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Erfahrungsbericht von H2O_MAN

GEBURTSTAG

Pro:

Schöne Feier :)

Kontra:

Man wird leider älter :(

Empfehlung:

Nein

Oder eine heitere Geschichte um die Zahl 35 !!

Die Nachfolgenden Zeilen sollten lustig aufgefasst werden !!!

Ich stehe morgens auf, ganz verschlafen, die Müdigkeit in den Knochen, trotte ich ins Badezimmer. Über den Flur, an meinem Hund vorbei. Ich stoße mit dem Fuß gegen den Hundenapf – mein kleiner Zeh, ohh Sche***, das tat weh. H2O fängt vor Schmerz an zu hüpfen, verliert dabei das Gleichgewicht und stolpert ins Bad. Bevor jedoch schlimmeres geschieht, kann ich mich am Waschbecken abfangen. Zunächst fluche ich erst einmal, dann reibe ich mir mit einer Hand das Kinn und entschließe mich, immer noch schlaftrunken, das Licht an zu schalten – klick. Langsam richte ich mich auf, dabei reckend, streckend und gähnend. Mein Blick fällt in den Spiegel, immer noch nicht richtig wach, fahre ich mir erneut mit einer Hand über das Geicht und schaue erneut in den Spiegel – ich zucke zusammen. Es folgt ein kurzer, intensiver Aufschrei, ahhh.


Nachdem ich mich wieder gefasst hatte, dachte ich mir:“ Bist Du der schrecklich aussehende Typ da, oder was? Was macht der Kerl in meinem Bad“? Nachdem ich mich, eingehend, davon überzeugt habe, dass es meine Wenigkeit war, die mich da anstarrte, musterte ich mein Gesicht von allen Seiten. Den Kopf drehte ich nach links, die beiden Klappspiegel vom Spiegelschrank unterstützten mich bei dieser Aktion. Links:“ Waren da irgendwelche neuen Falten“, dachte ich. Nein dort war nicht zu sehen, rechts vielleicht? „Gott sei dank nicht“! Nun werden die Haaransätze geprüft, mit dem Gedankengang:“ Irgendwelche Haare, diese Nacht ausgefallen, oder gar graue Ansätze bekommen“? All dies bestätigte sich nicht. Ich erledigte meine morgendliche Toilette, wie Zähneputzen, rasieren und waschen. Und mir schoss dabei immer wieder nur eins durch den Kopf.“ Du bist ein Jahr älter, mhh 35, ein Jahr älter“. Nein da kam ich erstmal nicht drauf klar und mir war die Zahl 35 auf einmal unsympathisch. Doch genau diese, sollte mich den Tag über begleiten und das Schicksal mit mir teilen.


Ich habe also meinen morgendlichen Pflegeakt soweit, ohne nennenswerte Zwischenfälle, hinter mich gebracht und verlasse das Bad wieder. Auf dem Weg zurück in mein Zimmer, höre ich Geräusche und Stimmen aus der Küche. „Aha“, denke ich mir, „die Anderen auch schon wach“. Als ich plötzlich wieder gegen den dummen Fressnapf meines Hundes trete.
„Scheiiiii*eeee, tut das weh, blöder Napf warum stellste dich immer innen Weg“, sage ich so zu mir und humpelte in mein Zimmer. Da ich um diese Uhrzeit noch keine Lust hatte, mich Geburtstags – Mäßig anzukleiden, zog ich mir meinen Jogging – Anzug drüber und ging in die Küche. Diesmal navigierte ich mich geschickt an dem Hundenapf vorbei.


