Erfahrungsbericht von telebim
Ehrenamtliches Engagement = Abzockerei und Vereinsmeierei ?
Pro:
Gut dass es sowas gibt
Kontra:
wird manchmal missbraucht
Empfehlung:
Nein
Ehrenamt .... hmmmm was mag das wohl bedeuten ?
Ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht so genau, wie dieser Begriff überhaupt zustande gekommen ist, doch vermute ich mal stark, dass Anfänglicherweise die Kirche etwas damit zu tun hatte. Ich könnte mir also durchaus gut vorstellen, dass die Kirche ein Amt zu Verfügung gestellt hat, welches unentgeltlich von einer Person ausgeführt wurde. Nur mit dem Hintergedanken, dass das Ansehen der entsprechenden Person steigt.
Doch lassen wir das Rätselraten, und wenden uns lieber der aktuellen Zeitgeschichte zu.
Gerade in unserer heutigen hochtechnisierten Zeit, in der eine Vielzahl von Stressfaktoren zusammenkommen, wird es für Karitative Einrichtungen und sonstige Organisationen zusehends schwieriger ehrenamtliche Helfer zu finden.
Sei es nun beim örtlichen Kegelverein, dem Hasenzuchtverein, oder als Dorfhelferein.
Gerade letzteres kann ich sozusagen hautnah beschreiben.
Da meine Frau in der „extremen“ Lage ist, im Erziehungsurlaub zu sein, die Kinder aber mittlerweile aus dem gröbsten raus sind, hat Sie sich schon lange nach einer Nebentätigkeit umgeschaut. Dies weniger wegen dem Geld, vielmehr um mal einen Tapetenwechsel zu haben.
(Um so mehr hat sie meine Anerkennung, da ja auch noch das bisschen Hausalt dazukommt.)
Dieses Frühjahr stand dann tatsächlich eine Stelle als Dorfhelferin in unserem Gemeindeblatt. Sie hat also nicht lange überlegt, und sich dort beworben. Grundvorrausetzungen bringt sie zu genüge mit als examinierte Altenpflegerin.
Nach einem Vorstellungsgespräch wurde Ihr auch Zugesagt, dass Sie die Stelle haben kann. Erst hat Sie sich natürlich riesig gefreut, doch bei genauem nachdenken war da doch ein gewaltiger Haken. Für Ihrer Tätigkeit, nämlich Koordination der Dorfhelferinnen und Terminabsprachen mit Kunden, ist Grundvorrausetzung ein Telefon, und ein Auto. Gut, denn beides ist ja in unserem Besitz. Die Tätigkeit erfordert einen wöchentlichen Arbeitsaufwand von 8-12Std. Auch das wäre noch zu machen. Doch sollte sie (in dem Fall die Kirche) lediglich eine lapidare Aufwandsentschädigung von 50 DM bekommen.
So, jeder der selbst die Telefonrechnung zahlt, und auch noch das Auto voll tanken muss, weiß wie weit er mit 50 DM kommt.
Wir haben dann dankend abgelehnt.
Meine Frau, als auch ich, haben eine Karitative Einstellung, aber dass wir im endeffekt noch über 100DM im Monat draufzahlen, für dass das Dienst am Menschen getan wird, sehe ich und meine Frau einfach nicht ein. Hätte man uns (ihr) dir tatsächlich anfallenden Kosten ersetzt, so wäre dies überhaupt kein Thema gewesen, doch drauflegen wollen wir auch nicht, wenn wir (vor allem sie) schon unsere Freizeit opfern.
Dies mag mit Sicherheit ein ganz extremes Beispiel gewesen sein, aber auch so was gibt’s.
Um so mehr schätze ich jene Personengruppe, die auch ein Ehrenamt ausführen, und im Endeffekt noch drauflegen.
Eine Ehrenamt ist wichtig, und wird in unserer Gesellschaft leider sehr oft verkannt. Ich denke hier nicht nur an den Karitativen Bereich, nein auch an die ganzen Vereine, die es gibt. Wobei gerade bei Vereinen, wird ein Ehrenamt oftmals für Vereinsinterne Machtspiele missbraucht. Viele Vereine könnten durch eine Entschlackung ihrer Satzung einiges an Ehrenamtlicher Tätigkeit sinnvoller nutzen.
Sorry, wenn ich hier ein bissel provokativ klingen mag, aber 1. Die Geschichte mit meiner Frau beruht auf einer wahren Begebenheit, und 2. Es mag wohl dem deutschen Idealismus entsprechen, dass die Vereinsmeierei so groß ist.
