ergänzt das fehlende Wissen was der Betrieb aus Zeitgründen nicht vermittelt. Zudem ist es eine angenehme Abwechslung und man hat früher Feierabend. Wer bei der BBS nach der Ausbildung einen Schnitt von 3,0 hat, hat damit den Erweiterten Realschulabschluss. Wer freiwillig Abends noch mal zur BBS geht, kann somit bei einem Schnitt von 4,0 die Fachhochschulreife erwerben. Ist aber ziemlich schwer und kaum schaffbar.
In der BBS gibt es folgende Fächer :
Deutsch: Meine Deutschlehrerin war 4 Monate krank
Politik : Mein Lehrer wollte keinen Unterricht machen und gab jedem eine 2
Reli : Mein Politik Lehrer hatte keine Lust und gab Zufallszensuren von 1-3
Sport : Unterrichtet wurden von uns gewählte Sportarten wie Volleyball, Badminton....
Zeichnen: So Bauzeichnungen etc... hat richtig spaß gemacht
Englisch : Alle Zeitformen wieder gelernt etc.. und Gruppenarbeit bei Arbeiten erlaubt
Digitalt. : Leider hatte der Lehrer am Anfang keine Ahnung von irgendwas
Mathe : Ziemlich schweres Fach wo viel wissen vermittelt wurde
Labor : Schaltungen stecken und Messübungen etc... vornehmen
Die Schulzeit war von 7:40 Uhr bis 14:40 Uhr. Wenn mal nen Block ( 90min ) ausgefallen war , durfte man auch schon um 12:50 Uhr nach Hause gehen.
Arbeitszeit / Urlaub:
Im Betrieb fängt man um 7:15h an und hat um 15:15h Feierabend. Nach der Probezeit hat man in manchen Lehrgängen die sogenannte Gleitzeit. Das heißt einen wird die Arbeitszeit von 7-15:30h bezahlt. Man darf die normale Arbeitszeit mit bis zu 7 Stunden unter bzw. Überschreiten. Im Monat darf man sich einen Zeitausgleich ( soweit möglich ) nehmen mit bis zu 7 Stunden. Oder 2 halbe Zeitausgleiche mit bis zu je 3,5 Stunden.
Im Jahr hat man 30 Urlaubstage , wovon aber ca. 20 der Betrieb bestimmt. Da die Azubis aller Lehrjahre z.B. im Sommer geschlossen 3 Wochen Pflichturlaub haben und die Ausbildungsabteilung geschlossen wird. Zudem nach Weihnachten bis Neujahr muss man Urlaub nehmen. Das Urlaubsgeld wird immer im Mai für das gesamte Jahr überwiesen. Der große Vorteil ist, das man dann schon das Geld hat um sich Klamotten etc... zu kaufen für den urlaub. Denn in manchen Betrieben kriegt man das Geld ja erst wenn man Urlaub hatte, das seh ich irgendwie als Blödsinn an. Brauch das Geld ja vorm und nicht nach dem urlaub.
Meister:
Die 6 Meister die die Ausbildung leiten in den 3 ½ Jahren sind vom Charakter her sehr unterschiedlich. Der eine z. B. sehr nett, der andere sehr Hilfsbereit aber einer ist ziemlich Unfreundlich und nicht sonderlich Hilfsbereit. Zum Glück wird ich ihn in meiner Ausbildung niemals als Meister haben , nur indirekt. Bei manchen Kursen kommen aber extra Leute aus dem Werk so z. B. für den SMD Lehrgang ( Mikrochips unterm Mikroskop auf Platinen löten ) oder dem erste Hilfe Kurs ( wird für den Führerschein anerkannt ). Diese Leute haben wirklich viel Wissen und sind daher eine gute Unterstützung.
