Erfahrungsbericht von mickey73
Autogramme sammeln
Pro:
öffentlicher Dienst, vielfältige Aufgaben, gleitende Arbeitszeit
Kontra:
kein Beruf mit Perspektive, öffentlicher Dienst
Empfehlung:
Nein
Heute möchte ich euch über mein Hobby berichten: Autogramme sammeln!
Wie alles anfing:
Alles fing mit Sir Peter Ustinov an. Ich bin ein riesiger Fan von ihm und so schrieb ich einen Brief an ihn, in dem ich um ein Autogramm bat. Das war gar nicht so einfach, denn die Adresse von Sir Peter Ustinov herauszubekommen war so gut wie unmöglich. Also adressierte ich den Brief an UNICEF, da Sir Peter Ustinov ja UNICEF-Botschafter ist. Einige Wochen später bekam ich Post, allerdings von der Sir Peter Ustinov Stiftung. UNICEF hatte meine Autogrammanforderung an diese Stiftung weitergeleitet und diese schickten mir sodann ein Autogramm von ihm. "Super", dachte ich. Endlich hatte ich ein Autogramm von ihm. Da ich noch einige andere Prominente ganz gut fand, legte ich mir sogleich ein neues Hobby zu: Autogramme sammeln.
Autogrammadressen:
Natürlich stellte sich das Problem: Wohin schreibe ich denn nun um Autogramme zu bekommen? Woher bekomme ich die Adressen?
Antwort: Das Internet!
Ich setzte mich an den PC und recherchierte im Internet und siehe da, ich hatte Glück. Das Angebot an Autogrammadressen von Schauspielern, Musikern, Sportlern und Politikern war wirklich vorzüglich. Viele Adressen ließ ich mir Ausdrucken oder notierte sie mir.
Autogrammanforderung via Brief:
Die Anforderung für ein Autogramm ist eigentlich immer ein Standardbrief mit einigen wenigen kurzen Sätzen, in denen ich schilderte, dass ich ein Fan bin und um ein Autogramm bat.
Dem Brief legte ich immer einen frankierten Rückumschlag bei.
Autogrammanforderung via E-Mail:
Manche Prominenten haben auch eine eigene Homepage oder eine E-Mail-Adresse, z. B. bei Politikern ist dies oftmals der Fall. Wenn diese Möglichkeit sich ergab, schrieb ich den selben Standardtext als E-Mail an die Prominenten. Dies ersparte mir Zeit und auch einiges an Geld.
Erfolg:
Erfolg hatte ich sowohl bei den Autogrammanforderungen via Post als auch via E-Mail. Manchmal lagen bei den Autogrammen noch sehr nette Antwortschreiben dabei, in denen sich die Stars und Sternchen für den Brief bedankten.
Bei manchen dauerte die Zusendung des Autogramms einige Wochen oder Monate, während andere bereits innerhalb von wenigen Tagen im Briefkasten lagen.
Via E-Mail forderte ich z. B. Autogramme von Spitzenpolitikern wie Gerhard Schröder, Otto Schily und Joschka Fischer an. Oder aber von der Richterin Barbara Salesch oder dem Fußballverein Schalke 04. Einige Tage später lagen die Originalautogrammkarten samt Originalunterschrift in meinem Briefkasten.
Auch schrieb ich eine E-Mail an Siegfried & Roy. Das Autogramm kam einige Wochen später ins Haus geflattert.
Via Post hatte ich z. B. Erfolg mit der Band PUR, dem Modedesigner Wolfang Joop oder dem Schauspieler Günther Pfitzmann.
Misserfolg:
Manchmal war mir allerdings kein Erfolg gegönnt.
Xavier Naidoo z. B. gibt keine Autogramme heraus. Er will damit keine Götzenanbetung unterstützen. Wer allerdings eine CD von ihm hat und evtl. mal auf einem Konzert von ihm sein sollte, dem gibt er gerne ein Autogramm auf die CD.
Otto Schily gibt nur gedruckte Autogrammkarten samt Unterschrift heraus. Er gibt keine Originalunterschrift.