Ich stand vor der Küchentür, man erwartete mich bereits, denn meine Karambolage mit dem Hundnapf, mein Fluchen, wurde bereits wahrgenommen. Nun atmete ich noch mal tief durch und öffnete die Küchentür. Gebannt schweifte mein Blick durch den Raum. Alle saßen bereits am reichlich gedecktem Frühstückstisch, mein Bruder, meine Schwägerin, meine Nichte und mein Neffe. Als sie mich sahen, stellten sie ihr geschäftiges Treiben ein – 5 Sek. ruhe. Doch dann setzten sie ein:“ Happy birthday to you“. Gebannt, ließ ich den Chor, seinen Text, runter rasseln. Doch dann viel er, in Einklang aller, der berühmte Satz. „Alles Gute zum 35 igsten“. Da war sie wieder diese abscheuliche Zahl, mir lief es den Rücken rauf und wieder runter.
„Dumme Zahl“, nuschelte ich vor mich hin, ließ mir aber nichts anmerken und setzte mich, nachdem jeder das Ritual, des Händeschüttelns vollzogen hatte, zu den Anderen an den Tisch.
Die Frühstücksstimmung war heiter und ausgelassen. Zwischendurch viel dann hier und da noch ein Spruch, in dem diese blöde Zahl 35, immer wieder hervorgehoben wurde. Besonders meine kecke Nichte, scheint meine Abneigung gegen diese Zahl erahnt zu haben. Zumindest schien es so, denn sie musste unbedingt 1.000-mal Fragen:“ Marco bist du jetzt ein Opa“. Immer wieder biss ich auf meine Zähne, denn so einer kleinen, süßen Maus, konnte und wollte ich nicht böse sein und lächelnd antwortete ich ihr immer wieder.“ Nein Mimi“, das ist ihr Kosename, abgeleitet von Michelle, “ich kann so alt werden wie auch immer, ich bin und ich bleibe dein Onkel“. Zu alledem, viel mir auch noch das frisch geschmierte Marmeladenbrot vom Teller und viel, wie soll es auch anders sein, mit der Oberseite, auf den Boden. „Ja danke“, dachte ich mir und nahm mir zunächst mein Ei. Als ich dieses von der Schale befreit hatte, wollte ich es salzen. Doch was war den nu? Es kam kein Salz aus dem Streuer!! Deckel abschrauben, die Löcher mit Hilfe eines Zahnstochers frei machen, Deckel wieder drauf und, „Mist“, rutschte mir über die Lippen. Hatte ich doch jetzt den gesamten Inhalt des Salzstreuers auf meinem Ei liegen. „Der Deckel war wohl nicht richtig verschraubt“, dachte ich, „das Ei kann ich wohl vergessen“. „ Wirst wohl zittrig, na ja mit 35 Jahren, bleibt das nicht aus“, hörte ich meinen Bruder sagen. Ich trank meinen Kaffee aus, der Appetit war mir vergangen, ich ging in mein Zimmer und setzte mich an den PC.



Als der PC hochgefahren war, schaute ich bei Ciao rein. Als ich mein Gästebuch öffnete, fand ich, neben anderen, Gratulationen, auch von ChopSuey, Giggi2002 und 130966 *malgrüßle* , vor. Das waren die ersten User die mir, meinen 35 igsten (schon wieder diese Zahl), versüßt, haben. Im laufe der Zeit stellten sich eine Menge, Glückwünsche ein. Die Zeit vor dem PC bzw. bei Ciao, erleichterte mir das Warten. Durfte ich doch seit dem Tag vor meinem Geburtstag, nicht mehr das Wohnzimmer betreten, da mein Bruder und meine Schwägerin, sich darin austobten um eine Überraschung, für mich, vorzubereiten.


So gegen 15 Uhr trudelten dann die ersten Gäste ein. Der Kuchen wurde serviert und ich durfte das Wohnzimmer betreten. Beide, mein Bruder und meine Schwägerin, na ja und meine Nichte auch, haben sich viel Mühe gegeben. Hatten sie doch das Zimmer, mit Luftballons, Konfetti und Luftschlangen, eben üblich, geschmückt. Sagte ich üblich, nicht ganz. Prangte da doch an der Wand eine überdimensionale 35. Da war sie wieder diese abscheuliche Zahl und war sie doch nicht zu übersehen. Natürlich musste ich mir den Abend über noch zahlreiche Male, Sätze anhöre, in denen diese beiden Ziffern, 3 und 5 eine Rolle spielte. Es kamen nach und nach alle meine Freunde, die ich eingeladen hatte und es stieg eine echt gute Party. Im laufe dieser, versiechte die Zahl 35 immer mehr, bis sie gänzlich in Vergessenheit geriet. Jeder ließ sich von der Stimmung treiben, es wurde erzählt, geraucht und getrunken. Überall in der Wohnung verteilt bildeten sich kleine Grüppchen und ich stand mal hier und mal da. Es war ein gelungener Abend.



So gegen 23 Uhr wollte ich ein paar Minuten für mich haben, als ging ich auf den Balkon und ich hatte glück, er war frei, ich hatte ihn für mich. Nach ungefähr ein bis zwei Minuten ging mir wieder diese Zahl 35 durch den Kopf. Aber was war geschehen? Ich fand sie urplötzlich nicht mehr so abscheulich, hatte ich zuviel getrunken? Nein mit Sicherheit nicht, gehört sich ja auch nicht als Gastgeber! Was war es denn? Es leuchtete mir ein, die abscheuliche Zahl hatte ich lieb gewonnen. Würde doch diese mich nun ein ganzes Jahr begleiten. Und in diesem einen Jahr wird sie ein Teil von mir sein. Ich atmete noch einmal tief durch, genoss die frische Luft, ein letztes Mal und ging zurück zu meinen Gästen. Nachdem ich mir noch ein Fläschchen Czerwi Fresh geholt hatte, machte ich eine Runde und stieß mit jeden noch mal an. Doch nun war ich derjenige der lauthals rief:“ Auf meinen 35 igsten“.


1 Und die Moral von der Geschicht:“ Geburtstag hat man – oder nicht“.
2 Und die Moral von der Geschicht:“ Verleugne bloß dein Alter nicht“.


Mir gefielen beide Sprüche, Ihr aber, könnt euch einen Spruch Aussuchen.

Einen schönen Samstag noch!

©H2O am 01.02.2003 2003

Wörter: 1302

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