Pausen/ Essen:
Die Pausenzeit für ein Ausbildungsjahr mit mind. Einem Lehrling unter 18 Jahren ist von 9.00 bis 9.20 und 11.40-12.20. Zwischendurch werden allerdings so 1-2 10minütige Pausen gemacht am Tag. Im Werk und auch in der Ausbildungsabteilung stehen sogenannte Selecta Automaten rum wo man Getränke und Süßigkeiten kaufen kann. Dann gibt es einen kleinen Shop mit Belegten Brötchen, Würstchen etc.... und natürlich eine große Kantine. In der Kantine bekommen Auszubildende pro Tag einen Rabatt von 1.40Euro. Allerdings müssen sie mindestens 95Cent ausgeben. Wer also normal 1.50Euro zahlen muss, zahlt mit Rabatt von 1.40Euro noch 0.95 Cent. Das Essen schmeckt mal gut, aber manchmal auch für Leute die sich nicht anstellen grausam. Zudem wird das Essen am nächsten Tag wieder in anderen Gerichten mit eingekocht. So gab es erst Hühnchen mit Gemüse und am nächsten Tag plötzlich Hühnchen mit Gemüse Auflauf. Bei der Essensausgabe ist es so, das man das Hauptgericht z. B. Schnitzel vorm Koch bekommt und anschließend sich selbst bedienen darf. So ist es preislich egal ob ich 1 oder 20 Kartoffeln essen möchte.
Fazit:
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Ausbildung, da alles mittlerweile gut funktioniert und ich mich da wohl fühle. Ich kann jedem nur empfehlen der in den Bereich möchte sich mal bei Bosch zu bewerben. Müsste in anderen Werken bestimmten auch qualitativ gute Ausbildungen geben. Da ich nichts großartig zu bemängeln habe gebe ich auch die Höchstbewertung.
Ich mache derzeit eine Ausbildung als Kommunikationselektroniker bei Bosch in Salzgitter und sehe für mich eine sehr gute Zukunft bei diesem Werk soweit alles mit meiner gut geht mit meiner Ausbildung.
Zukunftssicherheit bei der Übernahme?
Sehr wichtig ist ja auch bei einer Ausbildung das man Chancen hat bei dem Werk wo man ausgebildet wird, auch später mal zu Arbeiten. Bei einigen Betrieben in Salzgitter z. B. Salzgitter AG ( eines der Weltgrößten Stahlwerke ) ist es üblich die kurze Zwangsübernahme von einem Jahr zu gewähren und dann ist man an sich auch schon draußen in sehr vielen Fällen.
Bei dem Bosch Werk in SZ ( Salzgitter ) ist es so, das die ihre Gesamte Produktion verdoppeln wollen und somit viele Arbeitsplätze benötigen. So werden jetzt z. B. bis 90% der Auszubildenden mit Langzeitverträgen übernommen und nicht nur wie für 1 Jahr. Da kann man sich wirklich sicher sein nicht gleich zum A-Amt zu müssen nach der 1 Jahresübernahme.
Zukunftsorientierung des Werkes ?
Was bringt einen denn ein Ausbildungsplatz in einem Werk was keine Zukunftschancen mehr hat? Wenn z.B. nur Auslaufware produziert wird. Bei dem Bosch Werk in SZ produziert man Steuergeräte für Pkws. Die Kunden sind VW, Audi, Opel, Mercedes, Porsche, Ferrari...... .
Da ja der Pkw Markt sehr groß ist und Bosch schon die Steuergeräte für 2008 ( werden dann von z.B. von VW benötigt ) ist das ein Werk mit Zukunft. Zudem soll das Werk in den nächsten Jahren so vergrößert werden, das hier GANZ Europa beliefert werden soll.
Anreisemöglichkeiten ?
Sehr wichtig ist ja auch, wie komm ich zur Arbeit wenn ich ein bzw. kein Auto habe. In Salzgitter gibt es eine sehr gute Infrastruktur und das Werk ist sehr gut mit Busverbindungen ausgestattet. Wer jetzt mit dem Auto ankommt, hat auch keine Probleme da das Werk genau an der Autobahnausfahrt liegt. Somit kann man auch Problemlos weiter anreisen.
Parkplätze hat das Werk genügend. Einen sehr großen bewachten und einen Unbewachten Parkplatz für Besucher. Bei den Parkplätzen ist zu beachten, das es recht viele Behindertenparkplätze gibt.