Die E-Mail-Anforderung an Rita Süssmuth war ebenfalls ein Misserfolg. Ich bekam eine E-Mail zurück, dass aus Kostengründen ein frankierter Rückumschlag zugesandt werden sollte.
Autogramm-Ersteigerung bei Ebay:
Da ich öfters bei Ebay herumschaue, kam ich auch auf die Idee vielleicht einige Autogramme ersteigern zu können. Natürlich ist dabei Vorsicht geboten, da man sich der Qualität der Ware nie sicher sein kann.
Aber "Probieren geht über Studieren". So ersteigerte ich ein Originalautogramm von Juan-Antonio Samaranch (Ex-IOC-Präsident) und Schimon Perez (Israel) zu wirklichen Spottpreisen.
Tipps:
Wer sich dieses Hobby ebenfalls zulegen möchte, sollte vielleicht dabei folgendes beachten:
- niemals mehr als 2 Autogramme anfordern
- bei Briefen einen frankierten Rückumschlag beilegen
- bei Auslandsbriefen wenn möglich einen frankierten Rückumschlag mit der jeweiligen ausländischen Briefmarke beilegen, da manche Promis nicht reagieren, wenn so ein Auslandsschein von der Post beiliegt
- wenn möglich E-Mail schreiben (Geldersparnis)
- bei ausländischen Promis die Autogrammanforderung in der jeweiligen Landessprache schreiben
- Geduld haben.
Fazit:
Für mich haben die Autogramme einen hohen ideelen Wert, allerdings kann man mit manchen richtiges Geld machen. Im Internet und bei Tauschbörsen wird so manches Autogramm hoch gehandelt.
Das Hobby macht mir irrsinnig viel Spaß und wenn dann mal ein Brief mit einem Autogramm in meinem Briefkasten liegt, freue ich mich riesig und es ist ein richtig tolles Erfolgserlebnis.
Die Autogramme der Promis und Politiker sind sehr unterschiedlich. Manchmal sind es richtige Fotos, mal in farbe, mal in schwarz-weiß. Oftmals sind es aber gedruckte (ähnlich einer Postkarte).
Ein richtiges Erlebnis ist es, wenn man ein richtiges Fotos von jemanden bekommt, auf dem man sofort erkennt, dass persönlich unterschrieben wurde.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-25 19:38:51 mit dem Titel Ausbildung oder Lehrjahre sind keine Herrenjahre
Vorwort:
..., wer kennt ihn nicht diesen Spruch. Genauso wie ich, haben ihn wohl Millionen von Auszubildenden zu hören bekommen. Sei es von den Eltern, Großeltern, vom Meister oder Ausbildungsleiter. Obwohl wir ja nun bereits im 21. Jahrhundert leben, gibt es sie immer noch. Diese Sprüche aus der Steinzeit. Und auch heute noch wird oftmals der Inhalt dieser Sprüche praktiziert.
Bewerbungsverfahren:
Jeder Schüler kommt irgendwann mal an den Punkt: "Was soll ich denn nach der Schule nur machen?" An diesem Punkt kam auch ich. Aufgrund der schulischen Vorausbildung war für mich klar, dass ich ins Büro wollte. Also Bewerbungen schreiben. Eine davon war die Bewerbung für den öffentlichen Dienst, genauer gesagt bei der Stadt.
Ich wurde zu einem Einstellungstest eingeladen, den ich ehrlich gesagt, total scheiße fand. Manchmal stellt sich echt die Frage, wer sich diese Test einfallen lässt und was sie mit dem späteren Beruf eigentlich gemeinsam haben. Es kamen jede Menge Multiple Choice-Fragen (Ankreuzfragen), Mathematik, räumliches Denken, deutsche Rechtschreibung etc. darin vor. Dann sollte man noch eine Berlinrundreise organisieren. Zu bestimmten Uhrzeiten musste man an bestimmten Orten sein. Oh man, dieser Test brachte mich wirklich zur Verzweifelung.
Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, aber ich wurde tatsächlich zum Vorstellungsgespräch vorgelassen. Dort saßen mehrere Mitbewerber und ich vor einer Prüfungskommission, die sich aus Leuten des Personalamtes, des Personalrates und noch irgendwelchen Leuten zusammensetze. Wir bekamen ein Thema genannt, welches wir in der Runde diskutieren sollten: "Wie kann der Überbevölkerung vorgebeugt werden?", oder so ähnlich. Naja, war auch nicht gerade das Thema, was mich vom Hocker gehauen hätte. Nach ca. einer halben Stunde durften wir dann gehen.
