Über Themen mit A Testbericht

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Erfahrungsbericht von Hummel2000

Mein 'A' steht für Afghanistan

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

und Afghanistan ist ein Thema, was mich gerade in den letzten Tagen wieder sehr bewegt.
Irgendwie ist dieses kleine Land schon wieder un Vergessenheit geraten.
Oder sagen wir besser, die Dinge sind in\'s Laufen gekommen und somit kann sich die Weltöffentlichkeit wieder anderen Problemen zuwenden.
Ich muß dazu sagen, daß ich Freunde habe, die aus Afghanistan kommen. Und diese Freunde sagen, das Beste, was dem Land und seinen Menschen passieren konnte, war der Anti-Terror-Krieg der USA.
Für die größten Teile der Welt war doch Afghanistan ein vergessenes Land. Wir haben kaum registriert, welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit dort Tag für Tag begangen wurden.
Afghanistan, das war für die meisten von uns das Land, das den Sowjets das Fürchten gelehrt hat.
Seit dem Anti-Terror-Krieg dort, seitdem auch deutsche Soldaten dort unten stationiert sind, hat sich sehr viel verändert.
Es gibt wieder Nahrungsmittel und ärztliche Versorgung, da die Hilfsorganisationen wieder in\'s Land dürfen. Schulen sind wieder geöffnet, auch Mädchen dürfen sie besuchen, man darf wieder singen, tanzen und sogar Fußball spielen.
Und dennoch fürchte ich, daß die ganze sogenannte Befreiung umsonst war.
Frauen dürfen wieder ohne Burka auf die Straße, aber immer öfter hört man von Übergriffen auf diese Frauen. Sie werden in der Öffentlichkeit geschlagen, man schneidet ihnen die Haare ab.
Mädchen dürfen auch wieder zur Schule, nur die wenigsten Väter lassen sie gehen.
Es soll eine allgemeine Schulpflicht eingeführt werden - für Jungen.
Ob Mädchen gehen dürfen, ist den Vätern überlassen.
Jetzt wurde von der großen Ratsversammlung beschlossen, daß es auch zukünftig nur eine mohamedanische Gerichtsbarkeit geben wird, keine zivile.
Das bedeutet im Klartext, daß Frauen nach wie vor das Eigentum ihres Mannes sind. Eine Frau kann sich nicht scheiden lassen, ein Mann kann sie aber verstoßen.
Es wird, genau wie im Iran, wieder Steinigungen geben, wenn Frauen sich nicht gemäß dem Koran benehmen.
Ein Wahlrecht für Frauen ist nicht geplant und all die Privilegien, die für uns selbstverständlich sind - das Recht, einen Führerschein zu machen, den Ehemann frei zu wählen, oder den Beruf, die Religion- all das wird Frauen verwehrt bleiben.
Dabei sind diese Fehlentwicklung eigentlich völlig logisch.
Die Führungskräfte der Taliban und ihre Kämpfer sind aus dem täglichen Leben verschwunden. Aber Afghanistan bestand nicht nur aus ein paar tausend Kämpfern.
Afghanistan bestand und besteht aus Millionen von Ehemännern, Vätern und Brüdern, die ihre Frauen, Töchter und Schwestern wie einen herrenlosen Hund behandelten, wie eben ein Wesen ohne Seele und ohne eigene Rechte.
Diese Einstellung der Frau gegenüber kann man nicht innerhalb von ein paar Monaten ändern. Dazu bedarf es einer langen und sorgfältigen \"Umerziehung\".
Ich hätte mir gewünscht, daß sich die internationale Staatengemeinschaft für eine allgemeine Schulpflicht einsetzt, und zwar für Jungen und Mädchen in gemischten Klassen.
Ich hätte mir auch gewünscht, daß man sich für die Rechte der Frau einsetzt und diese auch in der Verfassung verankern läßt.
Und ich hätte mir auch gewünscht, daß es in Afghanistan zukünftig ein demokratisches Rechtssystem gibt und nicht solche elenden Zustände wie bei den verbrecherischen Mullahs im Iran.
Aber so, wie es jeztzt aussieht, wird Afghanistan auch weiter eines der Länder bleiben, wo die Rechte der Frauen, Mädchen und der Andersgläubigen mit Füßen getreten werden.

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