Erfahrungsbericht von maertens
Aral und die abgeschafften Danknoten
Pro:
Dichtes Tankstellennetz
Kontra:
teuer, Monopolstellung
Empfehlung:
Nein
Historie:
Was heißt nun eigentlich ARAL fragt man sich? Nun, diesen Namen erfand der Chemiker Walter Ostwald, welcher aus Benzol und Benzin einen besonders klopffesten Kraftstoff herstellte. Er kombinierte einfach die Anfangsbuchstaben dieser Ingedenzien, den Aromaten (Benzol) und Aliphaten (Benzin). ARAL war geboren, und 1924 war Markteinführung des neuen Superkraftstoffs „B.V. ARAL“.
In den dreißiger Jahren färbt man das Firmenlogo blau ein, um sich von der unliebsamen Konkurrenz zu unterscheiden. Bereits in der fünfziger Jahren bietet ARAL einen bleifreien Kraftstoff an. In den sechziger Jahren gibt es über 11.000 (!) Aral-Tanken in Westdeutschland. In den Siebzigern wird noch mal am Logo herumgefeilt, heraus kommt das uns heute bekannte, auf die Spitze gestellte blaue Quadrat mit weißer Schrift.
Dass eine Tankstelle mal Supermarkt, Imbiss, Waschstraße und Treffpunkt wird, konnte sich in den Anfängen der Firma wohl keiner vorstellen. Heute bildet der blaue Fleck in der düstersten Kleinstadt oft eine Art Treffpunkt.
Preise:
Die Spritpreise liegen bei ARAL regional sehr unterschiedlich. Anfang März konnte ich beispielsweise für Diesel zwischen Berlin und Dresden einen Unterschied von 8 Cent ausmachen (Berlin ist preiswerter). Am selben Tag wohlgemerkt! Die Preise im ARAL-Shop sind in meinen Augen wirklich nur etwas für den Notkauf, wenn man nicht gerade eine Spätverkaufsstelle in der Nähe hat.
Gegenwärtig fährt ARAL wie alle anderen Mineralölfirmen satte Gewinne ein. Der Ölpreis ist so niedrig wie seit 2 Jahren nicht mehr. Schön, dass man immer die Ökosteuer vorschieben kann, wenn man sich wundert, dass der Spritpreis nur marginal nachgibt.
Service:
Hier kann ich nur von den von mir besuchten Tankstellen ausgehen. Meist ist die Bedienung sehr freundlich. Zwar ist das Gespräch mit der Kollegin manchmal interessanter, als dem Kunden in die Augen zu blicken, aber wenigstens wird man dann nebenbei bedient.
Vor Wochen bemerkte ich eine rutschige Dieselspur vor einer Zapfsäule, welche ich beim Bezahlen auch pflichtbewusst meldete. Man versprach freundlich umgehend eine Reinigung. Nun ja, mittlerweile hat sich das Problem von selber gelöst, Wind, Laub, Schmutz und Autoreifen haben die Gefahr entschärft...
Rabattsystem:
Offensichtlich ist die Monopolstellung von Aral auch schon dermaßen immens, dass man es nicht nötig hat, viel um Kunden zu werben. Selbst das kürzlich aufgelegte aber inzwischen wieder ausgelaufene Programm „ARAL sagt Danke“ ist in meinen Augen eher eine Luftnummer.
Da bekam ich letztens beim Tanken eine „Danknote“ im Wert von 50 Cent. Ich freute mich wie ein kleines Kind, erst zu hause bei näheren Betrachten kam die Ernüchterung. Warum will ich hier kurz erläutern.
Für je 25 Euro Umsatz bekommt man eine „Danknote“ im Wert von 50 Cent. Das entspricht nüchtern betrachtet einem Rabatt von 2 Prozent. Allerdings kann man den Gutschein nur bei bestimmten Partner einlösen, wenn man den Kauf einer Mindestsumme macht oder ein bestimmtes Produkt erwirbt. Folgende Firmen und Möglichkeiten gibt es:
AYK Sonne (Sonnenstudiokette); 1 Danknote je Bräunungseinheit ist verwendbar; na toll, wenn ich Sonnenstudios nutzen würde...
Burger King: 1 Danknote je Burger-Menü na klar, ich werd Burger essen, obwohl ich’s hasse, noch dazu ein überteuertes Menü, um 50 Cent Rabatt zu bekommen.
Cinmaxx 1 Danknote bei einem Jumbo Cola oder Jumbo Popcorn; also nicht etwa zum Kauf der Eintrittskarte, nein, Popkorn, und nur die große Packung!!!
DM –Drogeriemarkt: ab 5 Euro ein Danknote; DM Gibt’s in Berlin nicht
Hein Gericke (Motorradkleidung): eine Danknote je 10 Euro Umsatz, aber ich fahre kein Motorrad
Hussel (Süßwaren): 1 Note je 7 Euro: wer auf überteuerte Süßwaren steht, kann ja versuchen, die Wucherpreise mit der Danknote etwas zu mildern
Friseur-Klier: 1 Danknote je Besuch, wobei 1,5 Euro Rabatt gegeben werden: nicht schlecht, wenn Mutti meine Haare nicht schneiden würde...
Vedes (Spielekette): 1 Danknote je 15 Euro Umsatz; wird hoffentlich beim nächsten Teddybärenkauf daran denken...
Aral : nur Autowäschen ab 9 Euro, jeweils ein Gutschein verwendbar. Wenn ich einmal im Jahr teuer wasche muss ich mal dran denken.
Schwacke: Unter www.schwacke-aral.de kann man per Danknote sein Fahrzeug für „nur“ 2,45 Euro bewerten lassen. Ich habe einen Firmenwagen!!!
Volkswagen: Für fünf Danknoten und € 84,95 kann man beim Volkswagen Spar- und Sicherheitstraining mitmachen. Scheint ein Schnäppchen zu sein...
Zeitschriften-Abo: mit zwei Danknoten kann man ein Mini-Abo der Zeitschriften \"AutoStraßenverkehr\" oder \"Motorrad\" zum „super-günstigen Preis“ erwerben. Wie hoch der Preis ist, wird nicht verraten.
Im Internet kann man die Danknoten noch bein ARAL-Gewinnspiel, im ARAL-Produkteshop oder zum Empfang von Klingeltönen und Logos verwenden.
Alles in Allem ein SCHUSS IN DEN OFEN!!!
Nichts desto trotz werde ich weiterhin bei ARAL tanken. Zum einen vertraue ich wirklich dem Sprit, auch wenn’s blöd klingt, zum anderen wegen der Nähe der Stationen. Abstriche gibt es wegen den relativ hohen Preisen und den sinnlosen Rabattsystem. Ich würde eine Note „befriedigend“ vergeben.
21 Bewertungen, 3 Kommentare
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14.04.2002, 13:31 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichNein Danke. Habe auch ein paar Danknoten zu Hause. Jetzt weis ich wenigstens das die eigentlich nichts Wert sind. Danke. gruß Tramper14
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14.04.2002, 13:27 Uhr von JustOliver
Bewertung: sehr hilfreichHaben leider wenige nur mal richtig gelesen, was hinter den Danknoten steht. Die sollten niemals ein Rabattsystem sein. Schon zu Beginn stand fest, dass es sich um eine auf ein paar Monate befristete Aktion handelt. Wäre ja auch blödsinnnig, ein
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14.04.2002, 13:25 Uhr von DrDuke
Bewertung: sehr hilfreichHier in der Region Braunschweig ist Aral immer 1 Cent billiger als die Konkurrenz



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