Ein paar Tage später flatterte ein Brief von der Stadt ins Haus. Ich hatte mich als Verwaltungsfachangestellt beworben. In dem Brief stand, dass ich einen Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellte leider nicht bekommen könnte, aber als Bürogehilfin würden sie mich gerne nehmen.
Da ich mich vorher bereits über die Ausbildung informiert hatte, mir kein weiteres Angebot vorlag und meine Eltern natürlich für einen Job im öffentlichen Dienst waren ("Da hast du doch ein sicheres Einkommen und der Job ist dir sicher!"), sagte ich zu.
===
Ausbildung als Bürogehilfin (auch Schreibkraft genannt):
Zwei Jahre ging die Ausbildung als Bürogehilfin. Zweimal in der Woche musste ich zur Berufsschule und zweimal in der Woche hatte ich jeweils zwei Doppelstunden Interneschulung. Diese "Interneschulung" wurde von einer Angestellten der Stadt übernommen, in der hauptsächlich auf den schreibtechnischen Bereich eingegangen wurde (Stenografie und Schreibmaschine).
Stenografie und Schreibmaschine schreiben waren übrigens der Hauptbestandteil der gesamten Ausbildung.
Den Rest der Woche verbrachte ich im "praktischen Bereich" in einem der Stadtämter.
Bei Beginn der Ausbildung bekamen wir einen Ausbildungsplan, der uns sagte, wann wir in welchem Amt praktische Arbeit leisten mussten.
In den zwei Jahren mussten wir vier Ämter durchlaufen (jedes Halbejahr wurde gewechselt). Es musste immer ein Amt aus einem anderen Fachbereich sein: z. B. wenn man einmal in der Finanzverwaltung war, durfte man da nie wieder in der Ausbildung hin. Also durchlief man auch vier Fachbereiche.
Als erstes wurde ich im Sozialamt eingesetzt. Ich war total nervös vor Arbeitsantritt, aber ich hatte Glück und hatte eine nette Praxisanleiterin (so nannte man die für uns zuständige Person vor Ort) erwischt. Gut war, dass ich bereits Schreibmaschine schreiben konnte. So konnte ich gleich aktiv mitarbeiten.
Die Aufgaben einer Schreibkraft belaufen sich hauptsächlich auf Schreibarbeiten, Postbearbeitung (Posteingang/Postausgang), Botengänge etc. So war es zumindest zu der Zeit meiner Ausbildung.
Nach einem halben Jahr wechselte ich ins Schulverwaltungsamt. Dort fühlte ich mich gar nicht wohl, da die Leute mir gegenüber sehr distanziert und einfach ziemlich "kaltschnäuzig" waren. Da ich eine Ausbildungskollegin hatte, die sich in ihrem Amt auch nicht wohlfühlte, wechselte ich mit ihr und kam so ins Rechtsamt. Dort ging es mir ganz gut. Auch hier waren die Aufgaben die üblichen, nur der Fachbereich war ein anderer.
Wieder ein halbes Jahr später kam ich ins Planungsamt. Dort ging es mir auch ganz gut. Wieder anderer Fachbereich, aber eben die typischen Arbeiten.
Mein letztes Ausbildungshalbjahr verbrachte ich in der Kämmerei. Dies war mein absolutes Horrorhalbjahr. Der Fachbereich war total trocken (Finanzen und Zahlen waren eh nie mein Fall) und die Leute waren genauso "trocken". Als Auszubildende durfte ich zwar jede Menge arbeit leisten, aber an sonstigen Aktivitäten im Amt nicht teilhaben. Während ich am Computer saß und Rechnungserfassung machte, saßen die anderen Mitarbeiter herum und tranken Kaffee. Und so zog sich das Halbejahr dahin.
===
Prüfungen:
Es galt mehrere Prüfungen abzulegen. Vor jeder Prüfung bekam ich vom Arbeitgeber eine Woche Prüfungsurlaub.