Ausbildungsvergütung:
Da ja die IGM er kräftig gestreikt hat, haben dieses Jahr auch die Azubis mal wieder was abbekommen. Es waren 55Euro gefordert und wir haben in einem 2 Jahrestakt 50 Euro mehr bekommen. Zum 1 Mai 2002 wurden die Ausbildungsvergütung um 30 Euro und zum 1. Mai 2003 dann noch mal um 20 Euro erhöht. Bosch zahlt die Vergütung immer so um den 27 des Monats aus. Je nach Bank auch mal einen Tag früher. So ist z. B. bei der Nord L/B das Geld fast immer einen Tag früher verfügbar als bei der Deutschen Bank.
Stand 1. Mai 02
1 Ausbildungsjahr 605 Euro Brutto
2 Ausbildungsjahr 660 Euro Brutto
3 Ausbildungsjahr 710 Euro Brutto
4 Ausbildungsjahr 760 Euro Brutto
Das sind die Handelsüblichen Ausbildungsvergütungen in der Metallindustrie in Niedersachsen. An diese Tabelle hält sich z. B. VW nicht und zahlt z. B. im ersten Ausbildungsjahr ca. 1400 DM Netto.
Ausbildungsberufe:
Bosch in Salzgitter bildet nur noch 2 Berufe aus. Das ist zum einen der Industrieelektroniker Fachrichtung Produktionstechnik und der
Kommunikationselektroniker Fachrichtung Funktechnik
Bewerbung:
Um überhaupt eine Ausbildung anfangen zu können muss man sich ja Bewerben. Bei Bosch in SZ muss man dafür die letzten 3 Zeugnisse mitschicken, einen Bewerbungsbogen ( falls nicht vorhanden schickt den Bosch nachträglich ), ein Bewerbungsschreiben, Passfoto und einen Tabellarischen Lebenslauf. Wichtig ist Bosch dabei, das alles mit der Hand geschrieben ist und nicht einfach so per PC abgedruckt. Ich sehe das als sehr wichtig an, denn man sollte schon eine Lesbare Handschrift haben. Was bringt einen denn die beste Planungsskizze wenn sie keiner lesen kann?
Eignungsuntersuchungen:
Soweit man einen guten Hauptschulabschluss hat, kann man damit rechnen zu einem schriftlichen Eignungstest eingeladen zu werden. Die An bzw. Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zahlt Bosch sofort JEDEM vor Ort Bar aus. Ob 1 oder 20 Euro. Das Ticket sollte man aber nicht vergessen.
Bei jedem Test werden ca. 30 Leute eingeladen. Der Test dauert ca. 3 Stunden und dabei werden folgende Kenntnisse geprüft : Mathematische Grundlagen, Logisches Denken, Intelligenztest, Zeichnen ( dabei muss man vorgegebene Linien weiterführen ).
Nachdem ALLE Eignungstests abgeschlossen sind, fängt Bosch an die Bewerbungsgespräche zu führen. Im schnitt wird jeder 2 oder 3te Bewerber zu einem Gespräch eingeladen. Wie das Gespräch abläuft ist von Person zu Person anders. Und hat sich auch stark verändert die Art zu dem was ich mal hatte.
Wer dann immer noch in den Ausgewählten Kreis ist, muss im Werk sich zu einer Ärztlichen Untersuchung melden. Dabei wird eine Blutprobe, Urinprobe genommen. Ein Seh- bzw. Pulstest durchgeführt.
Anschließend dauert es auch nicht mehr lange und der Vertrag kommt Unterschriftsreif per Post.
Vorbereitung :
Vor dem ersten Arbeitstag ist noch ein Informationsabend im Werk wo einem alles noch mal gesagt wird, was man noch machen sollte. So haben ja z.B. kaum ein zukünftiger Azubi eine Krankenversicherung. Da empfehle ich die BKK Bosch, weil sie schnell arbeitet und auch nur einen Satz von 12,8 % hat. Zudem sollte man bevor man anfängt noch mal seine Mathekenntnisse auffrischen was Formeln Umstellen, Prozentrechnung, Dreisatz, Bruchrechung und die Grundkenntnisse Plus, Minus, Mal , Geteilt angeht.