Ave... telebim
Ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht so genau, wie dieser Begriff überhaupt zustande gekommen ist, doch vermute ich mal stark, dass Anfänglicherweise die Kirche etwas damit zu tun hatte. Ich könnte mir also durchaus gut vorstellen, dass die Kirche ein Amt zu Verfügung gestellt hat, welches unentgeltlich von einer Person ausgeführt wurde. Nur mit dem Hintergedanken, dass das Ansehen der entsprechenden Person steigt.
Doch lassen wir das Rätselraten, und wenden uns lieber der aktuellen Zeitgeschichte zu.
Gerade in unserer heutigen hochtechnisierten Zeit, in der eine Vielzahl von Stressfaktoren zusammenkommen, wird es für Karitative Einrichtungen und sonstige Organisationen zusehends schwieriger ehrenamtliche Helfer zu finden.
Sei es nun beim örtlichen Kegelverein, dem Hasenzuchtverein, oder als Dorfhelferein.
Gerade letzteres kann ich sozusagen hautnah beschreiben.
Da meine Frau in der „extremen“ Lage ist, im Erziehungsurlaub zu sein, die Kinder aber mittlerweile aus dem gröbsten raus sind, hat Sie sich schon lange nach einer Nebentätigkeit umgeschaut. Dies weniger wegen dem Geld, vielmehr um mal einen Tapetenwechsel zu haben.
(Um so mehr hat sie meine Anerkennung, da ja auch noch das bisschen Hausalt dazukommt.)
Dieses Frühjahr stand dann tatsächlich eine Stelle als Dorfhelferin in unserem Gemeindeblatt. Sie hat also nicht lange überlegt, und sich dort beworben. Grundvorrausetzungen bringt sie zu genüge mit als examinierte Altenpflegerin.
Nach einem Vorstellungsgespräch wurde Ihr auch Zugesagt, dass Sie die Stelle haben kann. Erst hat Sie sich natürlich riesig gefreut, doch bei genauem nachdenken war da doch ein gewaltiger Haken. Für Ihrer Tätigkeit, nämlich Koordination der Dorfhelferinnen und Terminabsprachen mit Kunden, ist Grundvorrausetzung ein Telefon, und ein Auto. Gut, denn beides ist ja in unserem Besitz. Die Tätigkeit erfordert einen wöchentlichen Arbeitsaufwand von 8-12Std. Auch das wäre noch zu machen. Doch sollte sie (in dem Fall die Kirche) lediglich eine lapidare Aufwandsentschädigung von 50 DM bekommen.
So, jeder der selbst die Telefonrechnung zahlt, und auch noch das Auto voll tanken muss, weiß wie weit er mit 50 DM kommt.
Wir haben dann dankend abgelehnt.
Meine Frau, als auch ich, haben eine Karitative Einstellung, aber dass wir im endeffekt noch über 100DM im Monat draufzahlen, für dass das Dienst am Menschen getan wird, sehe ich und meine Frau einfach nicht ein. Hätte man uns (ihr) dir tatsächlich anfallenden Kosten ersetzt, so wäre dies überhaupt kein Thema gewesen, doch drauflegen wollen wir auch nicht, wenn wir (vor allem sie) schon unsere Freizeit opfern.
Dies mag mit Sicherheit ein ganz extremes Beispiel gewesen sein, aber auch so was gibt’s.
Um so mehr schätze ich jene Personengruppe, die auch ein Ehrenamt ausführen, und im Endeffekt noch drauflegen.
Eine Ehrenamt ist wichtig, und wird in unserer Gesellschaft leider sehr oft verkannt. Ich denke hier nicht nur an den Karitativen Bereich, nein auch an die ganzen Vereine, die es gibt. Wobei gerade bei Vereinen, wird ein Ehrenamt oftmals für Vereinsinterne Machtspiele missbraucht. Viele Vereine könnten durch eine Entschlackung ihrer Satzung einiges an Ehrenamtlicher Tätigkeit sinnvoller nutzen.
Sorry, wenn ich hier ein bissel provokativ klingen mag, aber 1. Die Geschichte mit meiner Frau beruht auf einer wahren Begebenheit, und 2. Es mag wohl dem deutschen Idealismus entsprechen, dass die Vereinsmeierei so groß ist.
Ave... telebim
18 Bewertungen, 3 Kommentare
-
21.11.2002, 13:46 Uhr von Knolle5
Bewertung: sehr hilfreichkenn ich nur zu Genüge. kann ein Lied davon singen.
-
23.03.2002, 21:39 Uhr von JarodX
Bewertung: sehr hilfreichDas ist doch mal wieder typisch für unser Land!
-
23.03.2002, 21:35 Uhr von fuchseline
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr guter und ausführlicher Beitrag! Echt gut geschrieben! CU



Bewerten / Kommentar schreiben