Da war die Zwischenprüfung, die sich nur auf den schreibtechnischen Bereich bezog (also Stenografie und Schreibmaschineschreiben).
Die Abschlussprüfung belief sich auf eine Prüfung in der Berufsschule. Dort wurden Fächer geprüft, wie Deutsch, Mathematik, Betriebswirtschaftslehre.
Auch in der Berufsschule fand die schreibtechnische Abschlussprüfung statt (Stenografie, Schreibmaschine).
Dann gab es noch die mündliche Abschlussprüfung. Diese fand in einem anderen Betrieb mit anderen Auszubildenden statt. Wir wurden allgemeine Dinge zum Verwaltungsablauf gefragt. Diese Prüfung war eigentlich die einfachste von allen (die an mich gestellten Fragen waren nicht so schwer).
===
Ausbildungsberuf "Bürogehilfin"
Den Ausbildungsberuf der Bürogehilfin gibt es nicht mehr. Er wurde ersetzt von dem Ausbildungsberuf der "Kauffrau/Kaufmann für Bürokommunikation", der über drei Ausbildungsjahre geht und mehr Wissen vermittelt.
Wer allerdings diesen Ausbildungsberuf im öffentlichen Dienst (bei der Stadt) ergreift, der wird nur eingestellt mit der Option später als Schreibkraft zu arbeiten.
Also tut der/die Kaufmann/Kauffrau letztlich auch nichts anderes, als ich.
Auch der weitere Werdegang ist für diesen der gleiche. Ohne den Angestelltenlehrgang I kommt auch sie/er nicht weiter.
===
Allgemeines zur Ausbildung im öffentlichen Dienst:
"Lehrjahre sind keine Herrenjahre", dies bewahrheitet sich auch dort. Anfangs muss man, wie eigentlich überall, ersteinmal die "Hivi-Arbeiten" erledigen (Briefe eintüten, Botengänge machen etc.). Langsam wird es dann aber schon etwas interessanter und man bekommt auch andere Aufgaben zu erledigen.
Mit den "Mitarbeitern" hat man mal Glück, mal Pech. Manche glauben, dass Auszubildende die letzten Ärsche sind und so verhalten sie sich dann auch, während andere dann doch fair und respektvoll mit Auszubildenden umgehen.
Was den sicheren Job im öffentlichen Dienst angeht, so liegen viele falsch. Der Job bei der Stadt zumindest ist mir erst richtig sicher, wenn ich 15 Jahre dort gearbeitet habe. Erst dann bin ich so was wie "unkündbar". Natürlich nur, wenn ich mir nichts zu schulden kommen lasse.
Das Gehalt, darüber sollte man sich von vornherein im klaren sein, wird nach dem BAT (Bundesangestelltentarifvertrag) berechnet und dieser ist total überaltet. D. h. man wird auf jeden Fall im öffentlichen Dienst schlechter bezahlt als in der privaten Wirtschaft.
Außerdem kann man davon ausgehen, dass es in Zukunft kaum noch Schreibkräfte bei der Stadt oder im öffentlichen Dienst allgemein geben wird. Es werden sogenannte Mischarbeitsplätze eingerichtet, d. h. die Arbeiten, die man zu erledigen hat, sind zur Hälfte Schreibkraftarbeiten und zur Hälfte Sachbearbeitertätigkeiten. Wer glaubt, er bekommt deshalb gleich automatisch mehr Geld, der irrt gewaltig. Für diese Tätigkeit ist ebenfalls der Angestelltenlehrgang I Voraussetzung. Und selbst mit dem Angestelltenlehrgang ist der Mehrverdienst nicht unbedingt der Rede wert.
Fakt ist: Im öffentlichen Dienst wird man nicht reich, zumindest nicht als Schreibkraft.
Zu meiner Ausbildungszeit wurde uns noch zugesichert, dass wir alle Volltags übernommen werden.
Heute ist es oftmals so, dass es nur Zeitverträge gibt oder aber Auszubildende nur als Halbtagskraft oder Dreiviertelkraft übernommen werden.