Der Anfang der Ausbildung:
In der ersten Woche wird einem das Werk und deren Eigenschaften etc... näher gebracht. Man muss sich ja auch zurechtfinden, wenn man mal was besorgen muss wie z. B. nen großen Bohrer für die Mechanik.
Anschließend fängt der Stress so richtig an die nächsten 3 Monate in der Probezeit. Das erste Thema ist das Ohmsche Gesetz ( Strom, Spannung, Wiederstand ) Es werden dann so in der Woche bis zu 5 Arbeiten geschrieben und das bis zum ende der Probezeit.
Wer da einmal so ne Woche nicht lernt, hat schnell mal ne 5 oder 6. Das erste Halbe Jahr wird von 2 Meistern geleitet von derzeit insgesamt 6. Nach der Probezeit fängt man mit einem Installationskurs an. Da muss man die Normalen Hausschaltungen aufbauen. Wie z. B. eine Wechselschaltung, Kreuzschaltung etc... . Also so, wie man bei sich zu Hause das Licht anschaltet. Das muss man in kleinen Miniaturbaukästen bloß zusammenstecken und zum Schluss an eine Holzwand eine richtige Schaltung. Also Steckdose etc... alles manuell zusammenschrauben und mit einer Spannungsquelle verbinden.
Anschließend wird wieder viel gelötet. Diesmal aber nicht nur Drahtmuster sondern ganze Schaltungen. Davor werden einem Natürlich erst mal ausführlich die ganze Bauteile erklärt. Nachdem das beendet ist, kommt ein 12 Wöchiger Mechanik Lehrgang. Da muss man dann erst mal kräftig harten Stahl Feilen, bohren, senken, reiben, Gewinde schneiden. Und zum Schluss noch mit Alu Biegeübungen machen. Körperlich ist das für einige ohne rmmuskeln ziemlich anstrengend, aber die haben sich auch nach einer gewissen Zeit dran gewöhnt. Während dieses Kurses werden in den 12 Wochen ca. 16 Arbeiten geschrieben zu diesen Themen. Von „Was ist Feilen“ bis „Formel für die Drehzahlberechnung“. Dieses Wissen muss man sich komplett selbst erarbeiten durch Bücher etc.. die Bosch zur Verfügung stellt. ( darf man anschließend auch Behalten )
Anschließend kommt ein Digitaltechnik Lehrgang den ich derzeit habe. Wie es sonst so weitergeht weiß ich leider nicht, da ich ja noch im ersten Lehrjahr bin.
Berufsschule:
Zur Berufsschule muss man natürlich auch immer gehen während der Schulzeit.
1 Lehrjahr ganzes Jahr 2 Schultage
2 Lehrjahr halbes Jahr 1 und halbes Jahr 2 Schultage
3 und 4tes Lehrjahr je 1 Schultag die Woche.
Die Berufsschule ergänzt das fehlende Wissen was der Betrieb aus Zeitgründen nicht vermittelt. Zudem ist es eine angenehme Abwechslung und man hat früher Feierabend. Wer bei der BBS nach der Ausbildung einen Schnitt von 3,0 hat, hat damit den Erweiterten Realschulabschluss. Wer freiwillig Abends noch mal zur BBS geht, kann somit bei einem Schnitt von 4,0 die Fachhochschulreife erwerben. Ist aber ziemlich schwer und kaum schaffbar.
In der BBS gibt es folgende Fächer :
Deutsch: Meine Deutschlehrerin war 4 Monate krank
Politik : Mein Lehrer wollte keinen Unterricht machen und gab jedem eine 2
Reli : Mein Politik Lehrer hatte keine Lust und gab Zufallszensuren von 1-3
Sport : Unterrichtet wurden von uns gewählte Sportarten wie Volleyball, Badminton....
Zeichnen: So Bauzeichnungen etc... hat richtig spaß gemacht
Englisch : Alle Zeitformen wieder gelernt etc.. und Gruppenarbeit bei Arbeiten erlaubt
Digitalt. : Leider hatte der Lehrer am Anfang keine Ahnung von irgendwas
Mathe : Ziemlich schweres Fach wo viel wissen vermittelt wurde
Labor : Schaltungen stecken und Messübungen etc... vornehmen
Die Schulzeit war von 7:40 Uhr bis 14:40 Uhr. Wenn mal nen Block ( 90min ) ausgefallen war , durfte man auch schon um 12:50 Uhr nach Hause gehen.
