Über Themen mit G Testbericht

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Erfahrungsbericht von togri

G wie Gartensession

Pro:

frische Luft ;), Lagerfeueratmosphäre, vielleicht ein wenig romantisch, einfach nur FUN!, ...

Kontra:

Insektenbefall, wenn man Pech hat: nörgelnde Nachbarn, irgendwann wird’s kühl, ...

Empfehlung:

Nein

Durch Zufall kam uns die Idee mal zu grillen. Aber zu zweit? Bloß nicht, da reicht dann auch der Tischgrill in der Küche. Es sollte ein richtiger Grillabend werden. Gut, im Endeffekt waren wir nur zu viert, aber trotzdem war’s unglaublich lustig, aber erst mal der Reihe nach:

Nachdem wir dann also Montag Abend beschlossen hatten zu grillen wurde herumtelefoniert: „Gute Idee!“- „Ich weiß nicht, das Wetter ist noch nicht so toll!“-„Nee, das muss ich nicht haben!“... Nur einige der Reaktionen.
Schnell war klar, dass wir bei D. im Garten grillen würden, weil da der meiste Platz war. Einkaufen wollten wir erst Freitags, wenn fest stand, wer denn alles kommt. Also war noch ein bisschen Zeit um noch ein paar Leute zu fragen.
Schon Mittwochs die ersten Absagen: „Nee, ich mach mir lieber alleine nen ruhigen Abend!“ – „Ich bin zu nem Videoabend eingeladen!“ – „Ich hab doch keine Lust!“- ... Na toll, da standen wir also zu viert: ein Pärchen, ein Single, der noch unglücklich verliebt war und ein Mädel, das mal nen Abend ohne Freund verbringen wollte. Gut, dachten wir uns, das wird für ein bis zwei Stunden bestimmt lustig, dann machen wir halt nicht so lang.