Bei einer Ausbildung im öffentlichen Dienst sind viele Dinge vorher abzuwägen. Außerdem sollte man sich von vornherein darüber klar sein, was man will und wie man sich sein weiteres berufliches Leben vorstellt.
Wie alles anfing:
Alles fing mit Sir Peter Ustinov an. Ich bin ein riesiger Fan von ihm und so schrieb ich einen Brief an ihn, in dem ich um ein Autogramm bat. Das war gar nicht so einfach, denn die Adresse von Sir Peter Ustinov herauszubekommen war so gut wie unmöglich. Also adressierte ich den Brief an UNICEF, da Sir Peter Ustinov ja UNICEF-Botschafter ist. Einige Wochen später bekam ich Post, allerdings von der Sir Peter Ustinov Stiftung. UNICEF hatte meine Autogrammanforderung an diese Stiftung weitergeleitet und diese schickten mir sodann ein Autogramm von ihm. "Super", dachte ich. Endlich hatte ich ein Autogramm von ihm. Da ich noch einige andere Prominente ganz gut fand, legte ich mir sogleich ein neues Hobby zu: Autogramme sammeln.
Autogrammadressen:
Natürlich stellte sich das Problem: Wohin schreibe ich denn nun um Autogramme zu bekommen? Woher bekomme ich die Adressen?
Antwort: Das Internet!
Ich setzte mich an den PC und recherchierte im Internet und siehe da, ich hatte Glück. Das Angebot an Autogrammadressen von Schauspielern, Musikern, Sportlern und Politikern war wirklich vorzüglich. Viele Adressen ließ ich mir Ausdrucken oder notierte sie mir.
Autogrammanforderung via Brief:
Die Anforderung für ein Autogramm ist eigentlich immer ein Standardbrief mit einigen wenigen kurzen Sätzen, in denen ich schilderte, dass ich ein Fan bin und um ein Autogramm bat.
Dem Brief legte ich immer einen frankierten Rückumschlag bei.
Autogrammanforderung via E-Mail:
Manche Prominenten haben auch eine eigene Homepage oder eine E-Mail-Adresse, z. B. bei Politikern ist dies oftmals der Fall. Wenn diese Möglichkeit sich ergab, schrieb ich den selben Standardtext als E-Mail an die Prominenten. Dies ersparte mir Zeit und auch einiges an Geld.
Erfolg:
Erfolg hatte ich sowohl bei den Autogrammanforderungen via Post als auch via E-Mail. Manchmal lagen bei den Autogrammen noch sehr nette Antwortschreiben dabei, in denen sich die Stars und Sternchen für den Brief bedankten.
Bei manchen dauerte die Zusendung des Autogramms einige Wochen oder Monate, während andere bereits innerhalb von wenigen Tagen im Briefkasten lagen.
Via E-Mail forderte ich z. B. Autogramme von Spitzenpolitikern wie Gerhard Schröder, Otto Schily und Joschka Fischer an. Oder aber von der Richterin Barbara Salesch oder dem Fußballverein Schalke 04. Einige Tage später lagen die Originalautogrammkarten samt Originalunterschrift in meinem Briefkasten.
Auch schrieb ich eine E-Mail an Siegfried & Roy. Das Autogramm kam einige Wochen später ins Haus geflattert.
Via Post hatte ich z. B. Erfolg mit der Band PUR, dem Modedesigner Wolfang Joop oder dem Schauspieler Günther Pfitzmann.
Misserfolg:
Manchmal war mir allerdings kein Erfolg gegönnt.
Xavier Naidoo z. B. gibt keine Autogramme heraus. Er will damit keine Götzenanbetung unterstützen. Wer allerdings eine CD von ihm hat und evtl. mal auf einem Konzert von ihm sein sollte, dem gibt er gerne ein Autogramm auf die CD.
Otto Schily gibt nur gedruckte Autogrammkarten samt Unterschrift heraus. Er gibt keine Originalunterschrift.
Die E-Mail-Anforderung an Rita Süssmuth war ebenfalls ein Misserfolg. Ich bekam eine E-Mail zurück, dass aus Kostengründen ein frankierter Rückumschlag zugesandt werden sollte.