Arbeitszeit / Urlaub:
Im Betrieb fängt man um 7:15h an und hat um 15:15h Feierabend. Nach der Probezeit hat man in manchen Lehrgängen die sogenannte Gleitzeit. Das heißt einen wird die Arbeitszeit von 7-15:30h bezahlt. Man darf die normale Arbeitszeit mit bis zu 7 Stunden unter bzw. Überschreiten. Im Monat darf man sich einen Zeitausgleich ( soweit möglich ) nehmen mit bis zu 7 Stunden. Oder 2 halbe Zeitausgleiche mit bis zu je 3,5 Stunden.
Im Jahr hat man 30 Urlaubstage , wovon aber ca. 20 der Betrieb bestimmt. Da die Azubis aller Lehrjahre z.B. im Sommer geschlossen 3 Wochen Pflichturlaub haben und die Ausbildungsabteilung geschlossen wird. Zudem nach Weihnachten bis Neujahr muss man Urlaub nehmen. Das Urlaubsgeld wird immer im Mai für das gesamte Jahr überwiesen. Der große Vorteil ist, das man dann schon das Geld hat um sich Klamotten etc... zu kaufen für den urlaub. Denn in manchen Betrieben kriegt man das Geld ja erst wenn man Urlaub hatte, das seh ich irgendwie als Blödsinn an. Brauch das Geld ja vorm und nicht nach dem urlaub.
Meister:
Die 6 Meister die die Ausbildung leiten in den 3 ½ Jahren sind vom Charakter her sehr unterschiedlich. Der eine z. B. sehr nett, der andere sehr Hilfsbereit aber einer ist ziemlich Unfreundlich und nicht sonderlich Hilfsbereit. Zum Glück wird ich ihn in meiner Ausbildung niemals als Meister haben , nur indirekt. Bei manchen Kursen kommen aber extra Leute aus dem Werk so z. B. für den SMD Lehrgang ( Mikrochips unterm Mikroskop auf Platinen löten ) oder dem erste Hilfe Kurs ( wird für den Führerschein anerkannt ). Diese Leute haben wirklich viel Wissen und sind daher eine gute Unterstützung.
Pausen/ Essen:
Die Pausenzeit für ein Ausbildungsjahr mit mind. Einem Lehrling unter 18 Jahren ist von 9.00 bis 9.20 und 11.40-12.20. Zwischendurch werden allerdings so 1-2 10minütige Pausen gemacht am Tag. Im Werk und auch in der Ausbildungsabteilung stehen sogenannte Selecta Automaten rum wo man Getränke und Süßigkeiten kaufen kann. Dann gibt es einen kleinen Shop mit Belegten Brötchen, Würstchen etc.... und natürlich eine große Kantine. In der Kantine bekommen Auszubildende pro Tag einen Rabatt von 1.40Euro. Allerdings müssen sie mindestens 95Cent ausgeben. Wer also normal 1.50Euro zahlen muss, zahlt mit Rabatt von 1.40Euro noch 0.95 Cent. Das Essen schmeckt mal gut, aber manchmal auch für Leute die sich nicht anstellen grausam. Zudem wird das Essen am nächsten Tag wieder in anderen Gerichten mit eingekocht. So gab es erst Hühnchen mit Gemüse und am nächsten Tag plötzlich Hühnchen mit Gemüse Auflauf. Bei der Essensausgabe ist es so, das man das Hauptgericht z. B. Schnitzel vorm Koch bekommt und anschließend sich selbst bedienen darf. So ist es preislich egal ob ich 1 oder 20 Kartoffeln essen möchte.
Fazit:
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Ausbildung, da alles mittlerweile gut funktioniert und ich mich da wohl fühle. Ich kann jedem nur empfehlen der in den Bereich möchte sich mal bei Bosch zu bewerben. Müsste in anderen Werken bestimmten auch qualitativ gute Ausbildungen geben. Da ich nichts großartig zu bemängeln habe gebe ich auch die Höchstbewertung.



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