Freitag: Nach der Schule heißt es einkaufen! Jeder das was er mag...hört sich leicht an, aber wenn die anderen dann anfangen rumzumeckern weil das doch so teuer wäre oder wie viel Alkohol man denn vor hätte zu trinken, dann wird’s kritisch ob man denn überhaupt noch mitmachen will. Aber kurz vor knapp noch nen Rückzieher machen? Nee, kommt nicht in Frage.
Unser Vorrat für vier Leute sah dann wie folgt aus: 2 Putenschnitzel, 2 Gyrosspieße, 6 Rippchen, 5 Nackensteaks, 2,5 kg Folienkartoffeln, 8 kleine Baguettes, 500 gr Kräuterbutter, 1 Topf Zaziki, eine große Schüssel Bauernsalat, eine Tüte Salzstangen, 500ml Erdbeereis, 1 Kasten Bitburger, eine Flasche Warsteiner (armseliger Überbleibsel der letzten Feier), fünf 1,5l Flaschen Südseezauber, 8 Flaschen Bacardi Breezer, 3 Flaschen Smirnoff Ice, 3 Flaschen Caipirinha, 6 Flaschen Rigo, 2 Flaschen Cola, ein Paket Eistee und noch Soßenreste, damit die Flaschen endlich leer wurden.
Immer noch waren wir der Überzeugung, dass wir nach spätestens zwei Stunden wieder nach Hause gehen würden, obwohl unser Vorrat was ganz anderes sagte.
19 Uhr: Der Grill wird angeschmissen. Männer sollen das ja können, aber unsere zwei sind da wohl reichlich unbegabt. :) Erst gegen 20Uhr konnte man davon reden, dass der Grill an war. Frauen dürfen da ja dann auch nicht reinreden. Auf jeden Fall war bis 20 Uhr schon ein Teil unseres Alkoholvorrats aufgebraucht; man kann sich vorstellen, wie wir uns fühlten.
20 Uhr: Der Grill ist an. Langsam kommt die Frage nach der Musik auf, denn den ganzen Abend Techno zu hören, da hatte dann doch keiner Lust drauf. Gut dass es Frauen gibt, denn wir hatten unser halbes CD-Regal mit...
20.30 Uhr: Das erste Fleisch ist fertig und wir dürfen dann endlich den Salat probieren. Wollten wir nicht eigentlich jetzt schon nach Hause? Blöder Gedanke war das, denn jetzt wird’s erst interessant: Jedes Thema wird ausgiebig diskutiert, ob Sex, der Tod von Möllemann, die versalzene Kräuterbutter, die Auswirkungen des Alkohols auf mich (ich hatte mittlerweile nen gehörigen Vorsprung was die Menge anging), warum Männer im Stehen und am Busch pinkeln können und wir immer wieder ins Haus rennen müssen, usw.
23 Uhr: Wie 23 Uhr??? SCHON??? Der Grill war zwar die ganze Zeit angewesen, aber außer für Folienkartoffeln war er nicht mehr benutzt worden., so dass die Wärme langsam wegging und wir von den Mücken angegriffen wurden. Gut dass es Mütter gibt, die Autan im Haus haben. Mückenfrage geklärt, aber nen Pulli wollte noch keiner anziehen. Gut, erst mal Petroleumlampen...Petroleum mit Rosenduft? Na dann kommen gleich noch mehr Viecher! Aber was will man machen!?! Aber Männer sind doch zu gebrauchen. Die hatten nämlich nachmittags schon Holz gehackt, so dass wir den Grill zum Lagerfeuer umfunktionieren konnten, aber Moment: Da war noch Fleisch. Glut halb noch auf den anderen Grill und das Problem ist gelöst.
23.30 Uhr: Männer grillen wieder. Lobenswert! Aber wir haben Lust auf Eis und das selbstgemachte Erdbeereis ist noch nicht gefroren. Gut, dass der Weg zur Tankstelle nicht so weit ist...Wir hätten an die Brennnesseln denken sollen, aber immerhin haben wir Eis.
23.45 Uhr: Eis ist auf und Fleisch fertig. Weiter geht die Völlerei! Der Alkoholvorrat ist mittlerweile so weit geschrumpft, dass wir anfangen uns Sorgen um unsere Gesundheit zu machen, doch was soll’s? So oft machen wir das ja auch nicht.
00.15 Uhr: Mein Alkoholpegel ist zwar erheblich gesunken, aber ich wird kuschelbedürftig. Ach ist das schön am Lagerfeuer bei dem Liebsten im Arm zu liegen und nur die Sterne und das Feuer zu beobachten. Aber die anderen werden sauer... Na gut, Gesprächsstoff haben wir noch genug, aber die Musik geht zur Neige; Jungs sind da irgendwie etwas kompliziert, was so die Auswahl betrifft. Also doch wieder Techno und natürlich in voller Lautstärke. Hieß es nicht, dass die Nachbarn konservativ seien und spätestens halb elf auf der Matte stehen würden und rummeckern, weil wir ja Störenfriede seien etc. Nix zu sehen. Vielleicht haben die ja mittlerweile Ohrenstöpsel.
1 Uhr: Das Erdbeereis ist gefroren! Lecker, lecker! Langsam wird’s aber doch so kalt, dass wir nen Pulli bevorzugen, aber kalt heißt ja noch lange nicht müde, oder? Wir fühlen uns, als könnten wir die ganze Nacht durchmachen...Nur blöd, dass so gut wie nichts mehr zu trinken da ist und gerade auch die letzte Folienkartoffel verputzt wurde. Aber wir sind ja hart im Nehmen. :)
1.45 Uhr: Die ersten trauen sich zu gähnen. „Sollen wir zusammen räumen?“ Denk, denk, denk...na gut, langsam wird’s zu kühl, wir haben kein Holz mehr und das Bett scheint angenehmer, als Plastikstühle.
2.30 Uhr: Mein Bett! So schnell und so tief hab ich lange nicht mehr geschlafen. Nur gut, dass wir alles weggeräumt haben, sonst müssten wir um zehn schon wieder aufstehen.

Fazit:
So was müssen wir wohl doch öfter machen. Niemand hätte gedacht, dass man zu viert so viel Spaß kriegt. Auf jeden Fall muss so was spontan gemacht werden und auch wenn die Hälfte absagt: Trotzdem machen! Was nur etwas gefährlich ist, ist, wenn man nen Teich hat und der nicht so gut beleuchtet ist...Zum Glück konnten wir nasse Füße verhindern, aber des öfteren war es ganz knapp.

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