Autogramm-Ersteigerung bei Ebay:
Da ich öfters bei Ebay herumschaue, kam ich auch auf die Idee vielleicht einige Autogramme ersteigern zu können. Natürlich ist dabei Vorsicht geboten, da man sich der Qualität der Ware nie sicher sein kann.
Aber "Probieren geht über Studieren". So ersteigerte ich ein Originalautogramm von Juan-Antonio Samaranch (Ex-IOC-Präsident) und Schimon Perez (Israel) zu wirklichen Spottpreisen.
Tipps:
Wer sich dieses Hobby ebenfalls zulegen möchte, sollte vielleicht dabei folgendes beachten:
- niemals mehr als 2 Autogramme anfordern
- bei Briefen einen frankierten Rückumschlag beilegen
- bei Auslandsbriefen wenn möglich einen frankierten Rückumschlag mit der jeweiligen ausländischen Briefmarke beilegen, da manche Promis nicht reagieren, wenn so ein Auslandsschein von der Post beiliegt
- wenn möglich E-Mail schreiben (Geldersparnis)
- bei ausländischen Promis die Autogrammanforderung in der jeweiligen Landessprache schreiben
- Geduld haben.
Fazit:
Für mich haben die Autogramme einen hohen ideelen Wert, allerdings kann man mit manchen richtiges Geld machen. Im Internet und bei Tauschbörsen wird so manches Autogramm hoch gehandelt.
Das Hobby macht mir irrsinnig viel Spaß und wenn dann mal ein Brief mit einem Autogramm in meinem Briefkasten liegt, freue ich mich riesig und es ist ein richtig tolles Erfolgserlebnis.
Die Autogramme der Promis und Politiker sind sehr unterschiedlich. Manchmal sind es richtige Fotos, mal in farbe, mal in schwarz-weiß. Oftmals sind es aber gedruckte (ähnlich einer Postkarte).
Ein richtiges Erlebnis ist es, wenn man ein richtiges Fotos von jemanden bekommt, auf dem man sofort erkennt, dass persönlich unterschrieben wurde.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-25 19:38:51 mit dem Titel Ausbildung oder Lehrjahre sind keine Herrenjahre
Vorwort:
..., wer kennt ihn nicht diesen Spruch. Genauso wie ich, haben ihn wohl Millionen von Auszubildenden zu hören bekommen. Sei es von den Eltern, Großeltern, vom Meister oder Ausbildungsleiter. Obwohl wir ja nun bereits im 21. Jahrhundert leben, gibt es sie immer noch. Diese Sprüche aus der Steinzeit. Und auch heute noch wird oftmals der Inhalt dieser Sprüche praktiziert.
Bewerbungsverfahren:
Jeder Schüler kommt irgendwann mal an den Punkt: "Was soll ich denn nach der Schule nur machen?" An diesem Punkt kam auch ich. Aufgrund der schulischen Vorausbildung war für mich klar, dass ich ins Büro wollte. Also Bewerbungen schreiben. Eine davon war die Bewerbung für den öffentlichen Dienst, genauer gesagt bei der Stadt.
Ich wurde zu einem Einstellungstest eingeladen, den ich ehrlich gesagt, total scheiße fand. Manchmal stellt sich echt die Frage, wer sich diese Test einfallen lässt und was sie mit dem späteren Beruf eigentlich gemeinsam haben. Es kamen jede Menge Multiple Choice-Fragen (Ankreuzfragen), Mathematik, räumliches Denken, deutsche Rechtschreibung etc. darin vor. Dann sollte man noch eine Berlinrundreise organisieren. Zu bestimmten Uhrzeiten musste man an bestimmten Orten sein. Oh man, dieser Test brachte mich wirklich zur Verzweifelung.
Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, aber ich wurde tatsächlich zum Vorstellungsgespräch vorgelassen. Dort saßen mehrere Mitbewerber und ich vor einer Prüfungskommission, die sich aus Leuten des Personalamtes, des Personalrates und noch irgendwelchen Leuten zusammensetze. Wir bekamen ein Thema genannt, welches wir in der Runde diskutieren sollten: "Wie kann der Überbevölkerung vorgebeugt werden?", oder so ähnlich. Naja, war auch nicht gerade das Thema, was mich vom Hocker gehauen hätte. Nach ca. einer halben Stunde durften wir dann gehen.
Ein paar Tage später flatterte ein Brief von der Stadt ins Haus. Ich hatte mich als Verwaltungsfachangestellt beworben. In dem Brief stand, dass ich einen Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellte leider nicht bekommen könnte, aber als Bürogehilfin würden sie mich gerne nehmen.
Da ich mich vorher bereits über die Ausbildung informiert hatte, mir kein weiteres Angebot vorlag und meine Eltern natürlich für einen Job im öffentlichen Dienst waren ("Da hast du doch ein sicheres Einkommen und der Job ist dir sicher!"), sagte ich zu.
===
Ausbildung als Bürogehilfin (auch Schreibkraft genannt):
Zwei Jahre ging die Ausbildung als Bürogehilfin. Zweimal in der Woche musste ich zur Berufsschule und zweimal in der Woche hatte ich jeweils zwei Doppelstunden Interneschulung. Diese "Interneschulung" wurde von einer Angestellten der Stadt übernommen, in der hauptsächlich auf den schreibtechnischen Bereich eingegangen wurde (Stenografie und Schreibmaschine).
Stenografie und Schreibmaschine schreiben waren übrigens der Hauptbestandteil der gesamten Ausbildung.
Den Rest der Woche verbrachte ich im "praktischen Bereich" in einem der Stadtämter.
Bei Beginn der Ausbildung bekamen wir einen Ausbildungsplan, der uns sagte, wann wir in welchem Amt praktische Arbeit leisten mussten.
In den zwei Jahren mussten wir vier Ämter durchlaufen (jedes Halbejahr wurde gewechselt). Es musste immer ein Amt aus einem anderen Fachbereich sein: z. B. wenn man einmal in der Finanzverwaltung war, durfte man da nie wieder in der Ausbildung hin. Also durchlief man auch vier Fachbereiche.
Als erstes wurde ich im Sozialamt eingesetzt. Ich war total nervös vor Arbeitsantritt, aber ich hatte Glück und hatte eine nette Praxisanleiterin (so nannte man die für uns zuständige Person vor Ort) erwischt. Gut war, dass ich bereits Schreibmaschine schreiben konnte. So konnte ich gleich aktiv mitarbeiten.
Die Aufgaben einer Schreibkraft belaufen sich hauptsächlich auf Schreibarbeiten, Postbearbeitung (Posteingang/Postausgang), Botengänge etc. So war es zumindest zu der Zeit meiner Ausbildung.
Nach einem halben Jahr wechselte ich ins Schulverwaltungsamt. Dort fühlte ich mich gar nicht wohl, da die Leute mir gegenüber sehr distanziert und einfach ziemlich "kaltschnäuzig" waren. Da ich eine Ausbildungskollegin hatte, die sich in ihrem Amt auch nicht wohlfühlte, wechselte ich mit ihr und kam so ins Rechtsamt. Dort ging es mir ganz gut. Auch hier waren die Aufgaben die üblichen, nur der Fachbereich war ein anderer.
Wieder ein halbes Jahr später kam ich ins Planungsamt. Dort ging es mir auch ganz gut. Wieder anderer Fachbereich, aber eben die typischen Arbeiten.
Mein letztes Ausbildungshalbjahr verbrachte ich in der Kämmerei. Dies war mein absolutes Horrorhalbjahr. Der Fachbereich war total trocken (Finanzen und Zahlen waren eh nie mein Fall) und die Leute waren genauso "trocken". Als Auszubildende durfte ich zwar jede Menge arbeit leisten, aber an sonstigen Aktivitäten im Amt nicht teilhaben. Während ich am Computer saß und Rechnungserfassung machte, saßen die anderen Mitarbeiter herum und tranken Kaffee. Und so zog sich das Halbejahr dahin.
===
Prüfungen:
Es galt mehrere Prüfungen abzulegen. Vor jeder Prüfung bekam ich vom Arbeitgeber eine Woche Prüfungsurlaub.
Da war die Zwischenprüfung, die sich nur auf den schreibtechnischen Bereich bezog (also Stenografie und Schreibmaschineschreiben).
Die Abschlussprüfung belief sich auf eine Prüfung in der Berufsschule. Dort wurden Fächer geprüft, wie Deutsch, Mathematik, Betriebswirtschaftslehre.
Auch in der Berufsschule fand die schreibtechnische Abschlussprüfung statt (Stenografie, Schreibmaschine).
Dann gab es noch die mündliche Abschlussprüfung. Diese fand in einem anderen Betrieb mit anderen Auszubildenden statt. Wir wurden allgemeine Dinge zum Verwaltungsablauf gefragt. Diese Prüfung war eigentlich die einfachste von allen (die an mich gestellten Fragen waren nicht so schwer).
===
Ausbildungsberuf "Bürogehilfin"
Den Ausbildungsberuf der Bürogehilfin gibt es nicht mehr. Er wurde ersetzt von dem Ausbildungsberuf der "Kauffrau/Kaufmann für Bürokommunikation", der über drei Ausbildungsjahre geht und mehr Wissen vermittelt.
Wer allerdings diesen Ausbildungsberuf im öffentlichen Dienst (bei der Stadt) ergreift, der wird nur eingestellt mit der Option später als Schreibkraft zu arbeiten.
Also tut der/die Kaufmann/Kauffrau letztlich auch nichts anderes, als ich.
Auch der weitere Werdegang ist für diesen der gleiche. Ohne den Angestelltenlehrgang I kommt auch sie/er nicht weiter.
===
Allgemeines zur Ausbildung im öffentlichen Dienst:
"Lehrjahre sind keine Herrenjahre", dies bewahrheitet sich auch dort. Anfangs muss man, wie eigentlich überall, ersteinmal die "Hivi-Arbeiten" erledigen (Briefe eintüten, Botengänge machen etc.). Langsam wird es dann aber schon etwas interessanter und man bekommt auch andere Aufgaben zu erledigen.
Mit den "Mitarbeitern" hat man mal Glück, mal Pech. Manche glauben, dass Auszubildende die letzten Ärsche sind und so verhalten sie sich dann auch, während andere dann doch fair und respektvoll mit Auszubildenden umgehen.
Was den sicheren Job im öffentlichen Dienst angeht, so liegen viele falsch. Der Job bei der Stadt zumindest ist mir erst richtig sicher, wenn ich 15 Jahre dort gearbeitet habe. Erst dann bin ich so was wie "unkündbar". Natürlich nur, wenn ich mir nichts zu schulden kommen lasse.
Das Gehalt, darüber sollte man sich von vornherein im klaren sein, wird nach dem BAT (Bundesangestelltentarifvertrag) berechnet und dieser ist total überaltet. D. h. man wird auf jeden Fall im öffentlichen Dienst schlechter bezahlt als in der privaten Wirtschaft.
Außerdem kann man davon ausgehen, dass es in Zukunft kaum noch Schreibkräfte bei der Stadt oder im öffentlichen Dienst allgemein geben wird. Es werden sogenannte Mischarbeitsplätze eingerichtet, d. h. die Arbeiten, die man zu erledigen hat, sind zur Hälfte Schreibkraftarbeiten und zur Hälfte Sachbearbeitertätigkeiten. Wer glaubt, er bekommt deshalb gleich automatisch mehr Geld, der irrt gewaltig. Für diese Tätigkeit ist ebenfalls der Angestelltenlehrgang I Voraussetzung. Und selbst mit dem Angestelltenlehrgang ist der Mehrverdienst nicht unbedingt der Rede wert.
Fakt ist: Im öffentlichen Dienst wird man nicht reich, zumindest nicht als Schreibkraft.
Zu meiner Ausbildungszeit wurde uns noch zugesichert, dass wir alle Volltags übernommen werden.
Heute ist es oftmals so, dass es nur Zeitverträge gibt oder aber Auszubildende nur als Halbtagskraft oder Dreiviertelkraft übernommen werden.
Bei einer Ausbildung im öffentlichen Dienst sind viele Dinge vorher abzuwägen. Außerdem sollte man sich von vornherein darüber klar sein, was man will und wie man sich sein weiteres berufliches Leben vorstellt.



Bewerten / Kommentar schreiben